… Am Donnerstag zog ich bereits zu recht früher Stunde los, ich wollte so eine Art „Probegalopp“ absolvieren, mittels einer kleinen Wanderung testen, ob mein Knie wieder voll belastbar ist. So fuhr ich mit dem Linienbus hinauf an den Rand der weiten, beinahe brettelebenen Fläche des Ortsteils Oberschönau. Ich nahm die Kamera aus dem Rucksack, packte die Wanderstecken und stiefelte frohgemut und langsam los…
… In meinem Heimatort gibt es noch einige jener uralten Bauern-Lehen. Eines der schönsten und auch am sorgfältigsten renovierten Anwesen ist das Kramerlehen, erbaut im Jahr 1461….
… Nachdem ich mich erst einmal warmgelaufen hatte, machte mir der Ausflug so richtig Spaß, und ich ließ mich kreuz und quer über die Hochebene treiben, von einem schönen Ausblick zum nächsten, ein bisschen wie eine Biene, die von Blüte zu Blüte zieht…
… Ich hatte das erste Ziel meiner Wandertour erreicht, die kleine Ulrichkapelle am Waldrand südlich des Dörfchens Eresing, und die unmittelbar darunter liegende, schön eingefasste Quelle mit dem angeblich wundertätigen, munter sprudelnden Wasser…
… Ich wandte meine Schritte hinein nach Eresing. Während ich am Ortseingang ein kleines Anwesen passierte, vernahm ich heiseres Raubvogel-Rufen, schaute mich suchend um, und entdeckte in einem kleinen, runden Giebelfenster drei junge Turmfalken…
… Eresing befindet sich an der sogenannten Barock- und Rokoko-Ausstellungsstraße, dass es so etwas gibt, hatte ich bis dato auch noch nicht gewusst. Leider, leider ist das hübsche Barockkircherl St. Ulrich zur Zeit wegen Renovierungsarbeiten außen nicht sehr präsentabel und innen lediglich zu den Gottesdiensten geöffnet…
… Nach Eresing führte mich meine Tour Richtung Nordosten, nach dem Passieren sacht geschwungener Felder und Wiesen und kühler Wäldchen, und einer lang gezogenen Wegbiegung öffnete sich das dichte Unterholz und gab den Blick auf das Ziel der heutigen Wanderung frei – die Erzabtei St. Ottilien…
… Die neugotische Herz-Jesu-Kirche…
… Im Park des Klosters…
Hinweisschild zum Nähmaschinenmuseum
… Im Klostercafé ließ ich mir ein schönes und sehr schmackhaftes Stück Mandarinenschmand-Torte und ein Haferl Milchkaffee schmecken, sehr mit mir zufrieden, denn ich war insgesamt ungefähr neun Kilometer weit gewandert, völlig beschwerdefrei. Ich nahm mir fest vor, in Zukunft wieder mehr per Pedes unterwegs zu sein, und plante während der Heimfahrt in der Regionalbahn schon die nächste Wandertour…
… Dieses wunderschöne Fleckerl Erde wird mir von Besuch zu Besuch wieder vertrauter, auch die Menschen dort…
… Romy Schneider verbrachte einen Teil ihrer Kindheit und Jugend in meinem Heimatort. Auch als sie ein international gefeierter Filmstar geworden war, entspannte sie gerne während Drehpausen im Anwesen ihrer Mutter…
… Seit dem Jahr 2009 erinnert ein Denkmal an der Ostseite des Schönauer Rathauses, ein von Walter Andreas Angerer geschaffener Negativ-Scherenschnitt, an die Schauspielerin. Der Rosenstock, welcher das Kunstwerk umrankt, trägt ihren Namen…
… Eigentlich hatte ich mir diesen Ausflug schon seit etwa zwei Monaten vorgenommen. Und eigentlich hatte ich heute Mittag gar keine rechte Lust, mich auf den Weg zu machen. Und eigentlich dräuten sich über mir, als ich in Geltendorf die S-Bahn verließ, ganz böse aussehende, dunkle Wolken. Doch dann marschierte ich kurz entschlossen los, und siehe da, als ich die lang gezogene Allee erreicht hatte, die zur im Jahre 1887 gegründeten Stiftsabtei der Missions-Benediktiner führt, hatte sich das drohende Unwetter quasi in Nichts aufgelöst…
