… Im kleinen Universum meines Lebens überstrahlte 2011 ein Stern alles andere: Nach zwei Jahren Hartz-IV-Abhängigkeit, etlichen halblegalen Aushilfsjob und einer erklecklichen Anzahl bitterer Enttäuschungen durfte ich am 1. März meine Arbeit als Servicefachkraft in einer ausgesprochen feudalen Senioren-Residenz antreten. Nach wenigen Wochen bereits stellte es sich für mich zweifelsfrei heraus, dass dies der beste Job ist, den ich in all der sehr langen Zeit in der Gastronomie jemals hatte. Noch immer kann ich meine Dankbarkeit kaum in Worte fassen, noch immer bin ich so manches Mal vor Glück schier aus dem Häuschen…
… Seitdem ich im sogenannten „Nobelhotel“ arbeite, habe ich den größten Respekt vor Jenen, die sich der Pflege und Versorgung von alten Menschen verschrieben haben. Da ziehe ich ganz tief meinen Hut! Ich glaube nicht, dass ich so etwas könnte, dazu muss man wahrlich berufen sein…
… In diesem Jahr durfte ich dank meiner Arbeit die Bekanntschaft vieler interessanter Menschen machen, mit einigen bahnen sich allmählich gute und solide Freundschaften an. Es gibt im „Nobelhotel“ ein paar Seelenverwandte, zu diesen gehört ohne Zweifel auch ein halb verrückter, aber genialer, südfranzösischer Küchenchef. Und eine noch recht neue und sehr sympathische Kollegin. Auch die Freundschaft zu den lieben Freisingern Worti, Steffi und Zwackelmann hat sich weiter vertieft, sowie die guten Kontakte zur Laienbühne Freising e. V. …
… Dafür endete im Herbst die Beziehung zu meinem alten Freund Timo. Es musste so sein, nach unserer Florida-Reise vor gut zwei Jahren wurde zunehmend klar ersichtlich, dass dieser weiß Gott nicht konfliktfreie Urlaub das Fundament unserer Freundschaft gewaltig erschüttert hatte, und dass die gemeinsamen Berührungspunkte und Interessen zusehends weniger wurden – wir haben uns schlicht und ergreifend auseinander entwickelt. Ob mich diese Trennung schmerzt? Nein – eigentlich nicht. Ich wünsche Timo für seinen weiteren Lebensweg alles erdenklich Gute…
… Anfang 2011 hat mir ein Buch – „Zart besaitet“, von Georg Parlow, über Hochsensible Personen – eine Unzahl Aha-Effekte beschert, und mir seitdem - es liegt stets auf meinem Nachttisch, und ich benutze es als Kraft und Einsicht spendendes Nachschlagewerk – vor allem das Arbeitsleben spürbar erleichtert. Ich kann mit Konfliktsituationen weitaus besser umgehen als zuvor, weil ich nun weiß, dass ich dergleichen intensiver und schmerzlicher wahrnehme als viele meiner Kollegen/innen und Bewohner/innen. Auch fällt nun die Einschätzung und Beurteilung meiner Mitmenschen (zumindest im realen Leben) weitaus sachlicher und differenzierter aus als zuvor…
… Auch 2011 gab es viele wunderbare Stunden am geliebten Großen Bodensee, ich denke da an den herrlichen „Zweitagesurlaub“ im August in Hagnau, mit der anschließenden Weinberge- und Obstgärtenwanderung. Und an den vorweihnachtlichen Bummel mit Claudi durch’s schöne Konstanz…
… „Zuwachs“ hat es in diesem Jahr auch gegeben – eine gar prachtvolle Digitale Spiegelreflexkamera, eine Nikon D 3100. Nach anfänglichem „Fremdeln“ meinerseits haben wir uns nun gut miteinander angefreundet. Ich möchte „Mrs. Munster“ keinesfalls mehr missen, wenn auch zur Zeit die Gelegenheiten zum Fotografieren eher spärlich gesät sind…
… Ich hoffe, dass ich dazu fähig war und auch weiterhin sein werde, aus den unguten Konstellationen, Meteoriteneinschlägen, Planetenkollisionen und Stürmen meines kleinen Universums die entsprechenden Lehren zu ziehen und daran zu wachsen. Insgesamt bin ich sehr zufrieden, wie sich mein Weltall 2011 entwickelt hat…






