Marthas Momente-Sammlung

Glück ist die Summe schöner Momente

Samba Festival Coburg – die Parade (3)…

… Der Samba entstand gegen Ende des 19. Jahrhunderts aus einer Verschmelzung afrikanischer und indigener brasilianischer Rhythmen und Klänge. Ähnlich dem Blues in Nordamerika galt er zunächst als Ausdruck des Protests, des Widerstands und des Wunsches nach Freiheit der großenteils aus Angola und dem Kongo stammenden versklavten Menschen. Nach Abschaffung der Sklaverei brachten die Afrobrasilianer den Samba in die Vorstädte und Favelas. Die 1916 entstandene Schallplattenaufnahme des Lieds Pelo Telefono gilt mittlerweile als Geburtsstunde des Samba…

…Die sehr heißblütigen Rhythmen, Tänze und Gesänge wurden von der weißen Oberschicht geächtet und bis in die späten zwanziger Jahre des letzten Jahrhunderts sogar verboten. Ab den Dreißigern erlebte der Samba unter dem Präsidenten Getulió Vargas einen massiven Aufschwung, er wandelte sich vom diskriminierten Genre zum stolzen Symbol des bis dahin politisch instabilen Brasiliens. Es entstanden die ersten vom Staat geförderten Samba-Schulen, die weitaus mehr sind als lediglich Tanzschulen, sie fungieren als soziale und kulturelle Zentren der jeweiligen Stadtteile…

… Zu Beginn der dreißiger Jahre wandelte sich die 1840 als Maskenball der Oberschicht ins Leben gerufene Karnevalsveranstaltung in den fulminanten Umzug mit hinreissenden Show-Elementen, wie man ihn heute kennt. Ein Dutzend der populärsten und größten Samba Schulen nimmt alljährlich daran teil. Mit aufwendigen Festwägen und Tausenden Trommler:innen, Musizierenden und Tänzer:innen wird während der Parade im Sambadrom von jeder der teilnehmenden Tanzvereinen eine eigene Geschichte erzählt…

… Mittlerweile erfreut sich der Samba weltweit großer Beliebtheit, in vielen Ländern außerhalb Brasiliens wurden im Laufe der Jahre Sambaschulen gegründet, allein in Deutschland gibt es zur Zeit schätzungsweise ca. zweihundert. Zwischen siebzig und achtzig solcher Vereine nehmen alljährlich am Samba-Festival in Coburg teil…

…………………………….

… Im Vordergrund ist jenes Instrument zu sehen, dass beim Samba stets diese seltsamen quietschenden Geräusche erzeugt: Eine Art Trommel mit einem Holzstab in der Mitte, der mit einem Ledertuch gerieben wird…

… Und jetzt kamen meine Lieblinge, die Baianas. Die meist älteren Frauen bilden die Seele einer Samba-Schule, und in ihren opulenten, weit schwingenden Gewändern ehren sie die Wurzeln der afrikanisch-brasilianischen Kultur – und in diesem Fall auch die schweizerische. 😉 Ihnen vorweg marschierte die Mestre-Sala e Porta-Bandeira, das Fahnenträgerpaar…

… Baby an Bord. 😉 Ob der Nachwuchs auch irgendwann einmal als Passista das Tanzbein in einer Samba-Schule schwingen wird?… 😉

… Nach gut einer Stunde hatte die Parade ein Ende gefunden. Vor lauter Jubeln, Mitwippen, -schwingen und Headbangen war mir nun ein wenig schummrig zumute und ich beschloss, mir eine Brotzeit zu kaufen und eine Pause einzulegen. Danach wollte ich mir das Treiben auf dem Coburger Schlossplatz ansehen…

……………….

… Kommt gut und möglichst unbeschwert durch den Tag, ihr Lieben!…


4 Kommentare zu “Samba Festival Coburg – die Parade (3)…”

Ich freue mich über eure Kommentare! Also haut in die Tasten, ihr Lieben!

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.

This function has been disabled for Marthas Momente-Sammlung.