Archiv für Erzählungen

Das Raubkopieren…

Veröffentlicht in 1, Allgemein, Dies Und Das, Gedanken, Medien, Menschen, Sonstiges mit den Tags , , , , , , , , , , , , am April 11, 2012 von freiedenkerin

… von Filmen ist mitnichten eine “Erfindung” des 21. Jahrhunderts! Oh nein, so etwas hat eine bereits mehr als hundertjährige “Tradition”:…

… Im Jahre 1902 schuf der französische Film-Pionier, Regisseur, Produzent, Schauspieler und Schriftsteller Georges Méliès in seinem aufwändigen Atelier in Paris einen nach wie vor ausgesprochen faszinierenden und bemerkenswerten Science-Fiction-Stummfilm: “Le Voyage dans La Lune” (Eine Reise zum Mond)…

… Eine Gruppe Wissenschaftler lässt sich an Bord einer überdimensionalen Kanonenkugel auf den Mond schießen. Dort erleben sie etliche haarsträubende und schreckliche Abenteuer mit Fabelwesen und blutrünstigen Eingeborenen, ehe ihnen der Rückflug zur Erde gelingt. Ihre “Raumkapsel” landet im Ozean, sinkt auf den Meeresgrund, wird dann aber dank des eigenen Auftriebs wieder an die Oberfläche getrieben, wo sie von Schiffen der Marine geborgen und samt unversehrter Insassen an Land gebracht wird…

… Georges Méliès investierte 1902 so gut wie sein gesamtes Vermögen in die Umsetzung einer gleichnamigen Erzählung Jules Verne’s. Sein Traum war, Hunderte von Kopien des Filmes in die Vereinigten Staaten zu verkaufen, und dadurch reich und berühmt zu werden. Doch ein gewisser Thomas A. Edison, seines Zeichens Erfinder, machte dem Franzosen einen gewaltigen Strich durch die Rechnung: Er bestach die Inhaber einiger Londoner Filmtheater, diese fertigten klammheimlich Abzüge von “Le Voyage dans La Lune” an, welche sie in die USA sandten. Mr. Edison vertrieb den “Urvater” aller Science-Fiction-Filme in Amerika unter seinem Namen – und wurde dadurch noch wohlhabender, als er ohnehin schon gewesen war…

… Für Monsieur Méliès bedeuteten diese “Raubkopien” nicht nur das Ende seiner Träume, sondern auch den finanziellen Ruin. Nur wenig später verstarb er…

Eine Karfreitags-Anekdote…

Veröffentlicht in 1, Allgemein, Dies Und Das, Gedanken, Menschen, Religion, Sonstiges mit den Tags , , , , , , , , , , , , am April 7, 2012 von freiedenkerin

… Mein bester Kindfreund und Blutsbruder Wolfi und ich wurden recht streng erzogen. Und wenn alle “weltlichen” Ermahnungen und Zurechtweisungen nichts fruchteten, zog man den “Großen Himmelspapa” hinzu, der angeblich weit über uns auf einer Wolke thronen,  sich mit böse gerunzelter Stirn und funkelnden Augen den weißen Rauschebart raufen, und uns unablässig beobachten, und jede unserer eigentlich recht kleinen und doch so natürlichen, kindlichen “Sünden” und “Verfehlungen” akribisch notieren würde…

… Als wir so um die zehn Jahre alt waren, hatten wir eine gar heiße Pokerphase, dieses Glücksspiel ist uns von Wolfi’s Lieblingsonkel Hei-Pei (Hans-Peter) beigebracht worden, der im fernen Düsseldorf weilte, und seine Ferien sehr gerne in unserer schönen Heimat verbrachte, wobei er jedesmal eine andere Freundin mitbrachte – sehr zum Missfallen der Eltern und der ebenfalls recht erzkonservativen Nachbarschaft…

… Unsere Begeisterung für’s Pokern kannte kaum Grenzen. So versammelten wir uns natürlich auch in der Karwoche in Wolfi’s gemütlichem Zimmerchen, um unserer Leidenschaft zu frönen. Da erzählte meine Mutter am Gründonnerstag, dass Karten- und auch alle anderen Glücksspiele am Karfreitag strikt verboten seien, der “Große Himmelspapa” würde darauf ein besonders gestrenges Augenmerk haben! Und wer sich nicht an dieses Gebot halten würde, dem würden in der Nacht die Hände abfaulen!…

