36 Kommentare zu “Völliges Unverständnis…

          • Falsch. Ich habe sehr lange in den sozialen Diensten gearbeitet. Ich kenne ungezählte Schicksale. Es sind sehr viele dabei, die meine Hochachtung haben … und bevor das Schicksal sie ereilt hat, haben gerade diese Menschen mehr Steuern gezahlt als wir uns das vorstellen können.

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            • Da hast du mich ein kleines bisschen missverstanden. Natürlich haben viele arme Menschen sehr lange Zeit ihre Steuern und Sozialabgaben in die Staatskassen bezahlt. Aber in dem Moment, in dem man aus welchen Gründen auch immer man in die Armut gelangt, zählt man als Arme/r nicht mehr so richtig. Ich weiß das ja aus eigener Erfahrung nur allzu gut.

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              • Ich habe da nichts missverstanden. Aus berufl Erfahrung kann ich bestens beurteilen, ob und wie diese Menschen anerkannt werden. Nur weil Du mal enttäuscht worden bist, hast Du kein Recht das zu verallgemeinern. Na ja, es gibt eben Menschen die das realistisch sehen und die notorischen Besserwisser.

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  1. Des Rätsels Lösung ist ganz einfach: CDU/CSU waren nie eine Partei des kleinen Bürgers, sondern stets die Partei für … na, nenne wir sie Wohlhabende. Das merkst du auch in Bezug auf Corona. Wirtschaft, Wirtschaft, über alles. Wenn 10000 Menschen sterben spielt das keine Rolle. Und Corona ist auch lukrativ. Nicht nur beim Verkauf von Masken und Desinfektionsmitteln, sondern es steht ja schon fest das viele, die Kurzarbeitergeld bekommen haben im nächsten Jahr Steuern nachzahlen müssen. Das ist noch steigerungsfähig.

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    • Dass die „CD“U und „CS“U die sogenannten christlichen Werte nicht wirklich ernst meint – da gebe ich dir völlig Recht. Der sogenannte „kleine Normalbürger“ hat in einem Bundestag, in dem die überwiegende Mehrheit der Abgeordneten und MinisterInnen aus akademischen Kreisen und somit wahrscheinlich recht gut situierten Familien stammt, einen überaus schweren Stand… Ich bin jetzt Mitte Sechzig, und habe noch nie in meinem Leben mein Wahlkreuz bei den „christlich-demokratischen“ und „christlich-sozialen“ Parteien gemacht. Und das werde ich auch nie!
      Es gibt einige wenige Supermärkte, die im Eingangsbereich Regale installiert haben, in denen sie kurz vor Feierabend jene Waren darbieten, die eigentlich entsorgt werden sollten. Jede/r kann sich dann daran bedienen. Das sollte doch eigentlich im ganzen Land Schule machen, finde ich! Grade durch Corona sind jetzt schon so viele Existenzen bedroht, und die Zahl der Armen bzw. von Armut Bedrohten wird in der nächsten Zukunft noch stark zunehmen!

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      • Da gebe ich dir zu 100% Recht. Meine Töchter arbeiten ja beide im Einzelhandel und kennen die Problematik mit den Lebensmitteln. Allein die Regelung das gegen Abend noch mal gebacken werden muss obwohl die Ware nicht mehr verkauft werden kann ist einfach unmöglich. Meine „Kleine“hat dann eingeführt das die Ware an die Tafeln übergeben werden. Die Große hat mit ihrer Marktleiterin gesproxhen die ziemlich ungehalten war wegen der Mehrarbeit. Sie hat zwar gemeint sie würde das umsetzen wurde dann jedoch gesehen wie sie alles in einen großen Müllveutel warf und entsorgte. Selbst Mitarbeiter ,due ja ohnehin nicht gerade super bezahlt werden, dürfen sich nichts mitnehmen. Gutes tun ist mit Zeit- und Organisationsaufwand verbunden, den viele nicht bieten wollen

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        • Das Backen frischer Ware kurz vor Feierabend ist der größte Blödsinn überhaupt. Wenn keine frischen Semmeln, Brezen und Brote mehr da sind, dann ist das halt so. Punkt…
          Eine liebe Kollegin, mit der ich bei Feinkost Käfer sehr gerne zusammen gearbeitet habe, hatte mal bei Herrn Käfer senior angeregt, dass die oft sehr üppigen Reste von Bufetts, Empfängen und Galadiners nicht mehr weggeworfen, sondern an soziale Einrichtungen wie Tafeln, Obdachlosenheime etc. abgegeben werden. Da führte ihr der große Boss sehr anschaulich vor Augen, welchen behördlichen Schikanen – er sagte das wortwörtlich! – man ausgesetzt sei, wenn man versuchen würde, bereits zubereitete Lebensmittel zu spenden.

