Archiv für Kreislauf des Lebens

Noch a bisserl länger warten…

Veröffentlicht in Allgemein, Dies Und Das, Gedanken, Menschen, Sonstiges mit Tags , , , , , , , , , , , , , am März 9, 2010 von freidenkerin

… heißt es, bis eine definitive Zu- oder Absage vom Cirque de Soleil kommt. Und zwar bis zum Freitag, den 19. März. Dann werde ich per E-Mail benachrichtigt, ob oder ob nicht…

… Das Gespräch mit der freundlichen, spanisch-stämmigen Dame vom Zirkus verlief recht glatt, ein oder zweimal fielen mir nicht die richtigen Ausdrücke ein, und dann holperte ich beim Englisch reden a bisserl dahin, aber ansonsten ist alles zufriedenstellend gelaufen. Ich würde für zwei Jobs in Frage kommen, und zwar entweder als Platzanweiserin oder Kassendame. Am 23. März ist ein erstes Treffen aller Mitarbeiter angesetzt, am 29. März würden wir einen Tag lang in unsere Tätigkeiten eingewiesen werden, am 31. März ist die erste Vorstellung und am 2. Mai die letzte…

… Ich habe weder ein gutes noch ein schlechtes Gefühl. Klappt’s, ist’s schön, klappt’s nicht, kann man auch nix machen. Ich denke, man wird ohnehin eher die Schüler und Studenten bevorzugen. Die vermittelnde Firma hat einige von uns älteren Semestern vermutlich nur deshalb zu den Vorstellungsgesprächen geladen, damit niemand behaupten kann, dass die reiferen Jahrgänge diskriminiert werden würden…

… Es gibt dennoch eine sehr gute Nachricht: Ich habe zumindest einen Minijob sicher. Sonntag Abend rief mich Freund Timo an, mit dem ich mich seit einer guten Weile besser verstehe denn jemals zuvor. Er erzählte mir, dass die Wirtinnen unseres kleinen Stammlokals – eine Handvoll Schwestern aus der Steiermark – ein- bis zweimal pro Woche Jemanden zum Aushelfen suchen würden. Wir kennen die Mädels seit etlichen Jahren, sie sind fleißig, warmherzig, ehrlich, freundlich und sehr aufgeschlossen. So rief ich an, nach knapp fünf Minuten war alles geregelt, und die Freude auf beiden Seiten war groß. Heute Abend habe ich meinen ersten Arbeitstag, hurra!…

… Somit wäre wohl die schlimmste Zeit überstanden. Und auch wegen der Kürzung meiner Hartz-IV-Bezüge im Herbst brauche ich mir keine allzu großen Sorgen mehr machen, geschweige denn, dass ich eines absehbaren Tages völlig mittellos auf der Straße sitzen werde. Ich werde keine Reichtümer verdienen, aber mich weitaus besser über Wasser halten können als bislang. Und unter guten Freunden, unter Menschen sein. Erst jetzt, als ich dies schreibe, fühle ich, wie sehr mir während der letzten Monate diese sozialen Kontakte gefehlt haben…

Wie Scherenschnitte…

Veröffentlicht in 1, Allgemein, Dies Und Das, Gedanken, Sonstiges mit Tags , , , , , , , , , , am März 7, 2010 von freidenkerin

… in der Spätwinter-/Vorfrühlingssonne…

… Der Winter gab sein – hoffentlich – letztes Gastspiel. Am Samstag Abend hat sich der wirbelnde Schneesturm gelegt. Nun macht sich am erneut strahlend blauen und wolkenlosen Himmel die Sonne ans Werk. Ihre Strahlen sind bereits recht kräftig, wo sich vor einigen Stunden noch die frischen Schneehaufen türmten, kräuselt nun ein recht frischer Wind die spiegelnden Pfützen…

Schmuseschnäuzchen

Veröffentlicht in 1, Allgemein, Dies Und Das, Sonstiges mit Tags , , , , , , , , , , am März 2, 2010 von freidenkerin

… Träumt wahrscheinlich von ihrem herzallerliebsten Herzensschmusemiezekater Moritz…  ;-)

Wichteliges!

