Archiv für Gastronomisches

Prominenter Mitwisser…

Veröffentlicht in 1, Allgemein, Dies Und Das, Gedanken, Gesellschaft, Medien, Menschen, Sonstiges mit den Tags , , , , , , , , , , , , , , , am Juli 31, 2011 von freiedenkerin

… Während der alljährlich im Juli stattfindenden Opernfestspiele ging es im Foyerrestaurant der Bayerischen Staatsoper oftmals recht turbulent zu. Wir waren bei fast allen Vorstellungen ausgebucht, und bei einigen Opern (“La Traviata” z. B.) hatte man zwischen dem Ende des Einlasses und der Pause nur sehr wenig Zeit, die Tische fertig einzudecken, Speisen und Getränke einzusetzen. Weil wir während dieser gut vier Wochen ohne freie Tage durcharbeiteten, kam es in der Regel etwa in der Mitte der Festspiele zum sogenannten Festspiel-Koller, da häuften sich die Pannen und die Stimmung erreichte den Siedepunkt…

… Einer unserer prominenten Stammgäste war Deutschland’s Lieblingsmoderator, Thomas Gottschalk. Er pflegte allerdings, wohl um seine Ruhe zu haben, das Haus nicht auf normalem Wege zu betreten und zu verlassen, sondern stets durch einen Hinter- oder Seiteneingang…

… Die Festspiele waren im vollen Gange. Und irgendwie war während einer Aufführung, bei der wir so sehr viel Zeit gehabt hätten, um unsere Vorbereitungen zu treffen, der Wurm drin. Zusammen mit einer ganz lieben Aushilfe, Martina, leitete ich das Service auf der rechten Seite des hufeisenförmigen Restaurants. Wir ärgerten uns schier schwarz, weil nichts, aber auch gar nichts klappen wollte! Als wir dann auch noch ungerechtfertigterweise einen Anpfiff der Geschäftsführerin einstecken mussten, kannten unser Groll und Frust kein Ende mehr…

… “Am liebsten tät’ ich den ganzen Krempel hinschmeissen und weglaufen.”, knurrte Martina. “Vielleicht hilft uns ja a Glaserl Schampus.”, dachte ich laut. Unsere Blicke glitten zu einem kleinen Servierwagen, auf dem wir etliche Champagnerflaschen für die Pause sorgsam in eiswürfelgefüllte Kühler bereit gestellt hatten. Sie waren für eine Gruppe hochrangiger Bankenmanager  und -vorstände bestimmt, die während des Einlasses gespeist hatten und nun in der Pause das Dessert einnehmen würden…

… Im stillen Einvernehmen rollten Martina und ich das opulent bestückte Wagerl still und heimlich in das nächst gelegene abgedunkelte Treppenhaus eines Notausgangs. In den Rocktaschen unserer Dienstkleider hatten wir Sektflöten gebunkert, die gruben wir nun aus, fanden schnell eine bereits angebrochene Flasche und stießen einander zugrinsend an. Augenblicklich hob sich unsere Laune wieder!…

… Trinkend, ratschend und kichernd überhörten wir, dass da Jemand flinken Schrittes die Treppe herab kam. Wir erstarrten vor Schreck, mit großen Augen, die immer noch gut gefüllten Gläser in der Hand, als unvermittelt Thomas Gottschalk auf dem letzten Absatz erschien. Als er unser ansichtig wurde, begann er lausbubenhaft charmant zu grinsen. Er zwinkerte uns zu, lachte ein “Lasst euch nicht stören, Mädels!” und verschwand durch den Notausgang…

So nicht!…

Veröffentlicht in 1, Allgemein, Dies Und Das, Gedanken, Gesellschaft, Menschen, Sonstiges mit den Tags , , , , , , , , , , , , , am Juli 30, 2011 von freiedenkerin

… Seit etwa zwei Wochen werde ich von einem noch sehr rüstigen, älteren Ehepaar, Bewohner des “Nobelhotels” sehr unfreundlich, herab lassend, ja, sogar aggressiv behandelt. Steine des Anstosses sind jeweils meine Fahrten mit den beiden Aufzügen, um die bestellten Essen zu liefern bzw. etwas später dann das Leergeschirr wieder einzusammeln. Bereits dreimal musste ich mir von den Beiden, die entweder am Lift warteten, oder sich in diesem befanden, folgende Kommentare anhören: “Eine Unverschämtheit ist das, dass Sie hier jetzt einsteigen wollen!”, “Das geht ja überhaupt gar nicht, dass Sie auch mit diesem Lift fahren!”, “Was fällt Ihnen ein! Das ist unser Aufzug!”…

