… Vergnügen – erblassen – monoton – das sind diese Woche die drei Begriffe, die mir im WWW quasi zugeflogen sind, und die in ein Drabble, eine Kurz-Kurz-Kurz-Geschichte von nur einhundert Worten, einzufügen sind…
„Das macht absolut kein Vergnügen, mit dieser Trulla zusammen zu arbeiten.“, lästerte Konrad am Telefon. „Allein diese monotone Stimme! Und wie die aussieht! An der könnte sich ein guter Schönheitschirurg jahrelang eine goldene Nase verdienen. Und fett ist sie obendrein, schätzungsweise hat die mindestens Zeltgröße vierundfünfzig. Und dem alten Heinrich kann dieses Weib nie und nimmer das Wasser reichen!“
Konrad vernahm hinter sich ein leises Rascheln, wandte sich um und erblasste, als er seine neue Chefin sah, die mit gerunzelten Brauen auf ihn herabblickte.
„Ich würde vorschlagen, Sie beenden jetzt ganz schnell Ihr Privatgespräch und begleiten mich in mein Büro.“
Gefreut: Über eine angeregte Unterhaltung mit der engagierten Ärztin, die nun seit vierundzwanzig Jahren schon neben mir wohnt, und ihrem Lebensgefährten. Der sympathische und gutaussehende Mann ist am Bodensee beheimatet, und da musste ich natürlich höchst ausführlich von den schönen Zeiten dort und meinen Erlebnisse und Eindrücken schwärmen. 😉
Und über eine im Großen und Ganzen unbeschwerte Woche.
Geärgert: Über diese unfassbare Menge an Hetze, Hass, Falschnachrichten, gefälschten Bildern, Videos und die absurdesten Verschwörungsschwurbeleien bezüglich des abgebrannten Kehlsteinhauses im Internetz, vor allem in den (a)sozialen Netzwerken.
Gedacht: Da haben die Kinder und Jugendlichen absolut berechtigte Forderungen an die Politik und die Gesellschaft, denen sie nun mit gewaltfreien Demonstrationen und Kundgebungen Gehör verschaffen wollen. Und dann wird das bereits Wochen vorher von widerlichen Schmierfinken und auch etlichen Politiker:innen in den Dreck gezogen und den Menschen Angst vor möglichen Ausschreitungen wie in Frankreich und Italien gemacht. Und nun, nachdem der Großteil der Demos wirklich friedlich verlaufen ist, finden überwiegend die empörten, reißerischen Schlagzeilen über einige Ausschreitungen Aufmerksamkeit, die sich erst nach den Demonstrationen ereignet hatten. Die sehr wichtigen Themen, die den jungen Menschen verständlicherweise unter den Nägeln brennen, gehen in der ganzen inszenierten Panikmache und den teils recht unsachlichen effekthascherischen und auch subjektiven Berichterstattungen beinahe völlig unter. In drei Wochen will die „Gen Z regelt“ wieder deutschlandweit auf die Straßen gehen – und da werde ich mit dabei sein!
Laut BGLand24 wurde in einer Versammlung des Zweckverbandes Bergerlebnis Berchtesgaden der Beschluss gefasst, das Kehlsteinhaus wieder aufzubauen. Allerdings nicht eins zu eins, sondern die Ruine solle dazu genutzt werden, etwas Neues zu errichten und das Ganze in ein hochwertiges Konzept einzubinden, ein Neubau, der Bildungsaspekt, Erinnerungskultur und touristischen Nutzen miteinander verquicken soll. Ja, das gefällt mir, da bin ich dafür.
Gefragt: Was bitte verstehen Sie denn unter Antifa Utensilien? Diese Frage stellte ich im Gesichtsbuch einem AfD-ler, der behauptet hatte, der Brand des Kehlsteinhauses sei eine linksextremistische Tat gewesen, weil man angeblich in der Wohnung des dringend Tatverdächtigen „Antifa Utensilien“ gefunden habe. Leider habe ich von dem blaunen Herrn bis dato keine Antwort auf meine Frage bekommen, dabei würde mich das als linksgrünversiffter antifaschistischer Gutmensch brennend interessieren.
