… Wie gestern bereits erwähnt, war mir das Glück dahingehend hold, dass das sogenannte Jakobe-Haus des kleinen Museumsdörfchens ausnahmsweise nicht nur samstags, sondern auch am Donnerstag zur Besichtigung geöffnet war. Die Einrichtung gibt überaus detailgetreu und anschaulich die Wohn- und Lebensverhältnisse einer doch recht gut situierten Bauernfamilie Mitte/Ende des 17. Jahrhunderts wieder…
… In der behaglichen Guten Stube (so ein wuchtiger, an kalten Tagen gemütlich bullernder Ofen mit Bankerl und kuscheliger Liege, guter Lektüre und mindestens einer behaglich schnurrenden, samtweicher Katze wäre genau meins). 😉 …
… Das Schlafgemach…
… Im Obergeschoss befindet sich ein großer Raum, der vorwiegend zum Weben und Spinnen sowie Flachs verarbeiten genutzt worden war…
… Zuerst dachte ich, dies wäre eine kunstvoll gefertigte Laterne, doch bei näherem Hinsehen stellte sich heraus, dass es sich um einen Vogelkäfig handelt…
… Im Treppenhaus befinden sich allerlei Gerätschaften, wie zum Beispiel eine Khüe-blaase, einem Alphorn nicht unähnlich, mit der man abends die Rindviecher von der Weide stallwärts lockte, sowie Buttertrommeln und -fässer…
… Im Stall – in der sogenannten guten alten Zeit hatte jede Kuh noch ihren eigenen Namen, sorgfältig in Sütterlin auf eine Tafel über ihrem Melkstand geschrieben…
… Nach der Besichtigung ließ ich mich auf der schlichten Bretterbank an der schattigen Seite des Jagdhauses nieder, um meine Brotzeit zu verzehren, nach den geistigen Genüssen verlangte nun der Magen auch nach seinem Recht. Dabei wurde ich gründlich von einem zierlichen Finken beobachtet – „Lasst’s jetzt endlich amoi a Bröserl fallen?“…
… Der Rückweg hinunter ins Tal erwies sich als noch kräftezehrender als der Aufstieg. Ich musste viele Pausen einlegen und mich auf Baumstümpfen oder Felsen beiderseits des Wegs niederlassen, um mich auszuruhen und das unheilvolle Zittern in meinen Beinen wenigstens ein bisserl zu bändigen. Bunte Schmetterlinge umspielten mich lebhaft und ließen mich die körperlichen Mühsalen vergessen…
… Endlich hatte ich die Talsohle wieder erreicht – sehr erschöpft, aber voller Freude über diesen wundervollen Tag in den Bergen…
… gehört zum Markt Oberstdorf, befindet sich auf ca. 1155 Metern Höhe, und ist somit eine der höchst gelegenen Ansiedlungen Deutschlands. Es liegt am Beginn des Dietersbachtals und zählte früher elf Gehöfte und eine Kapelle. Davon sind fünf Häuser aus dem 15. und 16. Jahrhundert, sowie die kleine Kapelle aus dem 17. Jahrhundert erhalten geblieben…
… Die Gründung des Dorfes geht vermutlich auf die mächtigen Herren von Rettenberg zurück, deren Sitz die Burg Rettenberg über dem Illertal gewesen war. Diese förderten wohl eine Ansiedlung von Walsern, einer alemannischen Volksgruppe im Alpenraum…
… Gerstruben war bis ins Jahr 1892 ganzjährig von Bergbauern bewohnt. Als ein Damm geplant war, um zur Energiegewinnung die Wasser des Dieterbachtals aufzustauen, wurde das Dorf verlassen, denn es wäre dem Stausee zum Opfer gefallen. Da sich damals jedoch in und um Oberstdorf zu wenige Nutzer elektrischen Stroms fanden, ließ man das Dammprojekt fallen…
… Wenige Jahre später erwarb der Freiherr, Kunstliebhaber und Industrielle Cornelius von Heyl zu Herrnsheim das Dieterbachtal als Jagdrevier. Ihm ist es zu verdanken, dass zumindest eine Handvoll der alten und wunderschönen Holzhäuser erhalten blieb. Seit 1953 ist Gerstruben Eigentum eines Oberstdorfer Vereins und wird als Museum gepflegt…