… Angesichts solcher Verbalinjurien, sehr verletzend, schroff und von oben herab geäußert, muss ich schon sehr an mich halten, um mein gelegentlich aufbrausendes Temperament zu zügeln. Mir kommt dann nämlich stets dieser Spruch in den Sinn, den ich nur zu gerne entgegnen würde: “Auch Sie werden vielleicht schon bald Jemanden nötig haben, der Ihnen den A… sauber wischt, weil Sie dazu selber nicht mehr fähig sein werden! Und dann werden Sie heilfroh und dankbar sein, dass dieser Mensch mit dem Aufzug fahren wird!”…

… Damit hätte dann natürlich meine “Karriere” ein sehr vorzeitiges Ende gefunden… Dennoch werde ich mich zur Wehr setzen. Auf eine andere Weise. Ich habe unseren Restaurantleiter über das Verhalten dieses Paares informiert. Und dieser setzt nun einen Gesprächstermin mit dem Direktor an. Dann werden wir mit den beiden Bewohnern eindeutig abklären, dass ich während meiner Arbeitszeit sehr wohl beide Lifte nutzen darf!

Gorbatschow’s Blick…

Veröffentlicht in 1, Allgemein, Dies Und Das, Gedanken, Gesellschaft, Menschen, Sonstiges mit den Tags , , , , , , , , , , , , am Juli 19, 2011 von freiedenkerin

… Michail Gorbatschow’s Besuch in der Bayerischen Staatsoper muss sich so ein, zwei Jährchen nach der Gala-Vorstellung für Prinzessin Diana und Prinz Charles zugetragen haben, ganz genau weiß ich das nicht mehr, jedenfalls ist Max Streibl, der dann wegen der sogenannten Amigo-Affäre geschasst worden ist, noch Bayerischer Ministerpräsident gewesen…

… Anders als bei der Königin der Herzen kochten in Erwartung des Begründers von Glasnost und Perestroika bereits im Vorfeld unsere Emotionen hoch. Jeder, aber auch wirklich jeder wollte einmal in der Nähe jener Persönlichkeit sein, die unsere Welt, so wie wir sie von Kindesbeinen auf kannten, so sehr verändert hatte…

… Als irgendwie durchgesickert war, dass der prominente Gast in der Opernpause im an der linken Längsseite des hufeisenförmigen Foyerrestaurants gelegenen, schmuck bayerisch eingerichteten Stüberl einen Imbiss einnehmen würde, waren wir binnen kürzester Zeit bis auf den letzten Platz ausgebucht…

… Der letzte Takt des “Il Trovatore” vor der großen Pause war kaum verhallt, da drängelte sich die Menge dicht an dicht, von den Ordnern und Sicherheitskräften zurück gehalten. Meine Kollegen/innen und ich standen mittendrin, in Nähe des Stüberls. Die Lifttüren öffneten sich, frenetischer Jubel, Hoch-Rufe, tosender Beifall brandete auf. Vorneweg schritten einige Leibwächter, groß und breit wie Schränke. Im Kielwasser Michail Gorbatschow, seine damalige Frau Raissa Gorbatschowa, Max Streibl samt Ehefrau, der unvermeidliche Staatsminister des Inneren Stoiber und dessen Gemahlin…

… Immer wieder hielt Gorbatschow inne, schüttelte ungezählte Hände, die ihm entgegen gestreckt wurden, winkte, und lächelte breit und liebenswürdig. Einem der Orchesterwarte, ein sehr empfindsamer, verträumter und romantischer Mann, liefen die Tränen über die gefurchten Wangen, nachdem der große russische Staatsmann ihm einen festen Handschlag geschenkt hatte…

… Die Phalanx näherte sich dem Eingang des Stüberls. Ich beobachtete stumm, entrückt. Gorbatschow war nicht sehr groß gewachsen. Doch er besaß eine elektrisierende, überwältigende Ausstrahlung, eine fast körperlich fühlbare Aura, eine ungeheure, glasklare, beherrschende Präsenz. Er wandte den Kopf – und schaute mich direkt an. Sein Blick aus wachen, sehr klugen, glänzenden, leicht melancholisch überschatteten Augen fuhr in mein Innerstes. Die Zeit stand still. Eine Sekunde wurde zur Ewigkeit…

