Gefreut: Über jeden noch so leichten, kühlenden Lufthauch. Und darüber, dass ich mit allem gut versorgt war, und während der heißesten drei Tage der Hitzewelle das Haus nicht mehr verlassen musste.
Geärgert: Über den Auto-Korso Samstag Nacht zwischen halb Eins und halb Drei. Ich finde, solche Spektakel zu so einer späten Uhrzeit sind an Rücksichtslosigkeit nicht zu überbieten, FußballWM hin oder her.
Gedacht: Die Temperatur in der Wohnung sollte 26° Grad nicht überschreiten, und man solle viel trinken. Das ist alles, was von unserer Regierung zum Thema Hitzewelle bislang zu vernehmen war. Nicht eine einzige Bekundung, dass man von nun an Klima- und Umweltschutz viel mehr Gewicht beimessen würde! Nicht ein einziges Wort des Mitgefühls für jene Bürger:innen, die während der vergangenen Woche unter den Folgen des sogenannten Hitzedoms zu leiden hatten! Nicht ein einziges Wort der Anerkennung für alle jene Mitmenschen, die trotz der mörderischen Temperaturen gewissenhaft ihren Pflichten nachgingen. Nicht eine einzige Versicherung, dass man so schnell als möglich ausreichend Mittel bereit stellen würde, um die Kommunen zu unterstützen und unser Land wehrhafter gegen solche wahrscheinlich immer öfter auftretende Ereignisse zu machen! Dabei haben die Damen und Herren des Bundeskabinetts bei der Vereidigung doch beteuert, Schaden von uns, vom Volk abzuwenden, und stets um unser Wohl bemüht zu sein!
Wie die Faust aufs Auge passte vor einigen Tagen zur Hitzewelle die Ankündigung der Bayrischen Landesregierung, dass man das für 2040 geplante Klimaziel auf 2045 verschieben würde. Da kann ich gar nicht so viel essen wie ich k***en könnte…
Und ein paar Mal, in düsteren Nachtstunden, wenn ich das Schlafzimmerfenster und die -tür fest des Lärms vor der nahen Radaukneipe wegen geschlossen halten musste, anstatt gut und gründlich durchzulüften, kam mir der bitterböse Gedanke, dass es in der jetzigen Regierung vielleicht sogar Einige gibt, die es innerlich begrüßen, dass eine Hitzewelle vor allem alte und chronisch kranke Menschen dahinrafft – weil das halt doch immer ein bisschen die Renten- und Sozialkassen entlastet!
Gefragt: Selbst wenn die favorisierte Mannschaft sich fürs Sechzehntelfinale der WM qualifiziert hat, ist das wirklich ein Grund dafür, mitten in der Nacht stundenlang mit endlosem Hupen, Schreien und röhrenden Motoren durch die Stadt zu donnern? Wäre es nicht ein Gebot der Rücksichtnahme und Menschlichtkeit, sich bei solch einem Anlass für den Sonntag Mittag zu verabreden, um eine Stunde lang auf der Leopoldstraße auf und ab zu paradieren, um seiner Freude Ausdruck zu verleihen?
Gewundert/Gestaunt: Hin und wieder ein wenig darüber, dass ich die vergangene Woche überstanden habe.
Gelitten: Während der letzten Woche permanent an dem Gefühl, krank zu sein. An Dauerkopfschmerzen, Schlaflosigkeit, Appetitlosigkeit, Schwindel, Mattheit, und schier unentwegtem Schwitzen.
Und manchmal überkam mich auch die Angst vor einem nahen Tod und vor der Zukunft. Werde ich das überleben, wenn diese Hitzewellen an Häufigkeit und auch Intensität zunehmen werden? Ich habe doch noch so viel vor und würde zu gerne Neunzig werden!
Genervt: Wieder einmal von einem nächtlichen Autokorso. Ich fürchte, so etwas wird sich heute Nacht auch wieder abspielen, sollte Deutschland gegen Paraguay gewinnen (fast wünsche ich den Südamerikanern den Sieg, dann könnte ich vielleicht endlich mal wieder eine Nacht lang gut schlafen).
Gewesen: Ein bisschen Einkaufen und auf dem Bauernmarkt. Den Rest der Woche habe ich mich in der Bude verkrochen, obwohl das bei durchgehend 28° bis 30°Innentemperatur alles andere als ein Vergnügen war.
