12 Kommentare zu “Wie die Propaganda der Neuen Rechten funktioniert

  1. Mir gefällt dieser Artikel in einigen Punkten nicht, auch wenn andere zutreffend sind. Emotionale Beeinflussung wird auch von den Flüchtlingsbefürwortern eingesetzt. Da kann man auf Anhieb Beispiele nennen, wie auf die Tränendrüse gedrückt wird. Die Auswahl bei der Berichterstattung ist immer schon der Versuch der Einflussnahme.

    Was ich fatal finde, Leute, die sagen ‚Wir sind überfordert‘ in die rechte Schublade zu stecken. Das halte ich für Mundtot-machen-Wollen und undemokratisch und das wird sich eines Tages bitter rächen, wenn die schweigende Mehrheit wählen geht. Da kann man echt Angst vor einem Rechtsruck haben. Mit N-az.is hat es keinen Sinn zu reden, aber es gibt viele, die sich Sorgen machen (auch als ‚besorgte Bürger‘ verunglimpft). Wenn man anderer Meinung ist, kann man sicher darüber reden und versuchen, den anderen mit Argumenten und Fakten zu überzeugen. Man wird nichts erreichen, wenn man sie in die rechte Ecke schiebt.

    Ich halte es übrigens von dem Autor des Artikels für falsch, auf seiner Webseite das Argument anzuführen, die ärmeren Länder könnten es doch auch verkraften. Tatsächlich hat die Türkei knapp 2 Millionen Flüchtlinge. Aber wie jeder weiß, leben die in Lagern in schrecklichen Verhältnissen. So etwas möchte ich hier in Deutschland nicht haben. Die Flüchtlinge hoffen hier auf ein besseres Leben.

    „Auch Deutschland braucht Grenzen. Wir müssen ehrlich bleiben und sagen: Bis hierher können wir, aber nicht weiter.“ Sagt das ein N.az-i? Nein, Rafik Schami, Autor mit syrischen Wurzeln und kommunistischer Vergangenheit (heute in einem Gespräch in unserer Lokalzeitung).

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    • Das ist schon richtig, Ingrid. Wobei das Drücken auf Tränendrüsen meiner Meinung nach aber doch weitaus harmloser ist als das Anfachen von Hass und Gewalt…
      Der Artikel behandelt ja diejenigen, die sich ernsthafte Gedanken machen, in keinster Weise, und steckt diese Menschen auch in keine Schubladen. Ich wundere mich, wo du das gelesen hast?
      Dass Deutschland vor allem Ehrlichkeit braucht, wird ja von niemandem bestritten. Was die Grenzen anbelangt – selbst wenn alle ca. 60 Millionen Menschen, die sich derzeit weltweit auf der Flucht befinden, nach Schland kommen würden, wäre unsere Bevölkerungsdichte so wie die Japans. Und es ist schon sehr abstrus, rund um den 3. Oktober, an dem Viele das Fallen von Grenzen und Mauern bejubelten, jetzt das Hochziehen neuer Grenzen und Mauern zu fordern.
      Der „Flüchtlingsstrom“ ist eine moderne Völkerwanderung. Und somit der Lauf der Welt.
      Was mich am meisten verwundert ist, dass so viele Vorbehalte, so viele Vorurteile, so viel Hass den Flüchtlingen gegenüber existiert, und Zeter und Mordio geschrieen wird, weil diese Deutschland 10 Milliarden Euro kosten werden – und sich so gut wie niemand daran stößt, dass deutsche Steuerflüchtlinge den Staat – und somit uns – um ca. 148 Milliarden Euronen besch***en…

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  2. Ich sehe es so: Wenn jemand sagt, „Es sind zu viele, wir können das nicht bewältigen“, dann wird der- oder diejenige von etlichen in die rechte Ecke geschoben. (Ich habe da so einige Blogs gelesen.) Das erstickt jede Diskussion und die Chance, jemanden mit Argumenten und Zahlen und Fakten zu überzeugen oder zum Nachdenken zu bringen. Wenn ich z.B. mit einer Bekannten spreche und ihr sage, das sind aber Nazisprüche, wird er/sie abblocken und in Verteidigungsposition gehen. Es ist auch so, dass man andere Meinungen zulassen muss, auch wenn sie nicht den eigenen entsprechen – immer vorausgesetzt, es ist nichts Hasserfülltes oder Beleidigendes dabei.

    Was den Hass angeht – ich kriege das direkt nicht mit, höchstens lese ich, dass es so ist. Das ist mir auch unerklärlich und hat sicher Gründe, die einem Soziologen besser erläutern könnten (die angst vor dem Fremden, Gruppenphänomene etc.). Und ich finde es auch schlimm, dass sich Wut, Proteste u.ä. gegen die Falschen richten.

