Marthas Momente-Sammlung

Glück ist die Summe schöner Momente

Landsberg am Lech,…

… etwa fünfzig Kilometer westlich von München gelegen, ist eine ausgesprochen aparte, kleine Stadt mit einem sehr gut erhaltenen, historischen Stadtkern. Urkundlich erwähnt wurde sie zum ersten Mal im Jahr 1135. Nachdem der Bayernherzog Heinrich der Löwe die höchst gewinnbringende Salzbrücke samt Zollstation über die Isar bei Freising hatte zerstören lassen – wobei es unter Historiker:Innen inzwischen starke Zweifel gibt, dass sich das wirklich so zugetragen hat -, und den Verlauf der Salzstraße weiter nach Süden verlegen ließ, nahm die Ansiedlung samt Festung mit dem Namen Castrum Landesperch binnen kurzem einen rasanten wirtschaftlichen Aufschwung. Die Stadt brannte mehrmals nieder, zuletzt während des Dreißigjährigen Krieges, wurde aber stets neu errichtet…

… Traurige Berühmtheit erlangte Landsberg am Lech während der NS-Zeit. Adolf Hitler verbüßte dort gut vier Jahre lang eine Haftstrafe, während der er große Teile seines Buches „Mein Kampf“ verfasste. 1944 errichtete das NS-Regime bei Landsberg und dem nahe gelegenen Kaufering den größten Konzentrationslagerkomplex des Deutschen Reiches. Von dort nahm 1945 einer der sogenannten Todesmärsche von Inhaftierten seinen Ausgang. Bei diesem Elendsmarsch kamen ungezählte KZ-Insassen zu Tode – kein Vergeben, kein Vergessen! So etwas Bestialisches darf sich nie wieder ereignen! Nirgendwo! – Von den verheerenden Bombenangriffen der Alliierten wurde die Stadt am Lech dennoch so gut wie völlig verschont…

… In der historischen Altstadt von Landsberg am Lech sind eine Fülle an beeindruckenden Baudenkmälern zu bestaunen, allen voran das Alte Rathaus mit seiner prachtvollen Rokokofassade, die ursprünglich spätromanische und im 18. Jahrhundert barockisierte stattliche Kirche Mariä Himmelfahrt, gut erhaltene Teile der alten Stadtmauer samt einiger wuchtiger Tore, das schönste ist ohne Zweifel das spätgotische Bayertor auf dem Schlossberg östlich des dreieckigen Marktplatzes…

… Ein paar Stunden reichen ja nur für einen eher groben Überblick – aber es steht für mich felsenfest, dass dies ganz sicher nicht der letzte Besuch in Landsberg am Lech gewesen ist…

… Ich wünsche euch einen entspannten und möglichst stressfreien Wochenteiler!…

 


21 Antworten zu “Landsberg am Lech,…”

  1. Landsberg ist eine sehenswerte Stadt, die viel zu bieten hat. Das Herzstück des Lechtals bei Landsberg ist der Lechpark Pössinger Au. Ich gehe sehr gerne am Lech entlang denn der Wildparkweg ist sehr erholsam. Sehr schöne Bilder mit romantischem Flair hast Du geknipst. Danke fürs zeigen. Viele Grüße Traudl

  2. Ach Martha, wieder so ein schöner Ausflug!
    Wenn ich alle die von dir gezeigten Ziele in der Umgebung Münchens besuchen möchte,
    dann muss ich beim nächsten Mal statt der üblichen drei Wochen, mindestens die doppelte Zeit einplanen!
    VG
    Christa

  3. Immer wieder schön deine Fotos 😍
    Und immer wieder interessant sind die Hintergründe, über die du uns erzählst. Auch wenn sich dabei ein Schatten über die Schönheit des Gesehenen legt. Danke dafür 🙏🏽
    Liebe Grüße
    Sabine

      • Vor ein paar Tagen erzählte jemand etwas Ähnliches über Bad Mergentheim.
        Eine Kollegin von ihm zog da weg, weil B.M. zu sehr Provinz sei. Als er sie Jahre danach in Berlin besuchte und von ihr wissen wollte, was denn in der Stadt so los sei, meinte diese: Ich habe gar keine Zeit, raus zu gehen. Ich kann Dir nichts sagen…

  4. Diese Art von historischen Hintergründen sind immer schwierig zu verkraften. In der Nähe meines Zweitdomizils gibt es ein Bauwerk, das zum Großteil von den Insassen eines Arbeitslagers gebaut wurde. In den letzten Kriegstagen wurden alle ermordet, wahrscheinlich um sich der Zeugen des Verbrechens zu entledigen. Jedes Mal wenn ich auf das Bauwerk schaue, denke ich daran. Der Holocaust ist nun einmal das größte Verbrechen, das in Europa jemals begangen wurde und die Spuren sind noch überall zu sehen.
    Aber deine Fotos und sicher auch der Ort selbst sind sehr schön und stimmungsvoll.

    • So lange es die Überreste dieser grauenvollen Stätten noch vorhanden sind, sind das Leugnen und Verniedlichen dieser unfassbaren Verbrechen an der Menschheit in Grenzen haltbar. Wehe uns, wenn man diese Zeitzeugen eines Tages nicht mehr würdigen und überbauen bzw. gänzlich dem Erdboden gleich machen würde.

Ich freue mich über eure Kommentare! Also haut in die Tasten, ihr Lieben!

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