… Zu diesem kleinen Schmuckstück alter bayerischer Architektur und Heimatpflege kann man nur zu Fuß gelangen – mit dem Oberstdorfer Wanderbus Nr. 8 bis zur Haltestelle Golfplatz, links abbiegen, und einer schmalen Straße folgen. Nach den ersten fünfhundert Metern geht es stetig sehr steil bergan. Meine Lunge, mein Herz und die wenigen Beinmuskeln, die ich noch mein Eigen nenne, mussten am Donnerstag, als ich diese Tour vormittags in Angriff genommen hatte, enorm viel arbeiten. Aber schließlich hatte ich mein Ziel erreicht…
… Unterwegs gab es zum Glück immer wieder Gelegenheiten für Foto- und Verschnaufpausen:…
… Vor dem schweißtreibenden Anstieg:…
… Kein Bergweg ohne Marterl – Stelen oder bemalte Holztafeln, die an Verunglückte erinnern…
… Blick auf den Höllentobel, eine sehr enge, schroffe und finstere Schlucht, die der Dietersbach auf seinem Weg ins Tal ausgewaschen hat…
… Nach schier unmenschlicher, eineinhalb Stunden dauernder Schinderei hatte ich endlich mein Ziel erreicht:…
… Eines der Anwesen, das Jakobe-Haus, dessen originalgetreu eingerichteten Innenräume man eigentlich nur Samstags besichtigen kann, war zu meiner großen Freude ausnahmsweise am Donnerstag geöffnet. Die Bilder meines Rundgangs zeige ich euch demnächst…
… Fährt oder wandert man an der Westseite des Walchensees entlang, dann fällt einem bald schon ein kapellenartiges Gebäude am bewaldeten Ufer der lang gestreckten Halbinsel auf, das sogenannte Klösterl. Nach einer Dokumentation der Sendereihe „Unter unserem Himmel“ des Bayerischen Fernsehens, die sich mit den Menschen rund um den Walchensee befasste, und die im Spätwinter ausgestrahlt worden war, hatte ich es mir ganz fest vorgenommen, in den warmen Jahreszeiten dieses Anwesen einmal näher in Augenschein zu nehmen…
… Kurz entschlossen packte ich am Montag meinen Rucksack und zog los…
… Es war zwar mit ca. dreißig Grad Celsius im Schatten recht warm, doch der Wanderweg entlang der Westseite der Halbinsel Zwergern, eigentlich ist es eine schmale und asphaltierte Straße, verläuft großenteils im wohltuenden Schatten dichten Waldes. Und entlang des Sees wehte ständig eine erfrischende leichte Brise…
… Blick auf das gegenüber liegende Wikingerdorf Flake…
… Nach überraschend kurzem und angenehm leichtem Marsch hatte ich das Klösterl erreicht…
… Es war im Jahr 1688 durch den Einsiedlermönch Pater Onuphrius als Sitz für dessen kleine Eremitengemeinde, Hieronymiten genannt, gegründet worden, auf Veranlassung der bayerischen Kurfürstin Maria Antonia. Man erbaute ein zweigeschossiges Gebäude mit einer barocken Kapelle im Erdgeschoss und den darüber liegenden Wohnräumen der Mönche. Durch verstärkte Fürbitten der Gottesmänner sollte sich ihr Wunsch nach einem Kind erfüllen – nach vier Jahren schenkte die Tochter des österreichischen Kaisers Leopold I. einem Sohn das Leben…
… Dem Abt von Benediktbeuern war das Klösterl stets ein Dorn im Auge, es gab unablässig Streitereien wegen der Jagd- und Fischereirechte am Walchensee, zudem ging der Umsatz der Klosterwirtschaft rapide zurück, da die Hieronymiten auf Zwergern ihr eigenes Bier brauten. 1725 wurde die St. Anna geweihte Enklave aufgegeben und die Mönche nach München übersiedelt. 1803 kam im Zuge der Säkularisation das Klösterl in Besitz des bayerischen Staates, und diente bis 1960 den Walchenseer Pfarrern als Wohnhaus. Nachdem es in den folgenden Jahren dem Verfall preisgegeben und geplündert worden war, wurde es in den Achtzigern gründlich und sorgfältig renoviert, und wird nun vom Bistum Augsburg als Jugendbildungshaus genutzt. Leider kann man das bemerkenswerte Anwesen nur am Sonntag Vormittag besichtigen…
