Marthas Momente-Sammlung

Glück ist die Summe schöner Momente

Der „Schelling Salon“,…

… eines der wenigen Münchner Traditionslokale, die scheinbar ungerührt sämtliche Zeitwenden und modischen Strömungen zu überstehen scheinen, seit gut 140 Jahren in Besitz ein und derselben Familie, wurde während Claudi’s Besuch quasi zu unserem Wohnzimmer. Wir konnten Stunden dort zubringen, speisen, trinken, uns von den wirklich freundlichen und aufmerksamen Bedienungen verwöhnen lassen, plaudern, schweigen, und dem beruhigenden „Klack!“ der Billardkugeln und dem sanften Hintergrundraunen der anderen Gäste lauschen…

… Quasi an der Grenze zwischen Schwabing und Maxvorstadt gelegen, ist der „Schelling Salon“ nicht nur bei Studenten/innen eine Institution. Hier findet man beinahe jeden Typ Gast, vom brummig-schrulligen „Stammtisch-Bären“ über biedere kleine Leut‘ bis hin zum in gewichtige Folianten vergrabenen Intellektuellen. Nur die Schicki-Mickis, die A-dabeis, die „Hippen“ und „Trendigen“, die sucht man – gottlob – vergebens. Und irgendwie hat man das Gefühl, wenn man die weiß lackierte Schwingtür passiert hat, und sich nach einem gemütlichen Platzerl suchend umblickt, in eine geruhsamere, entschleunigte Welt einzutauchen, in so etwas wie die guate oide Zeit…

… Ein Großteil der Wirtschaft wird von ausladenden, wuchtigen Billardtischen eingenommen. Hier geben sich allabendlich ausgelassen, übermütig, ernst, überaus konzentriert in manchmal höchst akrobatische Körperhaltungen zeitweise erstarrt, oder bunt durcheinander strudelnd die mit langen Queues bewehrten Spieler/innen die Ehre. Eines Abends haben die Claudi und ich ein sehr nettes, junges Pärchen „bestochen“, und ihnen eine Stunde lang einen der Tische spendiert, um einige Billard-Fotos schießen zu können…


21 Antworten zu “Der „Schelling Salon“,…”

  1. Das sieht wirklich gemütlich aus! Und klasse Bild, wie die junge Dame auf dem Tisch sitzt und spielt! 😆
    Ganz liebe Grüße zu dir!
    Linda

  2. Du hast diesen Salon so schön beschrieben, dass ich ihn eigentlich besuchen möchte – leider etwas weit weg… Die Fotos von den Billiardspielern finde ich professionell! LG von Rana

  3. Das sind ja ganz tolle Impressionen, eine andere Welt, in die man da eintaucht. Schön, dass es sowas noch gibt – hoffentlich noch recht lange.

    • Man fühlt sich als Gast in der Tat viele Jahre zurück versetzt… Die jetzige Wirtin, natürlich auch aus der Familie Mehr, dürfte so in meinem Alter sein – ich hoffe sehr, dass sich da ein weiterer Abkömmling findet, der den „Schelling Salon“ eines Tages weiter führen wird.

  4. Das Lokal kannte ich noch gar nicht. Sieht aber urgemütlich aus. Die Schickeria ist bestimmt im Schuhmann´s . Tolle Bilder. L.G.L.

  5. Hach tolle Bilder und ein klasse Atmosphäre dort. Also wenn Du von mir Besuch bekommst, dann müssen wir da hin 🙂

    • Danke, liebe Marion! 🙂 Ich gehe mit jedem Besuch am liebsten in den „Schelling Salon“. 😉 Mit Kameras natürlich… Ich hoffe, dass du mich wirklich einmal besuchen kommst…

  6. Ganz toll, liebe Margot! Dort würde man mich garantiert auch oft antreffen! Ich mag solche Lokale mit Tradition und Ambiente. Für meinen Geschmack können dagegen alle „modernen“, coolen und gestylten Szenelokale nicht mithalten. Die sehen in der Regel alle gleich aus und manchmal weiß man gar nicht, wo man eigentlich ist – so wenig unterscheiden sie sich.
    LG von Rosie

    • Danke schön! 🙂
      Liebe Rosie, dich samt deinem Skizzenbuch kann ich mir im „Schelling Salon“ überaus gut vorstellen. Und du würdest dort auch jede Menge Originale und Charakterköpfe zum Porträtieren finden… Es ist leider in der Tat so, dass die sogenannten „Szenelokale“ weder von der Einrichtung noch dem heute so viel beschworenen „Ambiente“ voneinander zu unterscheiden sind…
      Liebe Grüße!

    • Mein einziger Versuch, Billard zu spielen, liegt gut dreißig Jahre zurück – und damals bin ich, wenn die Erinnerung mich nicht allzu sehr trügt – kläglich gescheitert. 😉
      Danke, du Liebe! 🙂
      ♥liche Grüße!

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