26 Kommentare zu “Die Welt habe sich verändert,…

  1. Warum so pessimistisch? Hast Du Dich auch nicht verändert? Hat es Deine Weltsicht nicht verändert? Zuerst sollte jeder sich selbst betrachten. Wieviel Zivilcourage wirst Du zeigen, wenn vor Deinen Ohren Menschen diskriminiert werden? Wen wirst Du bei den nächsten Wahlen wählen? Wie oft stellst du Katzenbilder online? Oder tust Du das gar nicht? Jeder hat bei uns die Möglichkeit, Katzenbilder ins Netz zu stellen oder auch sein Profilbild zu ändern, wann und wie oft er will. Es gibt starke und schwache Menschen. Das ist Demokratie und unsere Freiheit. Leider wird die Angst dazu führen, dass die Grenzen dicht gemacht werden, dass aus dem großen vereinten Europa wieder eine Vielfalt von eigenwilligen Staaten wird. Mit jedem Anschlag verändert sich Europa.
    Und: Ich warte manchmal regelrecht darauf, z.B. während meiner täglichen Fahrten mit der U-Bahn, Zivilcourage zu zeigen, wenn die vielen Menschen unterschiedlichster Herkunft einander beschimpfen. Doch ich erlebe sowas nicht. Ich sehe immer „nur“ Schüler, junge Menschen aller Hautfarben friedlich miteinander plaudern, gemeinsam zur Schule/Arbeit fahren. Und das auf einer U-Bahn-Linie, die die schlimmsten sozialen Brennpunkte in Hamburg bedient.
    Ich sehe nur immer wieder, wie groß die Hilfsbereitschaft gegenüber hilfsbedürftigen Menschen ist. Die Menschen, die wirklich helfen, denen das friedliche Zusammenleben aller Menschen am Herzen liegt, schreiben keine langen Artikel, sie helfen und die meisten reden nicht drüber…
    Nach allem, was ich sehe, werden durch solche Attentate mehr Menschen dazu animiert zu helfen, wo und wie sie können. Ich finde es zum Beispiel beeindruckend, wie sich die Muslime auf der Welt laut und deutlich von den Attentaten und dem IS distanzieren.
    Ach, die Welt ändert sich, aber vielleicht nicht überall so, wie jeder persönlich es gerne möchte.

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    • Warum ich so pessimistisch bin? Weil ich inzwischen das WWW zur Genüge kennen gelernt habe… Und ich habe genug Zivilcourage, Ulrike, um einzuschreiten, wenn ich mitbekomme, dass Menschen bedroht oder diskriminiert werden, ich habe dies schon mehrmals unter Beweis gestellt… Ich spreche niemandem das Recht ab, zu posten was er will und wann er will. Was ich beschreibe ist meine Sicht der Dinge, und die hat sich auch bereits mehrmals bestätigt… Katzenbilder zeige ich höchst selten, auch so gut wie keine Koch- und Backrezepte, Selfies, Bienchen- und Blümchenposts. Bei mir kann man zwar auch zur Genüge die schönen Seiten des Lebens betrachten, doch zwischendrin gibt es auch genügend Posts, die sich kritisch und nachdenklich äußern…
      Ich richte mich nicht gegen die Freiheit im WWW, ich richte mich gegen diese Scheinheiligkeit vor allem auf Facebook. Und diesbezüglich habe ich recht, liebe Ulrike, das ist nicht von der Hand zu weisen. Ich sehe das jedesmal nach einem solch schrecklichen Ereignis, dass im WWW nach einigen Tagen bereits wieder zur „Tagesordnung“ übergegangen wird, so, als wäre nichts geschehen.
      Ich tue beides, Ulrike, ich schreibe Artikel und ich helfe, auf meine Weise.
      Und ich finde es ein Graus, dass sich Muslime weltweit dazu genötigt fühlen, sich von den Attentaten und dem IS zu distanzieren. Kein einziger „Christ“ hat dies jemals für nötig gefunden bzw. getan, wenn im Namen unserer Religion Greueltaten begangen worden sind.

