… begann gestern gegen 18:00 Uhr. Ich war auf dem Weg in die Küche, wollte den Backofen anwerfen, um mir ein Hendl zu grillen. Sirenengeheul, das zunehmend näher kam, trieb mich auf den Balkon. Gleichermaßen fasziniert und erschrocken sah ich zu, wie eine riesige Phalanx an Polizei-Einsatzwägen und Zivilfahrzeugen der Kriminalpolizei, Krankenwägen, Feuerwehrzüge auf der […]
Das Grauen…
Marthas Momente-Sammlung
Glück ist die Summe schöner Momente
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… Der Samba entstand gegen Ende des 19. Jahrhunderts aus einer Verschmelzung afrikanischer und indigener brasilianischer Rhythmen und Klänge. Ähnlich dem Blues in Nordamerika galt er zunächst als Ausdruck des Protests, des Widerstands und des Wunsches nach Freiheit der großenteils aus Angola und dem Kongo stammenden versklavten Menschen. Nach Abschaffung der Sklaverei brachten die Afrobrasilianer den Samba in die Vorstädte und Favelas. Die 1916 entstandene Schallplattenaufnahme des Lieds Pelo Telefono gilt mittlerweile als Geburtsstunde des Samba…
…Die sehr heißblütigen Rhythmen, Tänze und Gesänge wurden von der weißen Oberschicht geächtet und bis in die späten zwanziger Jahre des letzten Jahrhunderts sogar verboten. Ab den Dreißigern erlebte der Samba unter dem Präsidenten Getulió Vargas einen massiven Aufschwung, er wandelte sich vom diskriminierten Genre zum stolzen Symbol des bis dahin politisch instabilen Brasiliens. Es entstanden die ersten vom Staat geförderten Samba-Schulen, die weitaus mehr sind als lediglich Tanzschulen, sie fungieren als soziale und kulturelle Zentren der jeweiligen Stadtteile…
… Zu Beginn der dreißiger Jahre wandelte sich die 1840 als Maskenball der Oberschicht ins Leben gerufene Karnevalsveranstaltung in den fulminanten Umzug mit hinreissenden Show-Elementen, wie man ihn heute kennt. Ein Dutzend der populärsten und größten Samba Schulen nimmt alljährlich daran teil. Mit aufwendigen Festwägen und Tausenden Trommler:innen, Musizierenden und Tänzer:innen wird während der Parade im Sambadrom von jeder der teilnehmenden Tanzvereinen eine eigene Geschichte erzählt…
… Mittlerweile erfreut sich der Samba weltweit großer Beliebtheit, in vielen Ländern außerhalb Brasiliens wurden im Laufe der Jahre Sambaschulen gegründet, allein in Deutschland gibt es zur Zeit schätzungsweise ca. zweihundert. Zwischen siebzig und achtzig solcher Vereine nehmen alljährlich am Samba-Festival in Coburg teil…
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… Im Vordergrund ist jenes Instrument zu sehen, dass beim Samba stets diese seltsamen quietschenden Geräusche erzeugt: Eine Art Trommel mit einem Holzstab in der Mitte, der mit einem Ledertuch gerieben wird…
… Und jetzt kamen meine Lieblinge, die Baianas. Die meist älteren Frauen bilden die Seele einer Samba-Schule, und in ihren opulenten, weit schwingenden Gewändern ehren sie die Wurzeln der afrikanisch-brasilianischen Kultur – und in diesem Fall auch die schweizerische. 😉 Ihnen vorweg marschierte die Mestre-Sala e Porta-Bandeira, das Fahnenträgerpaar…
… Baby an Bord. 😉 Ob der Nachwuchs auch irgendwann einmal als Passista das Tanzbein in einer Samba-Schule schwingen wird?… 😉
… Nach gut einer Stunde hatte die Parade ein Ende gefunden. Vor lauter Jubeln, Mitwippen, -schwingen und Headbangen war mir nun ein wenig schummrig zumute und ich beschloss, mir eine Brotzeit zu kaufen und eine Pause einzulegen. Danach wollte ich mir das Treiben auf dem Coburger Schlossplatz ansehen…
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… Kommt gut und möglichst unbeschwert durch den Tag, ihr Lieben!…
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… Am Himmel kreist ein riesiger Raubvogel, ein Rotmilan, und er kommt immer näher, immer tiefer. So schnell ihn die Flügelchen tragen, nimmt der kleine Spatz Reißaus, um unter dem nächsten Giebel Schutz zu suchen…
Cam Unsharp… -
Gefreut: Meine Haushaltshilfe und ich hatten am Montag wieder mal viel Spaß miteinander. – Über den Regen in den vergangenen Tagen. Um die niedrigen Wasserspiegel allerorten auszugleichen, war das natürlich lediglich der berühmte Tropfen auf dem heißen Stein, hat aber sehr gut getan. – Darüber, dass ich diese zweite Hitzewelle um einiges besser überstanden habe als die erste im Juni – Ventilator und Hitze-/Licht-Schutzvorhängen sei Dank.
