Marthas Momente-Sammlung

Glück ist die Summe schöner Momente

Mein Wochenrückblick…

Gefreut: Darüber, dass unser junger, fescher, grüner Oberbürgermeister das Anzapfen des ersten Faßes Wiesnbier auf dem Oktoberfest so fein hinbekommen hat – zwei Schläge hat er nur gebraucht. Und auch wenn der Söder sich ganz anständig benommen hat und sich seit einer Weile schon mit seinen verbalen Tiefschlägen und Hetzereien gegen die Grünen etwas zurückhält, war es für mich doch eine Augenweide zu sehen, wie er vom OB die erste Maß entgegen nehmen musste.

So wie’s aussieht ist die „cdu“ in Meck-Pomm wohl unter die 5 %-Grenze gerutscht. Da kann ich mir nun ein gerüttelt Maß an Schadenfreude nicht verkneifen. Wer eine solch desaströse Politik gegen die Mehrheit des eigenen Volkes betreibt, und einen Kanzler ungeschoren im Amt lässt, der seit fast eineinhalb Jahren immer wieder die Bundesbürger:innen auf arrogante und empathielose Weise beschimpft, belügt und verunglimpft, dem gehört das nicht anders.

Geärgert: Über die saudumme und völlig unpassende Frage des BR-Reporters während der Live-Sendung unmittelbar vor dem Oktoberfestbier-Anstich an die Gemahlin des Ministerpräsidenten, wer länger im Bad brauchen würde, er oder sie.

Gedacht: Als ich am Sonntag Vormittag im Münchner Merkur las, dass am Ratstisch nach dem Anzapfen der Hubsi Oiwonger immer wieder gegen den Münchner Oberbürgermeiste gestichelt habe: „Ach, hätten’s dem Hubsi doch bloß statt dem Wiesnbier a Maß Opfesoft gegeben!“ 🤣

Als kurz vor Schließung der Wahllokale in Berlin und Meck-Pomm der Fritze verkündete, er wolle gleich nach den ersten Hochrechnungen eine Rede halten, war ich voller Hoffnung: Erklärt er jetzt endlich seinen Rücktritt? Aber dem war leider nicht so. Im Prinzip gab er das gleiche Geschwafel von sich wie vor zwei Wochen nach der Wahl in Sachsen-Anhalt. Und die Blaunen müssten ihm eigentlich eine Auszeichnung als eifrigster Wahlkampfhelfer überreichen.

Von irgendwoher kenne ich den Verlobten unseres Oberbürgermeisters, aber ich kann noch so viel in meinen Erinnerungen forschen, ich komm partout nicht drauf, wo und wann ich dem sympathischen jungen Mann begegnet bin.

Gefragt: Warum zwickt mich denn niemand und raunt mir zu: Du kannst jetzt wach werden, das mit der AfD war nur ein riesiges, mehrjähriges, psychologisch-soziales Experiment?

Gewundert: Ein bisschen darüber, dass ich im Friedrich Baur Institut nun von einer Professorin Dr. untersucht und betreut wurde und nicht wie üblich von einer Assistenzärztin.

Gelitten: Nach der Überfülle an Informationen, die mir während meines Termins beim Friedrich Baur Institut zuteil wurden, schwirrte mir der Kopf, und ich verspürte auch ein wenig Panik und Hilflosigkeit. Ich verordnete mir zwei Tage Ruhe und ein Verwöhnprogramm, um alles Gehörte und Gesagte richtig einzuordnen und zu verarbeiten.

Genervt: Davon dass das Tempo während der VdK-Demonstration am Donnerstag gegen den Abbau des Sozialstaates zu schnell für mich war. Ich hätte gerne die ganze Strecke bis zur Schlusskundgebung am Siegestor durchgehalten und nicht nach der Hälfte des Wegs aufgeben müssen.

Gewesen: Spazieren und Einkaufen, und am Donnerstag bin ich ein Stück weit bei der VdK-Demo gegen den Abbau von Sozialleistungen mitmarschiert.