… Dann nahmen die Ehrengäste ihre Plätze ein. Ich umklammerte das Brotkörbchen und den kleinen Butterteller fest und marschierte völlig aufgewühlt in das Stüberl, um zu servieren…

Dies und das…

Veröffentlicht in 1, Allgemein, Dies Und Das, Gedanken, Menschen, Sonstiges mit den Tags , , , , , , , , , , , , , , , , , , am Juli 17, 2011 von freiedenkerin

… Heute Mittag hat mich unser Restaurantleiter darüber informiert, dass meine Anstellung als Vollzeitkraft vorläufig “auf Eis gelegt” worden sei. Das für unser Nobelhotel zuständige Konsortium hätte einen Sparplan verordnet, den es bis Ende des Jahres einzuhalten gelte, und da wäre eine weitere Vollzeitkraft im Service nicht vorgesehen – zu teuer. Ich hatte mir dergleichen schon gedacht, als ich morgens im straßenseitigen Aushang lesen durfte, dass wir für’s Restaurant noch Aushilfen auf 400-Euro-Basis suchen würden…

… Das ist jetzt weiters nicht schlimm, meine Enttäuschung hält sich – ehrlich gesagt – sehr in Grenzen. Ich habe mich mittlerweile mit dem Job, der mir große Freude macht, und meiner Aushilfstätigkeit im Obst- und Gemüseladen, sowie den finanziellen Gegebenheiten sehr gut arrangiert. Ich finde es toll, Teilzeittucke zu sein, und viel Muße zum Bloggen, Schreiben, Fotografieren, Faulenzen etc. zu haben…

… Auf meine Frage, ob ich denn zum Ende meiner Probezeit mit dem “finalen Händedruck” zu rechnen habe, wenn der Betrieb so sehr Personalkosten einsparen müsse, wurde mir versichert, dass dies zu hundert Prozent nicht der Fall sein würde, da bräuchte ich mir nicht im Geringsten den Kopf zu zerbrechen. Ich bin zu etwa 95 % beruhigt, die anderen 5 % melden sich ab und an und weisen mich darauf hin, dass ich in den vergangenen Jahren schon zu viele Pferde vor der Apotheke habe kotzen sehen…

… Mein Held des Tages ist ohne Zweifel Pascal, unser leicht verrückter und schräger südfranzösischer Küchenchef. Als der junge Beikoch aus Ecuador vormittags einen Anruf seiner Frau bekam, die kleine Tochter habe Fieber und müsse sich ständig übergeben, hat ihm Pascal ohne zu zögern frei gegeben und den Rest der Vorbereitungen in der Küche alleine erledigt. “Ist mir lieber, er ist zu’ause und kümmert sich um seine Frau und die Kleine, als dass er ‘ier vor lauter Sorge verge’t.”…

… Liebe Bärbel, als ich während eines kleinen Bummels durch die Münchner Altstadt im Innenhof des Asam-Hauses diese Heiligenfigur gesehen hab’, musste ich sofort an deine Straßenleuchte denken, der “die Haare zu Berge” standen…

… Ich glaube, es handelt sich um den Hl. Korbinian, den Heiligen mit dem Bären. Der Sage nach wurde ihm auf seinem Weg nach Rom von einem wilden Bären das Saumtier gerissen. Er zähmte das Tier und bürdete ihm während seiner weiteren Wanderschaft sein Gepäck auf. Vor den Toren Roms entließ er ihn dann wieder in die Freiheit…

Edit: Die liebe Quizzy hat mich aufgeklärt, dass es sich bei diesem Heiligen nicht um Korbinian, sondern um Nepomuk handeln würde, dem ja auch die Asam-Kirche geweiht worden ist. In unmittelbarer Nähe der Figur ist eine Sitzbank in Bärenform, auf der man auch die G’schicht vom Korbinian nachlesen kann, das hat mich fehl geleitet…  ;-)

… Heute entdeckt: Es geht halt nix über Fremdsprachenkenntnisse…   ;-)

Eine kurze Nachricht…

Veröffentlicht in 1, Allgemein, Dies Und Das, Gedanken, Gesellschaft, Medien, Menschen, Sonstiges mit den Tags , , , , , , , , , , , , , am Juli 16, 2011 von freiedenkerin

