47 Kommentare zu “München ist bunt!…

  1. Verstehe. Viel zu wenig Aktive.

    Wenn ich ehrlich bin: Würde ich noch in München wohnen, wär ich auch nicht da gewesen. Warum? Hm… Wär mir nicht wichtig genug gewesen. Die Inhalte sind mir wichtig, um die es da ging, zweifellos. Aber gleichzeitig hätte ich das Gefühl: Das sollte doch selbstverständlich sein, warum muss man dafür aktiv werden? Irgendwie so.

    LG
    Marion

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    • Das sollte selbstverständlich sein, ist es aber bei weitem nicht. Ich belasse es hier bei einem einzigen Link, der kurze Artikel zeigt klar und deutlich auf, daß ein Rechtsruck in Deutschland (und nicht nur hier, sondern auch in der Schweiz, siehe u. a. das sogenannte Minarett-Verbot ) stattfindet, sowie die Fremdenfeindlichkeit seit etlichen Jahren bereits permanent zunimmt:
      http://www.internationale-wochen-gegen-rassismus.de/hintergrund/aktuelle-situation/#a1
      Aber wenn du die Stichwörter „Rassismus“ und „Deutschland“ in die Suchmaschine eingibst, tun sich ungezählte Artikel und Statistiken zu diesem Thema auf.
      Ich stelle mir die Frage „Warum?“ überhaupt nicht, für mich ist es ein MUSS, und sehr, sehr wichtig, und auch richtig, für die Reste unserer Demokratie, unsere Freiheit, für die Menschenrechte, und das Verhindern einer zweiten Gewaltherrschaft von sogenannten Nationalsozialisten auf die Straße zu gehen und mein Demonstrationsrecht zu nutzen. Und ich werde das auch weiterhin tun – bis zum letzten Atemzug…
      Liebe Grüße!

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      • Liebe Margot,

        dein und das Engagement all derjeniger, die da waren, möchte ich in Ehren halten und in keiner Weise schmälern!

        Das Minarett-Verbot würde ich aber nicht unbedingt in einem Atemzug mit einem Rechtsruck in der Gesellschaft nennen. Ich sehe darin u.a. die Angst vor Überfremdung, die ich nachvollziehen kann. Die Mehrheit entscheidet in der Schweiz bei solchen Sachen und die Mehrheit ist hier noch nicht bereit, etwas ihnen so Fremdes als selbstverständlich zu akzeptieren. Das ist eine der Auswirkungen einer direkteren Demokratie, als wir sie in Deutschland haben.

        Dass die Fremdenfeindlichkeit zunimmt scheint Fakt. Ich sehe dahinter als Ursache u.a. auch Ängste, die menschlich sind. Das soll nicht heißen, dass ich dafür bin, dass man Entscheidungen aus Angst heraus treffen sollte! Und ich finde es sehr gut, dass Menschen wie du öffentlich kundtun: Wir sind damit nicht einverstanden! Wir wollen das so nicht! Gut so, weiter so.

        Zumal wenn du dieses Tun für dich als inneres Muss empfindest! Dann ist die Sache eh klar. Du lebst was du bist, so soll es sein.

        Ich persönlich sehe ein Szenario wie eine zweite Gewaltherrschaft a lá Nationalsozialisten überhaupt nicht. Ich kann mir absolut nicht vorstellen, dass das noch einmal passieren sollte. Ja, die Wurschtigkeit ist wieder gewachsen, trotzdem… Sollten konkretere Anzeigen sichtbar werden, würden auch mehr sich aktiv dagegen einsetzen, davon bin ich überzeugt.

        Liebe Grüße
        Marion

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        • Konkrete Anzeichen für wachsende Ausländerfeindlichkeit in Deutschland:
          https://freidenkerin.com/2012/11/25/drei-alltagsszenen/
          Noch einige Links sind hier zu finden:
          https://freidenkerin.com/2012/11/12/sag-uns-in-hochstwahrscheinlich/
          Und meine Gedanken hierzu vom November 2012:
          https://freidenkerin.com/2012/11/11/wenn-3/
          Der Rechtsradikalismus findet seit ein paar Jahren schon hier in Deutschland erneut einen sehr gut gedüngten Boden. Neonazis durchwandern Sport- und andere Vereine, sogar Institutionen wie den Verfassungsschutz – kein Wunder, daß es über 13 Jahre gedauert hat, die sogenannten „Döner-Morde“ aufzuklären…
          Ich gehe hier mit sehr, sehr offenen Augen und wachen Sinnen durch meine Welt – und ich sehe sehr wohl die zunehmenden Anzeichen, die mir – und einigen anderen – sehr zu denken geben…

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          • Das ist nicht wegzudiskutieren und das will ich auch nicht. Es gibt diese Tendenz und sie ist besorgniserregend, falsch und traurig. Ihr entgegenzutreten können wir anderen nur täglich leben.