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          • Ja, das ist es eben. In einem Sozialstaat sollte es da keine behördliche Schikane geben. Ein Bäcker nicht weit von uns setzt gegen Abend einfach die Preise runter oder gibt Gratliszugaben. Da umgeht man Probleme mit Behörden. Wo ein Wille ist, ist ein Weg. Aber wenn der Wille fehlt kommt man halt nicht weit

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  2. Dem Kernsatz des Beitrags kann ich nur zustimmen !

    Was die politischen Aussagen betreffen, bin ich ganz anderer Meinung !
    Unfähige und von sich eingenommene Minister gab es auch unter „Smiley“ Schröder. Wenn ich unseren heutigen SPD-Finanzminister Olaf Scholz in die Kamera grinsen sehe (besser als ein Honigkuchenpferd), könnte ich den Fernseher demolieren. Als dieser noch Bürgermeister von Hamburg war, fiel es auch in sein Ressort, Hamburger Privat-Bankern auf die Finger zu schauen. Statt dessen bahnte sich ein Finanzskandal an, der seines Gleichen sucht. Ebenso ist es eine Schande, bei dem Betrug von Wire-card sich gegenseitig Versäumnisse zu zuschieben, anstatt Eier zu zeigen. Und nicht zuletzt erregt es mich, wenn der Sozial- und Arbeitsminister sich in die Diskussion um eine vier-Tage-Woche einmischt. Natürlich bei angemessenem Lohnausgleich, damit wieder mehr Leute in Arbeit kommen und die Steuerausfälle nicht so groß sind.
    Die Supermärkte, welche im Eingangsbereich Regale aufstellen, um Ware vor dem Vernichten zu bewahren und somit an ihre ärmeren Mitmenschen denken, sollte verpflichtend sein.

    @- deutschemuslima71:

    Wie sieht für Dich eine Partei „des kleinen Bürgers“ aus ???
    Wie die „Linke“ ? Oder die „SPD“ ? Oder vielleicht die „AfD“ ?
    Ich oute mich als CDU-Wähler, nicht wegen dem „C“ in dem Partei-Kürzel, sondern weil sie am kompetentesten in unserer Republik ist.
    Die „Linken“ sind übrig gebliebene Kommunisten, während die „SPD“ schon zweimal die Wirtschaft (in der Weimarer Republik und unter Schmidt) herunter gewirtschaftet hat und sich wieder einmal (wie auch schon vor dem zweiten Weltkrieg) auf Regierungsebene mit den „Linken“ (Kommunisten) zusammen schließen will, nur um an der Regierung beteiligt zu bleiben. Aber vor diesem Zusammenschluss bewahre uns Gott (nur eine Redewendeung: ob man glaubt oder nicht) !
    Über die „AfD“ verliere ich kein Wort, denn die sind für mich nicht für voll zu nehmen !

    Zum Schluß noch eine Anmerkung:
    Dass unser Land diese Krise zur Zeit so gut meistert, ist nicht dem Finanzminister Scholz zu verdanken (der die Kohle großzügig verteilt), sondern nur allein dem Bundestagspräsident Schäuble, als dieser als Finanzminister die „schwarze Null“ über Jahre hinweg verteidigte.