… aus der Medienbranche, die am Freitag durch sämtliche Sender kolportiert worden ist, hat wieder einmal das Karrussell meiner Erinnerungen in Bewegung gebracht: Thomas Gottschalk würde in Zukunft werktags eine halbstündige Show im Vorabendprogramm der ARD moderieren. Ganz spontan kam mir in den Sinn, dass ich seinerzeit vor gut zwanzig Jahren quasi hautnah mit dabei gewesen bin, als der Bayerische Rundfunkrat Gottschalk’s und seines Freundes und Kollegen Günter Jauch’s Rauswurf beschlossen hatte…

… In jenen Tagen arbeitete ich als Kellnerin in einem gehobenen Hotel nahe des Münchner Hauptbahnhofs. Eines frühen Nachmittags wurde ich in einen der kleinen Säle eingeteilt, zum Bedienen einer Sitzung des Bayerischen Rundfunkrates. Ich solle während der ganzen Zeit im Raum verweilen, um jederzeit den Herrn Kaffee, Konferenzgetränke, Kuchen und Sandwiches darreichen zu können. An die meisten Themen dieser Konferenz kann ich mich nicht mehr erinnern. Spannend wurde es, als die hölzerne, massive Flügeltüre aufgerissen wurde und der damalige Bayerische Staatsminister des Inneren und spätere Ministerpräsident, Edmund St.oiber, herein stürmte…

… Ich bin bis zu diesem Zeitpunkt immer gutgläubig davon ausgegangen, dass es den Tatsachen entsprechen würde, der Bayerische Rundfunkrat und somit Radio und Fernsehen seien laut Verfassung des Freistaates politisch unabhängig und unbeeinflusst. Nach St.oibers Eintreffen wurde ich ganz schnell eines Besseren belehrt und bekam hinter meinem kleinen Bufett verharrend voller Staunen und auch Schrecken mit, wie den gesetzten und auch teilweise bereits recht betagten Herren der Rausschmiss Gottschalk’s und Jauch’s förmlich indoktriniert worden ist…

… Im Nachhinein betrachtet hätte der Bayerische Rundfunkrat den beiden Star-Moderatoren keinen größeren Gefallen tun können. Doch immer noch, nach mehr als zwanzig Jahren, hat diese Episode ein ungutes G’schmäckle für mich. Diese Geschichte ist wahr, sie hat sich in der Tat so zugetragen…

Die Weltstadt mit Herz (3)…

Veröffentlicht in 1, Allgemein, Dies Und Das, Gedanken, Menschen, Sonstiges mit den Tags , , , , , , , , , , , am Juli 7, 2011 von freiedenkerin

… Zwar hätten wir es uns allesamt schon a bisserl wärmer gewünscht, dennoch haben wir’s dann im Augustiner Biergarten recht lange ausgehalten. Bei diversen Brotzeiten – Obatzda, Riesenbrez’n, Schweinsbraten, Wurstsalat, Auszog’ne, Spareribs etc. – und süffigem Bier und Wein entspannen sich gute und heitere Gespräche…

… Der Stargast des Abends war dieser kleine Mann hier, der trotz seiner Jugend – ein halbes Jahr zählt er nun – schon ganz genau weiß, wie man so einen boarischen Maßkrug anpackt…

… Wie es sich für einen echten Stargast gehört, wird er chauffiert und escortiert, der kleine Herr Zwackelmann – von Mama Steffi und Papa Torsten…

… Eine sehr heitere und gemütliche Runde ist das am Samstag Abend gewesen! Einfach toll!…

… Auch die großen Kameras hielten ein Treffen ab…

… Und selbst zu bereits sehr fortgeschrittener Stunde mochte so manche Foto-Fachsimpelei immer noch kein Ende finden…   ;-)

… Meine Lieben, superschön ist’s mit euch gewesen! Danke für’s Kommen und Teilhaben, für die vielen Fotos und die schönen Gespräche, und das ungezählte, herzliche Lachen!…

Eine Anekdote…

Veröffentlicht in 1, Allgemein, Dies Und Das, Gedanken, Menschen, Sonstiges mit den Tags , , , , , , , , am Juni 30, 2011 von freiedenkerin

… aus früheren Tagen ist mir während eines sehr anregenden Gesprächs mit einer Bekannten unlängst wieder in den Sinn gekommen…