… Diese Möwe war so riesig, dass ich sie zuerst für einen Reiher hielt, als sie plötzlich über dem Katzenkopf genannten, dicht bewaldeten Hügelrücken auftauchte, der sich in der Mitte der Halbinsel befindet…
… Nun hätte ich ja eigentlich wieder den Rückweg antreten sollen, denn ich hatte mein Ziel ja erreicht. Aber wie das bei mir nun mal so ist – ich wollte unbedingt noch nachschauen, was sich hinter der nächsten Wegbiegung verbarg – und so stiefelte ich wohlgemut weiter…
… An der doppelzüngige Spitze von Zwergern befindet sich der Treffpunkt der Kitesurfer, die im rasanten Spiel mit dem frischen Wind über die weite Fläche des Walchensees glitten…
… Nur wenige Schritte entfernt befindet sich die Einöde Zwergern, mit einem stattlichen, alten Bauernhof, sowie der nahen hübschen kleinen Barockkirche St. Maragareth…
… Jetzt wieder zurück gehen wäre Dummfug, dachte ich bei mir. Denn mit Sicherheit wäre der Rückweg nun schon ein Gutteil weiter als die Distanz, die auf dem Rundweg noch vor mir liegt. So spazierte ich frohgemut voran, immer gemütlich durch sanft gewellte Bauernwiesen, auf welchen ich zu meiner großen Freude eine Vielzahl interessanter Blumen entdeckte. Und Zittergras – was habe ich das in meiner Kindheit geliebt, weil es so schön raschelte und bebte, wenn ein Lufthauch es erfasste…
… Nach kurzer Wanderung im heißen Schein der Sommersonne umfing mich wieder der dichte, kühle Mischwald…
… Nun wandte sich der Weg scharf nach rechts und es ging ordentlich bergan, ich musste einige Male ein Päuschen einlegen, um neue Kräfte zu sammeln. Und der Abstieg an der Westseite des Katzenkopfes war des lockeren Schotters wegen auch nicht ohne. Am Campingplatz vorbei, um das südwestliche Ende des Sees, dann hatte ich den Ausgangspunkt meiner Tour, den Gasthof Edeltraut, wieder erreicht. Mit ein klein wenig zittrigen Knien, aber ziemlich stolz auf mich, denn immerhin hatte ich wieder einmal an die sechs Kilometer Wegstrecke zurück gelegt…
… Nach einem Viertelstünderl Warten, das ich im angeregten Gespräch mit zwei Stuttgarter Touristinnen verbrachte, kam einer meiner Lieblingsbusse der DB-Linie 9608 und kutschierte mich zum Garmischer Bahnhof. Natürlich schwelgte ich während der Fahrt in den herrlichen Ausblicken auf die Umgegend – Blick auf das Kircherl von Wallgau/Krün mit dem Karwendel-Massiv dahinter…
… Meine nächste Tour ist bereits geplant, sie wird mich wohl wieder in die Mittenwalder Gegend führen. Aber erst, wenn der Höhepunkt der jetzigen Hitzewelle überschritten sein wird…
… liegt am Fuße eines ca. 1670 Meter hohen Berges namens Kampenwand, der durch seine dramatisch aufragenden Felszacken allerdings weitaus höher wirkt – so kommt es mir stets vor. Von der Kampenwand aus hat man nicht nur einen gar herrlichen Blick unter anderem auf das Alpenvorland und den Chiemsee – das Bayerische Meer 😉 – er gilt wegen seiner hervorragenden Thermik auch als El Dorado von Gleitschirm- und Segelfliegern…