… Ich glaube, ich habe heute Nachmittag einen neuen Lieblingsort gefunden…
… Dieser Anblick – allerdings ohne den störenden Baukran – ist es gewesen, der mich während einer Bahnfahrt Ende April gefesselt und seither irgendwie nicht mehr losgelassen hatte…
… Die Landschaft rund um die recht große Klosteranlage samt kleinem Dörfchen, Gärtnerei, landwirtschaftlichem Betrieb, Bienenzucht, Bahnhof, und einem Hofladen, den ich am liebsten leer gekauft hätte, ist unspektakulär, sanft geschwungene Felder, Wiesen, durchsetzt mit Wäldern – und gerade deshalb so beruhigend, befreiend, entschleunigend, Harmonie vermittelnd…
… Was mich sehr erstaunte war, dass man in St. Ottilien trotz der Beschaulichkeit, den historischen Gemäuern, der beinahe greifbaren Spiritualität ein Faible für bisweilen recht schräge Graffitikunst zu haben scheint – zu sehen ist dieses Gemälde an der Giebelfront des Kuhstalls…
… Im Jahr 1941 wurden die Benediktinermönche von der Gestapo vertrieben, in St. Ottilien wurde ein Reservelazarett eingerichtet. Am 28. April 1945 befreiten amerikanische Truppen die Klosteranlage. Ca. 450 Überlebende des Konzentrationslager Dachau, sowie Zwangsarbeiter des Lagerkomplexes Kaufering wurden danach aufgenommen und gepflegt. Zwischen 1945 und 1948 wurden 65 Verstorbene jüdischen Glaubens in einem eigens dafür angelegten Abschnitt des Klosterfriedhofs zur letzten Ruhe gebettet…
… Ich beschloß meinen Rundgang mit einem Besuch des unweit sich befindenden großen Bauernhofes, und durfte zu meinem großen Entzücken so manche niedliche Viecherei entdecken…
… Was mir bei meinem etwa zweistündigen Streifzug durch St. Ottilien ganz besonders wohltuend aufgefallen ist, war die schöne, warmherzige Freundlichkeit der Bewohner/innen. Ich bin ganz, ganz sicher, dass ich diesem Kloster noch so manchen Besuch abstatten werde…
… hat mich am Dienstag mein Weg geführt. Ich stattete dort Petra, die ich seit einer guten Weile schon sehr schätze und bewundere, und die zusammen mit beiden Junioren und ihrer Freundin H. dort ein wenig urlaubt, einen kleinen Besuch ab. Wir verbrachten einen schönen, harmonischen und entspannten Nachmittag, bummelten durch den Ort, plauderten, tranken Kaffee, schlemmten Waffeln und Kekse, und plünderten die Regale eines sehr gut sortierten Gummibärchen-Ladens… 😉
… Ich bin vor gut zwanzig Jahren das letzte Mal in Oberstdorf gewesen. Damals ist dies noch eine recht beschauliche Ansiedlung gewesen, mit Bauernhöfen inmitten des relativ gut erhaltenen bodenständig alpenländischen Ortskerns. Mittlerweile hat sich das Dorf ungemein gewandelt, Hotelburgen im pseudo-bayerischen Stil hingeklotzt, schrille Souvenir-Geschäfte und Filialen aller gängigen Einzelhandels- und Schnellfraß-Ketten sind mit höchst unansehnlichen Auswüchsen sogenannter „moderner“ Architektur durchsetzt. Ich gewann sehr schnell den Eindruck, dass dort der einzige Sinn, das einzige Trachten inzwischen darin zu bestehen scheint, während der Sommer- und Wintersaison möglichst vielen Feriengästen möglichst viel Geld aus der Tasche zu ziehen…
