Marthas Momente-Sammlung

Glück ist die Summe schöner Momente

Deutsche Wertarbeit – 3. Akt

Er zieht sich hin – und zieht sich hin – und zieht sich hin – und ein Ende ist nicht absehbar…

… Mein Kampf mit der Telekom (siehe http://freidenkerin.com/2009/06/16/deutsche-wertarbeit/ und http://freidenkerin.com/2009/07/13/deutsche-wertarbeit-2-akt/ ). Nächste Runde. Immer wieder das gleiche, so sehr frustrierende Spielchen. Ich komme mir mittlerweile vor wie Don Quichotte im Gefecht gegen die übermächtigen Windmühlen. Allein gelassen, ohnmächtig und hilflos. Gestern abend, nachdem ich feststellen mußte, daß die Rechnungsabteilung des Magentaroten Riesen mir wieder die Gebühren für das T-Home&Entertainment-Paket aufs Auge gedrückt hat, obwohl dieses nachweislich noch immer nicht freigeschaltet worden ist, verkroch ich mich heulend ins Bett. Bereits zum dritten Mal in Folge zockt man mir siebzehn Euro für eine Leistung ab, die in keinster Weise erbracht worden ist.

Nach dem vorerst letzten Telefonat mit dem Kundenservice vor ungefähr einem Monat versprach man mir hoch und heilig, man würde umgehend, ja, wirklich umgehend diese leidige Angelegenheit klären und sich dann unverzüglich mit mir in Verbindung setzen. Was geschah? Nichts!!! Kein Schreiben, kein Anruf, nichts!!! Eine E-Mail mit der lapidaren Benachrichtigung, daß ein Herr Uwe Scholz vom Kundenservice meinem Fall nun ein Aktenzeichen – tco-291537111 – verpasst hat. Und danach desinteressiertes und ignorantes Schweigen, Funkstille. Man hat mich und meine Probleme mit diesem Unternehmen, die darin bestehen, daß man offenbar nicht dazu in der Lage ist, einen vertraglich bestätigten Auftrag an die Technische Abteilung weiter zu leiten, diesen besagten Auftrag aber sehr wohl an die Rechnungsabteilung als ausgeführt übermittelt hat, ganz einfach in der Versenkung verschwinden lassen. Die Hand aufhalten und deutlich mehr kassieren, als einem zusteht, aber dafür weder einen Kundenservice, der dieser Bezeichnung wirklich gerecht wird, noch einen Funken Respekt für die Privatkunden aufbringen – das stinkt doch zum Himmel! Das ist doch verbrecherisch!

Heute Nachmittag, nach vielen vergeblichen Versuchen, nachdem man mich ungefähr ein Dutzend Mal hat in der Warteschleife hängen lassen und mich dann aus der Leitung geworfen hat, gelang es mir endlich, wieder einmal eine Dame vom Reklamationswesen an die Strippe zu bekommen. Und wieder dieselbe Leier wie schon während der vergangenen drei Monate: Ja, man werde sich meines Falles unverzüglich annehmen, auf der Stelle würde sie meine Beschwerden weiter leiten, man würde sich sofort um eine Lösung und Aufklärung bemühen und mich dann umgehendst anrufen… Blablabla… Ich beendete das Gespräch mit den Worten: „Ich möchte mich bei Ihnen recht herzlich für die hübsche kleine Märchenstunde bedanken.“

Über die Maßen frustriert habe ich mich im Internet ein bißchen bei diversen Verbraucherschutz-Organisationen umgetan. Und werde nun folgendermaßen verfahren: Am Montag werde ich per Einschreiben mit Rückantwort Einspruch gegen die Telekom-Rechnungen vom Juni, Juli und August einlegen. Und eine letzte Frist setzen. Bis zum 1. September. Sollte sich bis dahin wieder nichts getan haben, um mir endlich Gerechtigkeit widerfahren zu lassen – wovon ich ehrlich gesagt stark ausgehe – werde ich einen Anwalt einschalten und diesen verlogenen, inkompetenten und desorganisierten Augiasstall wegen Betrugs anzeigen.

Nachtrag: Vor ca. einer Stunde hat man mir ein neues – mittlerweile das dritte!!! – Aktenzeichen verliehen: tco-115250611.


8 Antworten zu “Deutsche Wertarbeit – 3. Akt”

  1. sind denn die Gebühren eingezogen worden oder musst du sie zahlen?
    bei Bankeinzug kannst Du nämlich die Gebühren wieder zurückholen lassen. Hab ich mal bei einer Telefongesellschaft gemacht udn das hat dann ganz gut gewirkt, weil das die auch noch zusätzlich Strafgebühren kostet.

    • @sachensucherin: Die Gebühren werden per Bankeinzug abgebucht. Allerdings rät die Verbraucherschutz-Organisation Bayern von einer Rückholung ab. Da würde die Telekom dann das Rechtsanwaltsbüro Steigler & Co. einschalten, hinter dem sich in Wahrheit ein Inkasso-Unternehmen verbirgt – und dann würde der Ärger erst so richtig los gehen, weil man diese Bagage jahrelang nicht mehr los wird.
      Ich mach das jetzt mit dem Einspruch per Einschreiben + Rückantwort und setze eine Frist von zwei Wochen. Und dann ziehe ich einen Anwalt hinzu und erstatte Anzeige wegen Betrugs.

  2. na doll … die haben doch einen schlag!!
    aber das mit dem anwalt ist gut!
    lass dich nicht unterkriegen.

    vielen dank für deine lieben worte 🙂

    • @Sany: Sehr gerne! 🙂
      Seit Monaten komme ich jedesmal, wenn ich Kontakt zu diesem Unternehmen habe, aus dem Kopfschütteln nimmer raus. Nicht zu fassen, daß so etwas in der heutigen Zeit überhaupt möglich ist! Ich bin auch ab und an schon am Überlegen, ob ich mir nicht ein psychiatrisches Gutachten erstellen lassen und auf Schmerzensgeld klagen soll.

  3. Es ist schon ein Kreuz, Du hast ja meinen monatelangen Ärger mit der Konkurrenz der Telekom mitbekommen. Irgnedwann hat es dann aber doch alles funktioniert, sowohl technisch als auch mit den Gebühren. Ich wünsch Dir, dass das bei Dir auch ganz schnell der Fall ist.

    LG Michael

    • @Michael: Oh, die äußerst harte Nuss Telekom zu knacken, wird alles andere als einfach sein. Ich werd jetzt halt noch mal doppelt und dreifach per Einschreiben mit Rückantwort Widerspruch gegen die Rechnungen einlegen. Und mal an den Herrn Obermann schreiben, vielleicht hab ich ja Glück und es bewegt sich dann was. Da kommt grade ganz geballt alles zusammen: Ärger mit der Telekom, Riesenärger im Betrieb, der Fuß macht auch wieder Probleme… Hach ja, das Leben könnte so schön sein. 😉
      Liebe Grüße!

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