Am Mittwoch hatte ich in aller Frühe nach sieben langen Jahren einen Kontrolltermin im Friedrich Baur Institut für Muskelerkrankungen. Eine Frau Professor Dr., ein ganz hohes Tier im „FBI“, nahm sich meiner an. Sie untersuchte mich und bestätigte dann, was mir schon lange klar war: Der Muskelschwund hat sich um einiges verschlimmert, aber sie war sichtlich erstaunt darüber, dass ich überhaupt noch etwas gehen kann. Sie legte mir nahe, ab sofort täglich Proteinpulver und Keratinmonohydrat zu mir zu nehmen, es gäbe viele Patient:innen, die damit gute Erfahrungen gemacht hätten. Es würde die Titinbasierte Myopathie nicht stoppen, aber verlangsamen. Zudem verschrieb sie mir 36 Einheiten Krankengymnastik, meine tägliche Stunde Gehen wäre zwar vorbildlich, aber eine zusätzliche Therapie dennoch enorm wichtig. Sie empfahl mir einen Antrag auf Erhöhung des GdB von 70 GB (gehbehindert, mit Begleitperson) auf 100 aG (außergewöhnliche Gehbehinderung) zu stellen, in der Psychosozialen Sprechstunde würde man mir anschließend dabei behilflich sein. Zudem verschrieb sie mir einen Rollstuhl. „Ich weiß, das gefällt Ihnen gar nicht, aber Sie haben ein Anrecht darauf. Und wenn Sie ihn vorerst nicht nutzen wollen, dann klappen Sie ihn halt zusammen und stellen ihn ins Eck.“ Insgesamt, mit langen Gesprächen beim Psychosozialen Dienst und der Abteilung für Hilfsmittelberatung, sowie einem Lungenfunktionstest, verbrachte ich fast drei Stunden in dem modernen, ochsenblutrot gestrichenen Anbau des LMU Klinikum Innenstadt. Positiv ist, dass ich in den Armen und Händen noch sehr viel Kraft habe, dass die Lungenfunktion im Normalbereich ist und mein Herz fit und pumperlg’sund.

Getroffen: Eine ehemalige Kollegin vom Schutz- und Sicherheitsdienst. Das letzte Mal hatten wir uns vor etwa zwei Monaten gesehen, und da hatte sie mir erzählte, man habe bei ihr nach einem bösen Sturz eine kleine Gehirnblutung festgestellt. Ich hatte mittlerweile schon das Schlimmste befürchtet und war sehr erleichtert, als ich sie vor ein paar Tagen munter dahin spazieren sah.

Gesucht: Eine Rechnung für ein Paar orthopädische Maßschuhe und einen Arztbrief.

Gefunden: Leider nein. Aber ich habe schon Kopien angefragt. Und danach das Chaos in der Kiste ausgemistet und ordentlich sortiert, in der ich meine Unterlagen und Rechnungen aufbewahre.

Gegessen: Ein Geschnetzeltes aus Tomaten und Rinder-Minutensteaks mit Couscous. Noch einmal einen gar köstlichen Pflaumenauflauf. Rahmchampignons mit Nudeln. Ein pikantes Gemüseragout mit Nudeln. Bratwürst mit Kartoffeln und Rote-Bete-Salat. Müsli, und den üblichen Berg an frischem Obst und Gemüse.

Getrunken: Wasser, Tee und Orangensaft.

Genascht: Ein paar Stückchen Bitterschokolade mit Mousse au Chocolate gefüllt.

Gelacht: Ja, freilich! 😀 Unter anderem, als am gestrigen Abend in Berlin eine ARD-Reporterin den fast leeren Raum zeigte, in dem die „cdu“-Wahlparty hätte stattfinden sollen. Sie meinte, dass bis 18:00 Uhr sich sehr viele Leute dort versammelt hätten, die allerdings nach den ersten Hochrechnungen recht schnell wieder gegangen seien.

Geweint: Ja, neulich, als ich zufällig auf das Lied „Lass‘ nun ruhig los das Ruder“ von Reinhard Mey stieß.

