Marthas Momente-Sammlung

Glück ist die Summe schöner Momente

Im Palazzo del Te…

… 1524 entschied sich Federico II. von Gonzaga, Markgraf von Mantua, zu Ehren seiner Geliebten Isabella Boschetti ein kleines Lustschloss zu errichten. Hauptzweck des Anwesens sollte die Unterhaltung und Bewirtung illustrer Gäste aus Politik, Kunst und Kultur sein. Der berühmteste Besucher war Kaiser Karl V. Im Laufe seines Aufenthalts in Mantua verlieh er dem Adelsgeschlecht der Gonzaga die Herzogswürde. Federico II. wählte als Standort für den Palazzo die einstmalige Isola del Teleto, kurz Te genannt, nahe der Sümpfe im Süden der Stadt. Giulio Romano, ein Schüler Raffaels, war für den Bau und die Gestaltung verantwortlich. Es entstand ein kleiner, einstöckiger Palast, der an frühere römische Villen erinnert und einen quadratischen Innenhof umschließt. Die Errichtung dauerte lediglich 18 Monate, die großenteils herausragende, bisweilen den/die Betrachter:In schier überwältigende künstlerische Gestaltung der Innenräume nahm an die zehn Jahre in Anspruch…

… Leider war ich bei meinem Besuch zu bequem, um den weitläufigen Garten zu durchqueren, damit ich eine Aufnahme des Palazzo machen konnte. Ich wollte ja schließlich nach der Besichtigung die Via Prinze zurück zum Palazzo Ducale entlang spazieren, und musste mir deshalb meine Kräfte sorgsam einteilen. Aber zum Glück gibt es ja Wikipedia… 😉

 Foto scattata il 7 gennaio 2006 da Marcok di it:wikipedia

… Die oftmals überlebensgroßen Fresken und Deckengemälde im Palazzo Te haben mich während meines Rundgangs zutiefst beeindruckt. Dank einer herausragenden Restaurierung und Konservierung wirken sie, als wären sie erst neulich erschaffen worden. Sie haben eine so intensive, wuchtige, eindringliche Präsenz, wie ich sie noch nie zuvor beim Betrachten von Kunstwerken erleben durfte…

… In der Camera del Sole e della Luna fährt Amor den Sonnenwagen dem Horizont entgegen, während La Luna am Himmel erscheint, und zeigt den Besuchern dabei interessante Einblicke in seine „Private Parts“. 😉

… Die Camera della Amor e Psyche zeigt eine schier überbordende Fülle von Figuren der Mythologie, Göttern und Göttinnen, Götterbot:Innen, Geistern und legendären Helden. Sehr präsent ist Herkules, der laut ungezählten Überlieferungen ja der Stammherr vieler Herrschergeschlechter (unter anderem auch der bayerischen Wittelsbacher 😉 ) gewesen sein soll…

… Im Gemach des Kaisers hatte man die Wände mit unfassbar kunstvoll gefertigten Ledertapisserien verkleidet…

… Blick auf den weitläufigen Garten mit seinem halbrunden Abschluss…

… Der absolute Höhepunkt meiner Besichtigung dieses Lustschlosses war der Sala dei Giganti. Jupiter ist von seinem Thron herabgestiegen und schleudert voller Zorn Bündel von Blitzen gegen die aufständischen Riesen. Es sind glubschäugige, hässliche, aufgedunsene Wesen mit verzerrten Gesichtern, die unter berstenden Trümmern verschüttet werden, und wütend gegen Jupiter aufbegehren. Die Decke dieses etwa hundert Quadratmeter großen Raums ist kuppelförmig, die Ecken abgerundet, jeder Zoll der Wände bemalt. Dieses gewaltige Fresko mit seinen ungezählten Details hat mich beim Betrachten mit schier atemberaubender Wucht getroffen, mich förmlich in sich hinein gesogen. Ich hätte den Rest des Tages damit verbringen können, es auf mich wirken zu lassen und zu erforschen. Dergleichen hatte ich noch nie zuvor gesehen…

… Die ausgewählten Fotos geben leider nur einen kleinen Bruchteil der gewaltigen Präsenz dieses Kunstwerks wieder. Man muss das mit eigenen Augen gesehen haben…

… Demnächst nehme ich euch mit auf den Spaziergang entlang der Via Prinze zurück ins Zentrum Mantuas…

… Habt noch ein schönes Wochenende, ihr Lieben! Bleibt oder werdet gesund, und habt es fein!…


4 Antworten zu “Im Palazzo del Te…”

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