… Auf einem der Kampenwand vorgelagerten Hügel thront das Schloss Hohenaschau. Erbaut wurde es bereits im letzten Drittel des zwölften Jahrhundert als Stütz- und Wachpunkt im oberen Priental. Im Laufe der Jahrhunderte wurde es durch seine Besitzer im Stil der Renaissance und des Hochbarocks baulich verändert. Heute ist es im Besitz der Bundesrepublik Deutschland, und beherbergt nebst dem Prientalmuseum ein Ferienwohnheim des Sozialwerks der Bundesfinanzverwaltung…
… Die doppeltürmige Kirche „Zur Darstellung des Herrn“ überragt malerisch den Ort Aschau. Sie wurde bereits im 12. Jahrhundert erstmalig urkundlich erwähnt, und war damals wohl ein kleines, bescheidenes Kirchlein, welches um 1450 zuerst im spätgotischen Stil vergrößert und im 18. Jahrhundert dann mit Barock-Elementen umgestaltet worden war. Auf der entsprechenden Webseite schildert man ausgiebig das Innere der Kirche, dessen Besichtigung mir allerdings verwehrt worden ist, die Pforte des Gotteshauses ist am Samstag verschlossen gewesen…
… In unmittelbarer Nähe der Kirche befindet sich die Residenz des „Küchenpapstes“ Heinz Winkler, zweifelsohne zumindest für die sehr gut Betuchten DAS Highlight Aschaus. Dementsprechend stehen auf den Parkflächen rund um das schöne, gediegene Anwesen, welches bereits im Spätmittelalter existiert hat, und lange Zeit als Hotel Post geführt worden war, höchst exklusive „Nobelhobel“…
… Die Bausubstanz des Dorfes ist durchwachsen, zum Glück finden sich noch einige altüberkommene bauliche Schmuckstücke wie z. B. dieser stattliche Hof schräg gegenüber der Residenz…
… Sehr gut gefallen mir jene Häuser älteren Datums, die eine Art hölzernen Vorbau, so etwas wie einen Windfang, an ihren Vorderseiten aufweisen…
… Nach gut zwei Stunden Wandern und Schauen ließ ich mich vom betagten Schienenbus gemächlich zurück nach Prien am Chiemsee schaukeln…
… Auch im Chiemgau ist das typisch boarische Gwachs der Turmzwiebel häufig anzutreffen… 😉
… Und dieses Schlößchen, das ich auf der Bahnfahrt entdeckte, würde ich gerne mal von Nahem erkunden…
… Eine Schlossbesichtigung ist ganz fest für meinen nächsten Ausflug geplant. Und ganz sicher werde ich davon berichten. Stay tuned!… 😉
… ist zweifelsohne ein schöner Ort, malerisch zu Füßen der zerklüftet aufragenden Kampenwand gelegen. Und es ist auch das Dorf der Bänke, ca. zweihundert gibt es im und um den Ort verteilt. Einige davon sind sehr originell gestaltet:…
… Der in Wilhelmshaven geborene und sehr beliebte Schauspieler und Sprecher Hans Clarin wird in seinere Wahlheimat Aschau – dort lebte er in dritter Ehe lange Jahre – sehr verehrt. Es gibt einen Platz mit seinem Namen, eine Kneipe, eine Straße, ein Haus, die nach seinem Tode 2005 nach ihm benannt wurden – und natürlich auch eine Sitzbank ihm zu Ehren…
… Auch eine Schnaps- und eine Kuhbank sind zu bestaunen…
… Sowie die sehr edel und aufwändig gestaltete Sitzgelegenheit eines Rahmengeschäftes im Ortszentrum. Darauf sitzt sich’s geradezu famos…
… Mein Favorit ist diese hier, die ich im Kurpark entdeckt habe, und auf deren Lehne man einen uralten südbayerischen Scherzspruch verewigt hat: „I gang so gern auf’d Kampenwand, wann i mit meina Wampn (Feinkostgewölbe 😉 ) kannt.“…