Gewundert: Geschockt trifft es besser. Über den Versuch einer Art abscheulicher und primitiver Hexenjagd. Laut dem regionalen Online-Nachrichtenportal BGLand24 ging kurz nach dem bekannt geworden war, dass das Kehlsteinhaus in Flammen stand, bei der Polizei Berchtesgaden ein anonymer Anruf ein. Es wurden Namen und Anschrift eines Einheimischen genannt und behauptet, diese Person hätte den Brand gelegt. Und nicht nur das. Die persönlichen Daten jenes Menschen, der völlig unschuldig war, wurden von dem Anrufer auch im Internet veröffentlicht mit dem Aufruf, ihn zu ergreifen. Was für ein innerlich krankes und widerwärtiges Subjekt muss man sein, um so etwas zu tun! – Der offensichtliche Brandstifter, ein laut Attest ärztlicher Fachleute psychisch kranker 33-jähriger Mann, der in Berchtesgaden geboren und aufgewachsen war, jedoch schon längere Zeit in Berlin lebte, war aber bereits gefasst und verhaftet und nach einem Verhör und einer psychiatrischen Begutachtung in eine forensische Klinik verbracht worden. Seine Familie wird seitdem mit Hassbotschaften, Verleumdungen und auch Drohungen Tag für Tag überhäuft (Quellen: Bayrische Staatszeitung, Berchtesgadener Anzeiger, BGLand24). Bei solch Ekel erregendem Verhalten kann ich gar nicht so viel essen wie ich kotzen könnte. 🤮 – Entgegen einer Information der „Blöd“-Zeitung und dem Geschwurbel zahlreicher Internet-Hetzern ist der ermittelnden Staatsanwaltschaft bislang kein politisches Motiv für die Tat bekannt.
Gelitten: An nichts! Ich fühle mich zur Zeit sehr wohl in meiner Haut.
Genervt: Von der ganzen Hysterie, Verlogenheit und Aggressivität in den (a)sozialen Netzwerken.
Gewesen: Einkaufen, bei der Physiotherapie, Spazieren.
Getroffen: Mehrere sympathische Menschen aus der Nachbarschaft, meinen Physiotherapeuten.
Gesucht: Einen älteren Blogbeitrag.
Gefunden: Yepp, nach längerem Suchen.
Gegessen: Frische Forelle mit Chicoree-Orangensalat, Putenschnitzel mit Romana-Salat, Rosenkohlauflauf mit viiiiieeeel Käse überbacken, und Blumenkohlauflauf, auch mit viiiiieeeel Käse überbacken, 😉 geschmortes Hühnerbein mit Tomatensoße und Nudeln, Müsli, viel frisches Obst und Gemüse.
Getrunken: Tee, Wasser, Orangensaft, täglich ein bis zwei Eiweiß-Shakes und zum Essen ein paar Mal ein Gläschen meines Lieblingsrotweins.
Genascht: Datteln. 🙂
Gelacht: Aber ja! 😀
Geweint: Ja, nachdem ich die Nachricht vom Tode Sir Patrick Stewarts erfahren habe. Das ging mir sehr nahe. Meine Verehrung und Bewunderung für ihn waren groß.
Gehört: Nach dem oben geschilderten abscheulichen Versuch einer „internetten“ Hetzjagd auf eine Person, die bezüglich des Brandes des Kehlsteinhauses völlig unschuldig ist, kam mir dieser alte aber sehr treffende Song in den Sinn:
Gesehen: Die neue Staffel von Death in Paradise. Hat mir nicht gefallen. Die Mordfälle sind samt und sonders schon sehr an den Haaren herbeigezogen, filmisch schlampig umgesetzt und es wimmelt vor logischen Fehlern. – Die erste Staffel Beyond Paradise, zum „Aufwärmen“ für’s Anschauen der zweiten und dritten Staffel. – Ein paar Roadtrips durch die Schweiz, den Süden Englands und entlang der Küste Kaliforniens, die mich aber nicht recht begeistert haben.
Die Hitchcock-Verfilmung des Romans „Rebecca“ von Daphne du Maurier aus dem Jahr 1940. Habe ich wieder einmal sehr gerne angesehen, auch wenn sich der Drehbuchautor einige Freiheiten erlaubt hat.
