Gefreut: Über eine ziemlich unbeschwerte Woche. Darüber, dass die Licht- und Hitzeschutzvorhänge im Schlafzimmer so gut wirken, und die Temperatur dort trotz massiver Sonneneinstrahlung vom frühen Morgen bis in den Nachmittag stets bei erfreulichen 25° Grad liegt. Darüber, dass der erstandene Ventilator so gut und zuverlässig funktioniert. Ich schlafe nun viel, viel besser als während der letzten Hitzewelle.
Und über eine ganz besondere kleine Reise: Nach vielen Jahren ist es mir endlich gelungen, das Samba-Festival in der bezaubernden oberfränkischen Stadt Coburg zu besuchen, die größte Veranstaltung dieser Art außerhalb Brasiliens. Ganz großartig ist das gewesen, und von den vielen schönen Eindrücken werde ich nun lange Zeit zehren. Außerdem habe ich mir mal wieder eine Blase am rechten Zeigefinger geknipst – über 700 Fotos habe ich auf der Speicherkart mit nach Hause gebracht.
Geärgert: Die Deutsche Bahn hat am Sonntag mal wieder sämtliche Register gezogen, um mir und vielen anderen Reisenden den Tag zu vergällen. Unbeschwert von A nach B fahren wird immer unmöglicher. Allein auf meiner kleinen Reise von München in den nördlichsten Zipfel von Oberfranken und zurück gab es einen Zugausfall wegen einer defekten Tür, und keinen Ersatzzug, zudem Verspätung auf meiner Rückfahrt in Nürnberg, und eine ausgefallene Klimaanlage, die Temperatur in den Waggons lag schätzungsweise bei mindestens 40°, eine Person ist dann auf dem Weg nach München auch kollabiert, wegen des Notfalls gab es natürlich noch mehr Verzögerung. Als besonders makaber empfanden wir Fahrgäste es unter diesen Umständen, dass uns die Zugbegleiterin zu Beginn der alles andere als beschaulichen und komfortablen Reise „eine angenehme Fahrt“ wünschte.
Gedacht: Der Mensch dachte, und die Deutsche Bahn lachte… Es macht mittlerweile nur mehr wenig Sinn, ausgefeilte Reisepläne zu schmieden, wenn man hierzulande mit dem Zug reisen will. Ich kann jede Person verstehen, die es vorzieht, mit dem Auto unterwegs zu sein.
Gefragt: Ob ich das noch erleben werde, dass sich das Chaos der Deutschen Bahn in Wohlgefallen auflösen wird? Es sollte für unsere Volks(ver)treter:innen schon beschämend sein, dass Bahnfahren in vielen anderen Ländern völlig unkompliziert, komfortabel und pünktlich funktioniert, und bei uns eine nicht endend wollende Abfolge von Pleiten, Pech und Pannen ist.
Gewundert: Immer öfter wundert mich gar nichts mehr…
Gelitten: Eigentlich an nichts, ich bin zur Zeit schön fit, heute allerdings etwas groggy, es war gestern doch ein recht anstrengender Tag.
Genervt: Von der Deutschen Bahn.
Gewesen: Viel Spazieren im Viertel, Einkaufen, und in Coburg.
Getroffen: Viele interessante und nette Leute.
Gesucht: Ein schön buntes Boho-Shirt.
Gefunden: Bis jetzt noch nichts, was mir gefallen hätte. Vielleicht finde ich auf dem Sommer-Tollwood-Festival ja was Passendes, dort möchte ich nächste Woche hin.
Gegessen: Lachsforellenfilet gebraten, mit Kartoffeln und Salat, Schweizer Wurstsalat, Mozzarrella mit Tomaten und Basilikum, Kalbsleber mit Kartoffeln und Salat, Müsli, viel frisches Obst und Gemüse.
Getrunken: Wasser, Tee, Orangensaft.
Gehört: Samba, Samba, Samba… Der Kontrast zwischen den schönen historischen Gebäuden und Fassaden in der Coburger Altstadt und diesen exotischen, aufpeitschenden Rhythmen machte für mich einen Teil der Faszination dieses Festivals aus.
Gesehen: Unter vielem anderem gar prachtvoll gewandete Samba-Tänzer:innen in Hülle und Fülle. Und eine bezaubernde Stadt, die ich ganz sicher mindestens noch einmal besuchen werde.
Sowie wieder einige RoadTrips. Virtuell bin ich während der vergangenen Wochen via RTerTV die gesamte Mother Road Route 66 entlang gefahren. Russ, der Betreiber dieses YouTube-Kanals, hat zu meiner Freude auch ein Gespür für Originelles und Ausgefallenes. So sah ich z. B. in Arizona Elmer’s Bottle Tree Ranch – ein Künstler hat aus Zigtausenden Flaschen und ausrangierten Alltagsgegenständen einen Wald aus lauter künstlichen Bäumen gebaut. Und Shaper’s Fischbowl. Mitten in einer sehr unwegsamen Gebirgslandschaft hat ein Scherzbold das Wasser einer kleinen Quelle in einen Teich gefasst und dort Goldfische ausgesetzt. Auch das legendäre Bagdad Café, in dem Teile des herrlichen Film „Out of Rosenheim“ gedreht wurden, durfte ich als „Armchair Traveller“ besuchen. Und es gab so gut wie sämtliche Route-66-Museen zu bestaunen – davon existieren gefühlt Hunderte, und alle sehen sie irgendwie gleich aus…
Sehr eindringlich war eine virtuelle Fahrt durch das Tianshan Gebirge im nordwestchinesischen Autonomen Uigurischen Gebiet Xinjiang. Zuerst führte der Weg durch brettlebene Grasflächen mit zahlreichen Rinder-, Schaf- und Pferdeherden und Yurten-Siedlungen, und dann hinein in eine himmelhoch aufragende, atemberaubende Bergwelt.
Gelesen: Ich schmökere grade zum zweiten Mal „Der Donnerstags Mordclub“, und habe dabei mindestens genauso viel Spaß wie beim ersten Mal. 🙂
Gelernt: Einiges über Samba und Coburg.
Gekauft: Was Frau so zum Leben braucht.
Gewerkelt: Nichts Spezielles.
Geschlafen: Trotz Hitze überraschend gut und erholsam.
Geträumt: Wie immer viel, lebhaft und bunt. Leider ist mir kein Traum im Gedächtnis verblieben.
Geplant: Erst mal ausruhen, am Dienstag werde ich vermutlich den nahen Bauernmarkt unsicher machen, und dann möchte ich diese Woche noch eine Runde über das Tollwood-Festival drehen.
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Ich wünsche euch Lieben eine gute und möglichst unbeschwerte neue Woche!