Archiv für Erzählungen

Aus der Welt der Träume…

Veröffentlicht in 1, Allgemein, Dies Und Das, Gedanken, Menschen, Sonstiges mit den Tags , , , , , , , , am Februar 5, 2012 von shelkagari

… Neulich träumte ich in den frühen Morgenstunden, bevor ich aufstehen musste, unser schönes, feines Restaurant für die Bewohner des „Nobelhotels“ wäre von einem Tag auf dem anderen verpachtet worden. Und zwar an einen Inder. Meine Kollegen/innen und ich konnten das nicht fassen, und nur stumm und geschockt die Köpfe schütteln…

… Und da traf er auch schon ein, unser neuer Restaurantchef, ein hochgewachsener Mann mit ölig-olivem Teint, einen riesengroßen Turban aus bunt schillernden Seidenstoffen balancierte er auf dem Kopf, und ein martialisch geschwungener Schnauzbart zierte sein Gesicht…

… Pascal, unser Küchenchef aus Südfronkreisch, bekam einen Tobsuchtsanfall, schwang einen meterlangen, hölzernen Kochlöffel und brüllte mit Schaum vor dem Mund: „Dreiein’alb Jahre meines Lebens ‘abe ich darauf verwendet, aus diesem Etablissement ein Gourmetlokal zu machen, wie in einem Top-’otel an der Cote d’Azúr! Und nun kommt dieser schmierige Teppich’ändler und sagt zu mir, ich soll indisch kochen oder meine Sachen packen und verschwinden!“…

… Ach, was hatten wir Kalamitäten und Ärger mit unseren betagten Bewohner/innen, die sowohl mit der neuen, natürlich indisch geschriebenen Speisekarte als auch den exotischen, scharfen Gerichten überhaupt nicht zurande kamen. Wir gingen hinter der Theke in Deckung, weil es an geworfenen Gläsern, Tellern, und Silberbesteck nur so hagelte…

… Schließlich geriet ich mit dem so flott beturbanten Schnauzbart-Inder heftig aneinander. Er schrieb mir vor, dass ich in Zukunft statt des gewohnten Frühstücks aus Semmeln, Butter, Honig, Marmelade, kleiner Wurst- und Käseauswahl und Tee oder Kaffee in Zukunft nur mehr gekochten Reis und gebratenes Gemüse auf die Zimmer servieren dürfte. Ich stemmte die Fäuste in die Hüften, und holte grade tief Luft, um zu einer entrüsteten Tirade anzusetzen…

… und wachte auf…   ;-)

Flashback…

Veröffentlicht in 1, Allgemein, Dies Und Das, Gedanken, Inspiration, Menschen, Sonstiges mit den Tags , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , am Februar 4, 2012 von shelkagari

… Gestern Abend vor dem Schlafengehen noch auf Deluxe Music gehört und gesehen…

… Mein Gott, was hab’ ich nicht nur diesen Song von „Yes“ seinerzeit geliebt! Seinerzeit – vor nahezu dreissig Jahren. „Yes“, „Blood, Sweat & Tears“ – am liebsten das leider seit langem schon vergriffene Live-Album – „Van Halen“, „Santana“, die „Pat Metheney Group“. Und eine irre Kneipe namens „Kuckucksnest“. Ein seltsam schräger Wirt, der entweder in Rocker- oder in Indianerklamotten herum lief, eine sanfte, einsame, so liebens-, aber auch so hassenswerte Seele. Nächte voller Zigarettenqualm, heiserer Endlos-Diskussionen, durchphilosophierter und durchtrunkener Nächte…

… Eine wahre Lawine von Erinnerungen hat sich da jetzt unaufhaltsam in Bewegung gesetzt. Die „Wildes-Weib-Zeiten“…

… Das ist eine ganze Weile lang zu Beginn der Sperrzeit unser „Rausschmeisser“ gewesen, der allerdings nie viel genutzt hat:…

… Und danach kam die Spike-Jones-Welle – man hat seinerzeit Spike Jones und sein Orchester gerne als musikalische Anarchisten bezeichnet. Irgendwie passte das gut zu uns:…

… Doch auch an Spike Jones’ Schrullen gewöhnten sich unsere Gäste mit der Zeit. Da machte Bodo, unser Wirt, die Bekanntschaft eines jungen Mannes, der angeblich bei den Aborigines im tiefsten australischen Busch das Herstellen von Didgeridoos gelernt hatte. Dieses Instrument ist damals, vor ungefähr dreißig Jahren, in meiner Heimat auch bei ziemlich ausgeflippten, „reaktionären“, links und alternativ angehauchten Menschen noch nicht so bekannt, und auch nur sehr bedingt beliebt gewesen. Etwa fünf Minuten Gedudel genügten jeweils, und die Kneipe war gähnend leer gefegt…

… Und jetzt konnten wir das „Kuckucksnest“ endlich, endlich zusperren und den steilen Hang hoch keuchen zu unserer Stammdisco im „Hotel Wittelsbacher“, von uns „Wickel-Wackel“ genannte. Bei unserem Eintreten pflegte der Discjockey stets diesen Hardrock-Klassiker aufzulegen:…