… Neugierig, wie Kinder nun mal sind, wollten wir selbstredend austesten, ob dies auch der Wahrheit entsprechen würde. Nicht lange zuvor war Wolfi’s Großvater verstorben. So schlichen wir klammheimlich in sein etwas seltsam nach Schnupftabak und Kampfer riechendes “Austragsstüberl” hoch droben im Speicher, und pokerten den Nachmittag über, was das Zeug hielt. Als die Dämmerung einbrach, schlenderten wir nach Hause, als könnten wir kein Wässerchen trüben. Wir verbrachten allerdings eine sehr unruhige Nacht. Denn immer wieder, wenn uns der Schlaf zu übermannen suchte, schreckten wir angstvoll und schweißgebadet hoch, um nach unseren Händen zu sehen…

… Der Karsamstag brach an – und wir erfreuten uns allesamt gesunder und unversehrter Gliedmaßen. Da schworen wir uns, nie, nie, nie wieder auch nur einem Wort der gruseligen Geschichten vom “Großen Himmelspapa” Glauben zu schenken…

Auf dem Heimweg…

Veröffentlicht in 1, Allgemein, Dies Und Das, Gedanken, Gesellschaft, Menschen, Sonstiges mit den Tags , , , , , , , , , , am April 2, 2012 von freiedenkerin

… vorhin bin ich so richtig in Rage geraten…

… Für die Dauer der Karwoche werden zwischen Stachus und Sendlinger Tor die Trambahngleise erneuert. Deshalb verkehrt zwischen diesen beiden Haltestellen ein Linienbus. Das ist zwar jetzt etwas ärgerlich und umständlich, doch was hilft’s, solche Gleisbauarbeiten müssen halt mal sein. Es ist doch wesentlich sinnvoller, ein paar Tage lang etwas Ungemach in Kauf zu nehmen, als wegen ramponierter und veralteter Schienen einen Unfall mit Verletzten, vielleicht sogar Toten zu riskieren…

… Ach, was schlugen da vorhin an der Bushaltestelle die Wellen der Empörung hoch! Vor allem die alten Menschen, bei denen man meinen könnte, sie hätten doch weiß Gott jetzt alle Zeit der Welt, maulten, schimpften und fluchten, dass sich mir die Haare sträubten und ich aus dem Kopfschütteln so gar nimmer heraus kam…

… Nach wenigen Minuten scherte das Fahrzeug des Schienenersatzverkehrs in die Haltebucht. Wir stiegen ein. Der Busfahrer wartete noch auf ein paar Nachzügler, die sich etwa zwanzig Meter entfernt in Galopp gesetzt hatten. Da plärrte vom hinteren Teil des Wagens eine “Dame”, die schätzungsweise so um die zehn Jährchen älter als ich gewesen sein mochte: “Verdammt noch mal, jetzt fahren Sie gefälligst los!” Mir platzte der Kragen. Ich wandte mich um und fixierte das Weib mit lodernden Blicken: “Was haben Sie’s denn gar so eilig, Verehrteste, müssen Sie noch ganz dringend zur Arbeit – oder zum Probeliegen?” Ich kehrte Madame den Rücken zu, geflissentlich den Schwall an Beschimpfungen – “Meine Kinder würden dir jetzt die Fresse polieren! Nur noch Idioten und Geisteskranke sind hier unterwegs!” usw. – ignorierend. Ringsum blinzelten mir einige Umstehende verschmitzt zu…

Da ich neulich…

Veröffentlicht in 1, Allgemein, Dies Und Das, Gedanken, Menschen, Sonstiges mit den Tags , , , , , , , , am März 28, 2012 von freiedenkerin

… zwar keine Traumreise gewonnen, doch eine schön saftige Rückzahlung vom Finanzamt bekommen hatte, ließ ich gestern und heute den an sich geplanten Bodensee-Ausflug sausen, und begab mich statt dessen auf eine ausgedehnte Einkaufs-Tour. Ich hatte im Laufe der vergangenen Woche eine recht ansehnliche Wunschliste erstellt, die ich nun Punkt für Punkt “abarbeiten” wollte…

