Marthas Momente-Sammlung

Glück ist die Summe schöner Momente

Ein kleiner, vierbeiniger Russe namens Chaplin…

… Als er von Mitgliedern einer russisch-internationalen Tierschutz-Organisation am Rande einer sibirischen Kleinstadt gefunden wurde, war er ein etwa sechs Monate alter Welpe, hatte eine zertrümmerte Hinterpfote, und versuchte halb verhungert und bis auf die Knochen abgemagert, in einer umgestürzten Mülltonne etwas Fressbares zu finden…

… Ein Weilchen später wurde er dank Spendengelder operiert, aufgepäppelt und zur Adoption freigegeben. Eine FB-Freundin, die auf der Suche nach einem vierbeinigen Begleiter war, sah die Annonce im Internet, und verliebte sich auf Anhieb…

… Das war vor nunmehr sechs Jahren. Chaplin ist Menschen gegenüber sehr freundlich und zutraulich, doch die Qualen und den Horror seiner Welpenzeit hat er noch immer nicht richtig überwunden, trotz aller verständnisvollen Liebe und sorgfältigen Pflege seines Frauchens. Er zittert am ganzen Leib wie Espenlaub, wenn er über ein Gitter gehen soll. Er hasst andere Hunde, und wird sehr aggressiv, wenn sie in seine Nähe kommen. Und großen Fahrzeugen wie Lastwagen, Busse oder Landmaschinen schimpft er laut bellend hinterher…

… Chaplin, in etwa so groß wie ein Cockerspaniel, ist ein richtiger „Stiagnglandermischling“, wie man hier in Bayern zu sagen pflegt. Vom Schäferhund über Husky bis hin zu Terrier, vielleicht sogar Mops, scheinen etliche Rassen in ihm vertreten zu sein. Und er hat unzweifelhaft Charme. Als ich vor etwa zehn Tagen etwas südlich von Weilheim aus dem Bus stieg, um mich mit K. zum spazieren gehen zu treffen, und die tief stehende Wintersonne seine dunkel bernsteinfarbenen Augen leuchten ließ, während er mich freundlich lächelnd begrüßte, habe ich mich auch ein wenig in ihn verliebt…


19 Antworten zu “Ein kleiner, vierbeiniger Russe namens Chaplin…”

  1. Das ist mal eine ernsthafte Geschichte, die gut ausging. Was für ein lieber und schöner Hund! Dass er mit bestimmten Dingen immer seine Probleme haben wird, ist nur verständlich. Ich wünsche mir, dass deine Freundin und der freundliche Hund noch lange Freude aneinander haben können.
    Liebe Grüße.

    • Das mit den Traumata ist ganz bestimmt bei den Tieren nicht viel anders als bei uns Menschlein. Ich glaube manchmal, dass es ganz gut ist, dass Tiere unserer Sprachen nicht mächtig sind. Denn sehr oft würden uns nicht wenige Vierbeiner Dinge erzählen, bei denen selbst den Hartgesottensten die Haare zu Berge stehen würden – obwohl das vielleicht ganz heilsam für uns und die Umwelt wäre.
      Ich wünsche K. und ihrem Chaplin auch von Herzen, dass sie einander noch lange haben werden.
      Sei herzlich gegrüßt!

  2. Wer sich nicht in diese süße Hundeschnauze verliebt, der hat keine Liebe zu Hunden. Kannst du/ darfst du einen Hund bei dir in der Wohnung haben?

  3. Ist schon heftig was dieser hübsche vierbeinige Freund wohl alles erleiden musste, bis sich diese Ängste und auch Aggression gegen andere Hunde in ihm festsetzten, liebe Martha!
    Finde es ganz toll, dass Chaplin ein so liebevolles Zuhause und ein entsprechend geduldiges Frauchen gefunden hat!
    Herzliche Grüße und richtig schöner Beitrag 🍀🤗

    • Ja, er hatte ein sehr bitteres Los, und war schon zum Tode verurteilt. Und dann kamen zwei große Hände und trugen ihn in ein neues, geradezu paradiesisches Leben. Man kann es deutlich an seinen Reaktionen erkennen, dass er vor allem seinem Frauchen auf ewig dafür dankbar ist.
      Danke schön, liebe Hanne! Ich grüße dich herzlich zurück, und wünsche dir eine gute Woche.

  4. Er ist aber auch zum Verlieben.
    Solche Tierschicksale treibe mir immer die Traenen in die Augen, auch wenn sie ein gutes Ende haben.

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