Geärgert: Eigentlich nicht. Nur ein kleines bisschen darüber, dass ich am Samstag Nachmittag noch kurz daran gedacht hatte, einen Regenumhang mitzunehmen, und dann natürlich darauf vergessen hatte.
Gedacht: Der Spahn is guat weida, wie man im Bayrischen sagt. Aber wer weiß, wer ihm nachfolgen wird. Unser „Zweite-Wahl-Kanzler“ hat ja bislang weder bei seiner Politik und seinen Äußerungen über uns Bürger:innen noch bei der Auswahl seines „Spitzenpersonals“ ein gutes Händchen, Empathie und einen verantwortungsvollen, von der Vernunft gesteuerten Weitblick bewiesen. Ich befürchte ja irgendwie, Blackrock Freddy könnte Klein Philip Amthor den Fraktionsvorsitz antragen oder gar dem DopeRindt, da würden wir vom Regen in die Traufe geraten. Und bei Freddys Ankündigung im ZDF-Sommerinterview, er denke darüber nach, eventuell das Kabinett umzubauen, wird mir himmelangstundbang…
Gefragt: Sollte ich vielleicht meinen Standventilator noch einmal zerlegen und neu zusammensetzen? Das Gerät ist schon ziemlich laut, vielleicht liegt das ja an Vibrationen, die vom Propellor auf das Gehäuse und den Korb übertragen werden.
Gewundert: Über die unverfrorene Art und Weise, wie manche davon überzeugt sind, sie seien über Anstand, Recht und Gesetz erhaben und man würde ihnen sämtliche Verfehlungen nachsehen.
Gelitten: Am späten Donnerstag Abend an sehr heftigen einseitigen Kopfschmerzen, die ganz plötzlich auftraten und sich vom rechten Nasenflügel durch die Augenhöhle bis über die Stirn erstreckten, das war, als würde man mir im Fünfminutentakt ein scharfes Beil in den Schädel rammen. Ich nahm dann zwei Schmerztabletten und legte mich ins Bett. Am nächsten Morgen waren diese Anfälle dann zum Glück vorbei.
Genervt: Ein klein wenig von der Lautstärke meines Standventilators.
Gewesen: Spazieren und Einkaufen.
Getroffen: Zwei Nachbarn, die es aber leider ziemlich eilig und deshalb keine Zeit für ein Schwätzchen hatten.
Gesucht: Im WWW nach einem leisen Ventilator.
Gefunden: Yepp. Beim O**o-Versand.
Gegessen: Viel gekochten Mais und viele diverse Melonen – danach gelüstet es mich zur Zeit ganz besonders. Zudem gab es Rührei mit Brot, Sahneheringsfilets mit Kartoffeln, Wurstsalat, Mozzarrella mit Tomaten und viel Basilikum, gebratenes Lachsforellenfilet, Fleischpflanzerln mit Kartoffelsalat, Müsli, Pfannenkuchen mit köstlicher Orangensoße, und ansonsten wie üblich jede Menge Obst und Gemüse.
Getrunken: Wasser, Tee, Orangensaft – und ein kleines Probestamperls meines Lieblings-Orangenlikörs – schmeckt immer noch sehr fein. 😉
Genascht: Mit Nusscreme gefüllte Waffelröllchen.
