Marthas Momente-Sammlung

Glück ist die Summe schöner Momente

Mein Wochenrückblick…

Gefreut: Dass während der vergangenen Woche so angenehme Temperaturen herrschten. – Und darüber, dass ich bei einem bösen Sturz in der Wohnung am Dienstag wohl Glück im Unglück hatte – ich hätte mich noch viel schlimmer verletzen können. – Und über den neuen Turmventilator – das Teil ist Klasse und zudem auch sehr leise.

Geärgert: Dass ich wegen der Blessuren, die ich mir bei einem häuslichen Unfall zugezogen hatte, überwiegend das Bett hüten musste und mich kaum draußen bewegen konnte.

Gedacht: „cd“U und „cs“U haben immer wieder bewiesen, dass sie im Grunde genommen queerfeindlich eingestellt sind – Blackrock Freddy hatte hinsichtlich der Regenbogenfahne genölt, der Bundestag sei kein Zirkuszelt, die Klöckner Jule hat untersagt, diese Flagge am Bundestag am 17. Mai, dem Internationalen Tag gegen Homophobie, hissen zu lassen, und das DopeRindt hatte im Jahr 2025 sogar geplant, queere Menschen bundesweit in Listen erfassen zu lassen. Zudem wurden der Jugendhilfsorganisation Lambda nach 36 Jahren die Fördergelder gestrichen und den Aktionsplan „Queer leben“ beendet, das einzige bundesweite Förderprogramm für queere Anliegen – von insgesamt 134 Projekten wurden lediglich 86 umgesetzt. Deshalb finde ich dieses Betroffenheitsgetue nach dem Anschlag in Berlin von Mitgliedern der Bundesregierung Ekel erregend. Auch Merzens „Mahnung“, dass dieser Terrorakt Deutschland nicht spalten dürfe stößt mich sehr ab. Denn er ist selbst ein Spalter und Hetzer: Seine Stadtbild-Äußerung, „kleine Paschas“ in den Wartezimmern deutscher Ärzte, die uns die Termine wegnehmen würden, die Herabwürdigung der Bürger:innen als arbeitsscheu und ständig krank feiernd, das Verunglimpfen antifaschistischer Bewegungen, das Bezweifeln der Legitimität antifaschistischer NGOs, und seine Beschuldigung im Sommerinterview, die Grünen und die Linke würden sich der gleichen Rhetorik wie die AfD bedienen, sind unumstößliche Beweise dafür…

Gefragt: Warum ist es so schwierig, E-Scooter so abzustellen, dass sie niemanden stören und behindern?

Gewundert:  Geschockt. Über das, was sich in den Kommentarspalten zu Beiträgen sogar seriöser Medien hinsichtlich des CSD Anschlags in Berlin abspielt.

Gelitten: Am Dienstag Vormittag stolperte ich in der Küche über meine eigenen Füße und stürzte zu Boden, wobei ich mir den linken großen Zeh verstauchte, beide Knie prellte und die linke Rumpfmuskulatur zerrte. Nachdem ich meine Knochen abgetastet und sortiert hatte, wurde mir schauerlich bewusst, dass ich ja des Muskelschwunds in den Beinen wegen nicht aufstehen konnte, ich war lediglich dazu in der Lage, mich auf meinem Allerwertesten rutschend fortzubewegen. Ich rief die 116 117 an, die Nummer der Bereitschaftsärzt:innen. Es beriet mich gefühlt stundenlang ein „Blechdepp“ und stellte mir ungezählte Fragen, u. v. a. „Benötigen Sie einen Facharzttermin?“, „Benötigen Sie einen Termin für psychotherapeutische Hilfe?“, dann informierte er mich, dass die Wartezeit für ein Gespräch mit einer medizinischen Fachkraft zehn Minuten betragen würde. Ich legte entnervt auf. Vielleicht war nebenan jemand zuhause und konnte mich auf die Beine stellen. Ich schloss im Sitzen die Wohnungstür auf, wozu ich mehrere Anläufe benötigte. Dann rutschte ich in den Hausflur und versuchte, bei den Nachbarn zu läuten – ging nicht, die Klingelknöpfe waren zu hoch, mein Klopfen und Rufen verklang ungehört. Mein Blick fiel auf die Treppe – und da hatte ich eine Erleuchtung. Vorsichtig hievte ich mich auf die erste Stufe – in den Armen und Händen habe ich zum Glück noch viel Kraft -, dann auf die zweite, und dann konnte ich mich am Geländer so weit hoch ziehen, dass ich endlich wieder auf meinen Beinen stand. Zitternd tastete ich mich zurück in die Wohnung, versorgte meine Blessuren und legte mich völlig fertig ins Bett.

Genervt: Von der bescheuerten Situation am Dienstag. Ich komme mit meiner Behinderung gut zurecht, aber ich hasse es, so hilflos zu sein.

Gewesen: Außer zweimal Einkaufen, was vor allem der gezerrten Rumpfmuskulatur nicht gut getan hat, überwiegend im Bett, mich auskurieren.

Getroffen: Eine Nachbarin, die ich seit Ewigkeiten nicht mehr gesehen habe. Ich nahm grad das Paket mit dem bestellten Turmventilator in Empfang, und sie war im Lift auf dem Weg nach oben, so blieb leider keine Zeit für ein Schwätzchen.

Gesucht: Im Internet den Staubsauger, der bei der Prüfung von Stiftung Warentest im Herbst 25 am besten abgeschnitten hat.

Gefunden: Yepp. Ist gar nicht mal so teuer. Ich habe das Teil sofort auf meine Muss-Haben-Liste gesetzt.

