… hat sich mit sanften Wellen bis tief in mein Herz gestohlen. Ich bin süchtig nach ihm. Seine sonnenglänzende, tiefblaue, bisweilen auch geheimnisvoll türkise und grüne Weite erfüllt meine Seele. Ich will ihn mit all meinen Sinnen erfahren, will seine Geheimnisse ergründen, alles von ihm wissen, wäre am liebsten beständig in seiner Nähe, um den Geschichten zu lauschen, die er mal behäbig murmelnd, mal lebensvoll überschäumend preis gibt. Ich will ihn sehen, wenn Stürme ihn zerfurchen, wenn der winterkalte Wind mir die Tränen in die Augen treibt, wenn graue Regenschauer ihn durchwühlen, wenn ihn die Herbstnebel verhüllen, wenn die Schneekristalle mit seinen Wellen verschmelzen, glitzerndes Eis die Ufer umkränzt. Ich will ihn sehen, wenn der Frühling ihn mit dem ersten Hauch frischen Grüns zu zieren beginnt, wenn die Obst- und Weingärten ringsum überschäumen vor lauter Blütenpracht. Ich will ihn sehen, wenn der Vollmond sich in seinen Wassern spiegelt und wenn Regenbogen sich über ihm bis in den Himmel wölben…


… Wieder eines dieser palast- oder burgähnlichen, umwerfend geheimnisvollen und faszinierenden, luxuriösen Anwesen am Seeufer, entdeckt am Samstag auf der Wanderung von Lindau nach Wasserburg, wiedergefunden am Sonntag morgen auf der Schifffahrt nach Friedrichshafen…

… Das liebreizende Wasserburg spiegelt sich in der Morgenruhe des Sees…


… Am Hafen von Langenargen…

… Schloss Montfort, Langenargen…



… Tausende Schmausereien kommen mir bei diesem Anblick in den Sinn!…

… Nach dem Besuch des Zeppelinmuseums in Friedrichshafen, das mich nicht sehr begeistert hatte – verhältnismäßig wenig Ausstellungsstücke in sehr großen Räumlichkeiten, und über die Pioniere der Luftschifffahrt, Graf Zeppelin und Dr. Hugo Eckert, war so gut wie gar nichts zu erfahren, für den einführenden Film wurden 3-D-Brillen verteilt, die dreidimensionale Sequenz dieses Streifens dauerte dann vielleicht eine halbe Minute, wenn überhaupt – scheute ich weder Kosten noch Mühen, um hinaus zum Flughafen zu gelangen. Dabei ist mir ein ungemein netter Busfahrer behilflich gewesen, der seinen Linienbus einfach stehen ließ, um mich zur richtigen Haltestelle zu geleiten und mir den Fahrplan zu erklären. Ich hätte so sehr gerne ein Luftschiff entweder beim Start oder während der Landung beobachtet, aber leider ist mir das Glück nicht hold gewesen. Als ich dann am Hafen auf den Dampfer zurück nach Lindau wartete, brummelte der Zeppelin gemächlich im Tiefflug direkt über meinen Kopf hinweg…



… Zurück in Lindau lungerte ich noch ein Weilchen umher, jeden schönen Augenblick sehnsüchtig erhaschend und haltend, dann stieg ich widerwillig in das kleine, rote Wägelchen meines guten Freundes und fuhr zurück nach München…