Gelacht: Es liest sich wie die Posse eines Politik-Kabaretts, ist aber lt. BR24 Online Nachrichten wirklich so passiert: Vergangene Woche wollte der tschechische Verkehrsminister von Prag mit der Bahn nach München fahren, um mit seinem bayrischen Kollegen über den Ausbau der Zugstrecke und -verbindungen zwischen beiden Ländern zu konferieren. Dank DopeRindts illegaler Kontrolle an der Grenze und einer Stellwerkspanne in Furth traf der Zug in Regensburg zwei Stunden später ein als geplant, und dort war dann auch überraschenderweise Endstation. Man schlug dem Minister eine Umleitung über Nürnberg vor, welche die Verspätung auf über vier Stunden hätte anwachsen lassen. Entnervt rief der gute Mann im bayrischen Verkehrsministerium an, man schickte ihm dann eine Dienstlimousine. Peinlich, peinlich…
Die kleinen Wassermelonen im Discounter meines Vertrauen werden laut Banderole vom Züchter „Baby“ genannt. Und als meine Haushaltshilfe und ich das sahen, lachten wir herzhaft, weil uns ganz spontan DER eine unvergessliche Satz der weiblichen Hauptfigur Frances, Baby genannt, aus dem Film „Dirty Dancing“ in den Sinn kam: „Ich habe eine Wassermelone getragen.“
Gehört: Hier wollte ich eigentlich ein Vorschauvideo jenes feinen Rap-Songs einfügen, mit dem die einhundertste Folge der „Anstalt“ beendet wird, bin aber im Netz nicht fündig geworden. Der Ausschnitt, der auf einem @bluesky-Account gezeigt wird, lässt sich leider nicht rebloggen. Hier ist aber der Link zum Post von Für Sachliche Politik: https://bsky.app/profile/sachlichepolitik.eurosky.social/post/3mqxavcwmjs2m
Gesehen: Vom YouTuber London Watch einen einstündigen, frühmorgendlichen Spaziergang durch Hampstead/London. War sehr schön und interessant! Den RoadTrip einer Zugfahrt durch Norwegen von Trondheim bis Oslo. Und einen Abstecher zum markanten Devils Tower in Wyoming von RVerTV. So richtig bekannt geworden ist dieses bizarre, riesige Felsgebilde durch den SciFi-Klassiker „Unheimliche Begegnungen der Dritten Art“ von Stephen Spielberg. Ganz hingerissen war ich von einem RoadTrip kreuz und quer über die Inselwelt der Lofoten. Das ist so schön dort!
Gelesen: Begonnen habe ich mit dem Roman „Hundert Wörter für Schnee“ des österreichischen Schriftstellers Franzobel, der mir in der Stadtbib. aufgefallen ist. Nach etwa zwanzig Seiten habe ich das Buch enttäuscht zur Seite gelegt, der Schreibstil des Autors ist so gar nicht meins.
Gelernt: Vermutlich wieder mal nix Gscheits. 😉
Gekauft: Was Frau so zum Leben braucht. Und einen angeblich sehr geräuscharmen Turmventilator.
Gewerkelt: Weit über siebenhundert Fotos vom Samba Festival Coburg bearbeitet.
Geschlafen: Eher unruhig.
Geträumt: Am Mittwoch frühmorgens habe ich im Traum einer früheren Vorgesetzten, zu der ich ein ambivalentes Verhältnis hatte, mal so richtig die Meinung gegeigt. 🙂 War erfrischend und hat gut getan.
Geplant: Am Dienstag möchte ich wie üblich auf dem kleinen Bauernmarkt einkaufen. Und am Samstag endlich einmal mit dem Erlebnis- und Wanderbus kreuz und quer durch die schöne Hallertau bis nach Kelheim und wieder zurück fahren. Während meiner Zugreise nach Coburg habe ich gesehen, dass der Hopfen schon ganz ordentlich hoch gewachsen ist.
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Ich wünsche euch eine gute und möglichst stressfreie Woche, ihr Lieben!