    G. l. G. Jochen

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    • Ich will mich nicht streiten, lieber Jochen – aber meine „Erfolgsbilanz“ der „CD“U sieht etwas anders aus: Noch nie zuvor seit Ende des Zweiten Weltkriegs können so viele Menschen von ihrer Hände Arbeit nicht mehr leben, müssen entweder Zweit- oder sogar Drittjobs annehmen, oder mit Hartz-IV aufstocken. Es hat noch nie zuvor so viele Leih- und KurzarbeiterInnen gegeben. Es hat noch nie so viele arme Menschen gegeben, noch nie so viele RentnerInnen, die Sozialhilfe beantragen mussten. Die Zahl der Tafel-Gäste wächst von Woche zu Woche seit Jahren schon permanent – und das nicht erst seit Corona! Es hat noch nie zuvor seit dem Zweiten Weltkrieg in unserem Land so viele Obdachlose gegeben – und auch ihre Zahl steigt stetig an. Noch nie zuvor waren die Mieten so hoch. Noch nie zuvor wurden Renten versteuert – Geld, für das man ohnehin schon sein Lebtag lang Steuern gezahlt hat – da gilt mein besonderer Dank Herrn Schäuble! – Das sind Fakten – und die kann man sehr leicht im Internet recherchieren.
      Aber das Thema dieses Blogbeitrags ist eine Entscheidung des Bundesverfassungsgerichts, die nicht nur ich nicht nachvollziehen kann. Und da würden die „christlich-demokratischen“ und „christlich-sozialen“ Parteien einiges bei mir gut machen – wobei sie und auch einige gute Köpfe in der SPD wie z. B. Herr Lauterbach meinen vollen Respekt hinsichtlich ihrer Bewältigung der Corona-Krise im Frühjahr haben – wenn sie ein dem in Frankreich entsprechendes Gesetz erlassen würden, das Supermärkte dazu verpflichtet, überschüssige Lebensmittel an wohltätige Organisationen abzugeben.
      Du hast deine politischen Ansichten – ich die meine. Und wenn ich mir die Erfolgsbilanz der „CD“U und der „CS“U so ansehe, da bleibe ich doch lieber eine linksgrünversiffte Gutmenschin.
      Hab einen schönen Tag!

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      • Eine letzte Antwort auf diese „unglaublichen“, ja bisweilen „unmöglichen“ Aussagen sei´ mir erlaubt:

        Deine Ausführungen über Menschen, welche nicht mehr durch ihrer Hände Arbeit leben können und Zweit- bzw. Drittjobs annehmen müssen, sind sehr fragwürdig. Man sollte schon differenzieren, weshalb diese Menschen so leben und worin die Ursache steckt. Es ist gut, wenn Geringverdiener (Einzelhandel, Friseusen und andere) die Möglichkeit haben, ihr Einkommen durch Hartz-IV aufstocken zu können.
        Zu Leih- und Kurzarbeit sei´ angemerkt: Manche Unternehmen kommen nicht ohne diese aus, wenn es z.B. um Saisonarbeit oder wechselnde Auftragslagen und wetterbedingte Ursachen hat. Viele Kurzarbeiter sind froh, diese Art der Beschäftigung zu haben, bevor sie in die Arbeitslosigkeit geraten. In Industrie und Wirtschaft sind sie unerlässlich.
        Auch bei RentnerInnen sollte man hinterfragen, was die Gründe dafür sind, dass sie zusätzlich Sozialhilfe beantragen müssen.
        Unbestritten ist die Zunahme von Tafel-Gästen (wobei rauchen und Alkohol oftmals wichtiger ist). Auch die Zahl von Obdachlosen sollte besser hinterfragt werden, weil es eben auch hier auf die persönlichen Umstände an kommt, weshalb jemand ohne Wohnung ist.
        Dass die Mieten in bestimmten Ballungsgebieten zu hoch sind, wer trägt dafür die Verantwortung? Doch wohl die Politik allgemein und nicht nur die CDU/CSU.
        Über die Rentenbesteuerung hat nicht die Politik entschieden, sondern der Bundesgerichtshof.
        Es ist so einfach, die Politik für eigenes Versagen verantwortlich zu machen !

        Als Schlusssatz sei nur gesagt:
        Bleib´ Du nur eine „linksgrünversiffte“, aber Du wirst nie eine „Gutmenschin“ !