… Auf’d Kampenwand – ca 1670 Meter hoch, sozusagen der Hausberg Aschaus, mit einem herrlichen Ausblick u. a. auf den Chiemsee – hätte ich mich nur zu gerne begeben, dieses Vergnügen ist mir allerdings bei meinem Ausflug am Samstag verwehrt geblieben. Nicht nur wegen meiner Wampe und des Mangels an Muskelkraft, sondern weil ich dummerweise ohne Geld auf Tour gegangen bin, und der Bankomat im Ort für die recht bescheidene Summe, die ich abzuheben gedachte, beinahe zehn Prozent Gebühren verlangt hätte. Da verzichtete ich lieber auf die Seilbahnfahrt und sah mich statt dessen in Aschau um. Davon mehr ein andermal… 😉
… Vor einigen Tagen erinnerte ich mich daran, dass ich mal als Kind zusammen mit meinem Bruder und den Eltern eine Wanderung auf der größten Insel im Chiemsee fernab der Touristenströme rund um das unvollendete Schloss des bayerischen „Märchenkönigs“ Ludwigs II. unternommen hatte. Gestern dachte ich mir kurz nach dem Aufstehen, dass ich doch diesen schönen Ausflug nach so langer Zeit endlich einmal wiederholen könnte. So packte ich den Rucksack und zog los…
… Vom Bahnhof Prien am Chiemsee fährt eine 132 Jahre alte Schmalspurbahn. Geschaffen wurde sie auf Geheiß des Prinzregenten Luitpold, da bereits kurz nach dessen Freigabe des Schlosses Herrenchiemsee für die Öffentlichkeit auf den Zufahrtstraßen zur Schiffsanlegestelle Prien/Stock ein gar fürchterliches Gedränge geherrscht hatte. Leider ist die gemächlich seewärts rumpelnde „Bockerlbahn“ nicht behindertengerecht, so dass ich große Mühe beim Ein- und Aussteigen hatte…
… Gar prachtvoll war es, über den Chiemsee, das Bayerische Meer, zu gleiten…
… Hoch über der Schiffsanlegestelle Herrenchiemsee thront das im Jahr 1130 gegründete Augustiner Chorherrenstift. Nachdem König Ludwig II. 1873 die Insel erworben hatte, ließ er sich im Kloster Privaträume einrichten. Im Speisesaal konzipierte 1948 der sogenannte Verfassungskonvent das Grundgesetz der Bundesrepublik Deutschland…
… Nur wenige Gehminuten vom kleinen Hafen entfernt zweigt der Fußweg zum Schloss nach rechts ab. Ich marschierte allerdings geradeaus – und war binnen kurzem weitab von den quirlenden Touristenströmen, inmitten eines wunderschönen, dichten Mischwaldes…
… Blaumeise senior schien sich alle erdenkliche Mühe zu geben, seinen Filius davon zu überzeugen, dass er sich in Zukunft sein Futter alleine beschaffen müsse. Das Kleine erwies sich als höchst beratungsresistent und bettelte den Altvogel immer wieder an…
… Wohltuend waren an dem gestrigen heißen Frühsommertag die belebende Frische und der würzige Duft des Waldes. Ab und an taten sich von Grün umschlossenen Fenstern gleich wundervolle Ausblicke auf, so auch auf die Benediktinerinnenabtei der kleinen Fraueninsel…
… Nach ca. zwei Kilometern Wegstrecke hatte ich die östlichen Zufahrtsalleen zum Schloss erreicht…
… Die eher selten fotografierte, östliche „Rückseite“ von Schloss Herrenchiemsee…
… Doch mein Weg führte erneut in den Wald hinein, hin zur südlichen Spitze der Herreninsel, der Pauls Ruh’…
… Nun ging es nach Westen zu, durch einen anscheinend völlig naturbelassenen, dicht und wild wuchernden Urwald…
… Ottos Ruh, ein sehr idyllischer Aussichtspunkt im Südwesten der Herreninsel…
… Von da an führt der wirklich sehr gepflegte Wanderweg dann Richtung Norden, nach einem knappen Kilometer war ich an der Westseite, der „Vorderseite“, von Schloss Herrenchiemsee angelangt…
… Von dort aus führte mich eine schnurgerade und leicht ansteigende Allee zurück zum Augustiner Chorherrenstift und in Richtung Schiffsanlegestelle…
… Prachtvolle Pferde weideten beiderseits des Wegs…
… Ziemlich beste Freunde… 😉
