… 5 bunte Luftballons glitten durch die windstille und laue Sommerluft dem blauen Himmel entgegen, als gestern Abend pünktlich um 20 Uhr der Musikalische Leiter des Bayerischen Staatsorchesters und der Staatsoper München, Kent Nagano, das Freilichtkonzert seines weltberühmten Klangkörpers auf dem Max-Josephs-Platz mit einer kurzen Ansprache eröffnete…
… Zunächst spielte der noch recht jugendliche Orchester-Nachwuchs „L’Apres Midi d’un Faun“ von Claude Debussy. Den sehr geliebten und wohl vertrauten Klängen lauschend suchte ich mittels Zoomobjektiv meiner Digicam die sich allmählich auf der Freitreppe und unter dem wuchtigen Säulenportikus der Oper versammelnden Musiker ab. Meine Freude war groß, als ich etliche mir aus der Vergangenheit wohl bekannte Gesichter erkannte, sehr bewegt musste ich ein Weilchen heulen wie ein Schloßhund…
… „La Mer“, ebenfalls von Claude Debussy, einem meiner Lieblingskomponisten, war der nächste Programmpunkt. Ich war selig, nach so langer Zeit endlich wieder den schönen, warmen, satten Klang der Streicher, die herrlichen, reinen, weithin schallenden Einsätze der Blechbläser hören zu dürfen…
… Es folgte die „Alpensinfonie“ von Richard Strauß. Obwohl einige schöne Passagen zwischendrin mir schmerzvolle Anflüge von Heimweh bescherten – im Großen und Ganzen kann ich mit diesem Strauß nicht allzu viel anfangen, Vieles von ihm erscheint mir lärmend und zu dick aufgetragen…
… Als Zugabe wurde der erste Satz „Mars – The Bringer of War“ aus der Sinfonie „The Planets“ von Gustav Holst intoniert. „Zuallererst sind wir musikalisch in einem Garten gewesen, dann haben wir das Meer erlebt, anschließend die Alpen bestiegen – und nun schweben wir hinaus in das Weltall zu den Planeten.“, kommentierte Kent Nagano zuvor ausgesprochen liebenswürdig und blendend gelaunt…
… Nach dem wundervollen Konzert zog es mich in den dunklen Hofgarten. Einige Mitglieder der Nachwuchs-Akademie hatten sich im Pavillon dort zu einer „kleinen Nachtmusik“ versammelt. Zu den Klägen des von ihnen angestimmten letzten Satzes aus Dvorak’s Werk „Aus der Neuen Welt“ stieg über dem gläsernen Tunnelgewölbe der nahen Staatskanzlei der riesige, orangerote Mond in den schwarzsamtenen Himmel…
… Ich habe versucht, meiner gestrigen Eindrücke in einer Diashow Ausdruck zu verleihen. Und mir dabei eine kleine künstlerische Freiheit erlaubt: Die Bilder werden vom vierten Satz – „Jupiter – The Bringer of Joy“ – untermalt, passt, so finde ich, besser als der bisweilen recht dramatisch und düster einher kommende „Mars“…






























