… habe ich heute endlich mal wieder einen Kontrolltermin im Friedrich Baur Institut für Muskelerkrankungen wahrgenommen. Während ich darauf wartete, aufgerufen zu werden, sah ich, wie eine der beiden Damen vom Empfang mit Unterstützung einiger Kolleg:innen und ihrem Mann Berge von Essen und Kuchen in einen Nebenraum schleppte…
… Als ich aufgerufen wurde, brachte mich diese Dame mittleren Alters den langen Flur hoch zum Büro der Frau Professor, die sich meiner annehmen würde. Ich lächelte sie an und fragte: „Haben Sie heute Geburtstag?“ Da blieb sie stehen, griff nach meiner Hand und strahlte übers ganze Gesicht. „Nein. Ich habe die deutsche Staatsbürgerschaft bekommen. – Aber ja, doch, ist so etwas wie Geburtstag für mich. Ich freue mich so!“…
… Und solche Menschen wollen die Blaunen abschieben, „remigrieren“? Ernsthaft? Mitmenschen, die freundlich, oft selbstlos, mitfühlend, zuverlässig und kompetent in Berufen arbeiten, für die sich mittlerweile viele Deutsche – vor allem die „Bio-Deutschen“! – viel zu schade sind? – „Igitt! Körperliche Arbeit, und dann auch noch immer höflich und geduldig sein müssen – nee, das ist nix für mich, ich will im feschen Anzüglein und mit Krawatte im Büro sitzen, gefälligst pünktlich Feierabend und sechs Wochen bezahlten Urlaub haben, und mit Dreißig meine erste Million einfahren!“…
… Schon mal darüber nachgedacht, ihr AfD-Wähler:innen, wer dann im Gesundheitswesen arbeiten, in Seniorenheimen und Krankenhäusern während langer Nacht-, Wochenend- und Feiertagsschichten Bettpfannen leeren, alte und schwerbehinderten Menschen zur Hand gehen, sie waschen, die Ä***e auswischen und Windeln wechseln, sie pflegen, für sie putzen, für sie Besorgungen erledigen soll, wenn eure vor Hass, Häme und Hetze nur so triefenden und bei euch fleißig Augenauswischerei betreibenden blaunen Obermuftis dieses unmenschliche Horrorszenario der „Remigration“ eines Tages wirklich durchführen würden, und alle, wirklich alle Mitmenschen mit ausländischen Wurzeln unser Land verlassen müssten? Wer dann die Mülltonnen leeren, die Straßen kehren, in der Gastronomie Essen und Getränke servieren, oft genug bis spät nachts, und sich dazu noch zahllose dumme Sprüche von vorlauten Kund:innen anhören soll? Wer im Einzelhandel Regale einräumen und an den Kassen Dienst tun soll? Wer Putzarbeiten in Büros, Banken, Supermärkten, Behörden, bei alten und kranken Privatpersonen verrichten soll? Wer dann hier die LKWs, die U- und S- und Straßenbahnen, die Busse, Züge und Taxis fahren, die Briefpost und Päckchen ausliefern soll?…
… Wie das in Zukunft so sein würde, wenn die Blaunen deutschlandweit an die Macht gelangen, könnt ihr euch ja nun vermutlich in Sachsen-Anhalt ansehen. Möge euch allen dabei ein heilsames Licht aufgehen…
Gefreut: Es hat wie immer viele kleine Freuden gegeben. Zum Beispiel, das es jetzt wieder frische Feigen und Äpfel gibt. Dass die Wassermelone Anfang letzter Woche so herrlich wie keine andere zuvor geschmeckt hat. Dass ich etliche liebenswürdige und freundliche Menschen getroffen habe. Über so manch rege und überwiegend fair verlaufenen, interessanten Diskussionen hier in Bloggershausen.
Große Freuden waren die friedliche Prüf-Demonstration am Samstag nahe der Münchner Uni und die Historische Reiter- und Kutschengala im Park von Schloss Schleißheim am Sonntag, auch wenn heuer bei weitem nicht so viele Teilnehmende anwesend waren als 2023.
Geärgert: Über die Reaktionen der Regierung und speziell unseres Zweite-Wahl-Kanzlers nach der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt.
