Marthas Momente-Sammlung

Glück ist die Summe schöner Momente

Kirchliche und weltliche Schönheiten…

… Ich bin ganz sicher kein gläubiger Mensch, das Christentum ist mir wie alle anderen großen Religionen ehrlich gesagt suspekt. Obwohl ich anerkenne, dass einige Lehren des Philosophen und Wanderpredigers Jesus von Nazareth sich durchaus als Leitfaden eignen, um ein halbwegs gutes und anständiges Leben zu führen…

… Obwohl ich also keinesfalls in die Rubrik „Christenmensch“ einzuordnen bin, sehe ich mir gerne Kirchen an. Und ich liebe die manchmal schier überbordende Kreativität und Lebensfreude des Barock, wie sie auch in der Landsberger Pfarrkirche Mariä Himmelfahrt zu finden ist, die einst als spätromanisches Bauwerk erschaffen worden war…

… Ganz besonders hatten es mir bei unserem Besuch die herrlich gearbeiteten Glasfenster mit Szenen aus der Bibel angetan…

… Beschwingtheit, Verspieltheit, Lebensfreude, Sinnlichkeit – damit steht die Kunstrichtung des Barock im totalen Gegensatz zu den im 16. und 17. Jahrhundert in der Regel alles andere als unbeschwerten Leben der Menschen. Und hilft uns vielleicht heutzutage beim Betrachten zu erkennen, dass es in dieser Welt ganz sicher nicht nur eine strikte Trennung in Schwarz und Weiß gibt, wie sie mittlerweile – so habe ich den Eindruck – immer mehr Leute an den Tag legen, sondern eine schier unendliche Vielfalt an Grautönen dazwischen…

… Der totale Kontrast zu diesem schönen Gotteshaus nahm mich einige Schritte weiter beim zunächst eher flüchtigen Blick in ein Schaufenster gefangen: „Pits Theater-Café“ heisst eine winzig kleine, aber urige und gemütliche, bunt gestaltete Kneipe direkt vis a vis des Stadttheaters Landsberg in der Schlosserstraße. Nach Auskunft des sehr freundlichen Wirts wurde die „Boazn“, wie wir hier in Südbayern sagen, vor ungefähr siebzig Jahren ins Leben gerufen, der jetzige Betreiber hatte sie vor vierzig Jahren übernommen und bis dato nicht ein Yota daran verändert. Geradezu legendär soll in „Pits Theater-Café“ die Erdbeer-Bowle sein, leider hatte die Lokalität offiziell noch geschlossen. Aber irgendwann werde ich mich dort bestimmt mal auf ein Glaserl des fruchtig-erfrischenden Trunks niederlassen…  😉

… Kommt gut ins Wochenende, ihr Lieben! Meine Freundin G. ist wieder hier in München, und unser Besichtigungsprogramm für die nächsten Tage steht schon…  😉


26 Antworten zu “Kirchliche und weltliche Schönheiten…”

  1. Ich fühle mich dem Christentum irgendwie kulturell verbunden. Persönlich hab ich in meinem Leben gute Erfahrungen mit Geistlichen gemacht. Ich kann an kaum an einer Kirche vorübergehen, ohne nicht mal zu versuchen hineinzuschauen. Und manche sind wirklich beeindruckend und erhaben.
    Allerdings finde ich das, was die Institutionen daraus gemacht haben, wahrhaft gruselig. Genau genommen soll die Person Jesus ein Revolutionär gewesen sein, der genau diesen Pomp ablehnte und verbreitete, alle Menschen seien Brüder und Schwestern. Keiner steht über dem anderen.
    Deshalb betrete ich diese prachtvollen Gotteshäuser mit gemischten Gefühlen. Wieviele arme Menschen mussten leiden, bis diese Prachtbauten standen … also stehe ich manchmal mittendrin und denke an sie – so litten sie wenigstens nicht ganz umsonst.
    Liebe Grüße
    Sabine

