Gefreut: Darüber, dass einige kleine Umbaumaßnahmen in meinem Wohnzimmer genauso positiv verlaufen sind, wie ich mir das bei der Planung ausgemalt hatte.
Dass ich fast die Hälfte des Gewichts, das ich während der Spargelzeit aufgrund üppig genossener Sc. Hollandaise und etlichen Gläschen Weißwein zugelegt hatte, schon wieder losgeworden bin. Hitzewelle und eine daraus resultierende Appetitlosigkeit haben irgendwie schon auch ein kleines bisschen Gutes.
Dass grad – ca. 13:00 Uhr über München – dicke Wolken sich ballen und der frische Luftzug durch die gekippte Balkontür sehr gut tut. Wir hatten hier um elf Uhr vormittags schon gut dreißig Grad!
Über den schönen Strohhut, den ich am Samstag auf dem Hofflohmarkt in unserem Viertel für ganz wenig Geld erstanden hatte.
Dass ich mich jetzt wieder deutlich besser konzentrieren kann und bei weitem nicht mehr so vergesslich und zerstreut bin, seitdem ich die Dosis eines Medikaments erheblich reduziert habe. Ich bin mir jetzt wieder sicher, dass ich weder Alzheimer noch Demenz habe – und das freut und erleichtert mich ungemein!
Geärgert: Über den Boten des „Götterboten-Zustelldienstes“. Ich habe vor ewigen Zeiten schon einen sogenannten Wunsch-Ablageort festgelegt! Ich war daheim! Ich habe sogar den Türöffner betätigt, dass er ins Haus kann! Und trotzdem hat dieser … das schwere Paket mit dem bestellten Fleckerlteppich einfach im Erdgeschoss in den Hausflur geschmissen! Neben dem Lift! Der Kerl hätte nur einen Schritt nach rechts tun müssen, dann hätte er ganz bequem zu mir in den 3. Stock hochfahren können und ich hätte mich nicht mit dem schweren Teil abschinden müssen!
Leute, unsere Nationalmannschaft hat mit Ach und Krach ein Vorrundenspiel gewonnen! „Wir“ sind am Samstag Abend nicht Weltmeister geworden! Es war lediglich ein Vorrundenspiel! Das ist doch eigentlich für vernünftige Zeitgenoss:innen kein Grund, mitten in der Nacht stundenlang mit endlosem Hupen, Gebrüll und röhrenden Motoren einen Autokorso zu veranstalten! Das war ein solcher Höllenlärm auf der Straße, dass selbst fest verschlossene, doppelt verglaste Fenster und Ohropax nichts nutzten. – Sonst heult man wegen jedem Cent, den das Benzin mehr kostet, doch bei so was verheizt man es ohne einen einzigen Gedanken daran oder an die Umwelt zu verschwenden, und ohne jegliche Bedenken und Rücksicht auf andere. – Mehrere Stunden lang ging das so, an Schlaf war nicht zu denken. Erst in den frühen Morgenstunden kehrte Ruhe ein. Ich hätte so gerne die kühlen Nachtstunden genutzt, um die Bude richtig durchzulüften, aber da hätte ich wegen dem Radau ringsum vermutlich den Verstand verloren…
Gedacht: Ich schöpfe immer wieder leise Hoffnung, wenn ich die Regenradar-App ansehe, und sich in der Gegend von München dicke Wolken zusammen ballen, dass es endlich ein wenig abfrischen könnte. Und dann wird meine Hoffnung immer wieder enttäuscht, denn sobald sich die Regenwolken der Stadt nähern, fallen sie in sich zusammen und verschwinden…
Gefragt: Wird diese Hitzewelle wirklich wie von etlichen „Wetterfröschen“ prophezeit mindestens bis Ende des Monats andauern?
Gewundert/Gestaunt: Darüber, dass sich Anfang der Woche die Grenze eines kleinen Regengebiets direkt über unserem Haus befunden hat. Im Hof hat es geregnet, und auf der Straße, nur wenige Meter entfernt, fiel kein einziger Tropfen.