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… Unter den Passistas (Tänzer:innen) befanden sich auch einige sehr ansehnliche Herren…
… Auch Parterreakrobatik und kurze, stilisierte Vorführungen einer wohl brasilianischen Kampfsportart wurden gezeigt…
… Ich wünsche euch einen schönen und entspannten Sonntag! Habt es fein, seid gut zu euch und zu euren Lieben und bleibt bzw. werdet gesund… 🙂
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… Schon mal eine Vorwarnung: Ich werde während der nächsten Blogposts ganz furchtbar viele Fotos zeigen. 😉
… Beim Spenglerbrunnen an der östlichen Rathausecke fand ich den perfekten Platz zum Beobachten und Fotografieren. Auf dem Brunnenrand saßen bereits viele Menschen dicht an dicht gedrängt, ich fragte freundlich nach, ob ich jemandem die Sicht nehmen würde, wenn ich mich davor niederlassen würde, was gutmütig lächelnd verneint wurde, und nahm dann auf meinem Rollator Platz…
… Es war noch ein bisschen Zeit, bis die Parade bei uns eintreffen würde, also daddelte ich ein wenig nach Informationen suchend auf dem Handy herum…
… Die Geschichte des Samba Festivals in Coburg begann 1992 als „kleine Schnapsidee“ des Schauspielers und Musikers Michael Häfner. Dieser hatte Südamerika bereist und in Brasilien Feuer für den Samba gefangen. Anfangs stieß er auf große Skepsis, wurde dann aber vom damaligen Oberbürgermeister Norbert Kastner und dessen Büroleiter Frank Rebhan unterstützt. Zur „Premiere“ hatten sich grade mal ca. zwanzig Gruppen gemeldet. Mittlerweile ist die Veranstaltung das größte Samba Festival weltweit außerhalb Brasiliens, ungefähr 3.000 Künstler:innen aus aller Herren Länder nehmen alljährlich daran teil. Stets Mitte Juli verwandelt sich die bezaubernde und gediegene Altstadt von Coburg in ein „kleines Rio de Janeiro“. Das Festival ist für die Region ein immenser Wirtschafts- und Imagefaktor. Aufgrund der Qualität und kulturellen Bedeutung wurde es in Rio de Janeiro 2014 sogar mit dem Edison-Carneiro-Preis für die beste Samba-Veranstaltung außerhalb von Brasilien ausgezeichnet…
… Vom Albertplatz hörte ich bereits die Trommeln der ersten Bateiras näher kommen – da stellte sich doch so ein Berg von einem Mann, über und über mit Kameras und Objektiven behängt (vermutlich ein Pressefritze) direkt vor mich und versperrte mir den feinen Ausblick! Ich begann lautstark zu zetern und fragte den Kerl, wie er sich wohl vorkommen würde, wenn das jemand mit ihm machen würde! Er zuckte entschuldigend mit den Schultern und hockte sich dann neben mich auf den Boden. Na, bitte! Wie heisst es doch so schön: Wer spricht, dem kann geholfen werden!… 😉
… Das rhythmische Trommeln kam näher – und da tauchten auch schon die ersten hin und her schwingenden Federbüsche elegant tanzender Passistas über den Köpfen der Zuschauer:innen auf. „Wow!“, gellte ich begeistert – und während der nächsten Stunde bekam ich den Zeigefinger nicht mehr vom Auslöser meiner Kamera… 😉
… Ich hoffe, euch haben die Bilder Freude gemacht. Kommt gut ins Wochenende, ihr Lieben – morgen folgt der zweite Teil meines Berichts von der Coburger Samba Parade… 😉
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… Unweit des Spitalturms befand sich eine der Einlass-Stellen in die abgeriegelte Altstadt, in der sich der überwiegende Teil des Festivals abspielte. Ich erstand meine Eintrittskarte, spazierte wacker drauflos und hatte schon nach kurzem den schönen und beeindruckenden Marktplatz erreicht…
… Die zwei das weitläufige Areal beherrschenden Bauwerke sind das Stadthaus, das im späten 16. Jahrhundert erbaute ehemalige herzogliche Kanzleigebäude mit zwei sehr markanten Erkern…