Gedacht: Trotz meines doch schon gehobenen Alters falle ich immer wieder auf die falschen Menschen rein…
Laut den neuesten Umfragen sind die Blaunen auch in Mecklenburg-Vorpommern leider die stärkste Partei, knapp eine Woche vor der Wahl, was mich sehr bedrückt. Aber ich empfinde durchaus Schadenfreude darüber, dass die „cdu“ knapp vor dem Rutsch unter die 5-%-Grenze ist. Vielleicht würde man ja dann endlich in Berlin ins Nach- und Umdenken kommen.
Gefragt: Und die Mitglieder unserer Regierung haben den doch so lauten Schuss immer noch nicht gehört und immer noch nicht begriffen? Auf welchem Planeten leben die denn?
Gewundert: Wie es möglich sein kann, dass an sich doch vernunftbegabte Menschen höchst begeistert sind vom verqueren und verstrahlten Schwurbeln über die „wahren Hintergründe“ der Wahl von Sachsen-Anhalt und dem völlig realitätsfernen Verharmlosen der Blaunen. Als wären sie gehirngewaschen.
Gelitten: Nach der Wahl in Sachsen-Anhalt war ich zwei Tage lang gesundheitlich vor Schock ziemlich durch den Wind.
Genervt: Seit dem neuesten Windoof-Update erhalte ich immer wieder die Meldung, dass Windoof-Sicherheit deaktiviert sei. Und wenn ich dann nachschaue, stelle ich jedesmal fest, dass da alles reibungslos läuft.
Gewesen: Im Viertel unterwegs, im nahen Alten Nördlichen Friedhof, endlich mal wieder dort eine ausgiebige Runde drehen, auf der Leopoldstraße, ein wenig einkaufen, auf der Ludwigstraße, ein wenig demonstrieren, und im Schleißheimer Schlosspark, ein wenig lustwandeln und ein wenig fotografieren. 😉
Getroffen: Viele freundliche, schöne, interessante und hilfsbereite Menschen und viele bezaubernde Vierbeiner.
Und unseren Märchenkönig, DER Kini aller Kinis, Ludwig II. von Bayern. Er hat mir huldvoll zugewunken, das Highlight eines schönen Tages. 😉
Gesucht: Ausnahmsweise mal nichts.
Gefunden: Nichts.
Gegessen: Einen Pflaumenauflauf, der vor einer Weile, als ich ihn das erste Mal genau nach Rezept zubereitete, zwar gut aber etwas leer schmeckte. Letzte Woche habe ich dann das Rezept mit Zimt, einer Prise Kardamon und einem wönzigen Schlock Rum aufgepeppt – und siehe da, das Ergebnis war sensationell – ich sollte mich vielleicht fürs Große Backen bewerben… Ansonsten gab es unter anderem Spaghetti mit Tomatensoß, Hackbraten mit Kartoffeln und Maiskolben, Bratwürst mit Kartoffeln und Erbsen, Kartoffelgratin, einen Strammen Max mit 2 Spiegeleiern, Müsli, Salate, Melonen und viel anderes Obst und Gemüse.
Getrunken: Wasser, Tee, Orangensaft und zum Beruhigen nach der Sachsen-Anhalt-Wahl meinen Lieblingslongdrink: 4 cl Latschenkiefersirup, 4 cl Gin, aufgefüllt mit Sprudelwasser. Und am Dienstag Abend einen doppelten Kirschgeist, denn einiges ist nur mehr angesäuselt zu ertragen.
Genascht: Dunkle Schokolade mit Orangenmarzipan. Eine höchst delikate Nervennahrung!
Gelacht: Ja. Ich hatte sogar einen sehr heftigen Lachanfall.
Geweint: Lachtränen.
Gehört: Die Ansprache des Schirmherrn der Historischen Reiter- und Kutschengala von Schloss Schleißheim, Hubert Aiwanger, bayrischer Vize-Ministerpräsident und Wirtschaftsminister (und Bayerns größter Bierzelt-Schreihals). Du meine Güte, was war das für ein armseliges, konfuses, verdrehtes Geschwafel! Ich war einige Male ganz nah dran zu rufen: „Hubsi, was ham’s da denn heut für Drogen in dein Opfesoft neikippt!“, konnte mich aber grade noch beherrschen. Nicht verkneifen konnte ich mir allerdings einige Male ein lautes Hohngelächter, was mir ringsum böse Blicke einbrachte.
Gesehen:
Und natürlich wieder so einige RoadTrips, vor allem spannende Touren durch die grandiose Alpenwelt der Schweiz, Frankreichs und Italiens.