            Eine akute Gefahr für unsere momentane demokratische Gesellschaftsordnung sehe ich nicht. Und bin überzeugt, wenn sie gegeben wäre, würden eine Menge Leute aufstehen und aktiv sein, die jetzt lieber daheim auf dem Sofa sitzen.

            Genau betrachtet sind es vor allem ältere Menschen (eine andere Generation), die diese Haltung vermutlich mit ins Grab nehmen. Deine Erfahrung mit der Putzfrau in der Seniorenresidenz ist respektlos, ungerecht und traurig. Aber es gab Menschen, die zu ihr gestanden sind, das darf man nicht übersehen. Es wurde nicht schweigend zugeschaut, wie ihr Unrecht widerfährt, richtig?

            Und es sind mehrheitlich Arbeitslose oder sonst Perspektivlose, die ein Ventil suchen. Was menschlich und verständlich ist. Und trotzdem ist den Tendenzen entgegen zu treten und das wird getan.

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            • Das sehe ich nicht so, daß den Tendenzen entgegen getreten wird. Ganz und gar nicht, tut mir leid. Ich sehe eher das Gegenteil, daß das Wegschauen, das Ignorieren, das nichts sehen, nichts hören, nichts sagen weitaus gebräuchlicher ist als der Protest…
              Und es sind leider, leider nicht nur die letzten noch lebenden Zeitzeugen des Zweiten Weltkriegs, weiß Gott nicht! Schau dir doch mal Fotos von Mitgliedern von Neonazi-Organisationen an! Da ist nicht eine/r dabei, der/die die Vierzig überschritten hat!
              Laut Wikipedia liegt das Durchschnittsalter der Mitglieder der NPD bei Siebenunddreißig, die nachweislich größten Erfolge bei der Mitgliederwerbung erzielen sie bei den Achtzehn- bis Vierundzwanzigjährigen.

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          • Ich verstehe deine Haltung und ich achte sie. Dass wir voneinander abweichende Wahrnehmungen haben, darf aus meiner Sicht so stehen bleiben. Sie begründen sich vielleicht in einer unterschiedlichen Jetzt-Lebens-Situation, in einer unterschiedlichen Persönlichkeit und Mentalität, in was weiß ich noch.

            Die jungen Rechten sind hauptsächlich die Arbeits- und Perspektivlosen, nicht?

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            • Das ist vor vielleicht einem Dutzend Jahren so gewesen, mittlerweile ist hier in Deutschland der Rechtsradikalismus allerdings durchaus auch in der sogenannten Mitte der Gesellschaft angekommen.

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            • Grade in einem Artikel im WWW entdeckt:
              Politisch rechts motivierte Straf- und Gewalttaten verzeichneten im vergangenen Jahr eine steigende Tendenz. Nach vorläufigen Zahlen zeichnet sich bei den rechten Straftaten ein Anstieg um etwa vier Prozent auf rund 17.600 ab, wie Friedrich dem „Tagesspiegel am Sonntag“ sagte. Bei den rechtsextremen Gewaltdelikten gebe es einen Anstieg um rund zwei Prozent. Friedrich kündigte zugleich an, er wolle mit den Ländern noch einmal über die Erfassung rechtsextremer Gewalttaten sprechen. Hintergrund sind teilweise unterschiedliche Zahlenangaben.

              Grünen-Chefin Claudia Roth erklärte, der weitere Anstieg rechter Gewalt sei „erschreckend“ und gebe „in höchstem Maße Anlass zur Sorge“. Die zahlreichen Initiativen gegen Rechts müssten daher besser unterstützt werden.

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    • So selbstverständlich ist es ja wohl leider nicht und angesichts des rechten Treibens hier finde ich es um so wichtiger, dagegen Flagge zu zeigen. Ich finde es ein trauriges Bild unserer Gesellschaft, wenn Menschen sagen, ist mir nicht wichtig genug. Und es macht mir Angst. Wann ist es denn wichtig? Wenn es zu spät ist?

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  2. Bei anderem Wetter wären bestimmt mehr Leute gekommen. Kompliment denen, die trotzdem draußen waren. Ich weiß nicht, ob ihr dort unten auch so einen eisigen Wind habt?

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    • Uuuuuuh, ja, wir hatten teilweise einen so furchtbar eisigen Wind, daß uns die Tränen in die Augen traten. All die Künstler und Redner hatten ganz große Mühe deswegen, ihre Aufführungen gut zu präsentieren – ihnen gilt mein höchster Respekt, vor allem den kleinen, tanzenden Flüchtlingsmädchen. Von deren Selbstdisziplin könnte sich so mancher Erwachsene eine ganz dicke Scheibe abschneiden…

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  3. Ja die Rechten versuchen sich vielen Dingen zu bemächtigen. Auch dem Gedenken an die Toten der Bombenangriffe.
    Zum Glück sind nicht alle so „verschlafen“ wie die Müncher.
    Liebe Grüße
    Ute

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  4. Wir waren in Hamburg nicht dabei, weil ich keinen Bock darauf hatte, zwischen Huren und Luden in einer kleinen Straße neben der Reeperbahn auf die Meile für Demokratie zu gehen. Ich hatte auf ein etwas kraftvolleres Zeichen gehofft.