… Unterm Dach der Klosterstallungen hüteten Schwalben ihren Nachwuchs, der neugierig aus den kunstvoll an die Mauer drapierten Nestern lugte…
… Das kleine romanische Kircherl St. Maria…
… Zusammen mit den Schlossangestellten ließ ich mich müde aber glücklich per Schiff zurück nach Prien bugsieren. Als wir abgelegt hatten, kam uns die „Ludwig Fessler“ entgegen, ein wunderschöner, 1926 erbauter Schaufelraddampfer, auf ihrer letzten Seerundfahrt des Tages…
… Ein letzter Blick auf das Schloss Herrenchiemsee…
… Den bayerischen König Ludwig II. würdigt man in Prien/Stock mit einem etwas ungewöhnlichen Denkmal, es gleicht einem metallenen Scherenschnitt…
… Auch wenn ich mit dieser Wanderung wieder einmal meine körperlichen Grenzen beinahe schon überschritten habe – die Strecke beträgt immerhin ca. sieben Kilometer – und ich deshalb heute aufgrund sehr großer Erschöpfung einen Ruhetag einlegen muss – die Strapaze hat sich sehr gelohnt. Und ich kann diese Tour sehr empfehlen…
… Das sieht ganz danach aus, als würde das Bayerische Landesgestüt sich in Zukunft in die kleine aber feine Liste meiner Lieblingsorte einreihen…
… Natürlich durfte vorgestern vor meiner Wanderung vom Gestüt ins etwa vier Kilometer entfernte Ohlstadt ein Besuch bei meinem wunderschönen Traumpferd, dem rassigen Hengst Si Senjor, nicht fehlen…
… Und eine kurze Stippvisite im Fohlenstall musste auch unbedingt sein…
… Begrüßt wurde ich von diesem liebenswerten kleinen Wesen namens Annik…
… Dieses wonnige, vor fünf Tagen erst geborene Pferdekind trägt seinen Namen Sonnenschein zu Recht, wie ich finde…
… Kleine Rangelei unter hitzigen Jungspunden – die aber viel dramatischer aussieht, als sie sich in der Realität abgespielt hat. Es war lediglich ein nicht ernst gemeinter Schaukampf, bei dem weder richtig zugebissen noch getreten wurde…
… Diese aparte junge Fuchsstute erinnerte mich an das Wildpferd Flicka aus meinen Lieblingsromanen der amerikanischen Autorin Mary O’Hara…
… Ein Weilchen leistete ich den Pferdekindern und ihren Müttern im Paddock Gesellschaft…
… Wenn die Beine sooooo unendlich lang sind, dass man im Stehen nicht beschnuppern kann, was da am Boden so interessant riecht, muss man sich eben zu helfen wissen… 😉
… Frau Buchfink fand den Haufen Pferdeäpfel höchst delikat…
… Und Herr Bachstelze flirtete laut zwitschernd mit seiner Liebsten, die sich im Baum gegenüber verborgen hielt…
… An der Weggabelung traf ich noch auf einen stattlichen Gockel und seine fleißig scharrende und pickende Hühnerschar…
… Durch das sanft sich wellende Blaue Land wand sich nun der breite und mühelos begehbare Weg Richtung Ohlstadt…
… Auf einer Anhöhe wenige hundert Meter vor der Ortschaft steht die sogenannte Teufelssäule, mit der es folgende Bewandtnis hat: Im Jahr 1668 lag ein Ohlstadter Bürger im Sterben. Der Mesner eilte ins Schlehdorfer Kloster, um geistlichen Beistand zu holen. Ein Pater machte sich sogleich auf den Weg. Ungefähr dort, wo sich jetzt die Säule befindet, geriet er unversehens in eine unheimliche, drohende, auswegslose Dunkelheit. Der Geistliche bat verzweifelt um geistigen Beistand, und versprach, ein Denkmal zu errichten, sollte ihm geholfen werden. Und siehe da, die teuflische Finsternis ließ von dem Manne ab, und zum Dank für seine Errettung stiftete er die Gedenksäule aus Marmor…
… Leider war es am Mittwoch recht dunstig, so dass das Massiv der Zugspitze doch recht „benebelt“ war…