Gelesen: Viele Blogbeiträge über die Wahl in Sachsen-Anhalt, davon etliche wirklich gut fundierte und fein geschriebene, die mir Wissenswertes und auch interessante neue Einsichten beschert haben. Manche Mitblogger:innen, die politisch engagiert sind, können es, was Ausdruckskraft und Wissen anbelangt, meiner Meinung nach durchaus mit Profi-Journalist:innen aufnehmen. – Besonders negativ ist mir der Post einer deutschen Künstlerin aufgefallen, die im Ausland lebt. In epischer Breite wurde versucht darzulegen, warum die AfD völlig harmlos sei. Das Geschreibsel war gequirlte Scheiße hoch Zehn. Meine Gefühle rangierten beim Lesen zwischen purem Entsetzen, angeekelter Faszination, und ungläubigem Staunen, und am Schluss hatte ich angesichts dieses höchst grotesken Schwachfugs einen lang andauernden Lachanfall. Nachdem ich mir die Lachtränen aus dem Gesicht gewischt hatte, kredenzte ich mir ein großes Stamperl Schnaps, das hatte ich jetzt dringendst nötig.
Immer noch „Rendezvous mit einem Oktopus“ von Sy Montgomery, übersetzt von Heide Sommer. Das ist ein sehr wohltuendes Buch, eine interessante und bewegende Mischung aus wissenschaftlichen Erkenntnissen, Tagebuch und Autobiographie. Schon wenige Absätze lassen mich das Ungemach ringsum völlig vergessen, ich tauche ein in eine bislang unbekannte Welt mit einer faszinierenden, auf eine uns oft so fremd wirkenden Form hoher Intelligenz.
Gelernt: Ein vierjähriger Hengst der englischen Rasse Shire Horse ist mit 1,99 Metern Stockmaß (gemessen wird mit einem stockähnlichen Längenmaß vom Boden bis zum Widerrist des Pferdes) das derzeit größte Pferd der Welt. Und es könnten durchaus noch ein paar Zentimeter Höhe dazu kommen, denn Shire Horses sind erst mit acht, neun Jahren völlig ausgewachsen.
Gekauft: Was Frau so zum Leben braucht.
Gewerkelt: Nur das Übliche im Haushalt.
Geschlafen: Nach der Wahl in Sachsen-Anhalt sehr schlecht und unruhig.
Geträumt: Wie stets bunt und lebhaft.
Geplant: Gleich kommt die Frau R., um meine Bude auf Vordermann zu bringen, und da werden wir wieder viel Spaß haben. Dienstag werde ich eine Runde über den kleinen Bauernmarkt drehen. Und am Mittwoch muss ich in aller Frühe zu einer sieben Jahre lang hinaus gezögerten Kontrolluntersuchung ins FBI – Friedrich-Baur-Institut für Muskelerkrankungen. 😉 Am 17. September findet eine Demo des VdK zum Thema soziale Ungerechtigkeit und die Schwächen der Gesundheits“reform“ statt. Und dann werde ich ganz, ganz feste alle Daumen für die Wahlen in Berlin und Meck-Pomm drücken.
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Ich wünsche euch eine gute und möglichst stressfreie neue Woche, habt es fein, seid gut zu euch und zu euren Lieben und bleibt bzw. werdet gesund.
