9:45 Uhr: Aaaaah! Sie bewegt sich doch! He, Zweibeinerin, Haussklavin! Aufstehen! Futternapf füllen! Zackig, wenn’s geht!
9:47 Uhr: Hm, die Olle ist auch schon mal schneller auf den Beinen gewesen, was muss die vor dem Futter geben auch noch zum Pi.nkeln gehen… Ich tu’ mal jetzt so, als würde mir dieses leckere Fresserchen überhaupt nicht schmecken, vielleicht fährt sie dann was noch Feineres aus dem Kühlschrank auf… Wiiiiieeeee? Kein Schleckerli??? “Nein, du bist jetzt mal ein paar Tage auf Diät, du hast gestern Blut gespuckt!” – Ach, wirklich?????? Kann mich gar nicht mehr daran erinnern…
10:01 Uhr: Zweibeinerin, kannst du mich bitte mal auf das Bord über der Wohnzimmerheizung heben? Ich bin eine aaarme, aaaalte Miezekatze, und komm’ alleine da nimmer hoch.
10:12 Uhr: Hallo, kannst du mich bitte von dem Bord wieder herunter hieven? Das ist mir am Bäuchlein jetzt doch zu warm.
10:15 Uhr: Hmmmmmm, schmeckt das Katzenfutter heute aber guuuuut! Neue Sorte, teure Sorte, denk’ ich mal. Sollte öfters mal ein wenig unwohl sein.
10:21 Uhr: Hallo, Zweibeinerin, kannst du mich bitte wieder auf das Bord über der Heizung heben? Nach dem Fresserchen brauch’ ich immer besonders viel Wärme.
10:27 Uhr: Huhu, Haussklavin! Mein Bäuchlein ist jetzt warm genug, setz’ mich bitte wieder auf den Boden – ein wenig flott, wenn’s geht.
10:45 Uhr: Das Wurstbrot von der Ollen sieht ja köstlich aus! Muss mal ein wenig auf Schmusekatze und armen alten Stubentiger machen, so mit Schnurren und Köpfchen geben, und ganz großen, jammervollen, grünen Augen, mit Zwinkern, Blinzeln, und Klein-Kätzchen-Gemaunze.
11:14 Uhr: So ein Mist! Das ganze Betteln und Anbaggern hat nix geholfen! Immer wieder dieselbe Leier: “Nein, nein, Smokey, du bist die nächsten Tage auf Diät!” Ich hasse es! He, du da, ich will wieder auf das Bord über der Heizung!
12:01 Uhr: Was, du willst jetzt Nachrichten gucken? Kannste, aber zuerst holst du mich von diesem glühend heissen Bord herunter.
13:31 Uhr: Die Haussklavin ist Einkaufen, bin gespannt, was sie da wieder alles anschleppen wird! Hoffentlich ein paar leckere Schmankerln für mich!
14:05 Uhr: Hurra! Hurra! Da ist sie wieder, meine Dienstbotin! Und schwer bepackt! Und keuchen tut sie auch noch – na, komm, jetzt hab’ dich mal nicht so! Die drei Stockwerk sprinte ja sogar ich mit meinen fast sechzehn Jahren im Sauseschritt und mit flinken Pfötchen hoch! – So, und jetzt ist deine große Einkaufstasche erst einmal konfisziert, muss ganz gründlich alles kontrollieren, was du da so mitgebracht hast. – Was, kein Schleckerli für mich????? – Gestern Blut erbrochen????? – Die ganze Woche noch auf Diät?????? – Ich kann’s nicht mehr hören! Du hast se wohl nicht mehr alle!!!
14:08 Uhr: Ich bin jetzt erst mal ein Weilchen beleidigt, ziehe mich ins Schlafzimmer in mein geheimstes Geheimversteck zurück. Muss mich ausruhen. Die zweibeinige Haussklavin auf Trab halten kann ganz schön anstrengend sein.
17:15 Uhr: *Schmatz* – *Gäääääääähn* – Wer wagt es, meinen fürstlichen Tiefschlaf zu stören? – Oh, die Olle fängt an, mit den Töpfen zu klappern! Da kocht sie jetzt bestimmt was Feines! Muss sofort wieder einen auf halb verhungerte, arme, kleine Schmusemiezekatze machen…
