9 Kommentare zu “Der Größte aller Party-Löwen

  1. Liebe Margot, Du schreibst nicht nur gut und ehrlich, Du bist auch konsequent und – wie mir scheint – eine sehr treue Seele.
    Gute Nacht – jetzt wirklich. Eckard

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    • @Eckard: Na ja, nachdem der „alte Party-Löwe“ quasi von seinem eigenen Nachwuchs ausgebootet worden war, entwickelte sich die Firma sehr schnell von einem ausgesprochen illustrem Mittelding zwischen Zirkus, Theater und Irrenanstalt zu einem eher nüchternen Großkonzern. Dem alten Löwen war eine sehr ausdrucksstarke Mimik zu eigen, man konnte ihm jederzeit am Gesicht und an den Augen seine Stimmung und Gefühle ablesen. Der junge Löwe trägt stets eine undurchdringliche, glatte Maske mit einem unentwegten Lächeln, und nie gibt er preis, wie’s in ihm aussieht. Er hat innerhalb einiger weniger Jahre aus einem vielfältigen, schillernden, exklusiven Lebenswerk eine 0815-Firma gemacht. Altgediente Angestellte, wie unser langjähriger Geschäftsführer, wurden weg gelobt, kalt gestellt oder schlichtweg entlassen. Statt unseres üppigen, vorzüglichen Personalessens bekamen wir schon recht bald einen lieblos zusammen gepantschten Kantinenfraß vorgesetzt. Als dann in einem sehr bekannten Discounter die ersten Produkte mit dem Label des Party-Löwen zu Billigstpreisen verramscht wurden und in der Theatergastronomie das Hauen, Stechen und Mobben usus wurde, nahm ich meinen Hut. Hätte der Junge den Alten nicht derart abserviert, wäre ich wahrscheinlich heute noch in der Oper.

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  2. irgendwie scheint das heutzutage „normal“ zu sein .. die firma, wo mein pa gearbeitet hat, gab es schon 40 jahre, hat davor anderen leuten gehört, wurde mehrmals verkauft, aber das personal ist gleich geblieben, dann hat der seniorchef seinem sohnemann die firma überschrieben und rutsch ging es den bach runter, kurzarbeit, die letzten maschinen verkauft, seit 31.12. ist zu und mein pa 3 jahr vor seiner wohlverdienten rente arbeitslos …

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    • @Sany: Für deinen Vater tut mir das sehr, sehr leid. Das sieht schon so aus, als ob heutzutage Engagement und Loyalität, langjährige Zugehörigkeit einem Betrieb gegenüber nichts mehr bedeutet. – Der „junge Party-Löwe“ hat das ja auch so gemacht, d. h. zuerst hat er die Firma aufgeblasen, bis von deren Einzigartigkeit nichts mehr übrig war und dann rationalisiert, gleichförmig gemacht, das ist heutzutage nicht mehr „der K…“, sondern lediglich einer unter unzähligen. Die Theatergastronomie scheint sich zusehends ein Herr Sch… unter den Nagel zu reißen, der kein Deut besser ist, er schlägt bisweilen einen äußerst rüden Ton gegenüber seinen Mitarbeitern an und zahlt Hungerlöhne.

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  3. danke 😉 das war sehr, sehr schön … ich mags sehr, wenn du erzählst. und geschichten aus der küche möchte ich schon immer gern, sie sind so … so … ungeniert 😉

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    • @Renee: Ich danke dir! Ich bin so froh, von dir zu lesen, da waren gottlob doch keine bösen Jungs in dem ominösen Volvo drin. – Vielleicht gibt’s vom Party-Löwen noch einen zweiten Teil, mir sind untertags nämlich noch so einige Episoden eingefallen. 😉

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  4. Als Frankfurterin und Nicht-München-Kennerin kann ich nur vermuten über wen du schreibst. Hat was mit einem Krabbeltier zu tun? Na jedenfalls gefällt mir dein Schreibstil. Ich frag mich nur grad, ob das jetzt ein Nachruf war.
    Lieben Gruß
    Elke

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    • @Elke: Mit deiner Vermutung liegst du richtig. Nein, das ist gottlob kein Nachruf. Ich habe in der Vergangenheit geschrieben, weil dieser außergewöhnliche Mensch ja ein Teil davon ist. 😉

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