        G. l. G. Jochen

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        • Da sträuben sich mir sämtliche Nackenhaare, wenn ich das lese. Gut wäre, wenn Verkäufer* innen, Friseure und Friseurinnen, Gastronomiemitarbeiter*innen etc. von ihrer Arbeit leben könnten, und nicht aufstocken müßten. Das sie das müssen, ist nicht nur entwürdigend, sondern ein krasser Missstand in unserer Gesellschaft. Ich arbeite schon lange in die Obdachlosenhilfe und ich kann Dir aus dieser Erfahrung sagen, das Obdachlosigkeit oft schneller geht als man gucken kann. Und den ewig rauchenden und saufenden HartzIV Empfänger gibt es wohl auch mehr in der Phantasie derer, die meinen, ihnen würde was weggenommen werden, wenn man das Wort Sozialstaat noch ernst nimmt.
          Leiharbeit ist dank Herrn Schröder endlos ausgeufert und schon lange nicht mehr das Instrument, als das es mal gedacht war. Das gilt auch für Befristungen, die früher nicht endlos möglich waren, heute aber schon. Das eigene Versagen? Was ist das denn, wenn diese Gesellschaft nicht die gleichen Chancen für alle ermöglicht. Ich könnte auch gerne mal erzählen, was mein Mann, der sich über 40 Jahre die Knochen in der Pflege kaputt gemacht hat, jetzt an Rente bekommt. Aber er hat ja selber Schuld, warum hat er nichts anderes gelernt. Ironie off.

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        • 1. Meine Aussage, dass es in Deutschland immer mehr Menschen gibt, die nicht mehr von ihrer Hände Arbeit leben können, aufstocken oder sich mit Zweit- oder Drittjobs über Wasser halten müssen, ist hinlänglich belegt. Z. B. hier: https://www.dw.com/de/studie-millionen-arbeitnehmer-leben-prek%C3%A4r/a-45614288
          Dass hierzulande die Zahl armer Menschen stetig ansteigt, siehe hier:
          https://www.planet-wissen.de/sendungen/sendung-armut-100.html
          Die Bemerkung, dass es gut ist, wenn geringverdienende ArbeitnehmerInnen durch Hartz-IV aufstocken können, ist an Zynismus kaum zu überbieten.
          2. Da schließe ich mich Frau Momo voll und ganz an. Mit Leih- und Kurzarbeit sowie befristeten Arbeitsverträgen wird seit langem schon zunehmend Schindluder getrieben. Mit befristeten Arbeitsverträgen lassen sich auch gar herrlich die Arbeitnehmerrechte aushebeln *Ironiemodus*. Bei einer Vertragsdauer von sechs Monaten ist der Arbeitgeber z. B. nicht daran gebunden, den Mindestlohn zu bezahlen.
          3. Schlechte Entlohnung der Dienstleistungs- und Sozialberufe wie z. B. in der Gastronomie, der Alten- und Krankenpflege sind ein nicht unerheblicher Grund für geringe Renten. Weitere Gründe: Frauen/Männer haben jahrzehntelang ihre Kinder großgezogen und den Haushalt geführt bzw. kranke und behinderte Angehörige zuhause gepflegt und versorgt. Weitere Gründe: Ein zu nieder angesetzter Mindestlohn, geringe Entlohnung bei Leih- oder Kurzarbeitjobs.
          Gut fundierte Informationen siehe hier: https://www.gevestor.de/details/altersarmut-720485.html
          4. Unter den Tafelgästen, die ich – IHK-geprüfte Restaurantmeisterin mit 36 Jahren Berufserfahrung – zwei-, dreimal im Monat bei der Münchner Tafel treffe, sind unter anderem eine frühere Bankangestellte, ein Ex-Unternehmensberater, eine Ingenieurin, die lange Zeit in Südafrika tätig gewesen ist, ein Historiker, Handwerker, Asylsuchende, alleinerziehende Mütter/Väter. Diese Menschen inklusive meiner Wenigkeit, sowie Hartz-IV-EmpfängerInnen in Bausch und Bogen als RaucherInnen und TrinkerInnen zu verunglimpfen ist geradezu widerlich.
          5. Die Bundesregierung ist sehr wohl dafür verantwortlich, durch eine Deckelung der Mieten dafür zu sorgen, dass NormalbürgerInnen sich eine angemessene Wohnung leisten können, dass jede/r von seiner Hände Arbeit leben kann, dass man nach einem Arbeitsleben ausreichende Mittel für den Ruhestand hat, dass die Armut auf ein Mindestmaß verringert wird. Gemäß ihres bei der Vereidigung abgelegten Diensteides, der da lautet wie folgt:
          „Ich schwöre, dass ich meine Kraft dem Wohle des deutschen Volkes widmen, seinen Nutzen mehren, Schaden von ihm wenden, das Grundgesetz und die Gesetze des Bundes wahren und verteidigen, meine Pflichten gewissenhaft erfüllen und Gerechtigkeit gegen jedermann üben werde. So wahr mir Gott helfe.“
          6. Du kennst mich nicht. Daher kannst du dir in keinster Weise die Unverschämtheit anmaßen zu behaupten, aus mir würde nie ein Gutmensch werden.
          Ich möchte nicht, dass du jemals wieder hier auf meinem Blog einen Kommentar hinterlässt. Aus der Follower-Liste habe ich dich bereits entfernt.