… Als ich im Foyerrestaurant der Bayerischen Staatsoper arbeitete, durfte ich jede Menge illustrer und auch prominenter Gäste bedienen. Einer von ihnen, der uns regelmäßig die Ehre gab, war der sogenannte Münchner Modezar. In ungezählten Interviews hatte dieser zu Lebzeiten ja stets Stein und Bein geschworen, dass seine schwungvolle, ausladende König-Ludwig-II-Frisur Natur pur sei, keineswegs eine Perücke, wie manchmal boshaft behauptet worden ist…

… Nach dem Tode seiner sehr geliebten Mutter, die’s auch ein wenig mit der Haarpracht übertrieb, die ihre ist immer sehr kunstvoll hoch toupiert und zudem lila gefärbt gewesen, pflegte Herr M…hammer in der Regel mit seinem “Sekretär” bei uns einzukehren. Er hatte einen Stammplatz: Das größere unserer beiden Seitenstüberln. Dieses ist wie eine bayerische Jagdhütte eingerichtet gewesen, mit rustikaler Holzverkleidung und g’standenem Bauernstuben-Mobiliar. An den Wänden über der gemütlichen, blümchenstoffgepolsterten Eckbank sind etwa in Kopfhöhe einige Rehkruckerln (Rehgeweihe) angebracht gewesen…

… Eines Abends rauschte Herr M…hammer wie üblich mit seinem dienstbeflissenen “Sekretär” im Schlepptau an unser Bufett, bestellte Speis und Trank, und begab sich ins gewohnte Chambre Separè. Meine Kollegin und ich sausten mit Brotkorb, Vorspeisenteller, Weinkühler samt erlesenem Fläschchen und Gläsern hinterdrein. Als wir über die Schwelle traten, bekamen wir atemlos mit, wie sich eines der Rehkruckerln in Herrn M…hammers Haarpracht verfing und diese auf dem Kopfe recht schwungvoll eine Hundertachtzig-Grad-Wende vollzog. Vor lauter Anstrengung, unsere Gesichtszüge in Zaum zu halten, schmerzten uns sämtliche Mimik-Muskeln, und die Tränen traten uns in die Augen. Wir servierten so zügig als möglich, dann preschten wir durch eine nahe Seitentür ins Treppenhaus und ließen unserer Lachlust freien Lauf…

Morgenstund…

Veröffentlicht in 1, Allgemein, Dies Und Das, Gedanken, Menschen, Sonstiges mit den Tags , , , , , , , , , , , , , , , am Juni 21, 2011 von freiedenkerin

… Es ist kurz nach Sieben. Normalerweise beginnt meine Schicht erst um halb Acht, aber ich bin sehr gerne früher zur Stelle, um in Ruhe meine Vorbereitungen abarbeiten zu können. Hinter meiner kleinen Theke faucht bereits der frisch gebrühte Kaffee durch die Maschine, die Frühstückstabletts sind gerichtet. Nun gehe ich in die Küche, um die kleinen Wurst- und Käseteller anzurichten, die einige meiner Gäste bekommen…

… Feurige südamerikanische Rhythmen umfangen mich mit voller Lautstärke. Unser leicht verrückter, schräger, schrulliger, äußerst lebhafter, südfranzösischer Küchenchef Pascal ergänzt die Darbietung mit einem quäkenden, sehr abstrakt klingenden Trompetensolo, er bläst dabei durch einen Metalltrichter mit langer Tülle und schnörkelt Samba tanzend und die Hüften kess schwingend um den großen Herd. Dazu sind im Hintergrund, leicht gedämpft durch das Rauschen der Spülmaschine, schwermütige und anrührende Weisen aus dem Kongo zu vernehmen, vorgetragen von unserem dunkelhäutigen Spüler Jaques. Die sowohl simplen als auch irgendwie sehr komplex anmutenden Melodien, zwischen falsettähnlicher Kopfstimme und Bassgebrummel schnell wechselnd, runden die morgendliche Kakophonie ab…

… Pascal legt den Trichter zur Seite und angelt nach zwei großen Schneebesen, mit denen er auf den Kochfeldern und etlichen voluminösen Chromarganschüsseln ein rasantes Schlagzeugsolo kreiert. “Der arme Jaques ist wieder mal trau-au-au-au-rig!”, johlt er im Takt der furiosen Latino-Klänge. Im Kongo singt man angeblich nur dann, wenn man sehr traurig sei, das hat mir unsere Souschefin einmal erzählt. “Warum denn? Hat er Probleme mit seinen Weibern?”, will ich wissen. Jaques hat nämlich nebst langjährigem Ehegespons noch eine ausgesprochen fordernde Freundin – und eine ganze Schar Kinder mit beiden Damen. “Nein, nein, er wartet seit Wochen mal wieder auf sein Geld.” Unsere drei Spüler sind Leiharbeiter einer Fremdfirma, deren Chef es mit dem Bezahlen der Löhne nicht sehr genau nimmt, und seine Jungs auch gerne mal ein paar Monate lang das sauer verdiente Salär vorenthält…

