… Vom Schlossplatz aus wandte ich mich wieder Richtung Marktplatz. In den Straßen herrschte reges Treiben, jedes Café, jedes Bistro, jedes Wirtshaus, jede Schankfläche war bis auf den letzten Platz besetzt. Gerne hätte ich mich irgendwo dazu gesellt, aber ich war rechtschaffen müde und wollte zurück nach München…
… In der Spitalgasse hatte eine Schar Brasilianer:innen neben einem kleinen Foodtruck, der brasilianische Gerichte feilbot, einige Biertische und -bänke zusammengeschoben. Ein Sänger intonierte, begleitet von Gitarre, Banjo und allerlei Schlagwerk, Chansons und Lieder im Samba-Rhythmus, mal feurig, mal melancholisch, mal heiter. Die Umstehenden trällerten fröhlich mit und wiegten sich im Takt. Ich schloss mich ihnen an, nachdem man mir freundlich lächelnd Platz gemacht hatte. Das war so herrlich ungezwungen und mitreissend, ohne große Show, ohne glitzernde, gewagte Kostüme oder Samba-Schulen-Outfits. Für mich war dieses wohl ziemlich spontan stattfindende Konzert der Höhepunkt des Festival-Sonntags. Ich lauschte, swingte und summte eine geraume Weile mit, entrichtete einen kleinen Obolus in einen großen, schwarzen Schlapphut in der Tischmitte, und ging dann mit Bedauern weiter, Richtung Bahnhof. So gerne wäre ich noch geblieben…
… Als ich es mir eine kleine Weile später im Regionalzug Richtung Nürnberg bequem machte, kam mir in den Sinn, dass ich während des ganzen kurzweiligen und schönen Tages kein einziges Mal die stolze, auf einem Hügel über Coburg thronende Veste gesehen hatte. Und dann, als sich der Zug in Bewegung gesetzt hatte, fiel mein Blick auf dieses stattliche Bauwerk. Leider konnte ich die Kamera nicht schnell genug aus der Rollatortasche holen. Beim nächsten Mal, tröstete ich mich. Beim nächsten Mal werde ich über Nacht in Coburg bleiben und mir ganz sicher unter vielem anderem die Veste ansehen. Und natürlich sehr viele Bilder davon machen… 😉
… Die etwa zweistündige Fahrt von Nürnberg nach München war der blanke Horror. Die Klimaanlage des Zuges war ausgefallen, in den Waggons hatte es mit Sicherheit mindestens 40° Grad. Die Passagiere stapelten sich förmlich, ich bekam gerade noch mit viel Mühen einen Notsitz neben einer der Toiletten. Erträglicher wurde die mühsame Reise durch ein Pärchen in meiner Nähe, Mitglieder einer deutschen Samba-Schule, das während des Wochenendes etliche Auftritte gehabt hatte. Wir unterhielten uns trotz der widrigen Umstände recht angeregt. Vielleicht sehen wir uns ja im nächsten Jahr wieder…
…………………….
… Kommt gut durch den Tag, ihr Lieben!…
