… Und das genau gegenüber auf der Südseite liegende Rathaus, welches im 15. Jahrhundert errichtet wurde…
… Im Zentrum des Platzes befindet sich die Bronzestatue des Prinz-Albert-Denkmals, ein Geschenk der legendären englischen Königin Victoria an die Heimatstadt ihres verstorbenen, über alles geliebten Gatten…
… Über die schmucken, gediegenen Fassaden der Ostseite hinweg erhebt sich der Turm der Morizkirche, in welcher im Jahr 1530 Martin Luther in der Osterwoche sieben Mal gepredigt hatte…
… Auf der Bühne unterhalb des Stadthauses brachten die Mitglieder einer Bateria – Trommelorchester, sozusagen das musikalische Herzstück einer Samba-Schule – samt zweier Passistas – Tänzerinnen – mit ihren wild wirbelnden, exotischen Rhythmen nicht nur mein Blut in Wallung…
… Ich zollte der temperamentvollen Darbietung begeistert schreiend und wild klatschend meinen Applaus und begab mich dann langsam zur Ostseite des Rathauses zur Einmündung der Ketschengasse in den Marktplatz. Es war halb Zwei, bald würde die große Parade starten, der Hauptgrund meines Besuchs in Coburg, und es war an der Zeit, sich einen guten Platz zum Beobachten und Fotografieren zu suchen…
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… Kommt gut ins Wochenende, ihr Lieben!…
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… sah ich mal in den Nachrichten des Bayrischen Fernsehens einen Bericht über ein Samba-Festival in Coburg, der bezaubernden Stadt im nördlichsten Eckerl Frankens gelegen, das bereits seit den neunziger Jahren regelmäßig Mitte Juli stattzufinden pflegt. Das kurze Video hat mich dermaßen beeindruckt, dass ich den festen Vorsatz fasste, mir dieses Ereignis einmal mit eigenen Augen anzusehen. Aber wie das halt so ist, entweder kam mir etwas dazwischen, oder ich dachte schlichtweg nicht daran…
… Doch am vergangenen Sonntag war es endlich so weit! Ich schälte mich bereits um halb sechs Uhr morgens aus dem Bettchen, um den Zug Richtung Nürnberg um kurz nach Acht ja zu erwischen. Die große Samba-Parade würde zwar erst um vierzehn Uhr stattfinden, da hätte der Regionalexpress kurz nach Neun auch gereicht, aber wer weiß, wie die Fahrt nach Coburg verlaufen würde, lieber einen Zug früher nehmen als vielleicht wegen irgendwelcher Kalamitäten unter Zeitdruck zu gelangen…
… Frohgemut traf ich um dreiviertel Acht am Münchner Hauptbahnhof ein – und erfuhr, dass der Regionalexpress um 8:04 nach Nürnberg wegen einer defekten Tür ausfallen würde, Ersatzzug würde es keinen geben, der nächste Zug würde fahrplanmäßig um 9:04 fahren. Sch***verein Deutsche Bahn…
… Ich grummelte eine gute Stunde lang auf Bahnsteig 24 vor mich hin, legte mir sogar ein Ausweichprogramm zurecht, falls es beim Folgezug auch zu Problemen kommen würde: Nach Hause fahren, ordentlich frühstücken und dann aufs Tollwood Festival gehen. Oder bis Ingolstadt, dann das Bähnlein nach Kelheim nehmen und von dort mit dem Hallertau-Erlebnisbus durch das größte Hopfenanbaugebiet der Welt langsam nach Freising gondeln…
… Aber die Deutsche Bahn hatte – zumindest vorübergehend – ein Einsehen: Der Zug um 9:04 fuhr pünktlichst und traf auch pünktlichst in Nürnberg ein, so dass ich ganz gemütlich von Gleis 12 zu Gleis 4 schlendern und mir einen schönen Platz im Regionalexpress Richtung Coburg sichern konnte. Auch diese Fahrt verlief absolut beschwerdefrei…
… Am Coburger Bahnhof angelangt fragte ich eine freundliche Dame der Stadtreinigung, die sich grade anschickte, mit ihrem kleinen Gefährt eine Nebenstraße zu säubern, nach dem schnellsten Weg in die Altstadt, kurz darauf marschierte ich so zügig als möglich die Mohrenstraße entlang. Und was da an Gebäuden links und rechts zu sehen war, versetzte mich binnen kurzem in Hochstimmung…