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  3. Frau Momo,
    ich bitte darum, das Geschriebene richtig zu lesen und zu verstehen!
    Ob Hartz-IV, Obdachlose oder Tafelbesucher, Mini-Rentenempfänger oder anders benachteiligte Menschen – wo steht geschrieben, dass (nur) eigenes Versagen die Ursachen dafür sind ???
    Es steht oft genug geschrieben „man sollte hinterfragen“ und dass sollte auch so zu verstehen sein !
    Ich habe lediglich auf nötiges Hinterfragen zu den angesprochenen Themen hingewiesen !
    Nirgendwo steht geschrieben, dass ich diese Lebensumstände gut finde oder sie billige !

    Ich wehre mich nur gegen die Lobpreisung der SPD und die Diffamierung von CDU/CSU !

    G. l. G. Jochen

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    • Ich bin weit davon entfernt, die SPD lobzupreisen. Genauso wenig diffamiere ich die CDU/CSU, auch wenn diese Parteien weit abseits dessen sind, was für mich wählbar ist (gilt für die SPD übrigens auch schon lange). Fakt ist aber, dass die CDU alles, was unter Schröder und Co. an Aufweichung von Sozialleistungen, an Verwässerung von Arbeitnehmer*innenrechten eingeführt wurde, dankbar aufgenommen hat und nichts, aber auch gar nichts davon revidiert hat. Die SPD rudert inzwischen immerhin zurück und erkennt ihre Fehler. Wenn ich sehe, wie sich die CDU gegen eine Grundrente und eine Erhöhung des Mindestlohnes stemmt, dann kann mir keiner erzählen, dieser Partei läge „der kleine Mann“ am Herzen. Statt dessen kommt so ein Quatsch wie die Mütterrente (ich nenne es Herdprämie). Die Existenz der Tafeln ist längst in die Berechnung des HartzIV Satzes eingespeist und der Staat entledigt sich hier auf primitivste Weise seiner Pflichten. Ein Grund, warum ich die Tafeln sehr kritisch sehe, auch wenn ich weiß, dass viele Menschen ohne sie gar nicht klar kämen.
      Bei Rentnern sollte man fragen, wieso sie Sozialleistungen brauchen lese ich da. Die Antwort dürfte auf der Hand liegen: Weil viele Menschen es trotz Arbeit nicht schaffen, eine ordentliche Rente zu „erwirtschaften“. Gehen Sie doch mal zur Tafeln und sprechen Sie mit den Menschen. Natürlich gibt es auch Biographien mit Brüchen, aber das ist ja kein Grund, jemand im Alter in Armut leben zu lassen. Ich könnte auch mal erzählen, was mein Mann gerade erlebt, der vorzeitig in Rente gehen muss, weil er krank ist. Und soll ich Ihnen mal erzählen, dass man, wenn man 40 Jahre in der Pflege gearbeitet hat, sich es nicht leisten kann, mit 62 in Rente zu gehen (und es doch muss, weil die Knochen kaputt sind)? Von den paar Kröten kann man kaum leben. Und dann versucht noch die Krankenkasse mit geradezu Psychoterror einen vorzeitig aus dem Krankengeldbezug zu schubsen. Unverholene Drohungen inklusive.
      Es mag ja sein, das Geringverdiener immerhin noch aufstocken können, aber das ist nicht gut, das ist beschämend. Und ein Sozialstaat hat verdammt noch mal die mitzunehmen, die nicht soviel leisten können. Mir graust schon davor, wenn jemand wie Friedrich Merz Kanzlerkandidat wird.
      Für Herrn Scholz bin ich genauso wenig. Der hat mir als Hamburger Bürgermeister gereicht. Ich habe übrigens selber eine gebrochene Erwerbsbiographie. Ich bin zwar Juristin, war aber lange krank. Auch wenn ich seit Jahren wieder voll berufstätig bin, sogar für den Job in 4 1/2 Jahren in fünf Städten gelebt habe (also jedes Jahr umgezogen bin), meine Rente wird so mickrig ausfallen, dass ich davon kaum überleben kann.

