8 Kommentare zu “Atlantropa – eine kühne Vision

  1. Eine großer Idee. Darauf muss man erstmal kommen. Aber ich muss sagen, dass ich froh bin, dass es nicht umgesetzt werden konnte. Das hat doch ein was von „Gott-spielen“ an sich … Mal so eben die Erde umgestalten. Die Konsequenzen wären sicher haarsträubend gewesen …

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    • @Sany: Vor etwa neunzig Jahren hat es ja so etwas wie Umweltforschung noch nicht gegeben. Daher konnte Sörgel um die ökologischen Konsequenzen seiner Idee auch gar nicht wissen. Seine Vision an sich ist atemberaubend. Mein Vater und ich sind hin und weg gewesen, als wir vor etlichen Jährchen zum ersten Mal davon gehört und gelesen hatten.
      Hermann Sörgel wird als besonnener und auch bescheidener Mensch geschildert, ich bin fest davon überzeugt, dass es seinem Interesse fern war, so eben mal „Gott“ zu spielen. All seine Gedanken waren darauf gerichtet, dass durch diesen Eingriff für die Menschen in Europa, Kleinasien und Afrika bessere und friedvollere Zeiten anbrechen würden.

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  2. Ich weiß ja nicht, mir klingt diese Idee doch irgendwie reichlich versponnen, da mag ich gar nicht an die zum Beispiel ökologischen Auswirkungen denken. Ganz abgesehen davon, das es doch wirklich schade um das schöne Mittelmeer wäre.
    Und hat sich der Mann auch mal Gedanken darüber gemacht, was aus den zahllosen Landstrichen wird, für die ihre unmittelbare Küstenlage eine ernorm große wirtschaftliche Bedeutung hat und die dann auf einmal auf dem Trocknen liegen würden?
    Manche Visionen sind sicherlich ganz spannend zu lesen, tun aber besser daran, Visionen zu bleiben.

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    • @Zimtapfel: Die ökologischen Auswirkungen wären vermutlich immens, von einem Klimawandel bis zum großen Artensterben im Mittelmeer wegen des angestiegenen Salzgehaltes, der dann so hoch wie beim Toten Meer gewesen wäre. Das Mittelmeer allerdings ist im Verlaufe der Erdgeschichte schon einige Male ausgetrocknet, das letzte Mal vor ca. 2 Mill. Jahren. Die umweltbedingten Konsequenzen konnte Sörgel noch nicht erfassen, da Anfang bis Mitte des letzten Jahrhunderts eine dementsprechende Forschung ja noch gar nicht existiert hatte. Die wirtschaftlichen Belange der ehemaligen Küstenstreifen und Häfen hatte er allerdings einschließlich nachvollziehbarer Lösungen bis ins letzte Detail durchdacht gehabt.
      Oh, mittlerweile ist man wieder dabei Sörgel’s Pläne aufzugreifen, diese Idee von Atlantropa ist offenbar nicht tot zu kriegen.

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  3. Das klingt sehr interessant, wirklich auch erschreckend. Die Konsequenzen haben die Menschen nicht immer im Griff – auch wenn heute die Ökoogie ein größeres Thema ist.
    Vor der Öko-Phase hat bereits der Assuan-Staudamm gezeigt, wie schon ein einzelnes Bauwerk dieser Art ungeahnte Probleme auslöst: Das Hochwasser blieb weg, aber auch der fruchtbare Schlamm.

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    • @theomix: Vielleicht liegt darin auch die Faszination dieser Vision – sie ist gleichzeitig interessant, und es ist auch spannend, sich in der Phantasie dieses Atlantropa auszumalen, allein die Vorstellung von der Bahnlinie von Berlin nach Kapstadt fesselt mich stets sehr, und auch erschreckend, wenn man sich die ökologischen Auswirkungen vor Augen führt. Dabei ist diese Idee ja mit dem besten Wissen und auch Gewissen entwickelt worden. Sörgel’s politische Voraussage von den drei wirtschaftlich, technisch und auch politisch die Welt bestimmenden Blöcken Asien, Amerika und Europa hat sich ja erfüllt.
      Es hätte Jahrhunderte gedauert, die gewonnenen Landmassen urbar zu machen, da es sich dabei ja so gut wie ausschließlich um unfruchtbare Salzmarschen gehandelt hätte. Sörgel’s Projekt ging ja auch noch viel weiter, er wollte inmitten Zentralafrikas drei große Binnenseen schaffen und damit die Sahara begrünen…
      Das WDR hat vor ein oder zwei Jahren eine sehr gut recherchierte Dokumentation über „Atlantropa“ geschaffen. Wenn es dich interessiert, dann schau ich mal nach dem Link.

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