Veröffentlicht in 1, Allgemein, Dies Und Das, Inspiration, Menschen, Sonstiges mit Tags , , , , , , , , , , , , , , am März 2, 2010 von freidenkerin

… Heute morgen klapperte der Briefschlitz und dreimal Post von lieben Blogger-Wichtelinnen flatterte herein…

… Ein Feld goldener Sonnenblumen wurde mir aus dem Nachbarland Österreich beschert…

… Eine Wolke schillernder Seifenblasen von Renee kam herbei getrieben, mit einem süßen Katzengesicht (Moritz?) auf der Rückseite…

… Ne wunderscheene Badeszene vom juten, alten Meester Zille hat mir die liebe Tonari jeschickt. Meine Liebe, det is Ehrensache, an dieser schönen Wichtelaktion mit zu machen. Ick finde det ooch knorke, dufte, und jebumfidelt – und ick freu mia so doll, dass ick so jute Freunde/innen hab…  ;-)

… Weil ich beim großen Fragestöckchen vor einiger Zeit erwähnt hatte, dass ich mich gerne fremdsprachlich weiter bilden möchte, sprich, deutsche Dialekte lernen, hat mir die liebe Luiza ein Lilliput-Lexikon Kölsch zugeschickt. An dieser Stelle noch einmal ein herzliches Dankeschön!…

Sturmhimmel

Veröffentlicht in 1, Allgemein, Dies Und Das, Sonstiges mit Tags , , , , , , , , am Februar 28, 2010 von freidenkerin

… Heute gegen 17:55 Uhr von meinem Balkon aus fotografiert. Die ganze Umgegend war in einen rötlichen Widerschein getaucht, als würde ein verheerendes Feuer wüten, die so vertraute, von uns geschaffene Welt von innen heraus erglühen…

Die virtuelle Hundertwasser-Galerie…

Veröffentlicht in 1, Allgemein, Dies Und Das, Gedanken, Gesellschaft, Inspiration, Medien, Menschen, Sonstiges mit Tags , , , , , , , , , am Februar 23, 2010 von freidenkerin

… habe ich, so scheint es, mit meinem neuesten Beitrag zum Projekt Zahlenzauber 100 ins Leben gerufen. Mittlerweile gibt es Beiträge über Friedensreich Hundertwasser und Bilder seiner Bauwerke in folgenden Blogs: April mit ihren Posts “Vienna Calling” und “100 von 100 – H2O”, Felicity mit Hundertwasser-Regentag, “Waldviertel 3″ (Hundertwasser-Brunnen in Hettl) und “Hundertwasser-Mühle”, Chinomso’s “Waldspirale Darmstadt” , Verena mit “Hundertwasser” und Clara (Hundertwasser-Kalender). Außerdem sind auf den Blogs von Monilisigudi (p=2089, ABC-Projekt Buchstabe H) und MissLu weitere Werke Hundertwasser’s zu besichtigen.

… Und ich gehe davon aus, dass sich noch weitere Freunde/Freundinnen hier in Kleinbloggersdorf  mit diesem überaus genialen und vielseitigen Künstler befassen werden. Viel Freude beim Schauen, Lesen, Stöbern – und Selberposten!

Das Traumhaus…

Veröffentlicht in 1, Allgemein, Dies Und Das, Gedanken, Menschen, Sonstiges mit Tags , , , , , , , , , am Februar 22, 2010 von freidenkerin

… muss nicht unbedingt ein großer Palast oder eine feudale Villa sein. Nein, so ein kleines Austragshäusl, wie sie ab und an in meiner Heimat noch zu sehen sind, das würde meinen Ansprüchen vollauf genügen…

… Im oberen Geschoss wäre mein großer Wohn-, Schlaf- und Arbeitsraum. Ich stelle mir vor, am Schreibtisch nahe eines Fensters zu sitzen und träumend auf die heimische Bergwelt zu schauen. Umrahmt wäre ich von all meinen Büchern, von den Bildern, die mir im Laufe vieler Jahre ans Herz gewachsen sind. Statt eines Ausblicks auf die benachbarten, eingrenzenden Häuserfronten hier in der großen Stadt, hätte ich den Wechsel der Jahreszeiten an den Hängen und Schroffen des Untersbergs, der weit sich erstreckenden grünen, blühenden Wiese, des mein Refugium umschließenden Waldes vor Augen…

… Im Erdgeschoss wären die wohnliche und große Küche, eine Speisekammer und das Bad. Am massiv hölzernen Tisch mit blank gehobelter, gemaserter Platte samt einer Eckbank und sorgfältig geschreinerten Stühlen würde die illustre, intelligente, phantasiebegabte, kreative Runde meiner Freunde Platz nehmen und den Raum mit ihrem Lachen, ihren Geschichten, ihrer menschlichen Wärme füllen, der Duft eines krossen Bratens, eines flaumig zarten Kuchens, frisch gebrühten Kaffees, das Aroma eines köstlichen Weines würde sich in den massiven Deckenbalken verfangen und mit dem durch das offene Fenster sich stehlenden Hauch der Wiesenblumen mischen…