… Ganz oben stand eine Übergangsjacke. Ich war es leid, bei so einem wundervollen Frühlingswetter weiterhin in der dunkelbraunen, gesteppten und gefütterten Winterjacke herum zu laufen. Doch alles, was mir da so “über den Weg lief”, war entweder langweilig grau, oder langweilig anthrazit, anödend braun, oder ebenso langweilig schwarz. – Hallo! Wir haben Frühling, liebe Modemacher!!! – Und noch dazu von den Preisen her ziemlich gesalzen, in meiner Größe gab es da nichts unter 180 Euronen und mehr. – Ich war bereits kurz davor, die Flinte ins Korn zu werfen, da fiel mein Blick auf etwas Wunderschönes, in der Farbe so zwischen hellapfelgrün und türkisfarben. “Meins!!!”, jubelte ich sofort innerlich. Mein sehr oft zweifelnder, mit mir und dem Schicksal im Allgemeinen und Besonderen hadernder “Gegenpart” wandte unverzüglich ein: “Dieses Teil wirst du dir nicht leisten können, das kostet mit Sicherheit mindestens zweihundert Euro!” Bass erstaunt waren sämtliche Innere Stimmchen und ich beim Blick auf das Preisschild: € 79,95. “Meins!!!”, jubelte ich jetzt im Chor…

… Ebenfalls “ins Netz gegangen” sind mir noch zwei Blusen, drei Hosen, ein Paar Schuhe (Schuhe kaufen ist meiner kaputten Füße wegen stets ausgesprochen problematisch, daher raffe ich mich nur dann dazu auf, wenn sich’s gar nicht mehr vermeiden lässt), ein neues Bügeleisen (dringendst benötigt!), sowie eine neue Pfanne. – Ach ja, und als kleine “Belohnung” zwei leckere Tafeln Schokolade…  ;-)

… Obwohl meine Steuer-Rückzahlung dahin geschmolzen ist wie Butter in der Sonne, bin ich doch sehr mit mir zufrieden. Ich konnte – bis auf einen neuen Staubsauger und Druckerpatronen – meine ganze Liste “abarbeiten”. – Und jetzt gibt’s Schoki!…

Die wundervolle Macht der Phantasie…

Veröffentlicht in 1, Allgemein, Dies Und Das, Gedanken, Inspiration, Menschen, Sonstiges mit den Tags , , , , , , , , , , , , am März 15, 2012 von freiedenkerin

… macht mich immer wieder ehrfurchtsvoll und ungemein dankbar staunen. Ich trage mein eigenes, schier unbegrenztes Universum in mir, und allein mit meinen Gedanken kann ich quasi aus dem Nichts heraus fremde Menschen, Tiere, Schicksale, Dramen, ja, sogar Planeten, Monde, Sonnen, Sterne erschaffen…

… So ist mir das auch Mitte Januar geschehen, als ich mir während meines ausgedehnten morgendlichen Wegs durch die Flure des “Nobelhotels” wie üblich ein kleines Pfefferminz-Dragee einwarf, damit sich “meine” Damen und Herren nicht über schlechten Atem beklagen müssen. Dieses so sehr simple Ereignis ist sozusagen die Initialzündung zur Idee einer Fantasy-Geschichte gewesen. Den Einstieg in diese Erzählung konnte ich an sich schnell in die Tat umgesetzen, ein adäquater Titel fand sich auch alsbald:…

… “Die Rebellen von Varashon”…

… Im Herzogtum Varashon, angesiedelt auf einem fernen Planeten, unserer Erde sehr ähnlich, allerdings von Zwillingsmonden umkreist, misslingt eine Revolution gegen den langjährigen, grausamen und ungerechten Herrscher. Eine Handvoll Widerstandskämpfer kann zusammen mit ihren Familien fliehen. Ihr Schicksal liegt nun ganz in den Händen eines sehr geheimnisvollen jungen Mannes, der sie weg von der tödlich gewordenen Heimat in bislang unbekannte Gefilde führt. Adlanat, so der Name des Rätselhaften, vertraut eines Nachts einem der alten Kämpen – Grismiol genannt – an, dass die regelmäßige Einnahme einer Substanz namens Feenstaub ihm ungeahnte Kräfte und nahezu unbegrenztes Wissen verleihen würde… Tayna, eine Frau in den Mittvierzigern, wird seit einer Weile von überaus qualvollen Kopfschmerzen heimgesucht. In den fiebrigen Träumen, welche diese Anfälle begleiten, hört sie stets eine tiefe, sonore Stimme rufen: “Erwache aus deinem tiefen Schlaf, Lutania, Wächterin des Diamantenen Bergs. Tue deine Pflicht und befreie das dir einst anvertraute Volk!”… Adlanat’s, seines greisen Freundes Grismiol’s und Tayna’s Schicksal sind auf seltsame Weise miteinander verknüpft…