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      • Nur ein kurzes Statement hierzu:
        Auch ich bin wegen des Jobs durch verschiedene Bundesländer gezogen, habe aber das Glück gehabt, nur zwölf Monate ohne Arbeit gewesen zu sein. Bin dadurch 48 Jahre und 10 Monate im Beruf gestanden und habe keine Not. Natürlich könnte es etwas mehr sein, aber ich verurteile niemanden, dem es nicht so gut geht wie mir.
        Ansonsten gibt es schon Biografien, die einem den Schweiß auf die Stirn treiben können,
        aber für alles den Staat verantwortlich zu machen, halte ich für zu einfach!
        INSGESAMT stimme ich Dir zu: Es ist vieles verbessungswürdig, aber wer kann es zu unserer Zufriedenheit richten ?
        Man könnte viel länger darüber konferieren, allein die Zeit dafür ist zu kurz und mein Urlaub dann vorbei 😎!

        G. l. G. Jochen

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        • Ich mache nicht für alles den Staat verantwortlich. Aber der Staat ist auch für die verantwortlich, die vielleicht nicht mitkommen in unserer Leistungesellschaft. Ich bin deshalb ja auch eine Verfechterin des bedingungslosen Grundeinkommens (bitte erspare mir das Argument der Nichtfinanzierbarkeit, das ist dutzendfach widerlegt). Mir treibt keine Biographie den Schweiß auf die Stirn, hinter jeder steht ein Mensch und vielleicht auch ein Schicksal. Mir treibt es höchstens die Zornesröte ins Gesicht, wenn ich manche Geschichten in der Obdachlosentagesstätte höre. Denn diesen Menschen wird so gut wie gar nicht vom Staat geholfen. Das hat man im Lockdown gesehen. Da ist die Versorgung fast vollständig zusammengebrochen, weil sie fast ausschließlich von Ehrenamtlichen geleistet wird. Und viele von denen wollen raus aus dem Elend. Und die Leute, die zuviel Saufen sind schlicht krank. Alkoholismus ist eine Krankheit und ohne Hilfe kommen da nur die wenigstens raus.
          Interessant finde ich übrigens, das Du mit keinem Wort darauf eingehst, dass es ja nicht nur die vermeintlich Schwachen sind, die in Armut landen. Was hat denn Herr Spahn bzw. alle seine mehr oder wenigen unsäglichen Vorgänger*innen gegen Pflegenotstand und miese Arbeitsbedingungen in der Branche getan? Das hat nicht nur die SPD versaut. Ich mache den Staat nicht für alles verantwortlich, aber als Bürgerin dieses Landes, die hier lebt und Teil dieser Gesellschaft ist, erlaube ich mir, ihn in die Pflicht zu nehmen und die Politik zu kritisieren.

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          • Natürlich kann es (fast) jeden treffen, in Armut zu landen. Beispiele dafür gibt es genug (ehemalige Lottomillionäre, Showgrößen oder Schauspieler). Ich hoffe für mich, dass dieser Kelch an mir vorüber geht. Ich habe vielleicht noch 10 bis 15 Jahre Zeit, das Vermögen mit meiner Frau zu verprassen.

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          • Oh, auf einmal war der Kommentar weg😡!

            Im Großteil kann ich Dir nur zustimmen, auch könnte man das Thema noch weiter ausführen, aber so hat eben jeder sein Päckchen zu tragen. Das Schicksal kann schon manchmal sehr ungerecht sein.
            Ich wünsche Dir mehr Zufriedenheit mit dem Leben und stets ein glückliches Händchen am Tag jeder Wahl!