… Es ist allerhöchste Zeit, für den Erhalt unserer Demokratie, für Freiheit und Frieden und gegen Rechtsextremismus laut und sichtbar zu werden, auf die Straßen zu gehen, zu schreiben, zu bloggen, in den (a)sozialen Netzwerken den Mund aufzumachen, und auch im alltäglichen Leben Zeichen zu setzen. Und habt keine Angst, ihr seid nicht allein! Wir sind immer noch die Mehrheit. Und wir sind füreinander da. Wir lassen uns weder von rechtsextremen Parolen, noch von Droh-Mails, von persönlichen Angriffen, von Hass, Hetze, Häme und Fake News einschüchtern und „umdrehen“. Kein Fußbreit den Rechten, das ist unser Credo…
… Am Samstag Nachmittag versammelten sich viele Demokrat:innen jeden Alters auf dem Münchner Geschwister-Scholl-Platz, um wie seit fast einem Jahr einmal monatlich für ein Prüfverfahren zum längst überfälligen Verbot der in fünf Bundesländern als gesichert rechtsextremistischen AfD zu demonstrieren. Ca. 12.000 Teilnehmende waren es, viermal so viel als von den Organisator:innen angemeldet wurden…
… Es gab gute und eindringliche Redebeiträge von Dominik Krause, dem Münchner Oberbürgermeister, vom SPD-Urgestein Florian von Brunn, von der grünen Landtagsabgeordneten Gülseren Demirel, und eine besonders zündende und ausgesprochen wortgewaltige, sehr emotionale Ansprache des bayrischen Kabarettisten Christian Springer. Für die musikalische Untermalung sorgten die österreichische Band Widersacher aller Liedermacher und der Bud Spenzer Heart Chor…
… Am Schluss der Veranstaltung gab es wie immer ein schönes und bewegendes Ritual: Man wandte sich den Umstehenden zu, reichte ihnen die Hand und dankte ihnen fürs Dasein. Als eine Dame, die ungefähr in meinem Alter gewesen sein mochte, und ich uns spontan umfassten, traten mir die Tränen in die Augen. Wir hatten das große Glück eines erfülltes Leben in Frieden, Freiheit und Demokratie. Und wir versicherten uns gegenseitig, uns dafür einzusetzen, dass dies bis zun letzten Atemzug so bleiben möge, und dazu beizutragen, dass die kommenden Generationen ebenfalls das Glück genießen dürfen, lang und erfüllt in Frieden, Freiheit und Demokratie zu leben…
… Geht raus! Demonstriert mit uns! Schreibt mit uns! Kämpft für unsere Demokratie und gegen den Faschismus! AfD-Verbot jetzt!…
… hätte ich als alter Trekkie jetzt ums Haar verschwitzt: Heute vor sechzig Jahren flimmerte die erste Folge von Star Trek (Raumschiff Enterprise) über die amerikanischen Bildschirme… 😀
… sind sie vergangen, die ersten achtzehn Jahre bei WordPress… 😉
… Schaun ma mal, was uns die nächsten mindestens achtzehn Jahre hier in Bloggershausen so bringen werden… 😉
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… Habt ein feines Wochenende, ihr Lieben! Und habt Mut, Zuversicht und Hoffnung. Es gibt so viele gute, liebenswerte, intelligente, aufrechte, gewissenhafte, starke Menschen hier in unserem Land. Die Demokratie steht grad auf dem Prüfstand, das ist unbestritten. Aber wir werden das schaffen. Kopf hoch!… 🙂
Gefreut: Darüber, dass ich immer noch Wünsche, Träume und Sehnsüchte, Ziele und Pläne habe. Dass ich nach wie vor viel Freude am Leben und einen klaren Kopf habe, und mein Geist ziemlich rührig ist – von ein wenig Zerstreutheit mal abgesehen. Dass ich nach wie vor recht vielseitig interessiert bin und Neues zu erfahren und zu erkunden mir so viel Genuss bereitet – „Aha!“-Momente fühlen sich oft so an wie Orgasmen in der Denkbirne, ich liiiieeeebe das! 😀 Dass es so viele wunderfeine kleine Momente gibt, die mich glücklich machen.
Geärgert: Vor fast drei Wochen ging meine Türklingel kaputt. Ich sagte der Frau des Hausverwalters bescheid, danach herrschte zwei Wochen lang Funkstille. Als ich erneut im Büro der Hausverwaltung vorstellig wurde, informierte man mich darüber, dass Mittwoch um neun Uhr ein Elektriker vorbei kommen würde. Natürlich war ich beizeiten präsentabel und wartete. Es wurde Mittag. Kein Elektriker weit und breit. Es wurde früher Nachmittag. Ziemlich angesäuert ging ich zur Hausverwaltung. Dort wartete man ebenfalls seit neun Uhr morgens. Gegen fünfzehn Uhr hieß es, der Elektriker würde in etwa einer halben Stunde eintreffen. Um siebzehn Uhr hatte sich immer noch niemand blicken lassen. Und dann bog er plötzlich um die Ecke, der gute Mann, und als wir ihn ziemlich entrüstet zur Rede stellten, tat er so, als hätte er uns nicht verstanden. – Aber es sei ihm zumindest halbwegs verziehen, denn er baute mir eine neue Klingel mit einem sehr melodischen Glockenton ein.
Gedacht: Unser Zweite-Wahl-Kanzler hat schon eine sehr ungehobelte, unsachliche, unintelligente, rücksichtslose Art, mit Bürger:innen umzugehen. Und mit den Fakten hat er’s auch nicht so wirklich. Von seiner Attitüde „Was stört mich mein Geschwätz von gestern!“ mal ganz abgesehen. – Das Arbeitsklima im Bundeskanzleramt soll laut Insider-Informationen so unterirdisch sein, dass unter den Angestellten ein sehr obszöner „Spitznamen“ für ihren „Chef“ kursiert.