… Nach etwa einem Viertelstünderl entlang der leicht ansteigenden Mohrenstraße hatte ich das Spitaltor erreicht – und da drangen die ersten Samba-Trommelklänge an meine Lauscher…
… Ich wandte mich nach links, folgte den exotischen Rhythmen, und stand kurz darauf am Theaterplatz mitten im Geschehen. Jawoll!, dachte ich mir, die Fahrt hat sich gelohnt, das ist genau das, worauf ich mich so lange Zeit vorgefreut hatte… 😀
… Ich groovte meine Kamera und mich ein Weilchen ein, dann zog es mich Richtung Marktplatz…
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… Kommt gut durch den Tag, ihr Lieben!…
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… Als ich nach meiner doch recht anstrengenden Wanderung am vergangenen Montag Seehausen erreicht hatte, war ich ein wenig in Eile, ich musste binnen weniger als zehn Minuten an der Bushaltestelle in der Ortsmitte sein, um gegen achtzehn Uhr mit dem letzten Bus des Tages gen Murnauer Bahnhof fahren zu können. So konnte ich mich […]
Seehausen – ein Bauern- und Fischerdorf… -
Gefreut: Über eine ziemlich unbeschwerte Woche. Darüber, dass die Licht- und Hitzeschutzvorhänge im Schlafzimmer so gut wirken, und die Temperatur dort trotz massiver Sonneneinstrahlung vom frühen Morgen bis in den Nachmittag stets bei erfreulichen 25° Grad liegt. Darüber, dass der erstandene Ventilator so gut und zuverlässig funktioniert. Ich schlafe nun viel, viel besser als während der letzten Hitzewelle.
Und über eine ganz besondere kleine Reise: Nach vielen Jahren ist es mir endlich gelungen, das Samba-Festival in der bezaubernden oberfränkischen Stadt Coburg zu besuchen, die größte Veranstaltung dieser Art außerhalb Brasiliens. Ganz großartig ist das gewesen, und von den vielen schönen Eindrücken werde ich nun lange Zeit zehren. Außerdem habe ich mir mal wieder eine Blase am rechten Zeigefinger geknipst – über 700 Fotos habe ich auf der Speicherkart mit nach Hause gebracht.
Geärgert: Die Deutsche Bahn hat am Sonntag mal wieder sämtliche Register gezogen, um mir und vielen anderen Reisenden den Tag zu vergällen. Unbeschwert von A nach B fahren wird immer unmöglicher. Allein auf meiner kleinen Reise von München in den nördlichsten Zipfel von Oberfranken und zurück gab es einen Zugausfall wegen einer defekten Tür, und keinen Ersatzzug, zudem Verspätung auf meiner Rückfahrt in Nürnberg, und eine ausgefallene Klimaanlage, die Temperatur in den Waggons lag schätzungsweise bei mindestens 40°, eine Person ist dann auf dem Weg nach München auch kollabiert, wegen des Notfalls gab es natürlich noch mehr Verzögerung. Als besonders makaber empfanden wir Fahrgäste es unter diesen Umständen, dass uns die Zugbegleiterin zu Beginn der alles andere als beschaulichen und komfortablen Reise „eine angenehme Fahrt“ wünschte.
Gedacht: Der Mensch dachte, und die Deutsche Bahn lachte… Es macht mittlerweile nur mehr wenig Sinn, ausgefeilte Reisepläne zu schmieden, wenn man hierzulande mit dem Zug reisen will. Ich kann jede Person verstehen, die es vorzieht, mit dem Auto unterwegs zu sein.
Gefragt: Ob ich das noch erleben werde, dass sich das Chaos der Deutschen Bahn in Wohlgefallen auflösen wird? Es sollte für unsere Volks(ver)treter:innen schon beschämend sein, dass Bahnfahren in vielen anderen Ländern völlig unkompliziert, komfortabel und pünktlich funktioniert, und bei uns eine nicht endend wollende Abfolge von Pleiten, Pech und Pannen ist.
