Marthas Momente-Sammlung

Glück ist die Summe schöner Momente

Mit der Trambahn auf dem Wiener Ring unterwegs…

… Es war früher Nachmittag geworden, und ich beschloss, mit den Trambahnlinien 1 und 2 mit Zwischenhalten an den Sehenswürdigkeiten langsam Richtung Stubentor zu gondeln und von dort aus entlang des Stadtparks und über das verbetonierte Flussbett der Wien zum Zug zu spazieren – in meiner heiligen Einfalt verwechselte ich die Bahnhöfe Wien Mitte und Wien Hauptbahnhof miteinander…  😉

… Die Urania, benannt nach der griechischen Muse der Astronomie, heutzutage Volksbildungshaus, entstand im ausgehenden 19. Jahrhundert auf Anregung des Wiener Doktors Wilhelm Mayer als wissenschaftliches Theater. Das im neobarocken Stil geschaffene Bauwerk mit Observatorium, Vortrags- sowie Kinosaal wurde im Jahr 1910 eröffnet, Architekt war der Otto-Wagner-Schüler Max Fabiani. 2002 bis 2003 wurde es umfassend restauriert und ausgebaut. Es entstanden zusätzliche Säle, Büros, eine Bibliothek sowie eine Cafeteria. Das Observatorium dient nun als Volkssternwarte…

… Unweit der Urania befindet sich am Franz-Josephs-Kai des Donaukanals ein Badeschiff mit Sonnendeck, Bar und Restaurant. Der Betrieb hielt sich in an jenem Dienstag in Grenzen, aber ich kann mir gut vorstellen, dass dort an den Sommerwochenenden der Bär steppt…

… Über den Wipfeln hochragender Bäume und den umliegenden Häusergiebeln ragte das Riesenrad des Praters empor…

… Die romantische Häfnergasse nahe des Schwedenplatzes. Da es einen Handlauf gibt, und die Stufen nicht allzu hoch sind, werde ich bei meinem nächsten Wien-Besuch diese kleine Straße vielleicht erkunden…  😉

… Am und um den Schwedenplatz gibt es nicht nur die Utopia und die Häfnergasse, sondern auch eine höchst feine italienische Eisdiele. Dort labte ich mich an sehr delikatem Mandarine-Zimt-Eis und ruhte mich im Schatten ein bisschen aus, bevor ich weiter zog…

… Schaut euch doch mal diese Lümmel an, die hauen doch glatt ein Loch in die Hauswand! (Entdeckt nahe des Schwedenplatzes)…  😉

… Was für ein wunderschönes Jugendstilhaus! Ganz oben, bei den verglasten Kuppeln, da hätte ich gerne eine kleine Wohnstatt… 😉

… Der Deutschmeisterplatz, 1876 benannt nach dem Infanterieregiment Hoch- und Deutschmeister Nr. 4, das hauptsächlich aus Wienern bestand…

… Das um 1870 im neogotischen Stil erbaute Wiener Rathaus. Es liegt ein wenig vom Ring zurückgesetzt, auf dem großen Vorplatz finden Weihnachtsmärkte und etliche Festivitäten statt. Während meines Wien-Besuchs hat es dort grade ein Filmfest gegeben…

… Genau gegenüber befindet sich das weltberühmte Burgtheater. Es ist nach der Comédie Francaise das zweitälteste europäische sowie das größte deutschsprachige Sprechtheater. Das alte Burgtheater befand sich von Mitte des 18. Jahrhunderts an am Michaelerplatz nahe der Hofburg. Der jetzige Bau wurde 1888 eröffnet. Infolge verheerender Bombenangriffe brannte die Kulturstätte völlig aus. 1955 wurde das nach den Originalplänen neu errichtete Burgtheater wieder eröffnet…

… In Wien kann man nicht nur seinen Durst an vielen Wasserspendern stillen und sich erfrischen, man kann auch an allen Ecken und Enden für zwanzig Cent auf großen, altmodisch anmutenden Waagen sein Gewicht überprüfen. So was würde in München nicht lange unbehelligt stehen, solche Geräte würden binnen weniger Tage schwer vom Vandalismus gezeichnet oder gar gestohlen sein…

… Gegenüber des Parlaments befindet sich die schöne Oase des Volksgartens. Sofern genügend Schatten vorhanden, kann man sich auf einem der zahlreichen Sessel bequem machen und den Duft Hunderter Rosenbüsche genießen…

… Das österreichische Parlament am Dr.-Karl-Renner-Ring 3, erbaut gegen Ende des 19. Jahrhunderts, ist trotz Absperrungen und Einschalungen wegen der seit 2017 statt findenden Renovierungs- und Umbaumaßnahmen ein ungemein stattliches und prachtvolles Bauwerk. Pallas Athene, auf ihrem Brunnen vor der breiten Freitreppe thronend, scheint über den Bauzaun hinweg die Passanten zu grüßen. Dass sie dem Parlament den Rücken zuwendet, führt seit jeher im Volksmund zu Witzeleien und Spöttereien…  😉

… Allmählich wurde es Zeit, sich Richtung Bahnhof zu begeben. Ich staunte nicht schlecht, als ich erkannte, dass ich statt am Hauptbahnhof in Wien Mitte gelandet war. Doch ich hatte noch genügend Zeit, um mich gemächlich mit der Tram 0 zum Südtiroler Platz schaukeln zu lassen…

… An einer Trambahnhaltestelle entdeckt – kein Vergeben, kein Vergessen…

… Pünktlich um halb Sieben setzte sich der RailJet Richtung München in Bewegung. Ich war müde, ausgelaugt, aber glücklich. Und hatte mir fest vorgenommen, bald wieder in die Prachtvolle an der Donau zu reisen…

… Ich wünsche euch eine gute und möglichst unbeschwerte neue Woche!…

 


18 Antworten zu “Mit der Trambahn auf dem Wiener Ring unterwegs…”

    • I will return to Vienna in about three weeks. 😉 My friend from Frankonia would like to visit the Austrian Capitol, but she does not want to go there alone. So she asked me if I would accompany her. Took no time for me to say „Yes! Would love to!“ 😉

  1. Liebe Martha,
    schade, dass deine Berichterstattung zu Ende geht – aber wie ich aus deinem oben stehenden Kommentar entnehmen kann, geht es ja in ein paar Wochen wieder weiter!
    Ich freue mich sehr darauf!
    Ich habe deine Fuehrung durch Wien sehr genossen – “bildlich sowie auch woertlich“!
    Vielen Dank fuer die Muehe, die du dir gemacht hast!
    VG
    Christa

  2. Schön, wenn die eigene Stadt in strahlenden Bildern vorbeizieht. Gestern dachte ich „vielleicht wär die Kapuzinergruft auch was für die Martha“

  3. Liebe Martha, das Laufen fällt dir ja nicht immer leicht, aber dein Unternehmungsgeist und deine Neugierde auf so vieles ist unglaulich. Deinen Bericht mit den interessanten historischen Details habe ich gerne gelesen. Ich möchte auch nicht an Häusern einfach vorbei laufen, ich möchte immer wissen, was da war und was da ist.
    Ich war gerne mit dir auf einem Spaziergang durch Wien.

Ich freue mich über eure Kommentare! Also haut in die Tasten, ihr Lieben!

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