… “Du musst dich gegen so eine Sauerei wehren! Lass’ dir das nischt gefallen! Du musst kämpfen!”, schimpft Pascal. Der Spüler zuckt mit den Schultern. “Jaaaaa, schon, aber…” – “Nix abääär! Du musst Klartext reden mit diese Bandit! Zeig ihm die Fäuste, schrei ihn an: Geld ‘er, oder es knallt!” – “Jaaaa…” – “Du bist ein Weischei, Jaques! Ein eschtes Weischei! Isch erzähl’ dir mal, was isch ‘abe gemacht, als isch gearbeitet ‘ab in die Karibik, vor viele Jahr’. Ist ein tolles ‘otel gewesen, aber Chef war ein absolutes Arschloch, ‘at uns auch immer ewig auf’s Geld warten lassen. Da ‘ab isch mir vor lauter Wut eine Pistole und Munition besorgt, kannst’ da drüben kaufen an jede Straßeneck’. Und dann bin isch in sein Büro, als isch gesehen ‘ab, der Typ ist allein. Und ‘ab ihm die Wumme an den Kopf ge’alten und gedroht: Entweder du bezahlst misch und alle meine Kollegen auf der Stelle, odäääär isch blas’ dir das ‘irn aus dem Schädel! So schnell ‘ast du gar nicht schauen können, wie der unsere Ge’altsschecks ausgeschrieben ‘at!”…

Beeriges…

Veröffentlicht in 1, Allgemein, Dies Und Das, Menschen, Sonstiges mit den Tags , , , , , , , , , , , am Juni 16, 2011 von freiedenkerin

… Nicht nur bei Frau Waldspecht gibt es heute ein delikates Beerengericht, auch bei mir werden die feinen Früchtchen aufgetischt…

… Erd-, Him-, Blau- und rote Johannisbeeren mit Beerenmark, Orangenzucker und flüssiger Sahne. Hmmmmm! Das ist eines meiner absoluten Lieblings-, Lieblings-, Lieblings-Sommeressen…

Mal was anderes:…

Veröffentlicht in 1, Allgemein, Dies Und Das, Gedanken, Menschen, Sonstiges mit den Tags , , , , , , , , , , , , , am Mai 22, 2011 von freiedenkerin

… Freidenkerin’s Haushaltstipps:…

… 1. Unser Küchenchef Pierre, ein halb verrücktes, lautes, aufbrausendes und dennoch liebenswürdiges Genie, hat mir neulich verraten, wie man beim Braten eines Fisches vermeidet, dass dieser in der Pfanne haften bleibt: Man schneide ein Stückchen Backpapier zu und lege dieses auf den Pfannenboden. Dann das Fett oder Öl darauf erhitzen, den Fisch zugeben und wie gewohnt garen. Nach dem Braten lässt er sich völligst unkompliziert und ohne Rückstände zu hinterlassen entnehmen…

… 2. Gegen Magen- und Darmprobleme, Übelkeit, Sodbrennen, Durchfall, Bauchkrämpfe, Reisekrankheit und Erbrechen ist Ingwer-Tee ein äußerst probates und rasch wirkendes Mittel. Ein Stückchen geschälte Ingwer-Wurzel in drei bis vier dünne Scheiben schneiden, mit ca. einem Viertel Liter kochendem Wasser überbrühen und etwa fünfzehn Minuten ziehen lassen.  Danach langsam und in kleinen Schlucken trinken. Ich durfte die nahezu wundersame und schnell einsetzende Heilkraft dieses würzigen, leicht bitteren und scharfen Getränks bereits einige Male erleben. Mit etwas Honig und Zitronensaft versehen soll Ingwer-Tee auch Erkältungskrankheiten sehr lindern. Zudem werden dem Körper viele wichtige und notwendige Mineralstoffe und Vitamine, wie z. B. Kalium, Calcium, Eisen und Vitamin C zugeführt…

… Ausschnitt der Fassade des sogenannten Müllerhauses am Münchner Karolinenplatz, Sitz der Bayerischen Müllerinnung…

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