Vor ziemlich genau einem Jahr gab ich mir einen Ruck und schloß mit dem allseits bekannten Magentaroten Riesen ein sogenanntes Call-and-Surf-Comfort-Packet ab: Kabelloser Internet-Zugang mit DSL 6000, unbegrenztes, „hemmungsloses“ Surfen im WWW, alle Inland-Festnetzgespräche inklusive. Der Router samt Zubehör kam, die Ankündigung, mein Anschluß werde freigeschaltet, wobei diese ausgesprochen irreführend formuliert war: „Unser Techniker sucht Sie in der Zeit zwischen 8.00 Uhr und 16.00 Uhr in Ihren Räumen auf.“ Ich nahm mir also extra einen Tag frei, brachte die Wohnung auf Hochglanz – so weit möglich – und wartete, und wartete, und wartete… Kein Techniker kam. Gegen halb Zwei nachmittags verkündete mir eine Computerstimme am Telefon, daß mein Anschluß nunmehr bereitgestellt sei. Aha. Ich ging daran, den WLAN-Router anzuschließen, mit meinem Lappy zu verbinden, und zu Surfen. Was für ein Höchstgenuß! Der Sprung vom ultralangsamen Internet per altbackener Telefonleitung zu DSL 6000 berauschte mich schier! Genau vierundzwanzig Stunden lang. Und dann begann eine fünfwöchige „Leidenszeit“. Immer und immer und immer wieder brach die Verbindung zu den Servern der Telekom ab. Immer und immer und immer wieder kontaktierte ich den Kundenservice. Immer und immer und immer wieder verstand man sich sehr geschickt darauf, die Angelegenheit so hinzustellen, als sei alles in bester Ordnung, als sei der Fehler bei mir zu suchen. Endlich, endlich, nach – wie gesagt – gut fünf Wochen kam zufällig (!!!) ein Mitarbeiter des Kundendienstes darauf, daß sich bei der Freischaltung wohl ein technischer Fehler eingeschlichen habe…
… Ende April erhielt ich einen Anruf einer freundlichen jungen Dame, wohl von der Werbeabteilung: Ob ich Lust hätte, das Call-and-Surf-Comfort-Packet auf das sogenannte Home-Entertainment-Packet aufzustocken. Das würde nicht nur DSL 25000 beinhalten, sowie sämtliche Inlands-Telefongespräche, sondern auch die Bereitstellung des Receivers, mit welchem ich dann über 70 Fernsehprogramme und an die 2000 Rundfunksender würde empfangen können, in bester Qualität versteht sich. Für lediglich zehn Euronen mehr pro Monat. Mir wurde der Mund wässrig, ich stimmte zu. Anfang Mai kam die Benachrichtigung, daß am 15.05. mein Anschluß für Home-and-Entertainment umgeschaltet werden würde. Ich baute den Receiver auf, schaltete ein und harrte der Dinge, die da wohl kommen würden. Da kam aber nix! Verwirrt kontaktierte ich den Kundenservice. Die Dame war weder freundlich noch sehr gesprächig und fertigte mich kurz und bündig mit dem Hinweis ab, der Tag habe immerhin 24 Stunden und es sei erst 18.00 Uhr. Auf meinen Einwand, mir wäre die Freischaltung schriftlich zwischen 8.00 Uhr und 18.00 Uhr zugesichert worden, beendete sie kurzerhand das Gespräch. Frustriert wartete ich einige Tage und versuchte dann mein Glück aufs Neue. Wieder nix! Keine 70 Fernsehsender, keine 2000 Rundfunkprogramme, kein hyperschnelles Internet! Neuer Anruf: Diesmal geriet ich an einen ausgesprochen liebenswürdigen Herrn aus Kiel. Der forschte nach und brachte zutage, daß mein Auftrag gar nicht an die Technische Abteilung weiter geleitet worden war! Er entschuldigte sich vieltausendmal und sicherte mir zu, daß in vier Wochen die Freischaltung mit Sicherheit reibungslos über die Bühne gehen würde…
… Am 2. Juni erhielt ich von der Telekom das Schreiben, daß am 16.06. mein Anschluß auf DSL 25.000 aufgestockt werden würde. Zwischen 8.00 Uhr und 16.00 Uhr. Um 17.35 baute ich den Receiver auf, schaltete ein und harrte der Dinge… Und da kam wieder nix!!! Sechs Anrufe beim Kundenservice folgten, zwei Mitarbeiter legten mich nach Schilderung meines Anliegens kurzerhand in die Warteschleife und warfen mich nach einigen Minuten aus der Leitung, drei behaupteten sturheil und fest, meine Leitung sei bereits frei geschaltet worden. Die Gesprächspartnerin während meines sechsten Anrufes teilte mir nach kurzem Nachforschen mit: (Dreimal dürft ihr raten!) „Frau I., Ihr Auftrag wurde gar nicht an die Technische Abteilung weiter geleitet…“ Mir platzte der Kragen: „Das wird jetzt innerhalb von vierundzwanzig Stunden geregelt, oder ich wende mich an die Öffentlichkeit!“ – „Das ist leider in vierundzwanzig Stunden nicht machbar, der nächste Termin für eine Freischaltung Ihres Anschlußes ist frühestens in vier Wochen.“
Sehr geehrte Damen und Herren von der Telekom, stellt Euch vor, Ihr nehmt in einem schönen Restaurant Platz und bestellt ein gutes Viertel Wein und ein leckeres Essen. Nach einer längeren Wartezeit wendet Ihr Euch an Eure Bedienung, und die erzählt Euch nach etlichen Ausflüchten, daß Eure Bestellung weder an die Theke noch in die Küche weiter geleitet worden sei. Ihr tut Eure Wünsche noch einmal kund, lasst Euch vertrösten, und nach einer weiteren längeren Wartezeit habt ihr wieder weder Euren Wein noch Eure Mahlzeit bekommen. Wieder fragt Ihr nach und bekommt zur Antwort, daß erneut Eure Bestellung weder an die Theke noch in die Küche weiter geleitet worden sei. Wie würdet Ihr danach den Service und die Leistung dieses Lokals beurteilen?

