Gefreut: „Gibt das Leben dir Zitronen, dann mach‘ Limonade draus.“ Nach diesem Motto verfahrend habe ich in der aktuellen Hitzewoche doch etliche schöne kleine Freuden erleben dürfen: Wie wohl es tut, auf dem Bett liegend die Kühle des Ventilators zu genießen. Mich in den Nachtstunden in meinen Lieblingssessel zu flegeln und zu spüren, wie ein frischer Luftzug durch sämtliche weit geöffnete Fenster und Türen meiner Bude strömt. Sanft rieselnde Duschen. Kühles Wasser, das mir durch die Kehle strömt. Ein abendlicher Sommerregen auf dem Balkon, der mich bis auf die Haut durchnässt. Die kalten Badezimmerfliesen unter meinen Füßen nach einer durchlüfteten Nacht.
Geärgert: Mal wieder über mich. Meine Bank-App hat vor einigen Tagen nicht mehr funktioniert. Bei „Alle Störungen“ erfuhr ich, dass es wohl bundesweit ein Problem damit gab. Anstatt geduldig abzuwarten, bis die Bank-ITler den Fehler gefunden und beseitigt hatten, löschte ich die App, um sie dann neu zu installieren. Dabei verschusselte ich den speziellen PIN-Code zur persönlichen Einrichtung, der mir per SMS zugesandt worden war. Beim nächsten Versuch hieß es, meine Zugangsdaten seien ungültig. So musste ich einen neuen PIN-Code per Post bestellen, und zwei Tage warten, bis das Brieflein eingetroffen war… Jetzt funktioniert die App aber zum Glück wieder reibungslos.
Gedacht: Dass der schnoddrige Uralt-Spruch „Ich schwitze mich hier noch zu Tode“ mittlerweile eine völlig neue und überhaupt nicht mehr humorvolle Bedeutung bekommen hat.
Dass sich in Berliner Regierungskreisen womöglich einige zufrieden die Hände reiben. Denn ca. 9.800 Tote, die aufgrund der Hitzewellen bis jetzt verstorben sind, heisst ja schließlich auch, dass nun fast 10.000 Menschen weniger die Renten- und Sozialkassen „plündern“. Und das Jahr ist ja noch lange nicht vorüber! – Ich weiß, das liest sich böse, aber angesichts des sehr empathielos anmutenden Schweigens über die vielen Opfer der Hitzewellen aus Berlin kann ich mich eines solchen Gedankens leider nicht erwehren.
Dass manche Mitmenschen schon auf einem sehr hohen Niveau jammern…
Dass angesichts dessen, was sich vor einigen Tagen in Ceuta abgespielt hat, etliche Leut‘, die migrationsfeindlich eingestellt sind und ständig von der Überfremdung Deutschlands salbadern, ganz sicher wieder mal ordentlich Schaum vor dem Mund gehabt haben.
Ich hätte nie und nimmer gedacht, dass ich mal eine Tagestemperatur von 28° Grad als „gemäßigt“ bezeichnen würde.
Gefragt: Ob wir vielleicht endlich eine vernünftige Umwelt- und Klimaschutzpolitik sowie Verständnis und Mitgefühl für die besch***ene Lage vieler Mitbürger:innen bekommen würden, wenn im Berliner Regierungsviertel, in den Dienstwägen und den Behausungen unserer Volks(ver)treter:innen mal für eine Weile sämtliche Klimageräte ausfallen würden?
Gewundert: Dass es bezüglich Ceuta unverzüglich „Brennpunkt“-Sendungen und ungezählte Berichte über die Situation dort gab, und wieder einmal jede Menge Endlos-Debatten über Migration, Abschiebung und wie dicht Europas Grenzen sind – und bis jetzt meines Wissens keine einzige Sondersendung über die ca. 9.800 Todesfälle aufgrund der Hitzewellen, sowie keine einzige Stellungnahme der Regierung dazu. Außer wieder mal einen selten dämlichen Spruch vom Söder – wenn einem zu heiß sei, dann solle man in den frühen Morgenstunden schwimmen gehen, sowie ein paar höchst empathielose Ratschläge vom Büro des Zweite-Wahl-Kanzlers.
