… Begonnen hat es mit einem kleinen Nachbarschaftsprojekt, im Jahr 2000 vom Kulturzentrum Seidlvilla in Schwabing initiiert und organisiert. Die Skepsis war groß, viele Anwohner:innen äußerten Bedenken, ihren Trödel in ihren Hinterhöfen öffentlich zu präsentieren. So gab es bei der Premiere der Münchner Hofflohmärkte lediglich dreiunddreißig Teilnehmende…
… Nach der ersten Veranstaltung überwog allerdings die Begeisterung. Die Stimmung an jenem Nachmittag wurde durchweg so positiv aufgenommen, dass in den Folgejahren die Zahl der Anmeldungen rapide anstieg…
… Davon inspiriert entwickelte sich die Idee der Hofflohmärkte weiter und expandierte in andere Sprengel Münchens. Es entstand eine professionelle Organisation, die mittlerweile viele Viertel betreut. Jeder Stadtteil hat nun seinen eigenen Termin. Von Schwabing übers Westend, von Neuhausen bis Bogenhausen, von Sendling bis zur Maxvorstadt öffnen während der Sommer- und frühen Herbstmonate an den Wochenenden die Anwohner:innen ihre Garagen, Privatgärten und Hinterhöfe…
… Am 14. Juni war Haidhausen an der Reihe. Und da mir dieses Stadtviertel ausgesprochen gut gefällt, und die Atmosphäre dort jedesmal beim Hofflohmarkt besonders ansprechend ist, machte ich mich am frühen Nachmittag auf die Strümpfe, um eine ausgedehnte Runde zu drehen…
… Romantische und malerische Ein- und Ausblicke:…
… An der Preysingstraße befinden sich noch einige der Ende des 19. Jahrhunderts entstandenen Herbergshäusl. Damals gab es ca. einhundertfünfzig dieser kleinen Anwesen. Sie bildeten am Rande Münchens eine eigene Siedlung und wurden von mittellosen Tagelöhnern und deren Familien bewohnt, als Haidhausen noch ein nicht sehr geschätztes „Glasscherbnviertel“ (bayrische Bezeichnung für heruntergekommene Gegend) gewesen war…
… Mittlerweile ist Haidhausen eines der angesagtesten und teuersten Viertel Münchens. Die etwa drei Dutzend verbliebenen Herbergshäusln wurden im Laufe der Zeit aufwändig saniert und bieten nun Privatpersonen sowie etlichen Kunstschaffenden ein sehr idyllisches und beschauliches Quartier. Es gibt kleine Läden und Boutiquen und einen lauschigen großen Garten, der normalerweise für die Öffentlichkeit nicht zugängig ist…
… Weil ich trotz einer fast zweistündigen Tour noch so gar nicht müde war, beschloss ich, zum St. Nikolai Kircherl und der Loreto-Kapelle am Gasteig zu marschieren. Ich wollte mir beide Bauwerke schon seit ewigen Zeiten mal genauer ansehen. Unterwegs musste ich natürlich einen kleinen Zwischenstop einlegen, da mir in einer Hofeinfahrt ein sehr farbenprächtiges Mural aufgefallen war…
… Das Kircherl St. Nikolai, an der Inneren Wiener Straße auf dem Isarhochufer gelegen, war ursprünglich spätgotisch, wurde im Jahr 1660 umgebaut, durch Bombenangriffe im Jahr 1944 beschädigt, aber bereits 1945 wieder eröffnet. Heute finden dort Messen der slowakisch-katholischen Kirche nach griechischem Ritus statt. Die angegliederte Loreto-Kapelle entstand 1678. Sie wurde 1820 abgerissen und 1926 nach dem Vorbild der Gnadenkapelle in Altötting neu errichtet. In ihr werden Gottesdienste der ukrainisch-orthodoxen Kirche abgehalten…
… Nun hatte ich mich endlich satt gesehen und müde gelaufen. Sehr mit mir und dem Tag zufrieden enterte ich an der nahe gelegenen Haltestelle die nächste Trambahn und ließ mich nach Hause schaukeln… 😉
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… Habt einen schönen und möglichst stressfreien Wochenteiler, ihr Lieben!…

































































