Marthas Momente-Sammlung

Glück ist die Summe schöner Momente

Spätwinternachmittag am Tegernsee…

… Am Freitag wagte ich einen zweiten Versuch, mich per Bahn zum Tegernsee zu begeben – und siehe da, diesmal klappte die etwa einstündige Reise wie am Schnürchen…

… Es herrschte bestes Spätwinterwetter, die Sonne lachte vom Himmel, und mir hüpfte während meines Rundgangs durch den Ort Tegernsee immer wieder das Herz vor Freude…

… Das knapp neun Quadratkilometer große und langgezogene Gewässer liegt etwa fünfzig Kilometer südlich von München, am Rande der Nordalpen. Der Name leitet sich höchstwahrscheinlich von der altdeutschen Bezeichnung Tegarin Seo – großer See – her. In Bayern trägt er wegen der an seinen Ufern recht zahlreich hausenden alt- und neureichen „Zuagroastn“ (Hinzugezogenen) auch den Spitznahmen Lago di Bonzo… 😉

… Der See entstand nach der sogenannten Würm-Eiszeit vor ca. 10.000 Jahren, in der Bronzezeit führte anscheinend eine Wanderroute der Kelten durch das Tal, die erste Besiedelung fand allerdings wohl erst zu Beginn des 6. Jahrhunderts statt. Im 8. Jahrhundert gründeten die Brüder Adalbert und Oatkar, die dem ursprünglich fränkischen Adelsgeschlecht der Agilolfinger angehörten, ein Kloster am östlichen Ufer des Tegernsees. Die Legende besagt, dass die Beiden mit ihren Familien einst am Hofe des Frankenkönigs Pippin gelebt hatten. Pippins Sohn soll, weil er ein schlechter Verlierer war, Oatkars Nachkömmling mit einem Schachbrett erschlagen haben. Daraufhin rief der König Adalbert und Oatkar zu sich und fragte sie, wie sie einem schrecklichen Übel begegnen würden, welches nicht mehr zu ändern sei. Man müsse es gottergeben und mit Gleichmut hinnehmen, entgegneten die Brüder. Danach eröffnete ihnen Pippin, was sich zugetragen hatte. Vor Trauer, Schmerz und ohnmächtiger Wut – sie durften ja nicht gegen ihren eigenen Ratschlag handeln – kehrten die Agilolfinger Fürsten dem Hofe Pippins den Rücken und ließen an einem besonders schönen und sonnigen Uferstück des Tegarin Seo ein Kloster errichten…

… Neben vielen Bausünden, die dem Tourismus geschuldet sind, habe ich zu meiner Freude im Ort Tegernsee allerdings auch manche baulichen Schönheiten entdecken dürfen. Ganz zweifelsohne gehört das Feuerwehrhaus dazu…

… Ich spazierte gemächlich zunächst auf der teilweise auf einem Steg im See verlaufenden Promenade dahin, und dann entlang der Hauptstraße durch die Ortschaft wieder zum Bahnhof zurück…

… Das Schloss Tegernsee mit den beiden weithin sichtbaren hohen Türmen der Basilika war bis zur Säkularisation im Jahre 1803 eine Benediktinerabtei. Danach verfiel es zusehends, bis es im Jahr 1817 vom ersten bayerischen König Max I. Joseph erworben und zu einem Landsitz umgestaltet wurde. Das Anwesen befindet sich nach wie vor im Besitz des bayerischen Adels- und Herrschergeschlechts der Wittelsbacher. Inzwischen wird es sowohl als Wohnsitz der Familie des Herzogs Max Emanuel von Bayern genutzt, als auch als Gymnasium, Brennerei und Brauerei…

… Und weil ich euch unbedingt noch etwas über zwei Tegernseer Anwesen erzählen muss, die mir am Freitag ganz besonders aufgefallen sind, gibt es demnächst einen zweiten Teil meiner kleinen Exkursion vom Freitag… 😉


25 Antworten zu “Spätwinternachmittag am Tegernsee…”

  1. Am Tegernsee war ich einmal als Kind mit meinem Vater. Ist also lange her…. in meiner Zeit in Bayern habe ich es dahin nicht geschafft. Schöne Ansichten hast Du mal wieder mitgebracht. Ob ich wegen Deiner Bilder neulich so einen Heißhunger auf Weißwürste hatte 🙂 ? Ich freue mich schon auf die Fortsetzung Deines Ausflugs an den Tegernsee.

    • Zu meiner Schande muss ich gestehen, dass ich bis Freitag noch nie am Tegernsee gewesen bin, obwohl München nur knapp sechzig Kilometer davon entfernt ist. 😉
      Das wäre möglich – vielleicht hast du aber auch ein bisschen Sehnsucht nach Bayern. 😉

  2. Wie schön, dass du bei deinen Wanderungen nun im Oberland angekommen bist. Für mich ist’s die schönste, die allerschönste Alpengegend, besonders die Ecke Schliersee/Fischbachau/Bayerischzell/Wendelstein. Der Onkel meiner Mutter hatte dort (in Birkenstein) ein Hotel und ich war fast immer in den Ferien auch dort für ein paar Tage oder Wochen. Kleines Kinderparadies und für mich ein Stück Heimat, das tief in meiner Seele ruht.
    Ich hoffe auf noch sehr viele Bilder und Berichte von dort, liebe Margot.
    Liebe Grüße
    Elke

    • Und ich habe so viel Interessantes gesehen, was ich genauer erkunden möchte! Und deshalb wirst du ganz bestimmt noch sehr viele Bilder und Posts vom Oberland sehen, liebe Ele.
      Herzliche Grüße!