25 Kommentare zu “Beobachtungen einer Schwerbehinderten…

  1. vielen Dank, als ebenfalls einen Rollator Nutzende kann ich die beschriebenen Situationen bestätigen! Ich lebe in Berlin und hier ist das öffentliche Strassenland (und die Ampel-Überquerungszeiten) hauptsächlich für den Autoverkehr gemacht, extra Buslinien sind selten. Die Bürgersteige sind hauptsächlich für körperlich nicht eingeschränkte Personen gebaut -sogar dort wo Gehwegplatten vorhanden sind werden diese an den Rändern von kleinem Kopfsteinpflaster gesäumt, und vor beinah jeder Hausnummer von großem Kopfsteinpflaster unterbrochen 😦 eine Quälerei für Jeden der auf einen Rollstuhl oder Rollator angewiesen ist.

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  2. Stichwort „Symbolcharakter“: Ja, das fürchte ich auch.
    Stichwort „Kanten“. Davon abgesehen, dass so eine Bordsteinkante mich vor Ewigkeiten einmal davor bewahrt hat, wegen eines Sekundenschlafs in eine Hausmauer zu krachen (der Hintergrund ist eine zu lange Geschichte), sehe ich natürlich, dass die Kanten nicht als Schikane erfunden wurden. In Anbetracht der immer häufiger zu erwartenden Unwetter mit immer häufigeren sintflutartigen Regenfällen frage ich mich. wie man Wassermassen auf Straßen ohne Kanten halbwegs in gewünschte Bahnen lenken will. Okay, das ist ein Problem für Ingenieure. Nur soviel: Unser Leben wird immer komplizierter, und die Leute werden immer rücksichtsloser und immer blödsinniger.

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    • Na ja, ob eine etwa zwei Zentimeter hohe Kante an der Fußgänger-Querung einer Straße viel Hochwasser abhalten würde, sei mal dahin gestellt… 😉 Und wenn es darum ginge, warum haben dann Radwege bei Querungen überhaupt keine Kante?
      Deinem letzten Satz pflichte ich voll und ganz bei!

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      • Warum überhaupt, oder überhaupt nicht, oder warum so wenig… Ich habe wirklich keine Ahnung. Mich deucht, dass teilweise ein Kompromiss gemacht wurde: Die Kante nicht so hoch, dafür mehr seitliches Gefälle des Fußweges zur Fahrbahn hin. Dieses Gefälle – also mit einem Fuß etwas höher zu laufen als mit dem anderen, tut übrigens meinem Rücken überhaupt nicht gut. Theoretisch müsste ich alle 100-200 Meter die Straßenseite wechseln. Und dann wäre da auf der einen Seite die Planung und auf der anderen die Umsetzung, und wenn ich Straßenbaustellen sehe (was wirklich oft der Fall ist), sehe ich großes Gerät und schwitzende Arbeiter und niemanden, der mit einem Zollstöckchen daneben steht.

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    • Warum Ein- und Ausfahrten so oft mit Kopfsteinpflaster gestaltet werden müssen, interessiert mich brennend! Denn eigentlich ist das permanente Geruckele auch für Autofahrer:Innen nicht sonderlich bequem.

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      • Mich regt es als Fußgänger und Radfahrer ebenfalls maximal auf. Gibt hier bei mir so eine Straße, die wäre per Pedes oder Bikie zwar sehr günstig gelegen, nutze ich aber nie, weil jedes Haus so eine dämliche Pflastereinfahrt hat. Alle vier Meter dieser Huckelmist.
        (Kackhaufen-Emojie am rechner kann ich leider nicht – denk dir den mal dreifach hinter meinem Kommentar! 😀 )

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  3. Mit diesem Beitrag, in dem du deinem Herzen nach entsprechenden Erfahrungen so richtig Luft gemacht hast, kann ich dir in jedem Punkt nur recht geben, liebe Martha!!! Jeder Stadtplaner und alle die damit zu tun haben sollten mal selbst versuchen diese Hindernisse mit Rollstuhl, Rollator oder anderen Hilfsmitteln zu „begehen“, um dann entsprechend richtig zu handeln und umbauen zu lassen.
    Nach meinen Fuß-OPs war auf Kopfsteinpflaster zu gehen die Hölle und die oftmals vielen Stufen in wichtige Ämter sind auch für nicht durch Behinderung eingeschränkte alte Menschen eine Qual usw usw….