… Aber auch eine „Touristenhochburg“ wie Oberstdorf hat, wenn man genau hin- und um die vielen Scheußlichkeiten herumschaut, so manch idyllisches, romantisches, altüberkommenes Fleckerl zu bieten…
… Beiderseits der breiten Ludwigstraße drängte sich gegen dreizehn Uhr das Publikum – ich sah Menschen aus Asien, Italien, Spanien, Amerika, Russland, Einheimische und „Zuagroaste“. Sie schwenkten grün-weiß-orange und weiß-blaue Fähnchen, klatschten und bejubelten die irischen, englischen, australischen, bayerischen, slowenischen und schwedischen Protagonisten/innen der Parade…
… Wir dürfen das nicht zulassen, das uns dieses friedvolle, heitere Miteinander, dieses Multikulti, dieser angeregte, lebensvolle, lebensfreudige, farbenfrohe, so inspirierende, bereichernde Austausch verschiedener Kulturen, von Musik, Tanz, Brauchtum, Sprache, Geschichte, Lebenskunst irgendwann erschwert, gar untersagt wird…
… Wir dürfen das nicht geschehen lassen, dass „Ausländer/innen“, Fremde, die ja auch die Kassen meiner Heimat kräftig klingeln lassen, und durch stetige Touristenströme in mancherlei Branchen für hundertausende Arbeitsplätze und sichere Einkünfte sorgen, irgendwann einmal fern bleiben, weil Schland dank des derzeit erfolgenden Rechtsrucks nicht mehr als sicher gilt…
… Wir dürfen es nicht hinnehmen, dass multikulturelle und weltoffene Veranstaltungen wie eben zum Beispiel diese St.-Patricks-Day-Parade in vielleicht nicht allzu ferner Zukunft der Vergangenheit angehören könnten…
… Lasst uns bunt, weltoffen, fair und demokratisch bleiben, denken und handeln…
… Zuerst dachte ich, als ich während eines kleinen mittäglichen Spaziergangs Richtung Seelände diese bezaubernde asiatische Dame von hinten sah: „Ah, eine von diesen verrückten Japanerinnen, die hat aus Jux und Dollerei am ersten Feiertag doch glatt einen Weihnachtsmann-Mantel umgelegt.“ Doch dann sah ich die junge Frau von vorne, und musste sie unbedingt fragen, ob ich sie fotografieren dürfe, was sie freundlich bejahte. Sie trug zur Feier des Tages ein kostbar handbesticktes, bodenlanges Seidenkleid, welches sie von ihrer Großmutter geerbt hatte…
… Von der Seelände aus wirkt der an sich sehr harmlos gerundete Schönauer Hausberg Grünstein richtig „dramatisch“…
… Die weltbekannte Schauspielerin Romy Schneider verbrachte etliche ihrer Kindheits- und Jugendjahre sowie so manche Erholungspause von der Filmarbeit in meinem Heimatort. Zur Erinnerung an sie hat man nun im alten, denkmalgeschützten Königsseer Bahnhof eine permanente Ausstellung arrangiert…
… Dank des wundervollen Wetters und sicherlich guter Thermik schwebten Drachenflieger über den makellos blauen Himmel, gestochen scharf ragten ringsum die vertrauten Gipfel auf, schöne Lüftlmalerei war links und rechts des belebten Wegs zu sehen, beinahe spiegelglatt ruhten die tiefdunklen Wasser des Königssees…
… Gestern hatte ich ganz lieben Besuch von meiner Wiesn-Arbeitskollegin und Freundin K. aus Würzburg. Wir genehmigten uns eine ausgiebige Stadtrundfahrt und dann einen Bummel über’s Oktoberfest, ganz lässig, fröhlich und entspannt, da wir ja heuer nicht im Tabakstandl arbeiten. Wir haben altbekannte Standl-Leut‘ besucht, und natürlich unsere lieben Wiesn-Chefitäten, haben ausgiebig geratscht und gelacht. Viel habe ich nicht geknipst, aber ein paar Eindrücke vom größten Volksfest der Welt sind doch entstanden… 😉