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    • Ja, weil es nicht zu viele sind. Und für diese Behauptung habe ich ehrlich gesagt noch nie bei irgendwelchen Diskussionen, egal ob hier oder auf FB, überzeugende Fakten gesehen bzw. vorgelegt bekommen. Deutschland lag in den letzten Kriegsjahren darnieder, war völlig ausgebombt, ausgehungert, ausgeblutet, und dennoch ist unser Land mit 12 bis 14 Millionen Kriegsflüchtlingen, sogenannten Heimatvertriebenen, fertig geworden, hat sie integriert, und ist dank ihrer Mithilfe zu einer der reichsten Nationen weltweit geworden. Auch zu all den anderen Anti-Flüchtlings-Argumenten habe ich während all der vergangenen Monate, in welchen ich mich intensiv mit diesem Thema beschäftigt habe, noch nie einen einzigen überzeugenden Fakt zu Gesicht bekommen.
      Ich verstehe auch die Ängste nicht. Angst – wovor? Dass uns die Flüchtlinge unser Heim, Hab und Gut, unsere Jobs wegnehmen? Diese Menschen, zumindest die meisten davon, sind doch froh, wenn sie unbehelligt sein und ihren Frieden haben dürfen! Und mit jemandens Qualifikation, der bangt, dass ein Anderer, der weder die Sprache spricht noch sein Handwerk erlernt hat, die Arbeit weg nimmt, ist es wohl nicht sehr gut bestellt. Auch unser Geld nimmt niemand weg – die Flüchtlinge werden aus dem „Topf“ von ca. 15 Milliarden Überschuss an Steuergeldern versorgt. Die Angst vor Überfremdung ist völlig unbegründet – ca. ein Fünftel der Deutschen hat mindestens einen ausländischen Vorfahren in der Familie. Auch eine Angst vor Islamisierung ist höchst sinnfrei – selbst wenn Millionen aus muslimischen Ländern zu uns kommen, würde der Anteil der islamischen Gläubigen lediglich bei ca. 5 % liegen.
      In unserem Team in der Münchner Residenz arbeiten Ungarn, Russen, Ukrainer, Menschen aus Ex-Jugoslawen, zwei Uyguren, Perser, Griechen, Italiener, eine wunderschöne, sehr intelligente Frau aus Ghana und Deutsche miteinander. Ein schönes Beispiel dafür, dass es durchaus möglich ist, trotz verschiedener kultureller und religiöser Hintergründe friedvoll miteinander auszukommen. Von daher, und weil ich es seit annähernd vierzig Jahren gewöhnt bin, mit Menschen aus aller Herren Länder zu tun zu haben, kann ich diese Ängste vor Fremden nicht im Geringsten nachvollziehen…
      Die Süddeutsche Zeitung polarisiert in ihren Artikeln auf FB sehr gerne, und tut damit viel, beide Seiten – Pro- und Anti-Flüchtlinge, braun Angehauchte und „linksversiffte Gutmenschen“ – gegeneinander aufzuhetzen. Und natürlich gibt es auch dort eine erkleckliche Anzahl Gruppen und „Einzeltäter“, die „ihr Bestes“ geben, Hass und Vorurteile zu schüren. Von den eingefleischten „Christen“, die auf der einen Seite Bibelsprüche sabbernd gar scheinheilig einher kommen und auf der anderen zu Mord und Totschlag gegen ganze Völkergruppen aufrufen, ganz abgesehen…
      Das ist jetzt ein bisschen lang geworden, liebe Ingrid. Aber ich konnte die Nacht über schlecht schlafen, weil ich mir wohl das Bein überanstrengt habe, und die Muskeln und Sehnen ziemlich schmerzten, und da ist mir wieder mal so einiges durch den Kopf gegangen. 😉

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      • Genau so stelle ich mir das vor, so, wie du das machst: Argumente, Zahlen, Fakten bringen und miteinander reden, diskutieren. Leider geht das in Blogs so schlecht, weil immer eine Zeit zwischen den Kommentaren liegt.

        Und es gibt tatsächlich viele Beispiele, wie wir ganz problemlos alle miteinander auskommen. Wenn ich da an meine Söhne denke. Für die ist es ganz selbstverständlich, Freunde aus aller Herren Länder zu haben.

        Allerdings finde ich auch, dass man ganz realistisch die Folgen bedenken muss. Die Flüchtlinge sind ja nicht hier, um im Lager zu leben. (Deshalb zieht dieses Argument nicht, dass die Türkei oder ärmere Länder Millionen von Flüchtlingen haben.) Sie wollen die Sprache lernen, sie wollen Arbeit haben und vor allem: ein besseres Leben. Und das ist im Moment schwierig, weil so viele auf einmal kommen.

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        • Sehr viele Flüchtlinge wollen gar nicht in Deutschland bleiben. Sobald in ihren Herkunftsländern wieder Frieden und halbwegs menschliche Bedingungen herrschen würden, würden sie ja wieder zurück gehen…
          Der Winter wird sehr schwer werden für diese armen Menschen. Deshalb sollten so schnell als möglich ausreichend feste Unterkünfte für sie aufgetan werden. Dazu müssten so etliche behördliche Hürden übersprungen werden. Und das ist leider etwas, was den Deutschen immer schon schwer gefallen ist – unbürokratisch handeln. 😉 Aber ich bin immer noch sehr zuversichtlich, dass wir es schaffen werden. Wir Deutsche zusammen mit unseren neuen Mitbewohnern/innen…
          Dass man bei einem Blog immer schön Zeit hat, sich in aller Ruhe die Argumente zurecht zu legen, empfinde ich eher als Vorteil, liebe Ingrid.

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  3. Das mit dem Wieder-Zurück-Gehen ist eine Illusion. Natürlich wollen sie das – erst mal – aber viele werden bleiben wollen, wenn sie sich hier etabliert haben und außerdem wird es so bald keinen Frieden dort unten geben, jetzt, wo sich auch noch Russland einmischt. Es wäre im Prinzip sogar gut, wenn sie wieder zurückgehen würden, denn ihr Land blutet aus und das ist gar nicht gut. Wer soll es dann irgendwann wieder aufbauen? Das ist mit ein Grund, warum man schon eher die Länder hätte finanziell unterstützen müssen, die Flüchtlinge aufgenommen haben. Dann hätten vielleicht viele gar nicht diese lebensgefährlichen Strapazen auf sich nehmen müssen.

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