Gefragt: Wie lange müssen wir diesen … Sauerlandblitz noch ertragen?
Gewundert: Dass zur Zeit beinahe ein „Merkel-Hype“ in den (a)sozialen Netzwerken stattfindet. Dabei wird tunlichst vergessen, dass „Mutti“ dank ihrer sechzehn Jahre andauernden Politik des Nichtstuns und Abwartens den Grundstein für Vieles gelegt hat, was heutzutage schief läuft.
Gelitten: An nichts. Ich bin zur Zeit wieder so richtig schön fit und schmerzbefreit.
Genervt: Von der viele Stunden dauernden Warterei am Mittwoch.
Gewesen: Mit der Frau R. zum Großeinkauf im Lieblings-Discounter. Etliche Runden spazieren. Und am Samstag kurz am Viktualienmarkt. Dort ging’s aber so furchtbar zu, dass ich mich recht schnell wieder verkrümelt hab‘.
Getroffen: Die sehr sympathische Frau des Hausverwalters und ihre beiden liebenswürdigen Söhne.
Gesucht: Im Internetz nach einem aufblasbaren Gästebett. Weil mich das nervt, bei jedem Besuch das Bettgestell aus dem Schrank im Schlafzimmer ins Wohnzimmer zu schleifen und aufzubauen. Außerdem ist das Teil samt Matratze schon sehr in die Jahre gekommen.
Gefunden: Yepp, mal wieder viel zu viel Angebote. Jetzt habe ich wie so oft die Qual der Wahl…
Gegessen: Hühnerfrikasse mit Reis, einen Strammen Max und dazu einen Romanasalat. Einen sehr köstlichen Aprikosenauflauf. Blumenkohlauflauf, der mir etwas missraten ist, weil ich vergessen hatte, ein wenig Mehl zum mit Sahne verklöppelten Ei zu geben. Pellkartoffeln mit diversen Frischkäsen.
Getrunken: Tee, Wasser, Orangensaft.
Genascht: Eine sehr feine Auszogne vom Café Frischhut.
Gelacht: Ja, freilich! 😀
Geweint: Nein.
Gehört: Sehr viele wunderschöne und mitreissende Oldies.
Gesehen: Da wurde auf arte Anfang der Woche eine Doku über Riesenkraken gezeigt. Und nachdem ich ja vor kurzem den bezaubernden Roman „Das Glück hat acht Arme“ gelesen hatte, sah ich mir den Bericht voller Neugier an. – Ich hatte ja zuvor überhaupt keine Ahnung, was das für faszinierende und interessante Wesen sind! Octopoden haben neun Gehirne, man stelle sich das vor! Ein zentrales Haupthirn im Kopf, und in jedem der acht Arme befindet sich ein eigenes Nervenzentrum, dadurch kann jeder Tentakel eigenständig handeln und sinnliche Eindrücke sammeln. Zudem haben sie drei Herzen, eines in der Körpermitte, und zwei an den Basen der Kiemen. Und das Blut von Riesenkraken ist blau. Sie gelten als überaus intelligent. Sie können Schraubgläser öffnen und komplexe Rätsel sowie Labyrinthe lösen, benutzen Werkzeuge, erkennen das Prinzip von Spiegeln, können unterschiedliche Personen identifizieren, sind ungemein lernfähig, verfügen über ein erstaunliches Gedächtnis, und da sie weder Knochen noch Gräten haben, sind sie dazu in der Lage, sich durch schmalste Lücken und Ritzen zu quetschen.
Gelesen: Den Roman „Monstergott“. Er handelt von zwei jungen Menschen, die in einer christlich fundamentalistischen Glaubensgemeinschaft aufgewachsen sind und nun zu zweifeln beginnen. Es ist schwere Kost, eine aufrüttelnde Lektüre. Mich macht das fassungslos, wie man im Namen Gottes derart unmenschlich, manipulativ und grausam mit Menschen umgeht. Und wie leicht sich die Mitglieder solcher Organisationen gehirnwaschen lassen.
Gelernt: Seit den beiden Sommerinterviews von Chrupalla und Weidel in ARD und ZDF kursiert eine neue Bezeichnung für Journalist:innen der Öffentlich Rechtlichen: Rechtsoffene Stichwortgeber:innen.