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  2. Ich denke, du bist hier etwas ungerecht, liebe M. Das Netz ist nicht das „Leben“, es ist und bleibt eine virtuelle Welt. Ich z.B. hüte mich, durch das Netz zu sausen und zu schauen, was der eine oder andere da tut. Von den Hass-Seiten halte ich mich fern. Ich mag nicht auf jeden Kommentar antworten, es raubt mir die Kraft. Mit den ewig Unbelehrbaren, denen, die endlich mal wer sind und das ausleben, dikutiere ich nicht, weil es nichts bringt. Ich teile auch nicht ständig die klugen Gedanken anderer. Wenn mir selbst nichts einfällt, bin ich eben still. Irgendwer sagte mal, wenn alles so geteilt würde wie Inhalte in fb, dann wären wir alle reich. Manche sind Teil-Weltmeister.
    Was jeder im realen Leben tut, spiegelt sich nicht unmittelbar in den Netzwerken wieder und manchmal erfordert das mehr Mut und Kraft, als unter einem Pseudonym Worte abzulassen. Es sind halt oft viele kleine Dinge, die eben doch die Welt verändern, sie zumindest ein bissel menschlicher machen. Ich habe jetzt einige dieser Menschen kennengelernt und einer davon schreibt gerne im Netz über seinen Kater, den er sehr liebt. Gut so, denn jeder muss sehen, wie er sich selbst bei Laune und Kräften hält, gerade in soch schwierigen Zeiten.
    Natürlich muss man irgendwann wieder zur Tagesordnung übergehen. Nicht der ist der bessere Mensch, der besonders lange auf den Knien liegen bleibt. Jeder nimmt sich seine Gedanken mit. Sie werden in sein Tun einfließen. Und jeder handelt, eben auf seine Weise.
    Liebe Grüße von der Gudrun

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    • Obwohl das Netz nicht das reale Leben ist – doch zumindest ein Spiegelbild desselben – lassen sich damit doch ungemein viele Dinge bewegen – ich denke da jetzt an den sogenannten Arabischen Frühling… Ich guck doch auch nicht wie ein kleinkariertes Schulmeisterlein darauf, wer was im Netz online stellt bzw. treibt… Und ich möchte auch nicht mit dem ungerechten, erhobenen, moralischen Zeigefinger weisen. Ich habe doch voller Absicht diesen Post in der „Wir-Form“ verfasst, weil ich mich diesbezüglich auch an der eigenen Nase packe!… Ich halte es gerne anders herum, liebe Gudrun, lieber teile ich kluge Gedanken, die mir Respekt einflößen, und die ich gut und richtig finde, bevor ich schweige. 😉 Ich bin zwar kein Teile-Weltmeister, aber was dies anbelangt, eigentlich auch recht gut unterwegs… Es sind die vielen kleinen Dinge nicht nur im realen Leben, sondern auch im Netz, ich habe grad während der vergangenen Woche zweimal miterleben dürfen, wie viel man im WWW an Gutem tun kann, wenn man die Traute und den Willen hat, Dinge anzustoßen, um anderen zu helfen…
      Und mir stößt die Scheinheiligkeit und Heuchelei einer Organisation wie Facebook höchst sauer auf, die auf der einen Seite ja sooooo engagiert und mitfühlend das Einfärben des Profilbildchens zur Verfügung stellt – und auf der anderen Seite auch in diesen Tagen nach wie vor ungezählte Hetz- und Hasskommentare, sowie eindeutige Aufforderungen zu Gewalttaten ohne Einzuschreiten online stehen lässt, nach wie vor bekommt man beim Melden von furchtbaren Accounts und Kommentaren nur allzu oft die Nachricht: „Du hast … gemeldet, leider müssen wir dir mitteilen, dass nach Prüfung dieser Beitrag/Account nicht gegen unsere Gemeinschaftstandards verstößt.“ Eigentlich sollten wir uns allesamt geschlossen von diesem Verein abmelden…
      Liebe Grüße!

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  3. Ich bin ganz Deiner Meinung und möchte mich bei Dir für diesen Artikel bedanken.
    Warum?
    Der Fokus liegt nicht darauf, WAS und WANN gepostet wird, sondern darauf, dass die Menschen einer allgemeinen, teils ohnmächtigen, teils aber auch unempathischen Weise ihre ganz persönlichen Freiheiten leben.

    Nun kommt das ABER: Es gehört auch zu unserem jetzigen Leben dazu, sich mit den Dingen, die um uns herum geschehen, differenziert auseinanderzusetzen und sich darüber im Klaren zu werden, WAS man will. Für mich ist das derzeitige Schweigen vieler Menschen weitaus schlimmer als das Demonstrieren.

