Das Asperger Syndrom…

… Ja, auch ich habe das Asperger Syndrom. Daran gibt es nun keinen Zweifel mehr. Zuerst hat mich das natürlich umgehauen, dass ich zusätzlich zu meiner höchst seltenen und unheilbar fortschreitenden Form von Muskelschwund auch noch diese geistig/seelische Besonderheit aufweise. Mittlerweile bin ich allerdings sehr froh darüber, jetzt endlich Bescheid zu wissen, warum ich mich irgendwie mein ganzes Leben lang fremd, verrückt, nicht dazu gehörig, unverstanden, als „Außerirdische“ gefühlt habe. Warum es mir stets so schwer gefallen ist, Beziehungen aufzubauen und dauerhaft zu pflegen. Warum es mir häufig missglückt ist, zwischenmenschliche Signale wahr zu nehmen und richtig zu deuten. Warum ich mit meiner Art so oft Andere vor den Kopf gestoßen habe. Warum selbst kleinste Entscheidungen stundenlange innere Kämpfe verursachen. Warum ich in Panik gerate, wenn eine Auseinandersetzung sich anzubahnen droht. Warum ich seit so vielen Jahren schon als „einsame Wölfin“ unterwegs bin, enge Kontakte und Gefühlsäußerungen mich häufig verängstigen und befremden…

…Nun kann ich daran gehen, im Licht dieser Erkenntnis meine Vergangenheit Punkt für Punkt aufzuarbeiten, besser zu verstehen, besser einzuordnen, Geschehnisse, Eindrücke zurecht zu rücken…

… Und ein neues Selbstwertgefühl zu entwickeln, denn eines steht fest: Es war eine menschliche Meisterleistung, und zeugt von einer enormen inneren Kraft, dass ich trotz unerkanntem Asperger Syndrom mein Leben bis dato im Großen und Ganzen doch so gut, schön und erfolgreich bewältigen und gestalten konnte. Dass ich gelernt habe zu kämpfen, mich durchzusetzen, gegen den Strom zu schwimmen. Und dass ich es geschafft habe, unter diesen Umständen meine Kindheit und Jugend überhaupt zu überleben…

https://autismus-kultur.de/autismus/asperger-syndrom-bei-erwachsenen.html?fbclid=IwAR0boOR-7CTBNcgxht9IgWbK30MUR42Lo7ucDU2hom8Mp4-uvhO1upnbLuQ

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