… Kurz vor Ohlstadt befindet sich das Fieberkircherl. Auch dazu gibt es eine kleine Geschichte: Im Jahr 1634 schleppten spanische Soldaten die Pest ein, etwa ein Drittel der damaligen BewohnerInnen Ohlstadts verstarben daran. Daraufhin wurde als quasi zu Stein gewordenes Gelübde eine Kapelle errichtet. Man nimmt an, dass sich der damalige Pestfriedhof, auf dem die an der verheerenden Seuche Verstorbenen vergraben wurden, in unmittelbarer Nähe bzw. unter dem Kircherl befunden hat. Ob das Gelübde Wirkung gezeigt hatte, und die Pest daraufhin Ohlstadt nicht mehr heimsuchte, konnte ich leider nicht ausfindig machen…
… Von Ohlstadt selber habe ich leider keine Bilder, werde dies demnächst aber nachholen. Ich war am Mittwoch von der Wanderung dann doch so erschöpft, dass ich mich auf dem kürzesten Weg zum etwas außerhalb gelegenen Bahnhof begab, und die Ortsmitte wortwörtlich links liegen ließ. – Aber dieses kernig humorvolle Schild an einem Bauernhof ist mir aufgefallen:…
… „Es gibt Leute, die freuen sich darüber, dass es uns so schlecht ergeht. Aber lasst’s die Leute ruhig reden, denn so schlecht geht’s uns nun wirklich nicht.“… 😉
… Nachdem ich mich von den beiden anhänglichen Haflingerjungs verabschiedet hatte, sah ich, wie ein Bereiter den wunderschönen und blitzblank gestriegelten Hengst Si Senjor in einen weitläufigen Paddock führte und frei ließ. Eine Weile schlenderte das große Pferd entspannt umher, als würde es sagen: „Na, endlich Feierabend!“…
… Und dann beschloss es, ein ausgiebiges Sandbad zu nehmen. Der Bereiter raufte sich die Haare: „Und ich hab‘ dich so schön geputzt! Du alter Dreckspatz!“…
… „Cool! Das hat richtig gut getan! – Gleich noch einmal!“…
… Eine hübsche junge Pferdedame wurde vorbei geführt, und weckte natürlich Si Senjors Interesse…
… Si Senjor ist eine faszinierende Persönlichkeit mit einer sehr starken Ausstrahlung, kein Wunder, dass ich mich lange Zeit nicht von diesem Pferd losreißen konnte. Aber dann schlug ich doch den Weg Richtung Fohlenstallungen ein. Zuerst besuchte ich die Boxen der Mutterstuten mit den ganz jungen Pferdekindern…
… Dieses entzückende langbeinige Wesen wurde am 26. März geboren und auf den Namen Clark Gable getauft… 😉
… Nur wenige Schritte entfernt war der Laufstall, in dem sich eine Handvoll Haflingerstuten mit ihren Fohlen tummelten…
… Auf dem Weg Richtung Bushaltestelle begegnete ich einer kleinen Schar Hühner und einem stattlichen Gockel, und durfte live und in Farbe mitansehen, wie Freilandeier gemacht werden… 😉
… ist idyllisch inmitten sanft geschwungener Wiesen und dunkler Wälder, am Fuß eines langgezogenen Hügelrückens gelegen, und befindet sich ungefähr in der Mitte zwischen Murnau und dem Kochelsee. Es ist das südlichste Staatsgestüt Deutschlands und widmet sich der Aufzucht der Rassen Süddeutsches Kaltblut, Bayerisches Warmblut sowie Haflinger…
… Schwaiganger – der Name setzt sich aus den beiden altdeutschen Worten Schwaige = Gehöft und Anger = Wiese zusammen – blickt auf eine über tausend Jahre währende Geschichte zurück. Bereits 955 wurde es erstmals urkundlich erwähnt. Vom Beginn des 17. Jahrhunderts bis 1808 war es ein sogenanntes Kabinettsgut des bayerischen Herrschergeschlechts Wittelsbacher. Von 1780 bis 1790 diente es auf Geheiß des damaligen Kurfürsten Karl Theodor der Herzogin Maria Anna von Bayern als Witwensitz. Im 19. Jahrhundert war Schwaiganger ein Armeegestüt, und wurde nach dessen Verlegung nach Achselschwang am Ammersee bis 1920 als Remontendepot (Remonte = junges Kavaleriepferd) genutzt. Danach übernahm der bayerische Staat Schwaiganger. Seit Auflösung des Landesgestüts Landshut im Jahr 1980 dient das weitläufige Anwesen nun als Bayerisches Haupt- und Landesgestüt, sowie seit 2004 als Lehr-, Versuchs- und Fachzentrum für Pferdehaltung der Bayerischen Landesanstalt für Landwirtschaft…