… Zu Zeiten der Herbst- und Winterstürmen würde oben in der großen Stube der Kachelofen behaglich vor sich hin bullern und glosen. Mit einem Bücherl würde ich mich auf der weich gepolsterten Ofenbank einkuscheln, meine zufrieden und wohlig schnurrende Miezekatze auf dem Schoss. In den warmen Jahreszeiten würden die unsteten und listigen Südwinde an den Kanten, Sparren und Schindeln jaulend und winselnd zerren und nagen. Der mich umgebende, dichte Wald würde rauschen und brausen wie der Wellengang eines Ozeans. In den stillen Nächten würde ich die Rufe der Käuzchen vernehmen, das Rascheln und Knistern, wenn Rehe und Hirsche sich ihre Pfade durch das Dickicht bahnen, den in eintöniger Lustigkeit vor sich hin plätschernden Brunnen vor dem Häuserl…

…Weit, so weit entfernt wären die Alltagssorgen, die Ängste, Kummer, Hast, Eile und Lärm. Frieden würde mich hier umfangen, der ruhige, stille, besonnene, tiefe Atem der Natur. Unbemerkt würde ich altern, in Würde, Dankbarkeit und Ruhe. Und eines Tages vollen Herzens die Reise zu den fernen Sternen, zu dem Einen und Großen Weltengeist antreten…

Vorfrühlingssonntagnachmittagsföhnhimmel

Veröffentlicht in 1, Allgemein, Dies Und Das, Menschen, Sonstiges mit Tags , , , , , , , , , am Februar 21, 2010 von freidenkerin

… Schäfchenwolken ziehen träge dahin, unser Stern strahlt hell und warm vom Firmament, und die ersten Lokale packen ihre Gartenmöbel ins Freie…

Unbeirrt

Veröffentlicht in 1, Allgemein, Dies Und Das, Gedanken, Gesellschaft, Menschen, Sonstiges mit Tags , , , , , , am Februar 21, 2010 von freidenkerin

… Die Hunde bellen, doch die Karawane zieht weiter… Uraltes orientalisches Sprichwort, Verfasser unbekannt

Atlantropa – eine kühne Vision

Veröffentlicht in 1, Allgemein, Dies Und Das, Gedanken, Gesellschaft, Inspiration, Menschen, Sonstiges mit Tags , , , , , , am Februar 20, 2010 von freidenkerin

… Sie war das Lebenswerk des 1885 in Regensburg geborenen Architekten und Kulturphilosophen Hermann Sörgel. Seinem ab 1928 entwickelten und 1932 in einem Buch der Öffentlichkeit vorgestellten Konzept lag die Beobachtung zugrunde, dass beständig Wasser aus dem Atlantik und dem Schwarzen Meer in das Mittelmeer strömt, da dort mehr Wasser verdunstet als durch die Zuflüsse ausgeglichen werden kann. Durch gigantische Staudämme bei der Meerenge von Gibraltar, zwischen Sizilien und Nordafrika und dem Bosporus sollte der Zustrom zum einen verringert werden, um den Meeresspiegel abzusenken und dadurch Neuland zu gewinnen, zum anderen aus dem einfließenden Rest Strom gewonnen werden. Sörgel hatte sogar während der zwanziger Jahre bereits begonnen, zusammen mit dem Schweizer Architekten Bruno Siegwart den Staudamm Atlantropa bei Gibraltar zu planen. Er solle der Passage ungefähr 20 Kilometer vorgelagert sein, allein für das Fundament war eine Breite von 2500 Meter und eine Höhe von 300 Meter vorgesehen. Die Bauzeit hatte man mit zehn Jahren veranschlagt, in vier Schichten sollten je 200.000 Arbeiter eingesetzt werden. Da etliche Aufzeichnungen Sörgels verloren gegangen sind, bleibt unklar, wie man die logistischen Probleme zu bewältigen gedachte, z. B. die Baumaterialbeschaffung – allein der Zementbedarf wäre für den Weltmarkt eine kaum lösbare Aufgabe gewesen – und auch den Transport sowie die Unterbringung der Arbeitskräfte…