    Will man weiterhin in einem friedlichen Land leben, weiterhin jederzeit eine Tüte dampfender Brötchen in der Hand halten, verreisen, Einkaufsmärkte stürmen und sich des Wohlstands erfreuen? Oder will man lieber weiter Augen und Ohren verschließen, weil doch alles so weit weg ist. Ich muss leider sagen, dass genau diese Menschen jene sein würden, die am lautesten schreien, wenn es anders werden würde und die auch jene sein werden, die für die Misere andere verantwortlich machen. „“Willst du die Welt verändern, gehe dreimal durch dein eigenes Haus.“ So ist es. Dieses chinesische Sprichwort beinhaltet eine drastische Wahrheit: Wie können wir die Welt verändern, wenn wir schweigend verharren oder so tun, als wäre alles in Ordnung?“Von niemandem wird verlangt, sich rund um die Uhr mit den Mißständen auf dieser Welt zu beschäftigen. Dies nämlich hätte zur Folge, dass wir unsere Kraft verlieren, welche wir brauchen, um uns stark zu machen. Hierfür benötigen wir auch schöne Dinge, um aufzutanken.
    Ich spreche hier eben von einem GESUNDEN Maß!
    Ich habe vorgestern nicht verstanden, wie manche Blogger weitermachen, als sei nichts geschehen. Das ist einer der Gründe, warum unsere Welt sukzessiv verroht.

    Wollen wir etwas ändern, dann müssen WIR – und das ist für jeden gesunden Menschenverstand (er)fassbar – bei UNS anfangen.

    Nicht genug, dass der Terrorismus bereits eine Form von Krieg ist.

    Es sind eindeutig nationalsozialistische Tendenzen in diesem Land, die immer weitere Ausmaße annehmen. Diese einzudämmen sollte für jeden deutschen Bürger oberste Priorität haben. Dabei sind die Aktionen der Politiker momentan sekundär. Wir als Menschen und als Volk haben auch Macht! Diese sei nicht zu unterschätzen. Es kann auch nicht angehen, dass wir immer nur warten, bis die da oben was entscheiden und denen nur den schwarzen Peter zuschieben. EIGENE Aktionen sind gefragt und nicht nur ein permanentes Lamentieren oder Ignorieren.

    Zumindest hast Du mich zu einer neuen Arbeit bewegt („Symptome“ – ich setze heute noch den Link). Als ich diese meinem Lektor vorhin per Mail vorlegte, rief er mich an und meinte, DAS wäre es. Na, wenigstens habe ich den Guten zufriedengestellt ;-). Den Humor sollten wir nicht verlieren, denn dieser bringt uns auch Energie ;-).

    Liebe Grüße

    Sylvia

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  4. Nachtrag: Ich kann dich schon verstehen. Manchmal fühlt man sich so hilflos gegenüber der Ladung Rassimus, die gerade jetzt hier geistert. Liebe M. , ich drück dich mal.

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  5. Du hast ja so recht, es wird sich nichts ändern. Nach den Anschlägen auf das World Trade Center im Jahre 2001 sprach man auch davon.
    Es gab immer Kriege, und wenn ich früher als junger Mensch auch geglaubt habe es könne irgendwann Frieden auf der Welt geben, dann weiß ich heute, dass es leider nicht so sein wird, es wird immer Kriege geben.
    Die Menschheit hat nie gelernt und und wird es wohl auch in Zukunft nicht.
    Leider, leider, leider.

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    • Und gerade jetzt wäre es für uns hier in Europa, und auch in Deutschland, so ungemein wichtig, zu lernen… Prof. Julian Nida-Rümelin sagte vor einer Woche während der Kundgebung gegen die Opfer der Reichsprogromnacht: „Wir brauchen eine Leitkultur der Humanität.“ Das heisst für mich auch hin- und nicht wegsehen, aktiv werden, den Mund aufmachen, Courage zeigen… Die Obermuftis unserer Rüstungskonzerne lassen bestimmt schon die Champagnerkorken knallen – so viele unserer Volks(ver)treter schreien bereits nach Krieg…

