… Neulich träumte ich in den frühen Morgenstunden, bevor ich aufstehen musste, unser schönes, feines Restaurant für die Bewohner des „Nobelhotels“ wäre von einem Tag auf dem anderen verpachtet worden. Und zwar an einen Inder. Meine Kollegen/innen und ich konnten das nicht fassen, und nur stumm und geschockt die Köpfe schütteln…
… Und da traf er auch schon ein, unser neuer Restaurantchef, ein hochgewachsener Mann mit ölig-olivem Teint, einen riesengroßen Turban aus bunt schillernden Seidenstoffen balancierte er auf dem Kopf, und ein martialisch geschwungener Schnauzbart zierte sein Gesicht…
… Pascal, unser Küchenchef aus Südfronkreisch, bekam einen Tobsuchtsanfall, schwang einen meterlangen, hölzernen Kochlöffel und brüllte mit Schaum vor dem Mund: „Dreiein’alb Jahre meines Lebens ‘abe ich darauf verwendet, aus diesem Etablissement ein Gourmetlokal zu machen, wie in einem Top-’otel an der Cote d’Azúr! Und nun kommt dieser schmierige Teppich’ändler und sagt zu mir, ich soll indisch kochen oder meine Sachen packen und verschwinden!“…
… Ach, was hatten wir Kalamitäten und Ärger mit unseren betagten Bewohner/innen, die sowohl mit der neuen, natürlich indisch geschriebenen Speisekarte als auch den exotischen, scharfen Gerichten überhaupt nicht zurande kamen. Wir gingen hinter der Theke in Deckung, weil es an geworfenen Gläsern, Tellern, und Silberbesteck nur so hagelte…
… Schließlich geriet ich mit dem so flott beturbanten Schnauzbart-Inder heftig aneinander. Er schrieb mir vor, dass ich in Zukunft statt des gewohnten Frühstücks aus Semmeln, Butter, Honig, Marmelade, kleiner Wurst- und Käseauswahl und Tee oder Kaffee in Zukunft nur mehr gekochten Reis und gebratenes Gemüse auf die Zimmer servieren dürfte. Ich stemmte die Fäuste in die Hüften, und holte grade tief Luft, um zu einer entrüsteten Tirade anzusetzen…
… und wachte auf…






















