Marthas Momente-Sammlung

Glück ist die Summe schöner Momente

Seit gut einer Woche…

… sind der stattliche Freilassinger Storch Korbi und die zierliche, aparte Pauline nun schon ein Paar. Nach anfänglichem Fremdeln ihrerseits – sie ist wohl noch sehr jung und das mit dem Tretakt wollte in den ersten Tagen nicht so recht klappen – finden sie jetzt immer besser zusammen, tauschen Zärtlichkeiten aus, paaren sich und sind eifrig dabei, das Nest mit viel Heu und Stroh, das von einem Reiterhof in der Nähe skrupellos geklaut wird, aufzupolstern und herzurichten…

… Die in der Schweiz aufgewachsene Heidi, Korbis Partnerin während der vergangenen Jahre, hat sich bis dato nicht blicken lassen. Im vergangenen Jahr ist sie am 6. März in Freilassing eingetroffen und hatte sich dann mit Ringerl, der Störchin, die sich beim Korbi nur einen Tag zuvor eingefunden hatte, erbitterte Zweikämpfe geliefert. Heidi hat wohl die Winter stets als Westzieherin in Spanien verbracht, ihre Beringung ist dort mal ausgelesen worden, und ich befürchte, dass sie leider der furchtbaren Vogelgrippe zum Opfer gefallen ist – an die 700 Störche hatten sich in den letzten Monaten des Jahres 2025 in Spanien damit infiziert und sind grausam verendet…

… Die hübsche Pauline ruht sich ein wenig in der Vormittagssonne aus, während Korbi, von dem man nur das befiederte Hinterteil sehen kann, Wache hält. Immer wieder nähern sich Fremdstörche, die von ihren weiten Reisen zurückgekommen sind und sich nur zu gerne den schönen großen Horst über dem Freilassinger Bahnhof zu eigen machen würden…

… Im Storchen-Chat spielten sich während der letzten Woche bisweilen haarsträubende Szenen ab. Es ist unfassbar, wie manche der Teilnehmer:innen diese schönen Wildtiere vermenschlichen! Da wurde dem Korbi gezürnt, weil er angeblich skrupellos seine Heidi hintergangen hätte, er sei ein übler Fremdgänger und Falott. Die meisten Beschimpfungen bekam allerdings die hübsche Pauline ab, da verstiegen sich Chat-Teilnehmer:innen sogar dazu, ihr den Tod zu wünschen, weil sie der Heidi den Korbi ausgespannt habe. Wie mag es in den Köpfen und Seelen solcher Menschen aussehen, frage ich mich…

… Störche sind Wildtiere. Und im Frühjahr, wenn sie von ihren weiten und gefährlichen Reisen aus dem Süden zurück gekehrt sind, liegt es vorrangig in ihrer Natur, sich zu verpaaren und Nachkommen in die Welt zu setzen. Und da ist die Bindung an das Nest stärker ausgeprägt als die an eine/n Partner:in. Das ist in ihren Genen festgelegt. Punkt. Wie es in ihrer möglichen Gedanken- und Seelenwelt aussehen mag, weiß niemand. Und wir sollten froh und dankbar dafür sein, dass es solch wunderschöne Wesen gibt, und wir eine Weile als Beobachter:innen an ihrem Leben teilhaben dürfen…

… Um das noch recht neue Storchennest in Kolbermoor wird zur Zeit anscheinend heftig gekämpft. Sowohl der vorjährige „Hausherr“ Alex als auch mindestens vier weitere Störche gehen immer wieder fauchend, klappernd und sich ordentlich aufplusternd im Horst und auch auf den Wiesen ringsum aufeinander los. Bin sehr gespannt, wer letztendlich die Balgereien für sich entscheiden wird…

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… Habt ein schönes und entspanntes Wochenende, ihr Lieben!…


13 Kommentare zu “Seit gut einer Woche…”

  1. Du hast so recht, diese Anthropomorphisierung nimmt bisweilen Formen an, die absurd sind. Schlimmer noch, wie man angegangen wird, wenn man das kritisiert.
    Das sind in der Regel Menschen, die von Biologie und Wildtieren so viel Ahnung haben wie ein Rothirsch vom Sopran-Singen.
    Und (ja Klischee) fast alles Städter…

Ich freue mich über eure Kommentare! Also haut in die Tasten, ihr Lieben!

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