Gelitten: Unter der drückenden Hitze. Da wird jeder Schritt zur Schwerstarbeit. Manchmal gehe ich gar nicht aus dem Haus, sondern verbringe den Tag in der sorgfältig abgedunkelten und abgeschotteten Bude, in der es aber dennoch von Stund zu Stund wärmer wird – Südostseite – ich habe ununterbrochen Sonnenschein von morgens früh bis abends spät, das heizt die Gemäuer so richtig schön auf.
Genervt: Vom nächtlichen Autokorso von Samstag spätabends bis Sonntag früh. Und nein, so was muss man nicht ab und zu mal aushalten können! Hier im Münchner Univiertel herrscht ohnehin vor allem an den Wochenenden in den Nachtstunden Radau ohne Ende!
Gewesen: Auf dem Bauernmarkt, im Lieblings-Discounter, rund ums Deutsche Museum, im Viertel unterwegs, auf dem Stadtgründungsfest.
Getroffen: Unseren Hausverwalter und seine Frau.
Gesucht: Seit längerem schon suche ich große, schlichte Müslischalen aus Porzellan.
Gefunden: Bis jetzt noch nicht.
Gegessen: Eine fangfrische Regenbogenforelle, den letzten Spargel der Saison, Grießbrei mit pürierten Beeren, Nudeln mit selbstgemachter Tomaten-Paprika-Sauce, Tomate mit Mozzarella und Basilikum, den obligatorischen Berg frisches Obst und Gemüse, Müsli…
Getrunken: Wasser, Tee, Orangensaft – bei großer Hitze gibt’s keine alkoholischen Getränke.
Gehört: Mit diesem tollen Oldie lassen sich selbst die schlimmsten Hitzewellen ein kleines bisschen besser ertragen. 😉
Gesehen: Wieder mal einige Roadtrips – durch die französischen Pyrenäen, hat mir sehr gut gefallen, mit dem gemütlichen Onkel von RVerTV entlang des Columbia Rivers in Oregon und durch den Norden Wyomings. Das Sommernachtskonzert der Wiener Philharmoniker im Schönbrunner Schlosspark, ein kleines bisschen das WM-Spiel Deutschland – Elfenbeinküste – „unsere Jungs“ haben auf mich in der ersten Halbzeit so gewirkt, als hätten sie gar keine Lust zum Fußball spielen, geschweige denn die Partie zu gewinnen.
Gelesen: Immer noch „Damaskus Station“ von David McCloskey (Übersetzung: Michael Benthack). Ich komme da nur langsam voran, die Hitze lähmt zur Zeit auch meine sonst recht ausgeprägte Lesefreude. Und manchmal werden da schon sehr brutale Szenen geschildert, nach deren Lektüre ich erst einmal ausgiebig pausieren muss.
Gelernt: Wie so oft nix Gscheits. 😉
Gekauft: Was Frau so zum Leben braucht. Und einen hübschen Sonnenhut aus Stroh. Sieht ein bisserl so aus wie die Schutenhüte, die Frauen und Mädchen in der Biedermeierzeit getragen haben.
Gewerkelt: Ich habe im Wohnzimmer ein Regal abgebaut, das ich lange Jahre als Raumteiler verwendet hatte – und siehe da, das Zimmer sieht jetzt um einiges größer und nicht mehr so vollgestopft aus. Außerdem habe ich meine olle Foto- und Krimskramskiste entrümpelt, einen alten Teppich entsorgt und einen neuen verlegt.
Geschlafen: Nicht gut, der Hitze und des Lärms ringsum wegen.
Geträumt: Wie immer bunt und lebhaft.
Geplant: Einkaufen, am Dienstag auf den Bauernmarkt gehen, mir am Samstag die CSD-Politparade ansehen, a bisserl durchs Viertel spazieren, oder vielleicht auch wieder an der Isar entlang. Aber das hängt alles davon ab, wie sich die Temperaturen in der kommenden Woche entwickeln werden.
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Ich wünsche euch einen schönen Sonntag! Habt es fein, seid gut zu euch und zu euren Lieben, und bleibt bzw. werdet gesund.