Gelesen: Wieder sehr viel über den Brand des Kehlsteinhauses, sowie ungezählte Kommentare dazu in den (a)sozialen Netzwerken, die mir des Öfteren das Blut in den Adern gefrieren ließen. Vor allem die Äußerungen über das Strafmaß, das man dem Brandstifter wünscht, sind großenteils unfassbar niveaulos und von erschreckender Grausamkeit. 🤮
Gelernt: Wieder mal nix Gscheits, fürchte ich. 😉
Gekauft: Was Frau so zum Leben braucht. – In der nahen Filiale der Stadtbib. gibt es eine kleine Tauschbörse. In einem Regal sind Stehrums, Gläser, Porzellan etc. zu finden, die man ertauschen kann. Ich entdeckte ein entzückendes Teelicht, das ich mit einem Regenumhang, den ich im Rucksack gefunden hatte, quasi auslöste.
Getan/Gewerkelt: Ich habe wieder ein paar abgestorbene Balkonpflanzen entsorgt. – Nach knapp drei Tagen meinen neuen Facebook-Account wieder gelöscht. Ich konnte es dort nicht länger ertragen.
Geschlafen: Mit Ausnahme von Donnerstag auf Freitag recht gut, erholsam, tief und fest. Sogar der Vollmond hat diesmal meine ausgiebige Nachtruhe nicht gestört.
Geträumt: Wie immer bunt und lebhaft.
……………………
Kommt möglichst unbeschwert und stressfrei in die neue Woche! Habt es fein, seid gut zu euch und zu euren Lieben und bleibt bzw. werdet gesund.
… All jenen, die da meinen, so etwas wie Halloween hätte es bis vor wenigen Jahrzehnten in Deutschland gar nicht gegeben, und das wäre lediglich ein weiteres Produkt der schier allmächtigen „Amerikanisierung“, sei gesagt, dass das so nicht ganz stimmt… 😉 … Seit Olims Zeiten schon wird in etlichen Regionen Deutschlands, Österreichs und der Schweiz […]
… Und schon wieder ist jemand von dieser Welt gegangen, den ich so gerne gesehen und auch bewundert habe, nicht nur als Captain Picard in der berühmten Serie Star Trek – The Next Generation…
… Sir Patrick Stewart ist an den Folgen von Alzheimer und Demenz im Kreise seiner Familie verstorben…
„Er war ein Ritter, Kanzler, Motorsport-Enthusiast und lebenslanger Fan des Fußballvereins Huddersfield. Man wird sich an ihn erinnern für die Würde, das Mitgefühl und die Menschlichkeit, die er in jede Rolle einbrachte – in seiner Kunst wie in seinem Leben.“
… Der sie seit Jahren gewissenhaft behandelnde Internist hatte ihr eindringlich erklärt, daß ein Herzschrittmacher unumgänglich sei. Von Angst und Misstrauen erfüllt hatte sie diesen Eingriff so lange als nur irgend möglich vor sich her geschoben. Nun allerdings gab es kein Zurück mehr, der Termin stand fest. Brav und bieder, etwas übergewichtig, und von eher unauffälliger Erscheinung fand sie sich in der Klinik ein. Kaum hatte sie ihr helles, freundliches Krankenzimmer bezogen, suchte der Chirurg sie auf. „Sie brauchen sich nicht die geringsten Sorgen zu machen, Frau H. Wir sind auf diese Eingriffe spezialisiert, Herzschrittmacher werden in unserem Hause hunderte Mal pro Monat eingepflanzt, es ist ein Routineeingriff, da kann nichts schief gehen.“ Und beruhigend tätschelte er ihre fleischige Schulter…
… Bei der Operation hatte man unbemerkt eine kleinere Arterie angeritzt. Über Stunden lag die Frau vergessen im Aufwachraum, es war ein so stressiger Tag, und das Personal so knapp, und was sollte bei diesem Routineeingriff schon schief gegangen sein. Sie wurde zusehends bleicher, entkräfteter. Als sich endlich ein Assistenzarzt ihrer annahm, aufgeschreckt und verstört durch ihre kalkweiße, beinahe grünlich schimmernde Blässe, befanden sich in ihrem Brust- und Bauchraum bereits gut eineinhalb Liter Blut. In Windeseile wurde eine Not-OP in die Wege geleitet…