… Nach den ersten paar Folgen hatte ich einen gewaltigen Durchhänger, und musste mich mit viel Müh und Not von Abschnitt zu Abschnitt kämpfen. Zur Zeit allerdings geht mir das Entwickeln und Schreiben dieser Geschichte so gut von der Hand, dass ich bereits mehrere Folgen im Voraus posten konnte…

… Mitlesen – und sozusagen bei der Entstehung mitverfolgen – kann man “Die Rebellen von Varashon” auf meinem Zweitblog “Stupor Mundi” - http://dasstaunenderwelt.wordpress.com. Dort stelle ich auch in losen Abschnitten meinen Roman “Begegnungen im Park” online. Ich habe dieses Werk bereits vor sieben oder acht Jahren verfasst, Auslöser sind damals eine gar heftige Liebesgeschichte gewesen – nie im Leben hätte ich es mit über Mitte Vierzig für möglich gehalten, mich noch einmal so mit Haut und Haaren verlieben zu können! – sowie die Erinnerungen eines alten Wirts im Münchner Westend. Die Handlung ist eigentlich in wenigen Worten erzählt: Der greise Bastian genießt seinen Ruhestand, und verbringt die Tage der warmen Jahreszeiten Zeitungen lesend auf einer Bank in einem großen Stadtpark. Er lernt die Schicksale dreier sehr unterschiedlicher Menschen kennen – eines Schulbuben, eines jungen Mannes, und einer gereiften Frau – und lässt im Gespräch mit jenen seine eigene Lebensgeschichte noch einmal Revue passieren…

… Hätte ich diese Gabe des Fabulierens nicht, wer weiß, ob ich dann an den harten Realitäten des Lebens nicht scheitern würde. Das Schreiben, das Erfinden von Geschichten und Erzählungen, das Mich-Verlieren in von mir geschaffenen inneren Welten ist mir inzwischen zum höchst wertvollen, ja, lebensnotwendigen Ausgleich geworden. Würde mir die Fähigkeit des Fabulierens irgendwie abhanden kommen, wäre das für mich mindestens genau so schmerzlich, wie einen meiner Sinne einzubüßen…

Es hat nicht sollen sein…

Veröffentlicht in 1, Allgemein, Dies Und Das, Gedanken, Menschen, Sonstiges mit den Tags , , , , , , , , , am Februar 20, 2012 von freiedenkerin

… Während des ganzen gestrigen Tages plagten mich teilweise sehr heftige Kopfschmerzen, Übelkeit und Durchfall. So ging ich beizeiten zu Bett, warf mir vorher noch eine ordentliche Dosis Schmerzmittel und ein MCP-Zäpfchen ein, und hoffte auf eine nächtliche Genesung. Als ich jedoch gegen halb fünf Uhr morgens wach wurde, musste ich feststellen, dass sich in der Hinsicht noch nicht viel getan hatte. Also beschloss ich sehr schweren Herzens, auf die für heute geplante Venedig-Reise zu verzichten…

… Das hätte zum einen nur sehr wenig Sinn gemacht, mit zu fahren, ich hätte den Tag vermutlich überhaupt nicht genießen können. Zum zweiten – es regnet in Venedig, und wird heute laut Wetterbericht wahrscheinlich den ganzen Tag über wolkenverhangen mit Niederschlägen sein. Und zum dritten – das Reiseunternehmen bietet regelmäßig einmal pro Monat einen Tagesausflug nach Venedig an. Diese Reise ist also nur aufgeschoben, keineswegs aufgehoben. Mit etwas Glück und Rückenwind bekomme ich bereits im März wieder einen kurzen Urlaub, da noch alte Guttage abgebaut werden müssen. Und dann versuche ich eben mein Glück auf’s Neue. Jetzt koche ich mir einen zünftigen Haferschleim, und leg’ mich wieder ins Bett…

Verdächtig!…

Veröffentlicht in 1, Allgemein, Dies Und Das, Gedanken, Medien, Sonstiges mit den Tags , , , , , , am Februar 16, 2012 von freiedenkerin