Gelitten: Immer noch an den „Nachwehen“ meines Sturzes. Na ja, Prellungen und Zerrungen heilen nun mal nicht von Heut auf Morgen…
Genervt: Mal wieder von meiner eigenen Schusseligkeit und Ungeduld.
Gewesen: Ich war wieder recht sporadisch unterwegs, einmal Großeinkauf mit der Haushaltshilfe im Discounter meines Vertrauens, eine Runde über den Bauernmarkt, und zwei kurze „Ausflüge“ für kleinere Besorgungen, als das Thermometer ausnahmsweise mal weniger als dreißig Grad angezeigt hatte.
Getroffen: Außer meiner Haushaltshilfe niemand Besonderen.
Gesucht: Meinen Bademantel.
Gefunden: Yepp. Die Frau R. hat ihn beim Bad putzen hinter die Tür gehängt.
Gegessen: Geräuchertes Forellenfilet mit Salat, Forellen-Matjes, Rinder-Minutensteaks mit Kartoffeln und Maiskolben, Fischstäbchen mit Kartoffeln und Maiskolben, eine große Schüssel Romana-Salat mit gekochtem Ei, Sahneheringsfilets mit Kartoffeln, diverse Melonen, Müsli, viel frisches Obst und Gemüse.
Getrunken: Tee, Wasser, Orangensaft.
Genascht: Ein paar Schweizer Waffelkekse.
Gelacht: Aber immer gerne! 😀
Geweint: Nein.
Gehört: Vor einigen Tagen hat ein Straßenmusiker vorm Haus so entsetzlich falsch „Bella Ciao“ auf seinem Akkordeon gespielt, dass ich am liebsten nach unten gegangen wäre und ihm das Instrument aus den Händen gerissen hätte.
Gesehen: Einige Stünderln Heavy-Metal-Festival „Wackööööööön!“ Hat ordentlich geknallt und war richtig schön laut – manchmal brauche ich das.
Diverse Roadtrips. Mein absolutes Highlight diese Woche war eine fast vierstündige Führerstandsmitfahrt auf einer Bahnstrecke durch den Süden Alaskas von der Hafenstadt Skagway über den White Pass und entlang des Lake Bennett bis Carcross. Himmel die Berge, ist das eine schöne Gegend dort!
Gelesen: Weiterhin mit viel Genuss „Das Glück hat acht Arme“.
Gelernt: Dass man beim Lüften auch die Schranktüren weit öffnen soll, weil sich im Inneren die Hitze stauen würde. Bin aber nach einem Selbstversuch nicht davon überzeugt.
Gekauft: Vor einer Woche so viele Lebensmittel, dass ich während der neuen Hitzewelle über die Runden kommen würde, ohne noch etwas besorgen zu müssen. Hat fast funktioniert. 😉
Gewerkelt: Wenn ich der Hitze wegen im „Hausarrest“ bin, dann stelle ich mir jeden Tag ein paar kleine Aufgaben, die ich zu erfüllen habe. So habe ich das Gefühl, mich nützlich zu machen, und das hebt schon die Stimmung.
Geschlafen: An sich recht gut.
Geträumt: Ich hatte in einem Restaurant einen tollen Mann kennen gelernt – groß, gute Figur, markantes Gesicht, dichter, weißer Haarschopf. Er erzählte mir, er sei Musiker und hätte demnächst in einer Stadt am Meer einen Auftritt. Und dann fragte er mich, ob ich ihn begleiten würde. Ich hatte große Bedenken, ob ich dem Typen vertrauen könne, da hielt er meine Hände und bejahte ernsthaft, er würde für mich sorgen und für mich da sein, und ich solle mir den Kopf nicht weiters zerbrechen. Und dann wurde ich wach. War so ein schönes Gefühl, dass ich eigentlich gar nicht aufstehen wollte.
Geplant: Weiterhin so gut als möglich durch diesen Sommer kommen.
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Ich wünsche euch eine möglichst gute und stressfreie Woche. Habt es fein, seid gut zu euch und zu euren Lieben und bleibt bzw. werdet gesund.