            G. l. G. Jochen

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            • Wir kommst Du darauf, dass ich unzufrieden bin? Ich bin es nicht, aber ich lebe nicht nur in meiner Blase und engagiere mich politisch seit ich denken kann. Mir selber geht es gut, wobei ich das nicht nur am Geld fest mache. Ich verdiene genug, um davon leben zu können und sogar jeden Monat einen gewissen Teil in Form von Spenden auch abgeben zu können. Ich leide keine Not, aber es gibt genug, die das tun und da kann ich nicht einfach weggucken. Und ich bin eben nicht der Meinung, jeder könnte, wenn er nur wollte. Ich wähle schon immer links/grün und werde das auch weiterhin tun, auch wenn ich nicht immer mit allem einverstanden bin, was die so tun. Aber Nichtwählen ist für mich keine Option. Und Herrn Lindner und seiner Truppe wünsche ich von Herzen, dass sie den Bundestag wieder verlassen dürfen. Den Haufen braucht kein Mensch. Genauso wenig wie einen Herrn Merz. Alles Garanten für noch mehr soziale Kälte in diesem Land.

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              • Das sachliche Diskutieren mit guten Argumenten und Fakten ist leider nicht so des Berliners Ding. Wenn ich mir seine Kommentare in diesem virtuellen Gespräch so ansehe, dann kommt er viel lieber mit unsachlichen und unzutreffenden, auch persönlichen Anwürfen und Anschuldigungen, obwohl er weder dich noch mich kennt: Aus mir würde nie ein Gutmensch werden, hier würde man der SPD lobpreisen und die CDU/CSU diffamieren – als ob das nötig wäre! 😀 -, du bist mit deinem Leben unzufrieden, Tafelgäste werden als notorische RaucherInnen und AlkoholikerInnen verpauschalisiert, die Linken wären allesamt Kommunisten usw.
                Ich habe diese Diskussion jetzt eine Weile lang trotz der ungleichen Kräfteverteilung laufen lassen – was politisches und soziales Grundwissen, gute Fakten und sachliche Argumente anbelangen, da liegen du und ich schon ganz klar vorn. Aber als Admin dieses Blogs mache ich jetzt von meinem Recht Gebrauch und beende diesen Diskurs.

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    • Hier lobpreist niemand die SPD. Und niemand hier diffamiert die CDU/CSU. Sich diese Mühe zu machen, ist auch gar nicht nötig, denn die Führungskräfte der CDU/CSU setzen seit etlichen Jahren mit ihrer Politik selber alles daran, sogar WählerInnen zu verprellen, die diesen Parteien seit Urzeiten bereits die Treue gehalten haben. Lässt das jetzt nicht sehr, sehr tief blicken?
      Dass der CDU/CSU seit einer geraumen Weile schon die WählerInnen davon laufen, ist ein unumstößlicher Fakt, der mit den Ergebnissen der Wahlen der letzten Jahre hieb- und stichfest bewiesen wird.
      Erschreckend ist, dass ein nicht grade unerheblicher Teil der abtrünnigen UnterstützerInnen der CDU/CSU und auch SPD zur AfD übergewechselt ist. Die holt man aber nicht mit markigen und braun eingefärbten Sprüchen zurück, und auch nicht damit, sich auf dem rechten Auge blind zu stellen. Die gewinnt man wieder, indem man sich darauf besinnt, was die Buchstaben „C“, „S“ und „D“ in den jeweiligen Parteinamen bedeuten: Christlich, sozial und demokratisch, und dementsprechende politische Entscheidungen trifft: Wahrhaft christliche, wahrhaft soziale und wahrhaft demokratische.

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      • Danke, dass Du mir doch noch gestattest, hierauf zu antworten!!!
        Ich hatte sehr stark den Eindruck, dass die CDU/CSU hier an den Pranger gestellt wird.
        Vom ersten Buchstaben „H“ bis zum letzten Buchstaben „e“ dieser Einlassung kann ich Dir nur zustimmen!
        Ich bin auch nicht immer mit meiner Wahl-Partei zufrieden, aber es gibt zur Zeit nach meiner Einschätzung keine andere Alternative. Obwohl ich zugeben muss, dass ich bei der letzten Wahl fremd gegangen bin. Aber ich wurde von Lindner enttäuscht ☹️.
        Hoffen wir auf die nächste Wahl!

        G. l. G. Jochen

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