    • Die gemischten Gefühle habe ich beim Betrachten schöner Kirchen auch. Ihr Bau hat ohne Frage viel Leid verursacht. Aber das Errichten einer großen Kirche hat andererseits vielen Menschen in den Städten und Dörfern meist über Jahrzehnte Arbeit verschafft, und damit ein zumindest leidliches Auskommen. – Und ja, ich denke auch, Jesus wäre über die Maßen entsetzt, wenn er mitbekommen würde, was sich aus seinen Lehren im Laufe von fast zwei Jahrtausenden entwickelt hat…
      Es gibt unter den Geistlichen natürlich wahrhaft gute Menschen, genau wie unter den Gläubigen, keine Frage. Es gibt aber auch leider die Kehrseite – „aufrechte Christenmenschen“, die sich schier unentwegt ihrer guten Eigenschaften, ihrer Wohltätigkeit, ihres Glaubens, ihres Engagement für die Nächsten und die Umwelt rühmen, aber an Scheinheiligkeit, Moralinsäure und Engstirnigkeit kaum zu überbieten sind, und sehr oft lautstark mit den Fingern auf die vermeintlichen Schwächen ihrer Nächsten zeigen, um von den Dreckhaufen vor den eigenen Türen abzulenken. 😉
      Puh, jetzt habe ich mich fast a bisserl in Rage geredet. 😉 Aber dieses Thema treibt mich seit vielen Jahren schon um…
      Liebe Grüße!

  2. Kirchen haben schon was. Ich gehe gerne mal hier in Kiel in die Nikolaikirche. Die ist zwar nicht so prachtvoll, wie die von dir vorgestellte, aber für mich ein Platz zum Nachdenken und einfach mal ein wenig aus der Welt fallen. Komischerweise habe ich da nie das Gefühl so anchristianisiert zu werden. Hab es fein

  3. Zu allem, was du über das Christentum schreibst, kann ich dir nur zustimmen. ZUm Guten und zum Bösen. Besonders den zahlenmäßig massiven Mißbrauch von Kindern finde ich untragbar. Die Kirche sieht das anders: es wird verschwiegen, vertuscht, verharmlost. Sowohl die Täter als auch deren Vorgesetzte scheinen das Ausmaß dessen, was den Kindern angetan wird gar nicht zu begreifen.
    Und daneben diese prachtvollen Kirchen. Ich bin kein Barockfan, ich liebe die verhältnismäßig schlichten, romanischen und gotischen Bauten mit den klaren Linien und der spirituellen Atmosphäre. Davon gibt es leider in Österreich, einem barocken Land nicht sehr viele. Aber ich habe viele gesehen und bewundert, in Frankreich , in Spanien, in Deutschland…..

  4. Das Kommentierproblem ist offenbar nicht lösbar. Für mich hat es sich verbessert, weil ich meinen Kommentar im reader jetzt sehe und ich dadurch den Eindruck habe, dass er angekommen ist …

  5. Liebe Martha, obwohl meine Eltern beide unabhängig voneinander bereits lange vor ihrer Hochzeit aus der Kirche ausgetreten waren, haben wir bei unseren Wanderungen mit ihnen bereits immer schöne Kirchen bewundert. Das ist auch heute noch so. Oft finde ich auf kleinnen Dörfern wunderschöne Kirchen. Die von Dir heute gezeigte ist wirklich sehr prachtvoll. An die armen Menschen, die sie gebaut haben denke ich dabei eher selten. Mich fasziniert eher immer diese Meisterleistung, solche Bauwerke errichten zu können…
    Liebe Grüße und schönes Wochenende!

    • Ja, genau, auf kleinen Dörfern kann man oft wahre Perlen der kirchlichen Baukunst entdecken! Mir fällt da auf Anhieb Seehausen am Staffelsee ein, ein eigentlich recht kleiner Ort, dessen Barockkircherl mich bei meinem ersten Besuch vor etlichen Jahren völlig überrascht hat.
      Danke schön! Hab du auch ein feines Wochenende, liebe Hedwig!

Ich freue mich über eure Kommentare! Also haut in die Tasten, ihr Lieben!

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.