… Ihr Herz setzte aus. Stumm und verbissen ging der Operateur samt seinem Team daran, die Frau wieder ins Leben zurück zu holen…
… Ganz allmählich löste sie sich aus ihrem schlaffen Körper. Von einer höheren Warte aus – schwebte sie? – beobachtete sie mit einer Art völlig unpersönlicher Neugierde die behenden Handgriffe der stumm konzentrierten Ärzte. Ich bin tot, sagte sie sich. Es war eine Feststellung, klar, objektiv, gelassen, ohne den geringsten Hauch von Angst und Schrecken. Ich bin tot. Ihr Blickwinkel änderte sich, sie nahm so etwas wie einen langen, dunklen Tunnel wahr, einen Sog, dem sie sich nicht entziehen konnte. Ging es hinauf, hinab, wurde sie gezogen, gestossen, glitt sie, bewegte sie sich schnell, langsam, rasend? Sie wußte es nicht. Sämtliche irdischen Begriffe konnten diesem Zustand nicht gerecht werden…
… Zeit war kein Maßstab mehr. Am Ende des Tunnels umfasste sie ein unbeschreiblich schönes, helles, warmes, vor Liebe strahlendes Licht. Ihr Sein zerfloss, ging auf in einer nie gekannten Wonne, nie erlebtem Frieden, nie verspürtem innigem Glück…
… „Ich lebe!“, jubilierte sie, „ich lebe! Endlich! Ich lebe!“…
… Der Chirurg sah auf die Wanduhr, wischte sich über die Augen und murmelte: „Zeitpunkt des Todes: Sechzehn Uhr fünfunddreißig.“…
… Sehr empfehlen kann ich eine Rundfahrt über den Bodensee an Bord des über hundert Jahre alten, sorgfältig und edel im Jugendstil restaurierten Schaufelraddampfers „Hohentwiel“. Meine gut einstündige kleine Reise mit diesem prachtvollen Schiff ist nun schon etwa ein Dutzend Jahre her, aber nach wie vor unvergessen…
… Ich wünsche euch einen möglichst stressfreien und unbeschwerten Tag!…
Dies ist ein Herbsttag, wie ich keinen sah! Die Luft ist still, als atmete man kaum,Und dennoch fallen raschelnd, fern und nah,Die schönsten Früchte ab von jedem Baum.O stört sie nicht, die Feier der Natur!Dies ist die Lese, die sie selber hält,Denn heute löst sich von den Zweigen nur,Was von dem milden Strahl der Sonne […]
… Modul – quetschen – elitär – das sind die drei Begriffe, die mir neulich im Internet zugeflogen sind, und die es in ein Drabble, eine Kurz-Kurz-Kurz-Geschichte von genau einhundert Worten einzubauen gilt…
… Mein Versuch einer Umsetzung:…
„Hier sehen Sie unser beliebtestes Ein-Zimmer-Modul dieser ausgesprochen vornehmen, ja, sogar elitär zu nennenden Wohnanlage.“ Mit breitem Grinsen und schwungvoll öffnete der Makler die schmale Tür. Frieder und Anneke, beide nicht eben schlank zu nennen, quetschten sich nach innen. „Das reicht ja grade mal für ein Schrankbett, ein paar Kleiderhaken an der Wand und einen Campingtisch mit Kochplatte! Und das für dreitausend Euro kalt im Monat!“ – „Für das Geld hätten wir früher ein Einfamilienhaus mit allem Drum und Dran bekommen! Da bin ich lieber obdachlos, als einem Gierschlund von Vermieter so viel hart erarbeitetes Geld in den Rachen zu stopfen!“
Gefreut: Über ein klärendes Gespräch mit dem gut informierten Juniorchef jener Firma, bei der die Frau R. beschäftigt ist: Der Wegfall der Zuzahlung von 131 Euro für eine Haushaltshilfe zweimal vier Stunden im Monat betrifft ausschließlich das Sozialgesetzbuch XI, in welchem die Leistungen für die diversen Pflegegrade geregelt sind. Die Zuzahlung durch das Sozialamt München in gleicher Höhe betrifft das nicht, weil dessen Leistungen durch des Sozialgesetzbuches XII bestimmt werden. Daher bleibt für die Bezieher:innen von Grundsicherung im Alter (bis auf Weiteres) alles wie gehabt, und die gute Frau R. wird mir auch zukünftig alle zwei Wochen zur Hand gehen. Das erleichtert mich sehr!
