… Katzen lieben ja bekanntlich Rituale sehr. Frau Mieze Smokey und mein allabendliches sah so aus: Ich schmökerte noch ein Weilchen, meine Schmusekatze hatte es sich inzwischen auf der schmalen Ablage am Kopfende des Bettes gemütlich gemacht. Wenn ich dann das Licht gelöscht hatte, durfte ich mein müdes Haupt in ihren mollig warmen Pelz betten, und sie legte ihr Köpfchen auf meine Schläfe. So schlummerten wir Beide stets inniglich und selig ein…
… Daran muss ich nun ständig zur Schlafenszeit denken – und dabei heulen wie ein Schloßhund. Sie fehlt mir so, die Smokey, sie fehlt mir so sehr, ich kann das mit Worten gar nicht ausdrücken, bisweilen zerreisst es mir immer noch schier das Herz…
… Vor ein paar Tagen hatte mich spätabends wieder gar furchterbar die Trauer gepackt, endlich versiegten die Tränen, und die verquollenen Augen wurden schwerer und schwerer. Kurz vor der Schwelle zum Schlaf vermeinte ich, ein seidigweiches Katzenköpfchen an meiner Wange zu fühlen, und ein sanftes Schnurren, das mir sagte: “Danke, dass du mir weitere Qualen erspart hast, obwohl das so schwer für dich gewesen ist. Ich bin gut in der Anderwelt angekommen. Es ist so schön, keine Schmerzen, kein Leiden mehr zu haben. Ich hab’ dich sehr lieb!”…
… Einige Stunden später war mir beim Aufstehen sehr friedvoll zumute. Als ich dann in der Trambahn sitzend des herrlichen Morgenrots ansichtig wurde, sagte ich dem Großen, Unermesslichen Weltengeist Dank. Für die Wunder, die er uns täglich zeigt…