Gekauft: Einen neuen Wintermantel. War schon eine Herausforderung, das gute Teil bei fast dreißig Grad anzuprobieren. Aber es war so schön preisreduziert. Ansonsten all das, was Frau zum Leben braucht.
Gewerkelt: Am Mittwoch habe ich den Kleiderschrank ein wenig ausgemistet, um mich von der nervigen Warterei abzulenken.
Geschlafen: Überwiegend gut.
Geträumt: Wie immer bunt und lebhaft. Genaueres habe ich aber leider nicht in Erinnerung.
Geplant: Einkaufen, meine alte Küchenmaschine zum Wertstoffhof bringen, und ansonsten leben und leben lassen.
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Ich wünsche euch einen guten und möglichst stressfreien Start in die neue Woche. Habt es fein, seid gut zu euch und zu euren Lieben und bleibt bzw. werdet gesund. 🙂
… So lautet ja das von mir im Januar gewählte Wort für diese Blogaktion. Und meine kleine Würfelei ergab diesmal zehn Augen, also das zweite „A“. Nach einer Weile Hin- und Herüberlegen kam mir die zündende Idee:…
A wie Auszogne
… Dieses Wort hat hier in Sübayern zweierlei Bedeutung. Zum einen wird damit eine Person bezeichnet, die sich ihrer Kleidung entledigt hat… 😉
… Zum anderen ist es ein gängiger Begriff für eine Schmalznudel, weil man bei deren Zubereitung die Kugeln aus Hefeteig ja vor dem Ausbacken im heißen Fett „auszieht“, so dass der charakteristische wulstige Rand und das dünne Innere entstehen. Die allerbesten überhaupt gibt es seit gut fünfzig Jahren im Kult-Café Frischhut am Münchner Viktualienmarkt. Früher war das nach einer durchgefeierten, -getanzten und -gezechten Nacht um Fünfe in der Früh eine der angesagtetesten Anlaufstellen Münchens. Eine resche Auszogne, frisch und mit verführerisch goldener Kruste aus dem sprudelnden Fett gefischt und noch heiß mit Zucker bestreut, und ein Haferl starken Kaffees dazu hat so manche/n Nachtschwärmer:in wieder auf die Beine gestellt. – Das Gebäck hat im Laufe der vielen Jahre zum Glück nichts von seiner Qualität eingebüßt, wie meine Kontrolle am Samstag Nachmittag nach dem ersten Bissen schon ergeben hat, es schmeckt nach wie vor so herrlich wie in meinen nun schon fast ein halbes Jahrhundert zurückliegenden „wilden Zeiten“ (die allerdings, so habe ich manchmal den Verdacht, immer noch nicht ganz vorbei sind 😀 ). Zur Bestätigung meiner Beurteilung ließ ich sogleich einen zweiten Bissen folgen – und dann erst fiel mir ein, dass ich diese Köstlichkeit ja eigentlich vor dem Verzehr für diesen Blogpost fotografieren wollte… 😉
… Ich wünsche euch einen schönen und geruhsamen Sonntag – und lasst’s euch euer Frühstück schmecken!… 🙂
… Da kannst‘ lange warten. Du glaubst doch ned im Ernst, dass ich mich jetzt auch nur eine Krallenbreit‘ bewegen werd, wo’s hier oben auf meim Lieblingsbaum grad so schön gemütlich ist.“… 😉
… Wie sich deine Hand wohl anfühlen würde, würde ich sie in die meine nehmen? Rissig, schwielig, mit harter Haut? Oder zart, wohltuend warm, anrührend, vertraut? Wie wäre dein Händedruck? Kräftig, zupackend, energisch? Oder sanft, behutsam, tastend, ein wenig scheu und zaghaft? Würden wir eine Verbundenheit durch unserer Hände Nähe verspüren? So etwas wie ein Erkennen? Einen Gleichklang?…
… Wenn diese dicke, trennende Glasscheibe nicht wäre! Dann würde ich ganz sachte mit dem Finger über deine Fußsohle streichen. Ob du wohl auch dort kitzelig bist? Irgendwie kommt mir jetzt mein Vater in den Sinn, der immer, wenn ich frühmorgens nicht aufstehen wollte, um mich für den langen Weg in die Schule fertig zu machen, unten die Bettdecke zurückschlug und mich an den Füßen kitzelte. Was bin ich da jedesmal kreischend und unvermittelt hellwach in die Höhe geschossen!…