Gehört: 2014 verstarb Reinhard Meys zweitältester Sohn Max nach fünfjährigem Wachkoma, in das er während einer furchtbaren Lungenentzündung gefallen war. Der berühmte Liedermacher hat ihm unter einigen anderen diesen Song gewidmet:

Gesehen: Aus oben beschriebenen Gründen nach vielen Jahren Abstinenz mal wieder das O’zapfn vom Oktoberfest. 😉

Und natürlich wieder mehrere RoadTrips – unter anderem einen wundervollen durch die Schottischen Highlands bis zur Spitze der Halbinsel Skye. Und eine interessante und beeindruckende Wanderung durch den Bryce Canyon im US-Bundesstaat Utah.

Gelesen: „Raumschiff Rettungswagen“ von Nicolas Prehsler. Der Autor ist Rettungssanitäter und erzählt in 26 Kurzgeschichten Skurriles, Spannendes, Groteskes und Trauriges aus seinem Berufsleben. Das Buch ist keine große Literatur, aber es bringt mich zum Lachen, zum Nachdenken, ist spannend und bewegend.

Gelernt: Ich fürchte, mal wieder nix Gscheits.

Gekauft: Was Frau so zum Leben braucht.

Gewerkelt: Meine Kiste mit Unterlagen, Dokumenten und Rechnungen ausgemistet, sortiert und ordentlich abgeheftet.

Geschlafen: Teils gut teils schlecht. In der Nacht vor dem Termin im Friedrich Baur Institut bekam ich kaum ein Auge zu.

Geträumt: Bunt und lebhaft, aber leider ist mir kein Traum in Erinnerung geblieben.

Geplant: Ich werde viel unterwegs und beschäftigt sein, all das in die Tat umzusetzen, was man mir im Friedrich Baur Institut verschrieben und nahe gelegt hat. Und am Samstag werde ich dann mit einem Spezl a bisserl meinen Siebzigsten feiern. 😉

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Ich wünsche euch eine gute und möglichst stressfreie neue Woche. Habt es fein, seid gut zu euch und zu euren Lieben und bleibt bzw. werdet gesund. 🙂


14 Kommentare zu “Mein Wochenrückblick…”

  1. Das Erste, was ich am Samstag wissen wollte, das war, wie viele Schläge der OB zum Anzapfen gebraucht hat! Ist doch wichtig, oder? Nur zwei, Respekt!! Das hat er gut gemacht!!
    Ich wünsche dir, dass die vorgeschlagenen Zusatzmittel und deine Krankengymnastik dir gut tun werden!
    LG Christa

  2. Ich wünsche Dir einen guten Erfolg mit der Krankengymnastik und den empfohlenen Mitteln. Es wird sicher Deinen Tagesablauf bestimmen, sozusagen eine Fremdbestimmung, aber wenn es hilft und wohltuend ist, dann muss es eben so sein. 🫶

    • Danke, Runa. Wegen der Nahrungsergänzungsmittel werde ich meinen Speiseplan ein wenig umstellen müssen, ich werde da in nächster Zeit wohl ziemlich herumexperimentieren. 😉 Die Termine für die Krankengymnastik habe ich heute bekommen, zweimal pro Woche eine doppelte Anwendung. Das ist gut, das gibt meinem Leben mal für eine Weile eine etwas andere Struktur, das mag ich, darauf freue ich mich schon. Am 6. Oktober geht’s los, so lange ist mein Therapeut, den ich schon seit etlichen Jahren kenne und schätze, mit seiner Familie in Urlaub. Und am Mittwoch kommt ein Vertreter eines Sanitätshauses, um mich in punkto Rollstuhl zu beraten. Bin schon gespannt.

      • Das hört sich doch alles gut an, vor allem dass das relativ schnell in Gang kommt und Du nicht ständig nachhaken musst. Freut mich für Dich. 😊

        • Ja, ich bin auch überrascht, mit welch erfreulichem Tempo sich das grade entwickelt. Der Antrag auf Erhöhung des Grades der Behinderung wird sich vermutlich schon eine geraume Weile hinziehen, aber wenn alles andere gut läuft, werde ich damit umgehen können.

Ich freue mich über eure Kommentare! Also haut in die Tasten, ihr Lieben!

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