Gegessen: Kabeljaufilet gebraten mit Rucola-Salat. Lachsforellenfilet mit Maiskolben. Halloumi mit Salzkartoffeln und Maiskolben. Hähnchenschenkel mit Kartoffelsalat. Bockwurst mit Salzkartoffeln und Maiskolben. Melonen in allen Variationen. Wie üblich Müsli, viel frisches Obst und Gemüse.

Getrunken: Wasser, Tee, Orangensaft. Und am Dienstag einen kräftigen Melissengeist-Grog, um meine Nerven zu beruhigen.

Genascht: Hach, ja… Im nahen Supermärktchen hatten sie letzte Woche diese herrlichen Schweizer Waffelkekse im Angebot…

Gelacht: Im Nachhinein denke ich mir, dass das schon herrlich grotesk und schräg ausgesehen haben muss, wie ich da auf dem Hinterteil durch meine Bude und den Hausflur gerutscht bin. 🤣

Geweint: Am Dienstag war ich einige Male ganz nah dran. Aber so richtig zu Tränen gerührt hat mich am Samstag Abend Renée Zellwegers Interpretation von „Somewhere Over The Rainbow“ aus dem Film „Judy“.

Gehört:

Gesehen: „Judy“, ein Film aus dem Jahr 2019 über das letzte Lebensjahr der begnadeten Schauspielerin und Sängerin Judy Garland. Zuerst war ich skeptisch, doch dann hat mich Renée Zellwegers Darstellung dieser tragischen und innerlich auch sehr zerrissenen Persönlichkeit begeistert. Den Oscar für die beste Hauptrolle hatte sie sich zu Recht verdient.

Natürlich habe ich mir auch wieder einige RoadTrips angeguckt – eine fesselnde Fahrt mit dem Bernina-Express, sowie eine abenteuerliche Tour durch Norwegens wilde Bergwelt bis zum smaragdgrün schimmernden See Insta Mosevatnet am Fuß des riesigen Folgefonna Gletschers.

Gelesen: Begonnen habe ich mit der Lektüre von „Das Glück hat acht Arme“ von Shelby Van Pelt (Übersetzung: Andrea Fischer). Es ist eine skurrile, humorvolle und anrührende Schilderung der Freundschaft zwischen der verwitweten Putzfrau Tova und dem höchst intelligenten Riesenoctopus Marcellus. Tut mir in meinem angeschlagenen Zustand grad gut, dieses Buch.

Gelernt: Wenn ich das nächste Mal stürzen und nicht allzu schwer verletzt sein sollte, dann brauche ich mir nicht lange den Kopf zerbrechen, wie ich wieder auf die Beine komme, dann kann ich gleich auf dem Hintern in den Hausflur zur Teppe rutschen. 🙂

Gekauft: Diesmal nur das Allernötigste. Mit der gezerrten Brustmuskulatur konnte ich kaum etwas heben, geschweige denn schleppen.

Gewerkelt: Den Standfuß vom Turmventilator zusammengesetzt und angefügt. Ging wesentlich leichter als den Standventilator zusammen zu pfriemeln.

Geschlafen: Unruhig, wegen der Zerrung im Rumpf.

Geträumt: Bei einer Reservierung, die ich bedienen sollte, sind völlig überraschend statt der angemeldeten zehn Personen über fünfzig eingetrudelt. Bevor ich in Panik geriet, kam mein allererster Chef in der Gastronomie, hat mir gut zugeredet und mir geholfen.

Geplant: Mich noch ein wenig schonen, damit die Zerrung heilen kann. Und dann hoffentlich gut durch die nächste Hitzewelle kommen.

……………………………

Ich wünsche euch eine gute und möglichst unbeschwerte neue Woche.


14 Kommentare zu “Mein Wochenrückblick…”

  1. Ach je, ich wünsche dir gute Besserung und keine weiteren Stürze.
    Zum Glück hast du dir nichts gebrochen.
    Liebe Grüße und schnelle Genesung
    wünscht dir Martina

  2. Da hast du dir mit deinem Sturz was „geleistet“. Ich hoffe, dass du so bald und so gut wie möglich über die Folgen hinweg kommen wirst!
    Was dein Buch anbelangt, so ist es verfilmt worden. Mit Sally Fields in der Hauptrolle. Auf Netflix zu sehen. Ein sehr einfühlsamer Film und ich habe mich direkt in Marcellus verliebt!
    Liebe Grüsse und gute Besserung!
    Christa

    • Aber hallo! Und das nur, weil ich bislang in der Wohnung viel lieber barfuß gelaufen bin, als meine orthopädischen Schuhe anzuziehen. Das will ich jetzt wirklich und ganz ernsthaft ändern.
      Danke schön – die gezerrten Muskeln zwicken noch ganz ordentlich, vor allem beim Husten, Niesen, bei Schluckauf und blöderweise auch beim Lachen. Aber das wird bestimmt bald wieder gut sein.
      Ja, das mit der Verfilmung von „Das Glück hat acht Arme“ habe ich gelesen. Wenn ich mit dem Buch fertig bin, möchte ich mir gerne den Film ansehen. Der Marcellus ist schon ne ganz obercoole Socke. 😀
      Danke schön, liebe Christa, und herzliche Grüße zurück!

  3. Gratuliere zu der Treppenidee ! Wie immer es aussehen mag, kann dir ja egal sein, es funktioniert. Und wenn jemand in Sichtweite gewesen wäre, hätte er/sie dir doch hoffentlich aufgeholfen ! Gute Besserung wünsche ich !!

Ich freue mich über eure Kommentare! Also haut in die Tasten, ihr Lieben!

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