31 Kommentare zu “„Erfasst, verfolgt, vernichtet“ (1)…

  1. Ein beklemmendes Gefühl beschleicht mich beim Lesen deines Beitrags! Ein ähnliches hatte ich bei meinen Besuchen in den KZ Buchenwald und Neuengamme. Es erschüttert mich immer wieder aufs Neue, wenn ich damit in irgendeiner Form konfrontiert werde …

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  2. Ich lese immer noch Victor Klemperers Tagebücher, muss sie oft zur Seite legen, weil mir das Herz schwer wird. Auch in der Fachpsychologischen Anstalt in Leipzig-Dösen wurden Kinder getötet, auch jüdische Kinder und die von Zwangsarbeitern. Einfach so, aussortiert, vernichtet.
    Gut hat mir in dem Zusammenhang getan, als ich die Werkstätten in Meldorf besuchte. Dort wird Inklusion gelebt. Es war schön, das zu sehen und mit zu erleben.
    Danke für deinen Beitrag.

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    • Gerne…
      Ich musste schwer schlucken, als ich vor einigen Tagen mit einer jungen Arbeitskollegin über dieses Thema sprach, und sie ganz locker-flockig meinte: „Gut, dass es die Fruchtwasseruntersuchung gibt, da kann man dann ja abtreiben, wenn sich heraus stellen sollte, dass mit dem Ungeborenen geistig oder körperlich etwas nicht stimmt.“…

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      • Naja, mir geht es vor allem um die, die von Überfremdung, Volksgesundheit, tugendvollen Genen und ähnlichem faseln. Die träumen nämlich schon wieder von Rassengesetzen . Eine Folge war und wäre das, was du im Beitrag beschreibst. Schlimm, wenn dafür auch noch „die Wissenschaft“ herhalten muss und schamlos mißbraucht wird.

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        • Yepp, das Wiederaufkochen der Rassengesetze ist mir bei so manchen Rechtslastigen auch schon aufgefallen… Auch das Missbrauchen der Wissenschaft wäre eine Wiederholung dessen, was sich damals abgespielt hat. Und ich gehe jede Wette ein, dass es auch heute eine erkleckliche Anzahl Ärzte, Pfleger/innen und Wissenschaftler/innen geben würde, die sich freudig daran beteiligen würden. Und danach auch wieder so gut wie ungeschoren davon kommen würden.

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  3. So wichtig solche Dokumentationen und Ausstellungen sind, die, die sich damit am dringendsten beschäftigen sollten werden damit aber leider nicht erreicht.
    Wenn ich in Nürnberg – an historischem Ort – direkt vor dem Dokuzentrum – junge Kerle in Springerstifeln und mit eindeutigen Symbolen, die sich an SS und Nazisymbole anlehnen, auf ihrer Kleidung vorbei laufen sehe, dann wird mir immer wieder das klägliche Versagen unserer Bildungspolitik vor Augen geführt, das viel zu viele junge Menschen unterwegs verliert.
    Leider sind dafür die Politiker verantwortlich, die uns in Sontagsreden erklären, dass die Jugend unser wichtigstes Kapital für die Zukunft seien.
    Schon an der Wortwahl dieser C-Politiker (Menschen als Kapital, slso als Eigentum Anderer zu bezeichnen) erkennt man welch, empathische und humanistische Tiefflieger hier am Werke sind! Deren geistige Nähe zu den Nazis ist unverkennbar. So brauchen wir uns nicht zu wundern…

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    • Nein, wundern brauchen wir uns da wirklich nicht… Als ich mich einen Tag lang mit dieser Ausstellung befassen durfte, ging mir immer wieder durch den Kopf: Man müsste alle Rechtsradikalen, Pegidioten, AfD-Anhänger und rechtsgeneigt schwurbelnde „Christlich-Soziale“ und „Christlich-Demokratische“ dazu zwingen, sich diese Ausstellung bzw. eines der NS-Dokumentationszentren anzusehen, und auch dazu, jede Texttafel laut vorzulesen… Ich bin an einem Sonntag dort eingeteilt gewesen, mich würde interessieren, wie viele Schulklassen unter der Woche dieses Haus frequentieren – obwohl das Publikum erstaunlicherweise zu gut drei Viertel schätzungsweise zwischen Anfang Zwanzig und Anfang Dreißig gewesen ist.

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  4. Furchtbare Geschehnisse, die hinter der Verfolgung und Ermordung anderer immer ein wenig in den Hintergrund treten. Gut, dass es diese Ausstellung gibt, um daran zu erinnern und zu mahnen.

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    • Euthanasie in der NS-Zeit, bzw. der Umgang mit „Behinderten“ und „Unbequemen“ in jenen Tagen, ist bis in die Achtziger hinein sehr erfolgreich verschwiegen und verdrängt worden. Erst auf Initiative einiger überlebender Opfer kamen nach und nach die Details dieser unvorstellbaren Greueltaten ans Licht.

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  5. Ein bekelmmendes und beängstigendes Thema, denn die ganze Frage der Eugenik schwingt mit, nämlich wann und vor allem welches Leben lebenswert ist und ab wann – und welches nicht, oder zumindest nur von minderem Wert.
    Und wir haben das immer noch nicht überwunden, da muss man sich nur mal Ausführungen eines Sarazzin durchlesen, die Praktische Ethik Peter Singers aus den 80ern und die Diskussienen über pränatale Diagnostik, Stammzellenforschung und Genmanipulation.
    Von tausenden von Zwangssterilisationen geistig Behinderter in Deutschland, die bis 1992 im Interesse der Allgemeinheit durchgeführt wurden brauchen wir gar nicht erst zu reden…

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    • Kommentar einer ca. 25jährigen Arbeitskollegin, als ich vor einigen Tagen vor Dienstantritt dieses Thema anschnitt: „Na, zum Glück gibt es heutzutage die Fruchtwasseruntersuchung, da kann man dann ja abtreiben, wenn sich heraus stellen sollte, dass das Ungeborene geistig oder körperlich behindert zur Welt kommen würde.“ Das sagt eigentlich schon alles, finde ich…

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  6. Dem Grauen ein Gesicht geben, bringt mehr als lange Texte. Bilder sprechen mehr als tausend Worte und mit den Gesichtern bekommt man einen persönlicherenen Bezug zu den Menschen, die so leiden mussten.
    Das Thema mit den Eingriffen in die Gesundheit und auch die Experimente, die mit Zwillingen gemacht wurden, sind wirklich erschreckt und es ist wichtig, immer wieder aufzuklären, dass so etwas nie mehr passiert.
    Liebe Grüße
    Anja

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