Gewundert: Immer öfter wundert mich gar nichts mehr…
Gelitten: Eigentlich an nichts, ich bin zur Zeit schön fit, heute allerdings etwas groggy, es war gestern doch ein recht anstrengender Tag.
Genervt: Von der Deutschen Bahn.
Gewesen: Viel Spazieren im Viertel, Einkaufen, und in Coburg.
Getroffen: Viele interessante und nette Leute.
Gesucht: Ein schön buntes Boho-Shirt.
Gefunden: Bis jetzt noch nichts, was mir gefallen hätte. Vielleicht finde ich auf dem Sommer-Tollwood-Festival ja was Passendes, dort möchte ich nächste Woche hin.
Gegessen: Lachsforellenfilet gebraten, mit Kartoffeln und Salat, Schweizer Wurstsalat, Mozzarrella mit Tomaten und Basilikum, Kalbsleber mit Kartoffeln und Salat, Müsli, viel frisches Obst und Gemüse.
Getrunken: Wasser, Tee, Orangensaft.
Gehört: Samba, Samba, Samba… Der Kontrast zwischen den schönen historischen Gebäuden und Fassaden in der Coburger Altstadt und diesen exotischen, aufpeitschenden Rhythmen machte für mich einen Teil der Faszination dieses Festivals aus.
Gesehen: Unter vielem anderem gar prachtvoll gewandete Samba-Tänzer:innen in Hülle und Fülle. Und eine bezaubernde Stadt, die ich ganz sicher mindestens noch einmal besuchen werde.
Sowie wieder einige RoadTrips. Virtuell bin ich während der vergangenen Wochen via RTerTV die gesamte Mother Road Route 66 entlang gefahren. Russ, der Betreiber dieses YouTube-Kanals, hat zu meiner Freude auch ein Gespür für Originelles und Ausgefallenes. So sah ich z. B. in Arizona Elmer’s Bottle Tree Ranch – ein Künstler hat aus Zigtausenden Flaschen und ausrangierten Alltagsgegenständen einen Wald aus lauter künstlichen Bäumen gebaut. Und Shaper’s Fischbowl. Mitten in einer sehr unwegsamen Gebirgslandschaft hat ein Scherzbold das Wasser einer kleinen Quelle in einen Teich gefasst und dort Goldfische ausgesetzt. Auch das legendäre Bagdad Café, in dem Teile des herrlichen Film „Out of Rosenheim“ gedreht wurden, durfte ich als „Armchair Traveller“ besuchen. Und es gab so gut wie sämtliche Route-66-Museen zu bestaunen – davon existieren gefühlt Hunderte, und alle sehen sie irgendwie gleich aus…
Sehr eindringlich war eine virtuelle Fahrt durch das Tianshan Gebirge im nordwestchinesischen Autonomen Uigurischen Gebiet Xinjiang. Zuerst führte der Weg durch brettlebene Grasflächen mit zahlreichen Rinder-, Schaf- und Pferdeherden und Yurten-Siedlungen, und dann hinein in eine himmelhoch aufragende, atemberaubende Bergwelt.
Gelesen: Ich schmökere grade zum zweiten Mal „Der Donnerstags Mordclub“, und habe dabei mindestens genauso viel Spaß wie beim ersten Mal. 🙂
Gelernt: Einiges über Samba und Coburg.
Gekauft: Was Frau so zum Leben braucht.
Gewerkelt: Nichts Spezielles.
Geschlafen: Trotz Hitze überraschend gut und erholsam.
Geträumt: Wie immer viel, lebhaft und bunt. Leider ist mir kein Traum im Gedächtnis verblieben.
Geplant: Erst mal ausruhen, am Dienstag werde ich vermutlich den nahen Bauernmarkt unsicher machen, und dann möchte ich diese Woche noch eine Runde über das Tollwood-Festival drehen.
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Ich wünsche euch Lieben eine gute und möglichst unbeschwerte neue Woche!