… Beim Lesen von Ute’s wundervollem Post über den fremden Mann ist mir ein uralter Witz wieder mal in den Sinn gekommen:…

… Die frisch gebackene Ehefrau will ihren Gemahl zum Valentinstag freudig überraschen, und ersteht deshalb bei IK.EA einen neuen Schlafzimmerschrank. Frohgemut macht sie sich ans zusammen bauen und schrauben. Nach gut einer Stunde steht das neue Möbel fixfertig und wunderschön anzusehen da. Unten auf der Straße fährt eine Trambahn vorbei. Es tut einen gar fürchterlichen Rumms!, und der neue Schrank bricht in sämtliche Einzelteile zusammen…

… Erneut geht die junge Dame an die Arbeit. Das neue Möbel steht. Unten auf der Straße fährt eine Trambahn vorbei. Es tut einen gar fürchterlichen Rumms!, und der neue Schrank bricht in sämtliche Einzelteile zusammen…

… Nach dem fünften Versuch ist die Ehefrau mit den Nerven am Ende. Tränenüberströmt bittet sie telefonisch um Hilfe. Eine geraume Weile später steht ein Kundendienstmitarbeiter vor der Wohnungstür. Das Mädel schildert das Problem. Der Kerl macht sich ans Werk. Das neue Möbel steht. Unten auf der Straße fährt eine Trambahn vorbei. Es tut einen gar fürchterlichen Rumms!, und der neue Schrank bricht in sämtliche Einzelteile zusammen…

… “Ja, Herrschaftszeiten!”, flucht der Techniker, und besieht sich jedes Brett noch einmal äußerst genau. Dann meint er: “Sie, ich kann da keinen Fehler entdecken. Wir machen’s jetzt so, ich bau’ das Teil wieder auf, und dann schau ich mal von innen nach, was da passiert, wenn unten die Trambahn vorbei fährt.”…

… Gesagt, getan. Der Monteur verschwindet im zum x-ten Male zusammen geschraubten Möbel. Die Wohnungstür geht auf. Der junge Ehegespons tritt ein, kommt ins Schlafzimmer und ruft: “Ach, Schatz! Ist das aber schön! Ein neuer Schrank!” Er öffnet die Tür – und sieht den Kundendienstmitarbeiter. Dieser meint: “Sie werden’s mir jetzt nicht glauben – aber ich warte hier nur auf die nächste Trambahn.”…

Protokoll eines samtpfötigen Hausdrachens:…

Veröffentlicht in 1, Allgemein, Dies Und Das, Gedanken, Menschen, Sonstiges mit den Tags , , , , , , , , , , , , am Februar 15, 2012 von freiedenkerin

9:45 Uhr: Aaaaah! Sie bewegt sich doch! He, Zweibeinerin, Haussklavin! Aufstehen! Futternapf füllen! Zackig, wenn’s geht!

9:47 Uhr: Hm, die Olle ist auch schon mal schneller auf den Beinen gewesen, was muss die vor dem Futter geben auch noch zum Pi.nkeln gehen… Ich tu’ mal jetzt so, als würde mir dieses leckere Fresserchen überhaupt nicht schmecken, vielleicht fährt sie dann was noch Feineres aus dem Kühlschrank auf… Wiiiiieeeee? Kein Schleckerli??? “Nein, du bist jetzt mal ein paar Tage auf Diät, du hast gestern Blut gespuckt!” – Ach, wirklich?????? Kann mich gar nicht mehr daran erinnern…

10:01 Uhr: Zweibeinerin, kannst du mich bitte mal auf das Bord über der Wohnzimmerheizung heben? Ich bin eine aaarme, aaaalte Miezekatze, und komm’ alleine da nimmer hoch.

10:12 Uhr: Hallo, kannst du mich bitte von dem Bord wieder herunter hieven? Das ist mir am Bäuchlein jetzt doch zu warm.

10:15 Uhr: Hmmmmmm, schmeckt das Katzenfutter heute aber guuuuut! Neue Sorte, teure Sorte, denk’ ich mal. Sollte öfters mal ein wenig unwohl sein.

10:21 Uhr: Hallo, Zweibeinerin, kannst du mich bitte wieder auf das Bord über der Heizung heben? Nach dem Fresserchen brauch’ ich immer besonders viel Wärme.

