… Einen sehr intensiven Traum durchlebte ich vergangene Nacht: Ich war in den heimatlichen Bergen auf einem schönen Wanderweg unterwegs. Unvermittelt stieß ich inmitten der einsamen Landschaft eines Hochplateaus auf ein uriges, bayerisches, kleines Lokal, ursprünglich im Münchner Westend beheimatet, in welchem ich vor etlichen Jahren eine Sommersaison lang gearbeitet hatte. Als ich mich der robusten, rotgeziegelten Front des Hauses näherte, trat der ehemalige Wirt, mit dem ich mich seinerzeit wirklich gut verstanden hatte, aus der Tür. Wir begrüßten uns mit einem freudigen Lachen und einer herzlichen Umarmung. Ich wurde in den Gastraum gebeten, man setzte mir ein kühles, goldfarbenes, schäumendes Bier und eine herzhafte Brotzeit vor. Wir tauschten uns aus, was uns Beiden während der langen Zeit, in der wir uns nicht gesehen hatten, widerfahren war. Mir kam in den Sinn, meinen alten Freund zu fragen, ob er vielleicht eine Arbeit für mich hätte. Doch ich schämte mich. Dann jedoch kam meine derzeit nicht grade glückliche Lage zur Sprache. „Des is’ halb so wuid, Margot, da bleibst’ ganz einfach bei uns, i suach sowieso no jemanden für’n Ausschank.“ Oh, was war ich mit einem Male glücklich!…
… Ich fühlte mich wohl in diesem kleinen Wirtshaus inmitten sanft geschwungener Almwiesen, umringt von hoch aufragenden Gipfeln. Die Arbeit ging mir leicht von der Hand, die Gäste waren umgänglich, freundlich, liebenswert, selten hatte ich mich an einem Ort so geborgen gefühlt. Der Wirt drückte mir einen großen Kellnergeldbeutel in die Hand. Ich sah hinein, es befand sich nicht viel darin, vielleicht so fünfzig, sechzig Euro. „Gehst du bitte ‘runter ins Tal, Margot, zum Einkaufen? Da is’ a bisserl was Bares, und a Einkaufslist’n is a dabei.“…
… Ich machte mich auf, marschierte den breiten, sanft abfallenden Weg hinab. Es dauerte nicht lange, da überreichte mir irgendjemand, irgendetwas ein schlittenähnliches Gerät und flüsterte mir zu: „Nimm, damit kommst du viel leichter ins Tal.“ Ich setzte mich und glitt, schwebte beinahe, völlig mühelos hinab…
… Ich erwachte und griff, irgendwie noch völlig in dieser Geschichte gefangen, nach meinem Traumbuch. Und bin auf Folgendes gestoßen:
Bergtour machen = es sind Schwierigkeiten zu überwinden, danach jedoch folgt große Freude
Einen Freund besuchen oder sehen = es besteht Grund zur Heiterkeit
Arbeitslos sein = Misslingen einer Sache, auf die man große Hoffnungen gesetzt hat
Sich schämen = man verfügt über ein gesundes und gutes Naturell
Arbeit (ausführen) = günstiges Vorzeichen für Erfolg aus eigener Kraft und mit eigenem Einsatz
Geld zählen = man wird einen guten Verdienst haben
Berg hinabsteigen = wohlverdienter Genuss nach harten und mühseligen Zeiten
… Also, wenn das nicht ein gerüttelt Mass an positiven Vorzeichen ist! Was da wohl auf mich zukommen mag? Vielleicht ist es ja eine gute Platzierung bei dem Kurzgeschichten-Wettbewerb, an welchem ich teilnehme? Einsendeschluss ist der erste März, vorgegebenes Thema ist „München“. Ich habe vor einigen Tagen die „G’schicht vom Wies’ngeist“ ein bisserl überarbeitet und eingeschickt. Am 20. März werden im Verlaufe einer Gala mit exklusivem Dinner die Gewinner bekannt gegeben. Vielleicht habe ich Glück?…
P.S.: Falls jemand von euch gestern am frühen Abend die Sendung „Leute heute“ im ZDF gesehen hat: Die Hintergrundmusik, die am Anfang und gegen Ende des Berichtes über Brad Pitt und Angelina Joulie eingespielt worden ist, ist die Traummelodie, nach deren Titel ich schon so lange suche. Ich habe bereits eine Mail an’s ZDF geschickt, vielleicht bekomme ich eine hilfreiche Antwort. Vielleicht kann mir jetzt aber auch von euch jemand weiter helfen?…