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    • Dass jede/r Stadtplaner:In und Verantwortliche sich mal eine Weile auf unseren Straßen und in den Öffentlichen Verkehrsmitteln mit Rollator bzw. im Rollstuhl oder mit Gehhilfen bewegen müsste – da gebe ich dir voll und ganz Recht!

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    • Behinderte Menschen sollten immer und immer wieder darauf aufmerksam machen. Als schwerbehinderte Person hat man sozusagen keine Lobby. Dabei übersieht man geflissentlich, und ausgesprochen kurzsichtig, dass wir immer mehr werden – und eben auch zum Wählen gehen!
      Ich danke dir, liebe Christa, und grüße dich herzlich zurück!

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  4. Es geht mir auch so, dass ich das nicht wirklich täglich im Blick habe, weil es mich eben nicht betrifft. Was mich allerdings immer maßlos ärgert ist, wenn Leute auf Behindertenparkplätzen „nur mal eben“ parken. Ich habe da immer einen Spruch von Piri parat: Hätten Sie gerne die Behinderung zu dem Parkplatz?

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    • Das war bei mir vor meiner Schwerbehinderung auch nicht anders. Ich denke, man muss so etwas erst am eigenen Leibe erlebt haben bzw. erleben, um den Blick dafür zu schärfen…
      Piri’s Spruch ist gut, den merk‘ ich mir!

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  5. Leider ist das so, wohl aber mehr in Deutschland als hier in den USA. Behindertenparkplaetze z.B. werden fast immer fuer Behinderte frei gehalten. Dabei hilft allerdings, dass behinderte Autofahrer entweder ein eigenes Kennzeichen haben, oder, wie meine Frau nach einer Fuss-OP, einen Anhaenger fuer den Rueckspiegel bekommen, mit dem Datum druf, bis wann das gueltig ist.
    Auch sonst wird auf Behinderte mehr Ruecksicht genommen. Buergersteige haben so gut wie immer eine Rampe. Oeffentliche Gebaeude mit Treppen haben einen eigenen kleinen Aufzug zum selber Bedienen fuer Rollstuhlfahrer. Um nur ein paar Beispiele zu nennen.

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    • Mir ist das bereits während meiner Aufenthalte in New York, auf Oahu und in Florida vor etlichen Jahren aufgefallen, dass in den USA auf Schwerbehinderte weitaus mehr Rücksicht genommen wird. Schon in den Neunzigern gab es in Amerika Busse, die man hydraulisch absenken konnte, damit körperlich Beeinträchtigte leichter zusteigen konnten – und da gab es keinen Bus-Chauffeur, der sich „geziert“ hätte, das zu betätigen, das war damals schon eine Selbstverständlichkeit! So weit sind wir hier noch lange nicht! Nachdem ich mich vor einer Weile mal wieder sehr schinden musste, um nach dem Einkaufen meinen vollbeladenen Einkaufswagen in einen Bus zu hieven, ist mir der Kragen geplatzt, ich bin nach vorne zum Fahrer und habe ihn laut gefragt, ob ihm das weh tun oder Geld kosten würde, sein Gefährt aus Rücksicht auf Behinderte abzusenken. Der hat dann ziemlich doof aus der Wäsche geguckt…

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  6. Oh jaa – so manche Stadtplaner würde ich gerne mal mit Rollator – Fahrrad – Kinderwagen …. für einen Werktag durch die Stadt schicken. Vielleicht sollte so ein Tag vor der Abschlussprüfung für diese Studiengänge Pflicht sein 🤔
    Liebe Grüße
    Sabine

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    • Das würde ich sehr beführworten, dass die Stadtplaner, -ingenieure und -architekten als Prüfungsaufgabe sich mal mindestens einen Tag lang mit Gewichten an den Beinen und Rollator oder im Rollstuhl durch die Straßen bewegen müssten!

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