… Sörgel vertrat die geopolitisch gestützte Meinung, dass in absehbarer Zukunft drei Machtblöcke entstehen würden: Amerika, Europa und Asien. Afrika würde aufgrund der zivilisatorischen Rückständigkeit abgekoppelt und lediglich als Lieferant von Rohstoffen bedeutsam sein, es sei denn, Europa würde nachhaltige Bindungen mit dem Schwarzen Kontinent eingehen. Er erkannte auch, dass Kohle und Erdöl in absehbarer Zeit verknappen und dadurch stetig teurer werden würden. Als einen möglichen Ausweg propagierte er die Verwertung des riesigen Energiepotenzials der Wasserkraft im Mittelmeer. Zudem soll durch die teilweise Trockenlegung wertvolles Neuland gewonnen werden. Und im Endstadium sollte aus Europa, Afrika und dem Vorderen Orient der neue Kontinent Atlantropa entstehen. Dies würde außer dem materiellen Nutzen auch über Generationen hinweg die Schaffenskräfte positiv bündeln und dadurch neuerliche kriegerische Auseinandersetzungen in Europa vermeiden…

… Der Visionär plante zwei Absenkungsgebiete. Eine Landbrücke sollte Sizilien, Italien und Nordafrika – Tunesien – miteinander verbinden. Damit sollte unter anderem eine durchgehende Eisenbahnverbindung zwischen Berlin, Rom und Kapstadt möglich werden. Der Wasserspiegel hätte im westlichen Teil des Mittelmeeres um bis zu 100 Meter reduziert werden sollen, im östlichen Teil sogar um 200 Meter. Das Mittelmeer wäre um 20 % geschrumpft, man hätte 500.000 Quadratkilometer Neuland gewonnen (eine Fläche wie Frankreich und Belgien zusammen). Für Venedig, welches zukünftig 500 km vom Meer entfernt liegen würde, hatte Sörgel in seinen Ausführungen einen künstlichen See mit Staudamm vorgesehen, der die Lagune vor dem Austrocknen bewahren sollte (und gleichzeitig ein Ende der an Häufigkeit zunehmenden Überschwemmungen bedeutet hätte). Genua, nach Vollendung des Projekts 3 km abseits der Küste,  sollte einen völlig neue und futuristisch gestalteten Stadtteil samt höchst modernem Hafen vor der “Altstadt” gelegen erhalten, mit einem lang gezogenen Park bis hin zu den neuen Ufern…

(Quelle: Wikipedia)

… Gut achtzig Jahre nach Sörgel’s visionären Ausführungen offenbaren sich die hauptsächlich ökologischen und geologischen Nachteile des Projekts Atlantropa: Wahrscheinlich würde sich ein derart kühner Eingriff negativ auf die Plattentektonik, die seismischen und vulkanischen Aktivitäten des Mittelmeergebietes auswirken. Auch eine Beeinflussung, ja, Umlenkung des Golfstromes wäre nicht auszuschließen, ebenso eine Veränderung des Klimas weltweit und ein Ansteigen des Wasserspiegels des Atlantiks um rund einen Meter. Müssig, sich vorzustellen, dass ein Bauwerk wie der Damm Atlantropa an der Meerenge von Gibraltar ein lockendes Ziel für Terroranschläge darstellen würde…

… Herman Sörgel, ein Pazifist durch und durch, zudem ein Mann von offenem und geradlinigem Charakter, der kaum ein Blatt vor den Mund zu nehmen pflegte, wenn es um seine politischen Ansichten ging, geriet kurz nach der Machtübernahme Adolf Hitlers ins Fadenkreuz der Gestapo. Zusammen mit seiner Frau, einer vermögenden Halbjüdin, die treu zu ihm hielt und seine Unternehmungen finanzierte, floh er aus München und hielt sich bis nach Kriegsende in einem kleinen, oberbayerischen Bauerndorf versteckt. Eine tiefe Freundschaft verband ihn mit dem amerikanischen Schriftsteller John Knittel (Via Mala), der dem Visionär sogar einen Roman widmete…

… Ende der Vierziger kehrte Herman Sörgel nach München zurück. Er gründete das Atlantropa-Institut und warb nach wie vor durch Vorträge und Veröffentlichungen für sein Projekt. Auf dem Fahrrad unterwegs zu einer Lesung an Weihnachten 1952 wurde er von einem Auto angefahren und schwer verletzt. Einige Tage später verstarb er im Krankenhaus der Barmherzigen Brüder im Münchner Stadtteil Nymphenburg. Der Unfallverursacher hatte Fahrerflucht begangen, der Hergang des Unglücks ist nie aufgeklärt worden…