Geärgert: Wieder mal über mangelnde Recherche in den Öffentlich-Rechtlichen. Das Kehlsteinhaus bei Berchtesgaden, auch T-Haus, D-Haus oder Eagles Nest genannt, das ja in der Nacht von Freitag auf Samstag völlig abgebrannt ist, liegt nicht, wie in der BR-Rundschau und vielen anderen Nachrichtensendungen behauptet wurde, am Obersalzberg, sondern auf dem Rücken des Kehlstein, eines Ausläufers des Bergmassivs Hoher Göll.
Gedacht: Dass eine schriftliche Anfrage meiner Krankenkasse in der vergangenen Woche an den Sachbearbeiter des Sanitätshauses, bei dem ich meinen Aktivrollstuhl bestellt habe, schon recht rätselhaft ist. Denn da ist auf einmal von einem beantragten „Handfahrrad mit Elektroantrieb“ die Rede, und dem guten Mann wurden explizite medizinische Fragen zu meiner Krankheitsgeschichte, deren Verlauf und eventueller Therapiemöglichkeiten gestellt, die er überhaupt nicht beantworten kann. Natürlich haben wir Beide uns sofort mit der Krankenkasse in Verbindung gesetzt und um Aufklärung gebeten.
Gefragt: Ich hoffe doch sehr, dass es sich da jetzt um ein Missverständnis handelt?
Gewundert: Geschockt trifft es diesmal besser. Das Kehlsteinhaus, eines der markantesten und weithin sichtbaren Wahrzeichen meiner Heimat Berchtesgaden, erbaut in den Jahren 1937 – 1938 im Auftrag der NSDAP, brannte in der Nacht vom Freitag auf Samstag vollständig nieder. Man geht mittlerweile definitiv von Brandstiftung aus, ein 33-jähriger Tatverdächtiger, ein Deutscher, wurde noch in der Nacht festgenommen. Kurze Zeit nach Bekanntwerden des Großfeuers griffen im Berchtesgadener Land laut BGLand24 Hass, Schwurbeleien und Hetze per Sprachnachrichten, in den Kommentaren und natürlich auch in den (a)sozialen Netzwerken wüst um sich. So was ekelt mich jedesmal unfassbar an. Wie armselig mag es in jenen Menschen aussehen, die im Internet so gut wie jegliche Hemmungen verlieren, Gift und Galle versprühen und böse Gerüchte in die Welt setzen, deren Wahrheitsgehalt gegen Null tendiert?…
Hier eine trotz des reißerischen Titels sehr sachliche Zusammenfassung der Ereignisse:
Gelitten: An nichts. Ich bin zur Zeit richtig gut drauf. Und die Physiotherapie beginnt jetzt richtig gut zu tun.
Genervt: Von meiner Krankenkasse.
Gewesen: Einkaufen, auf dem kleinen Bauernmarkt, Spazieren, in der Physiotherapie.
Getroffen: Meinen Physiotherapeuten, den liebenswürdigen Außendienstmitarbeiter vom Sanitätshaus und eine Nachbarin, die sich seit letztem Jahr wegen der Kosten nicht mehr richtig zu heizen traut und jetzt Schimmel in der Wohnung hat.
Gesucht: Ein paar alte Blogbeiträge.
Gefunden: Seltsamerweise nur mehr die Überschriften der gesuchten Posts, die Beiträge selbst sind gelöscht, und ich kann mich nicht daran erinnern, das selbst getan zu haben.
Gegessen: Frische Forelle, Lachsforellenfilet, Birnenauflauf, Putenschnitzel mit Nudeln und Romanasalat, Ofenkäse, viel frisches Obst und Gemüse und selbstgebautes Müsli.
Getrunken: Tee, Wasser, Orangensaft, und einen feinen Zweigelt (Rotwein) aus Österreich.
Genascht: Ein paar Jaffa-Kekse. Und Mandeln.
Gelacht: Aber ja!
Geweint: Nein.