10:27 Uhr: Huhu, Haussklavin! Mein Bäuchlein ist jetzt warm genug, setz’ mich bitte wieder auf den Boden – ein wenig flott, wenn’s geht.

10:45 Uhr: Das Wurstbrot von der Ollen sieht ja köstlich aus! Muss mal ein wenig auf Schmusekatze und armen alten Stubentiger machen, so mit Schnurren und Köpfchen geben, und ganz großen, jammervollen, grünen Augen, mit Zwinkern, Blinzeln, und Klein-Kätzchen-Gemaunze.

11:14 Uhr: So ein Mist! Das ganze Betteln und Anbaggern hat nix geholfen! Immer wieder dieselbe Leier: “Nein, nein, Smokey, du bist die nächsten Tage auf Diät!” Ich hasse es! He, du da, ich will wieder auf das Bord über der Heizung!

12:01 Uhr: Was, du willst jetzt Nachrichten gucken? Kannste, aber zuerst holst du mich von diesem glühend heissen Bord herunter.

13:31 Uhr: Die Haussklavin ist Einkaufen, bin gespannt, was sie da wieder alles anschleppen wird! Hoffentlich ein paar leckere Schmankerln für mich!

14:05 Uhr: Hurra! Hurra! Da ist sie wieder, meine Dienstbotin! Und schwer bepackt! Und keuchen tut sie auch noch – na, komm, jetzt hab’ dich mal nicht so! Die drei Stockwerk sprinte ja sogar ich mit meinen fast sechzehn Jahren im Sauseschritt und mit flinken Pfötchen hoch! – So, und jetzt ist deine große Einkaufstasche erst einmal konfisziert, muss ganz gründlich alles kontrollieren, was du da so mitgebracht hast. – Was, kein Schleckerli für mich????? – Gestern Blut erbrochen????? – Die ganze Woche noch auf Diät?????? – Ich kann’s nicht mehr hören! Du hast se wohl nicht mehr alle!!!

14:08 Uhr: Ich bin jetzt erst mal ein Weilchen beleidigt, ziehe mich ins Schlafzimmer in mein geheimstes Geheimversteck zurück. Muss mich ausruhen. Die zweibeinige Haussklavin auf Trab halten kann ganz schön anstrengend sein.

17:15 Uhr: *Schmatz* – *Gäääääääähn* – Wer wagt es, meinen fürstlichen Tiefschlaf zu stören? – Oh, die Olle fängt an, mit den Töpfen zu klappern! Da kocht sie jetzt bestimmt was Feines! Muss sofort wieder einen auf halb verhungerte, arme, kleine Schmusemiezekatze machen…

Aus der Welt der Träume…

Veröffentlicht in 1, Allgemein, Dies Und Das, Gedanken, Menschen, Sonstiges mit den Tags , , , , , , , , am Februar 5, 2012 von freiedenkerin

… Neulich träumte ich in den frühen Morgenstunden, bevor ich aufstehen musste, unser schönes, feines Restaurant für die Bewohner des “Nobelhotels” wäre von einem Tag auf dem anderen verpachtet worden. Und zwar an einen Inder. Meine Kollegen/innen und ich konnten das nicht fassen, und nur stumm und geschockt die Köpfe schütteln…

… Und da traf er auch schon ein, unser neuer Restaurantchef, ein hochgewachsener Mann mit ölig-olivem Teint, einen riesengroßen Turban aus bunt schillernden Seidenstoffen balancierte er auf dem Kopf, und ein martialisch geschwungener Schnauzbart zierte sein Gesicht…

… Pascal, unser Küchenchef aus Südfronkreisch, bekam einen Tobsuchtsanfall, schwang einen meterlangen, hölzernen Kochlöffel und brüllte mit Schaum vor dem Mund: “Dreiein’alb Jahre meines Lebens ‘abe ich darauf verwendet, aus diesem Etablissement ein Gourmetlokal zu machen, wie in einem Top-’otel an der Cote d’Azúr! Und nun kommt dieser schmierige Teppich’ändler und sagt zu mir, ich soll indisch kochen oder meine Sachen packen und verschwinden!”…

… Ach, was hatten wir Kalamitäten und Ärger mit unseren betagten Bewohner/innen, die sowohl mit der neuen, natürlich indisch geschriebenen Speisekarte als auch den exotischen, scharfen Gerichten überhaupt nicht zurande kamen. Wir gingen hinter der Theke in Deckung, weil es an geworfenen Gläsern, Tellern, und Silberbesteck nur so hagelte…