Getroffen: Niemanden Spezielles. Da kam auch niemand von der Nachbarschaft vorbei, um sich mal kurz zu erkundigen, wie es einem geht und ob man eventuell Hilfe brauchen könnte. Nicht einmal die Ärztin, die Tür an Tür mit mir wohnt, hat sich dazu herabgelassen. Ich könnte in diesem Haus hier die finale Grätsche machen und würde dann vermutlich jahrelang völlig unbemerkt vor mich hin modern.
Gesucht: Lichtschutzvorhänge fürs Schlafzimmer.
Gefunden: Yepp. Werden nächste Woche geliefert.
Gegessen: Sehr spärlich, meist nur Obst, Gemüse, Salate und andere leichte Kost.
Getrunken: Tee, Wasser, Orangensaft – und sehr, sehr viel davon. Mit meinem Flüssigkeitshaushalt habe ich zum Glück keine Probleme, das habe ich mir in den langen Arbeitstagen in der Gastronomie antrainiert, stets ein Glas Wasser, Saft oder Tee griffbereit zu haben und immer wieder zu trinken.
Gehört: Meeresrauschen, das Knirschen von Schnee, wenn man mit Schneeschuhen darüber wandert, das muntere Plätschern kühler Bäche, das Knistern von Eis…
Gesehen: RoadTrips in Hülle und Fülle, oft bis in die späten Nachtstunden. Die Route 66 – The Mother Road – wird heuer 100 Jahre alt. Und das wird entlang der Strecke kräftig gefeiert, mit Hot Rod Rennen, Oldtimer-Prämierungen, Paraden, Konzerten usw. Immer mit dabei ist Russ von RVerTV. Und er stellt in seinen RoadTrips bevorzugt die kleinen Ortschaften entlang der legendären Straße vor wie z. B. Kingman, Seligman, Williams und Oatman in Arizona. Letzteres hat mir wegen der romantischen Wild-West-Atmosphäre und vielen verwilderten, frei laufenden Esel, die skrupellos die Touris anschnorren und auch gerne mal den Straßenverkehr blockieren, am besten gefallen. Sehr fein war auch Russ‘ RoadTrip entlang des Rim Trails des Grand Canyon.
Gelesen: „Nix mit Amore!“ von der WordPress-Bloggerin Mitzi Irsaj. Sie erzählt in dem Buch, wie sie als junge Studentin ihrer großen Liebe nach Italien folgte und nach vielen Irrungen und Wirrungen in Verona eine zweite Heimat fand. Das ist schön locker geschrieben, intelligent, einfühlsam, mit viel Witz und Humor und viel tiefer Liebe für Italien. Genau die richtige Hitzewellen-Lektüre.
Gelernt: Dank Russ von RVerTV viel Interessantes und auch Skurriles über Arizona, The Mother Road Route 66 und den Grand Canyon.
Gekauft: Ich habe Lichtschutzvorhänge fürs Schlafzimmer bestellt. Die jetzigen sind viel zu dünn und schirmen das Sonnenlicht und die Hitze höchst ungenügend ab.
Gewerkelt: Ich wollte einen dunklen Bettbezug übers Schlafzimmerfenster spannen, um es abzudunkeln, bin aber kläglich gescheitert. Der Stoff ist zu schwer und das Klebeband war nicht stabil genug.
Geschlafen: Sehr, sehr wenig und sehr, sehr schlecht.
Geträumt: Vieles und lebhaft, mir ist aber leider kein Traum in Erinnerung geblieben.
Geplant: Heute möchte ich zusammen mit der Haushaltshilfe noch einen Großeinkauf im Discounter tätigen, morgen drehe ich vielleicht eine Runde über den Bauernmarkt und am Wochenende kommt eventuell die G. aus Schweinfurt zu Besuch. Sie würde gerne am Samstag mit dem Freizeitbus durch die Hallertau fahren – aber an dem Tag wäre auch das sehr feine Musikfestival Swinging Prien am Chiemsee. Mal schauen, wie wir uns da bei der Planung einigen können…
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Ich wünsche euch Lieben eine gute und möglichst stressfreie und auch hoffentlich kühlere Woche!

























