Marthas Momente-Sammlung

Glück ist die Summe schöner Momente

Über Martha, die Momente-Sammlerin

An einem Herbsttag Mitte der Fünfziger ließ man mich auf die Menschheit los. Meine Heimat war ein romantisches Bergtal im Südosten Bayerns, dort verbrachte ich meine Kindheit, sehr frei, pflichtenlos, aber nicht ganz unbeschwert.

Ich verfasse seit meinem zehnten Lebensjahr Kurzgeschichten, Artikel, Essays – auch Romane. Ich lese sehr viel – und auch vielseitig. Ich versuche, bei meinen Texten einen überaus bekannten Spruch aus dem „Kleinen Prinzen“ in etwas abgewandelter Form zu verinnerlichen: Man sieht nicht nur mit dem Herzen gut, man sollte auch in jedem Fall damit schreiben. Das gilt auch für das Fotografieren. Ich zeichne für mein Leben gerne mit Licht, im Alter von zehn Jahren erstand ich meine erste Kamera.

Sechsunddreißig Jahre lang arbeitete ich in der Gastronomie, im Service. Das war nicht eben mein Traumberuf. Das erste halbe Jahr in diesem Metier ist für mich die Hölle gewesen. Zum Glück war mein erster Arbeitgeber ein ausgesprochen großherziger, verständnisvoller und geduldiger Mensch, von dem ich nicht nur fachlich sehr viel lernen durfte. Im Laufe der Zeit lernte und arbeitete ich mich eisern von der tolpatschigen Aushilfsbedienung zur Restaurantmeisterin hoch. Im Herbst 2013 hängte ich nach vielschichtigsten Erfahrungen – von der Hard-Rock-Kneipe über bayerische Bauernwirtschaften bis zum Fünf-Sterne-Nobelhotel und zur Bayerischen Staatsoper – die Gastronomie an den Nagel. Bis Sommer 2018 war ich danach als Museums-Aufsicht in einem der größten Stadtschlösser Europas beschäftigt.

Ich gehe gerne auf Reisen. Meine weiteren Neigungen sind Bayerns Geschichte und mannigfaltiges Brauchtum, Politik und Tagesgeschehen, das Eintreten gegen Ausländerfeindlichkeit, Rassismus, Verschwörungsschwurbeleien und Rechtsradikalismus, nicht nur im WorldWideWeb, sondern auch im täglichen Leben, gut Essen und Trinken, und Lachen! Witz und Humor sind so wertvolle Geschenke von Mutter Natur!

Im Frühjahr 2017 wurde bei mir ein beunruhigender Muskelschwund festgestellt. Nach gut eineinhalb Jahren Forschen und ungezählten Tests wurde mittels einer Humagenetischen Studie Anfang 2019 endlich eine Diagnose ermittelt: Ich leide an einer äußerst selten vorkommenden Titinopathie, die für den Abbau von Muskelmasse vor allem in den Beinen verantwortlich, nicht heilbar und fortschreitend ist, und zudem am Asperger Syndrom. Ich bin körperlich schwerbehindert und schlage geistig und psychisch aus der Norm. Dass ich unter diesen widrigen Umständen so gut und erfüllt bis jetzt durchs Leben gekommen bin, sehe ich mittlerweile als ein wahres Wunder an. „Carpe diem!“ und „Sammle so viele gute und schöne Momente wie nur möglich!“ sind nun mehr denn je mein oberster Leitsatz.