… Schließlich geriet ich mit dem so flott beturbanten Schnauzbart-Inder heftig aneinander. Er schrieb mir vor, dass ich in Zukunft statt des gewohnten Frühstücks aus Semmeln, Butter, Honig, Marmelade, kleiner Wurst- und Käseauswahl und Tee oder Kaffee nur mehr gekochten Reis und gebratenes Gemüse auf die Zimmer servieren dürfte. Ich stemmte die Fäuste in die Hüften, und holte grade tief Luft, um zu einer entrüsteten Tirade anzusetzen…

… und wachte auf…   ;-)

Flashback…

Veröffentlicht in 1, Allgemein, Dies Und Das, Gedanken, Inspiration, Menschen, Sonstiges mit den Tags , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , am Februar 4, 2012 von freiedenkerin

… Gestern Abend vor dem Schlafengehen noch auf Deluxe Music gehört und gesehen…

… Mein Gott, was hab’ ich nicht nur diesen Song von “Yes” seinerzeit geliebt! Seinerzeit – vor nahezu dreissig Jahren. “Yes”, “Blood, Sweat & Tears” – am liebsten das leider seit langem schon vergriffene Live-Album – “Van Halen”, “Santana”, die “Pat Metheney Group”. Und eine irre Kneipe namens “Kuckucksnest”. Ein seltsam schräger Wirt, der entweder in Rocker- oder in Indianerklamotten herum lief, eine sanfte, einsame, so liebens-, aber auch so hassenswerte Seele. Nächte voller Zigarettenqualm, heiserer Endlos-Diskussionen, durchphilosophierter und durchtrunkener Nächte…

… Eine wahre Lawine von Erinnerungen hat sich da jetzt unaufhaltsam in Bewegung gesetzt. Die “Wildes-Weib-Zeiten”…

… Das ist eine ganze Weile lang zu Beginn der Sperrzeit unser “Rausschmeisser” gewesen, der allerdings nie viel genutzt hat:…

… Und danach kam die Spike-Jones-Welle – man hat seinerzeit Spike Jones und sein Orchester gerne als musikalische Anarchisten bezeichnet. Irgendwie passte das gut zu uns:…

… Doch auch an Spike Jones’ Schrullen gewöhnten sich unsere Gäste mit der Zeit. Da machte Bodo, unser Wirt, die Bekanntschaft eines jungen Mannes, der angeblich bei den Aborigines im tiefsten australischen Busch das Herstellen von Didgeridoos gelernt hatte. Dieses Instrument ist damals, vor ungefähr dreißig Jahren, in meiner Heimat auch bei ziemlich ausgeflippten, “reaktionären”, links und alternativ angehauchten Menschen noch nicht so bekannt, und auch nur sehr bedingt beliebt gewesen. Etwa fünf Minuten Gedudel genügten jeweils, und die Kneipe war gähnend leer gefegt…

… Und jetzt konnten wir das “Kuckucksnest” endlich, endlich zusperren und den steilen Hang hoch keuchen zu unserer Stammdisco im “Hotel Wittelsbacher”, von uns “Wickel-Wackel” genannte. Bei unserem Eintreten pflegte der Discjockey stets diesen Hardrock-Klassiker aufzulegen:…

… So manches Mal bin ich danach im sehr, sehr frühen Morgengrauen in meinen kleinen roten Fiat gestiegen, und die ca. 80 Kilometer zum Segelflughafen Unterwössen gefahren. Wenn dann der Morgentau in der Sommersonne glitzerte, wir die Twin Astir’s, ASK 13, K 8 und die anderen Schulmaschinen aus dem Hangar zogen und durchcheckten, und sich mit leisem Sirren dann die ersten Gleiter in den makellos tiefblauen Himmel schwangen, ist mir immer, immer, immer dieses wunderschöne Lied in den Sinn gekommen:…

… Was ist das für eine wilde, verdammt schöne, aufregende, spannende, gefährliche, romantische, von Herzweh und Kummer, aber auch von rasender Freude und Glückseligkeit erfüllte Zeit gewesen! Ich bin so sehr dankbar dafür, dass ich das alles durchleben durfte – und für die vielfältige Musik, die mich auf meinem Lebensweg begleitet hat…

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