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    • Diese Haltung empfinde ich nun ebenso nachvollziehbar wie menschenverachtend. Mir scheint sie ähnlich eingeschränkt und verzerrt wie die, gegen die du sonst auf die Straße gegangen wärst.

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  5. Sei nicht traurig. Ich kann mich noch an Zeiten erinnern, da wären solche Veranstaltungen in München nicht möglich gewesen. Weißt du, liebe Margot, wenn das nächste Mal jeder einen Menschen, Freund, Bekannten mitbringt, dann verdoppelt sich die Teilnehmerzahl gleich mal. Viele Jahre wurde hier gar nichts aufgearbeitet in diesem Land. Man war mit innerdeutschen Auseinandersetzungen beschäftigt, hie wie da. Jetzt liegt es an uns allen, was aus diesem Land wird, und aus seinen Menschen, ob sie gemeinsam agieren oder eben nicht.

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    • Da hast du sehr recht – es liegt an uns allen… Ich hoffe so sehr, daß beim nächsten Mal wirklich die Freunde und Bekannten mitkommen werden… Ich hoffe so sehr, daß wir möglichst Viele aus ihrer Gleichgültigkeit werden reissen können…

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  6. Hi Freidenkerin,

    ich gestehe, ich wäre auch nicht dort gewesen, obwohl ich das Thema wichtig finde. Aber die Leute gehen eher auf die Strasse, wenn aktuell etwas passiert ist, und momentan beschäftigen andere Themen die Mehrheit. Leider herrscht heutzutage ein Überfluss an Informationen, da weiss man gar nicht, worüber man sich mehr aufregen soll. Dennoch ist es wichtig, nicht gleichgültig darüber hinweg zu gehen, und auf diesem Auge blind zu werden. 1500 sind zwar wenige, aber angesichts der Umstände doch ein beachtenswertes Zeichen.

    liebe Grüsse Kalle

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    • Und dabei wäre es doch so gut und so richtig, auch dieses Themas wegen geballt auf die Straße zu gehen! Zu Zehn-, nein, zu Hunderttausenden! Denn dann könnten wir wirklich etwas in die richtige Richtung bewegen!…
      Mittlerweile bin ich der Ansicht, daß dieser Überfluß an Informationen gezielt über uns ausgeschüttet wird. Um uns zu verwirren, die klare Sicht auf die Dinge zu nehmen, die wichtig sind…
      Ich finde auch einige Tage nach der Kundgebung die Zahl von ca. 1.500 Demonstrierenden immer noch traurig. – Nun, am 13. und 17. April finden hier in München Demos gegen Rechtsradikalismus und Neonazis statt, anlässlich der Aufnahme des Prozesses gegen Beate Tschäpe – und da hoffe ich so sehr, daß sich da möglichst Viele auf den Karlsplatz wagen!
      ♥liche Grüße!

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  7. ich bin ja auch eine von denen die nicht hingehen und hinterher denken: mensch haste was verpasst 😦
    und gerade denk ich drüber nach warum ich nicht hingehe
    oder so selten
    vor meinem auge tauchen generalstreikbilder aus frankreich auf
    und gleichzeitig auch bilder von naziaufmärschen
    und mir dämmert
    mein vater hat immer davor gewarnt
    halt dich da raus wo viele sind
    bleib im hintergrund
    reiss den hals nicht so weit auf
    naja er konnte sich nur schwer raushalten damals
    und ist konsequenter einzelgänger geworden
    wenn viele menschen zusammenkommen fühl ich mich sauunwohl
    da muss ich mal dran arbeiten
    demnächst komm ich wieder mit
    allerdings hier oben in der mitte in hessisch sibirien
    *runterwink*
    lg birgit

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    • Liebe Birgit, willkommen hier! 🙂
      Wenn du einmal mitgegangen sein wirst, wirst du erleichtert zu der Erkenntnis gelangen, daß unsere Proteste gegen Rassismus und Rechtsradikalismus nichts, aber auch gar nichts mit Naziaufmärschen und blutigen Generalstreik-Demos zu tun haben. Nichts liegt uns ferner als Gewalt und volksverhetzende Parolen, die Sprüche, die wir loslassen, lauten „Nazis raus!“, „Ob Ost ob West, weg mit der Nazi-Pest!“ oder „Eure Kinder werden genau so sein wie wir!“. Wir verteilen weiße Rosen vor Th.or-Stei.nar-Läden in Angedenken an die Geschwister Scholl und ihre Mitstreiter, wir marschieren nicht im Gleichschritt, sondern im Rhythmus von Percussion-Gruppen…
      Ich denke, die Zeit ist mehr als reif, auf die Straße zu gehen, und den Hals aufzureißen, und zwar ganz weit. Denn es läuft mittlerweile viel zu viel in die verkehrte Richtung – in vielerlei Hinsicht…
      *Nach-Hessisch-Sibirien-wink* 😉

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