Gehört: Da sah ich am Freitag Abend beim Blick aus dem Küchenfenster einen jungen, etwas fülligen Mann dahinspazieren, der einen schwarz-gelb quergestreiften Pulli trug – und zack! hatte ich einen sehr penetranten Ohrwurm! 😉
Gesehen: Einen über vierzehn Stunden dauernden Monster-RoadTrip entlang der Nordküste Schottlands, den ich natürlich in mehrere „Häppchen“ aufgeteilt habe. 😉 Die ersten eineinhalb Stunden waren langweilig, doch dann wurde es sehr interessant, romantisch, wild, faszinierend und märchenhaft. – Eine zweiteilige Doku auf arte über den englischen König George VI., dem Stotterer (The Kings Speech), Vater von Queen Elisabeth, und seinem älteren Bruder Edward, der nach zehn Monaten auf dem Thron wegen seiner Beziehung zu der geschiedenen Amerikanerin Wallis Simpson abdankte.
Gelesen: Immer noch „Der Astronaut“. Und die Biographie von Salvador Allende.
Gelernt: Ich fürchte, wieder mal nix Gscheits. 😉
Gekauft: Was Frau so zum Leben braucht.
Gewerkelt: Ein paar abgeblühte Balkonpflanzen ausgebuddelt und entsorgt.
Geschlafen: Ziemlich gut.
Geträumt: Wie stets bunt und lebhaft.
Geplant: Gleich kommt die Frau R. zum Putzen und Einkaufen. Dienstag und Freitag habe ich Physiotherapie-Termine, da werde ich dann auch meinen Orthopäden heimsuchen, denn ich benötige ein Rezept für ein Ersatzpaar orthopädischer Schuhe. Und ansonsten leben und leben lassen.
………………………
Habt einen möglichst unbeschwerten Start in die neue Woche! Habt es fein, seid gut zu euch und zu euren Lieben und bleibt bzw. werdet gesund!
… Die drei Wortspenden von @Christianes aktueller Ausgabe der ABC-Etüden – Abglanz – scheuert – säuerlich – haben mich so inspiriert, dass mir dazu noch eine kleine Geschichte eingefallen ist… 😉
Nachdem Alma ihren schrillionsten klagenden und gehässigen Monolog über die Unarten ihres Ehemannes beendet hatte, sah ihre Freundin Christa die Augen genervt verdrehend zu ihr, während sie einen scheuernden Blusenkragen ausbesserte.
„So lass dich doch endlich scheiden!“
Alma schüttelte vehement den Kopf. „Nichts lieber als das. Aber ich befürchte, dass ich danach mittellos dastehen würde.“
„Dann musst du dir halt einen Job suchen.“
„Ich kann doch nichts! Ich habe nie eine Ausbildung gemacht! Bin doch seit dem Abi ‚nur‘ Ehefrau und Mutter gewesen!“
Christa holte tief Luft. „Und wenn du deinen Johann um die Ecke bringst?“
Alma nickte. „Ehrlich gesagt habe ich daran auch schon oft gedacht. Aber ich wüsste nicht wie… Und würde dann garantiert im Gefängnis landen.“
„Das muss nicht sein. Es gibt Gifte, die sind im menschlichen Körper nicht nachweisbar. Ich habe ein paar Beziehungen im Darknet, ich könnte dir so etwas besorgen, wenn du willst.“
Alma willigte ein…
… Drei Tage später überreichte ihr Christa eine winzige Phiole, in der sich einige Tropfen einer gelblichen Flüssigkeit befanden. „Das mischt du deinem Plagegeist ins Essen, es wirkt innerhalb einer Stunde.“…
… Johann saß am Abendbrottisch und machte sich daran, den Rotwein einzuschenken. Der Abglanz der untergehenden Sonne ließ die rubinrote Flüssigkeit glühen. Alma hatte das selbst gekochte Gulasch verteilt und reichte ihrem Mann seinen Teller. Sie aßen schweigend, dann hob Johann das Weinglas. „Köstlich, wie immer! Prost, meine Liebe!“
Sie nahm einen Schluck und verzog das Gesicht. „Schmeckt irgendwie säuerlich heute.“
Johann beugte sich lachend über den Tisch. „Alma, das angebliche Gift, das dir meine Liebste Christa gegeben hat, war nichts anderes als Speiseöl. Aber das Gift, das sie für mich geordert hat und das ich dir unbemerkt in den Rotwein gegeben habe, das ist echt. Und in wenigen Minuten bist du tot, du ständig nörgelnde, frigide Megäre.“