… Die Tore des Gestüts stehen tagtäglich für BesucherInnen offen, sofern man sich ruhig verhält und geziemenden Abstand zu den Pferden hält, darf man sich auf der Anlage und sogar in den Ställen frei bewegen. Auf meinem ausgedehnten Rundgang am Mittwoch nachmittag habe ich viele freundliche Menschen getroffen, die mir auch sehr gerne meine wissbegierigen Fragen beantwortet haben. Dank eines Antiallergikums, das mir von einer ehemaligen Arbeitskollegin empfohlen worden war, konnte ich trotz meiner starken Allergie gegen Pferdehaare diesen Ausflug, der seit langem schon ganz weit oben auf meiner To-Do-Liste gestanden hatte, völlig beschwerdefrei genießen. Und ich bin ganz bestimmt nicht zum letzten Mal dort gewesen. In den warmen Jahreszeiten werden im Gestüt etliche interessante Veranstaltungen geboten, zudem ab Mai wochentags Führungen, und das riesige Areal lädt sehr zum Wandern ein…
… Es ist grade Deckzeit, und diese bildhübsche junge Stute konnte dem Anschein nach das Stelldichein mit einem der Deckhengste kaum noch mehr erwarten…
… Das liebestolle Wiehern brachte das Blut des stattlichen Hengstes Si Senjor, der in der Halle grade trainiert wurde, ganz schön in Wallung…
… Was für ein Charakterkopf! Diesem prachtvollen Vierbeiner würde ich im Laufe des Nachmittags noch einmal begegnen…
… Der weit ausladende Kirschbaum vor der Reithalle steht grad in voller Blüte…
… In der Frühlingssonne lässig abhängen – aber dennoch immer aufmerksam bleiben, damit einem ja nix entgeht, was rundherum so passiert… 😉
… Als erfahrener Gestütsspatz hat man natürlich auch immerfort wachsam und wissbegierig zu sein… 😉
… Diesen beiden Haflingerhengsten muss ich sehr sympathisch gewesen sein, sie folgten mir bis ans Ende ihrer Koppel auf Schritt und Tritt und blickten mir dann noch lange nach… 😉
… Demnächst werde ich euch, nachdem ich euch eine recht lustige „Freizeitbeschäftigung“ des majestätischen Hengstes Si Senjor gezeigt habe, virtuell in die Kinderstube des Landesgestüts Schwaiganger mitnehmen. Es ist nämlich schon einiges an vierbeinigem Nachwuchs zu bewundern…
… haben sich zu meiner großen Freude wieder in ihrem Horst über dem Feuerwehrhaus in Obersöchering eingefunden – es soll angeblich das südlichste Storchennest Deutschlands sein. Und die beiden wunderschönen, großen Schreitvögel brüten wohl auch schon fleißig…
… „Oh, Fans! Dort stehen welche!“…
… „Und da drüben auch.“…
… „Da muss ich mich doch gleich ein wenig aufhübschen.“…
… „Blöder Wind! Jetzt bringt der mir die Federn wieder durcheinander! Und ich hab‘ mir doch solche Mühe mit der Frisur gegeben!“…
… „Ein bisschen das linke Bein ausruhen.“…
… „Uuuups! Auf der anderen Seite vom Feuerwehrhaus stehen ja auch Fans und Groupies!“…
… „Da grüß‘ ich doch mal mit einer eleganten Verbeugung.“…
… „He, du da, mit der dicken Knipse! Hast du auch schön brav fotografiert?“…
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