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  6. Natürlich hast du Recht. Natürlich sind wir wütend angesichts all dessen, was passiert. Weil wir uns so machtlos fühlen. Und natürlich dürfen wir nicht so tun, als ginge uns das alles nichts an, was da draußen los ist. Aber natürlich gibt es neben dem, was man im WWW von uns sieht, noch unser reales Leben, das wir meistern müssen. In dem wir uns einsetzen müssen, manchmal mehr, als unsere Kräfte es erlauben. In dem wir uns kümmern müssen und stark sein. Natürlich wünschen wir uns eine heile Welt. Aber wir können, jeder an seinem Platz, nur einen verschwindend kleinen Beitrag leisten. Und die Welt wird sich trotzdem weiter verändern, so wie sie es immer getan hat. Um mit all dem zurecht zu kommen, was uns das Leben so vor die Füße knallt, dürfen wir uns auch Rückzugsorte schaffen, wo wir wieder auftanken können – und dazu gehören eben auch Bienchen-, Blümchen- und Katzenbilder. Niemandem ist geholfen, wenn wir an unserem Gram und unserer Trauer ersticken.
    Ich wünsche dir einen schönen Abend, LG Gaby

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    • Ich danke dir für diesen wirklich schönen und guten Kommentar, liebe Gaby. Und ich gebe dir in allen Dingen sehr recht. Ich blogge selber ja auch sehr gerne über die kleinen und großen Schönheiten dieser Welt, wie du bestimmt weißt…
      Momentan kann ich das, was mir ansonsten als Antwort noch durch den Kopf geistert, nicht so recht in Worte fassen. Nur dies sei noch gesagt: Unser Land befindet sich derzeit in einer überaus kritischen Phase, und damit meine ich nicht die drohende Terrorgefahr von außen. Sondern das Erstarken rechtsradikalen Gedankenguts, und den dadurch verursachten „deutsch-internen“ Terror, der sich mittlerweile immerhin auf über 800 Brandanschläge gegen Flüchtlingsheime und über 500 gewalttätige Angriffe gegen bei uns schutzsuchende Menschen beläuft. Wäre am Sonntag Bundestagswahl, würde die AfD auf über 10 % kommen! Wir bräuchten hierzulande so etwas Ähnliches wie einen Arabischen Frühling – im positiven Sinne. Das geht aber nicht mittels Bienchen-, Blümchen- und Katzenbilder-Postings, alle Jubeljahre einmal die Profilbilchen einfärben und ansonsten politisch den Kopf in den Sand stecken. 😉
      Hab du auch einen schönen Abend!

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  7. Tja, ich kenne viele alte Leute, die zwar nicht unbedingt die AfD wählen, aber den Hass gegenüber Fremden nicht verbergen. In den meisten Fällen ist die (geschürte) Angst der Antrieb oder es sind Schuldgefühle vom letzten Krieg. Man kann sie beim besten Willen nicht umstimmen. Und die Jungen – woher kommt dieser Hass? Angst oder Dummheit – beides schwer therapierbar.

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    • Ich denke, dass oft Menschen, die nicht oder nur wenig auf Reisen waren, und so gut wie nie mit fremden Menschen zu tun hatten, Ängste und Hass gegenüber Fremden ausprägen. Auch Unzufriedenheit spielt eine große Rolle. Die Angst, erarbeitete materielle Werte könnten entwendet bzw. entwertet werden. Geschichtliche Unkenntnis. Unbelehrbarkeit – ich kann mich noch gut an meine Jahre als Bedienung in einer bayerischen Wirtschaft erinnern, Tag für Tag wurden da am Stammtisch von den Veteranen die alten Schlachten ausgefochten, und obwohl viele von ihnen körperliche Gebrechen und Narben aus jenen Zeiten davon getragen hatten, hielten sie dem „oidn Adolf“ und den Nazis eisern die Treue…

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      • Ja, ich kann mir gut vorstellen, wie es an bayerischen Stammtischen zugeht. Hast du den Brüdern nicht das Bier in den Kragen gekippt? Meine Hoffnung ist die gebildete Jugend. Es gibt ja heute kein Studium mehr ohne Auslandsemester. Meine Töchter haben dabei inzwischen viele internationale Freunde gefunden und das ist der richtige Weg! 🙂

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        • Auf einen ganz grausam gemeinen Stammtischler bin ich mal mit einem großen Küchenmesser losgegangen, zwei starke Burschen waren nötig, um mich zurück zu halten. 😉 Aber da bin ich noch ein sehr, sehr Wildes Weib gewesen…
          Nur so geht’s! Auslandreisen oder gar -studien erweitern den Horizont, diese Menschen werden mit Sicherheit einmal keine Angst und keinen Hass vor Fremden haben.

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