… belaufen sich die Kosten der Artemis-II-Mission. Da mag sich ohne Zweifel manch eine/r denken: „Das ist aber schon ein irrer Batzen Geld!“ Stimmt. Allerdings ist das die Summe für die gesamte Dauer dieser Expedition rund um den Mond und wieder zurück, und die beträgt von den ersten Stadien der Planungen im Jahr 2022 nach der erfolgreichen Artemis-I-Mission bis zum Ende der Nachbearbeitung und Auswertung der immensen Mengen an Bildern und Daten, die voraussichtlich erst im nächsten Jahr abgeschlossen sein wird, an die fünf Jahre. In diesen vier Milliarden sind nicht nur die Kosten für die Materialien, Ausrüstungen, Treibstoffe, Simulationen und Tests, Nutzung von Fremdlizenzen, Aufträgen an Unternehmen im In- und Ausland etc. enthalten, sondern auch die Löhne und Gehälter der daran mitwirkenden Menschen, und das sind Tausende, von den qualifizierten Ingenieuren, IT-Fachkräften, Ärzt:innen und Wissenschaftlern der NASA, sowie der vier Astronaut:innen angefangen über die Teams vom Kennedy Space Center, Florida, Houston Control, Texas, und dem Marshall Space Flight Center in Huntsville, Alabama, bis hin zum Heer der Techniker:innen und Handwerker:innen, welche im VAB (Vehicle Assembly Buildung – einem der größten Gebäude der Welt, was das Volumen anbelangt) die riesige SLS-Rakete und die Raumkapsel Orion/Integrity samt Servicemodul der ESA zusammenschraubten, nicht zu vergessen die Näher:innen der Raumanzüge und Klamotten der Besatzung sowie der riesigen Fallschirme, die Samstag Nacht während der Landung im Pazifik nahe San Diego zum Einsatz kommen werden, und es waren und sind noch viele andere mehr an der Artemis-II-Mission beteiligt…
… Das Budget der NASA für das Haushaltsjahr 2026 beläuft sich auf insgesamt ca. 27,5 Milliarden US-Dollar und wurde im Vergleich zum Vorjahr um ca. 6 Milliarden gekürzt. Das Trumpel, das ja bekanntlich mit Wissenschaft, Forschung und Bildung so gar nichts am Hut hat, wollte die Mittel für die weltgrößte Raumfahrtbehörde sogar um die Hälfte stutzen, kam aber damit zum Glück nicht durch. Allerdings wurden Ende 2025 fast 2.000 Mitarbeiter:innen der NASA entlassen, mehrere Satelliten-Missionen zu Erdbeobachtungen, Asteroiden- und Klimaforschung eingestellt, sowie die im Jahr 1959 gegründete NASA-Forschungsbibliothek in Greenbelt, Maryland, vorerst dauerhaft geschlossen. Tausende von Büchern, seltene Dokumente und Fachzeitschriften, die nicht digitalisiert worden sind, wurden zur Entsorgung oder Archivierung bestimmt. Das Entsetzen darüber ist bei vielen Wissenschaftler:innen weltweit groß. – Die 27,5 Milliarden US-Dollar spielen im US-Haushalt keine große Rolle, die Summe beträgt grade mal 0,5 % des Gesamthaushalts, im Vergleich zum Budget für „Verteidigung“ – ca. 870 Milliarden Dollar – wirkt sie geradezu mickrig…
… Jeder in die NASA investierte Dollar generiert zwischen 7 bis 21 „Bucks“ an wirtschaftlichem Nutzen, Geld, das im US-Staatssäckel landet. Das sollte man tunlichst bedenken, bevor man die Raumfahrt wegen zu hoher Kosten verteufelt. Außerdem setzt sie zunehmend auf öffentlich-private Partnerschaften – z. B. Space X…
… Die Investitionen für die europäische Raumfahrtbehörde esa betragen bis 2028 ca. 22 Milliarden Euro – gut sieben Milliarden jährlich, Deutschland beteiligt sich mit ca. 1,3 Milliarden Euro pro Jahr. Auch das ist verglichen mit dem Bundeshaushalt in Höhe von ca. 524 Milliarden Euro ein verschwindend kleiner Klacks. Und – um mal ganz kurz auf ein anderes Lieblingsthema von mir einzugehen: Diese Aufwendungen sind lediglich gut 1% der über 100 Milliarden Euro, die uns Bürger:innen Jahr für Jahr aufgrund von Steuerhinterziehungen durch die Lappen gehen…
… Ich wette, einigen liegt gerne mal ein Kommentar wie „Ja, aber man könnte doch mit all diesem Geld für die Raumfahrt so viel Gutes tun!“ auf der Zunge (Das tut die zivile Raumfahrt doch schon seit Jahrzehnten!). Diese Gegenfrage sei mir erlaubt: „Glaubt ihr wirklich, dass die derzeitigen Regierungen in den USA und in Deutschland auch nur einen einzigen Cent davon in humanitäre Projekte wie die Verminderung des Hungers in der Welt, die Entwicklungshilfe für sogenannte Drittländer, in die Unterstützung der Armen und Schwachen, in die Förderung sozialer Projekte, in den Klima- und Umweltschutz investieren würden?“…
… Und nun warte ich auf die Wasserung der Orion/Integrity-Raumkapsel in der Nacht von Freitag auf Samstag im Pazifischen Ozean unweit der kalifornischen Stadt San Diego. Die Spannung wächst von Stund zu Stund… 🙂
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… Habt noch einen schönen Tag, ihr Lieben!…