… So manches Mal bin ich danach im sehr, sehr frühen Morgengrauen in meinen kleinen roten Fiat gestiegen, und die ca. 80 Kilometer zum Segelflughafen Unterwössen gefahren. Wenn dann der Morgentau in der Sommersonne glitzerte, wir die Twin Astir’s, ASK 13, K 8 und die anderen Schulmaschinen aus dem Hangar zogen und durchcheckten, und sich mit leisem Sirren dann die ersten Gleiter in den makellos tiefblauen Himmel schwangen, ist mir immer, immer, immer dieses wunderschöne Lied in den Sinn gekommen:…

… Was ist das für eine wilde, verdammt schöne, aufregende, spannende, gefährliche, romantische, von Herzweh und Kummer, aber auch von rasender Freude und Glückseligkeit erfüllte Zeit gewesen! Ich bin so sehr dankbar dafür, dass ich das alles durchleben durfte – und für die vielfältige Musik, die mich auf meinem Lebensweg begleitet hat…

Der Münchner Schäfflertanz…

Veröffentlicht in 1, Allgemein, Dies Und Das, Fotografie, Gedanken, Menschen, Sonstiges mit den Tags , , , , , , , , , , , , am Januar 26, 2012 von shelkagari

… Der Legende nach geht dieser Brauch auf das Jahr 1517 zurück. Als in München die Pest gewütet haben soll, beschlossen die Mitglieder der Schäfflerzunft (Schäffler = Fassmacher), einen Tanz aufzuführen, um die Bewohner der Stadt aufzuheitern, sie von ihren Todesängsten, von Kummer und Sorgen abzulenken. So kleidete man sich in eine spezielle Uniform – roter Rock, grüner Hut mit weißblauer Kokarde, Schäfflerschürze, schwarze Kniebundhosen, weisse Strümpfe und schwarze Schuhe – umwand Fassgauben mit grünem Laub und Schleifen in den Landesfarben, und erarbeitete eine sehr aufwändige und komplizierte Schritt- und Figurenfolge, die manchmal an einen mittelalterlichen Hoftanz erinnert…

… Der Schäfflertanz wird nur alle sieben Jahre aufgeführt, warum, das kann niemand so recht sagen. Vielleicht hängt es damit zusammen, dass man damals glaubte, die Pest würde im Siebenjahres-Rhythmus kommen und gehen, oder aber auch, dass die Sieben als Glückszahl gilt, oder mit einem Erlass des Herzogs Wilhelm IV., der damit die Ausbreitung dieser Volksbelustigung, bei der sehr gerne auch Würdenträger und Personen hoher Stände „derbleckt“ (vera…t) werden, in Grenzen halten wollte…

… Es gibt eine Vielzahl diverser Akteure: Zwei Vortänzer, Fassschläger,  einen Reifenschwinger, der auf atemberaubende Weise gefüllte Schnapsglaserln durch die Luft wirbelt, und zwei Kasperln, die immer wieder um die Tanzenden herum albern, und den Zusehern schwarze Rußnasen verpassen, die an die Pest, den sogenannten „Schwarzen Tod“ gemahnen sollen. Die etwa halbstündige Zeremonie wird untermalt von einem charakteristischen Musikstück – „Aber heit is’ koid, aber heit is’ koid, aber heit is’ sakramentisch koid!“, lautet der Text dazu. Auch wenn der folgende kurze Videoclip – nicht von mir! – ziemlich verwackelt ist, man kann die traditionelle Weise sehr gut hören:…

… Hier nun meine kleine Auswahl an Fotos, die ich gestern am späten Nachmittag geknipselt hab’:…

Manchmal…

Veröffentlicht in 1, Allgemein, Dies Und Das, Gedanken, Inspiration, Menschen, Sonstiges mit den Tags , , , , , , , , , am Januar 19, 2012 von shelkagari

… bedrückt es mich durchaus, dass mein Kopf beständig am Arbeiten ist, ich hätte so sehr gerne mal ein Weilchen des Nichtdenkens. Weitaus häufiger aber erfreue ich mich auch daran, dass Geist und Phantasie so rege zugange sind…

… Die ersten beiden Stunden meines Tagwerks sind nicht stressig zu nennen, aber ich habe in dieser Zeit eben doch ein gerüttelt Maß an Pflichten zu bewältigen. Dann, so zwischen zehn und halb elf Uhr, wenn ich mit meinem Wägelchen durch beide Häuser ziehe, um die Frühstückstabletts wieder einzusammeln, kann ich einen Gang zurück schalten. So ziehe ich also die Flure entlang, und denke, träume und fabuliere so vor mich hin – die meisten meiner Posts entstehen übrigens in dieser halben Stunde. Wenn ich zu meinen Damen und Herren gehe, genehmige ich mir sehr gerne vorher eines dieser kleinen, starken, dreieckigen Pfefferminz-Dragees „Sm.int“, damit ich aus dem Mund frisch rieche. Und dabei sprang mich vor einigen Tagen die Idee zu einer Fantasy-Geschichte an – ein geheimnisvoller junger Mann, der eine Schar Widerstandskämpfer nach verlorener Schlacht auf ihrer Flucht geleitet und jedesmal, wenn er eine kleine weiße Kugel einer unbekannten Substanz zu sich nimmt, mit übermenschlichen Fähigkeiten gesegnet wird. „Die Rebellen von Varashon“ – so der vorläufige Titel – konnten kaum warten, bis ich nach diesem Arbeitstag zuhause angekommen war und den Schlepptop hochgefahren hatte, meine Finger flogen förmlich über die Tastatur. Schon beim Tippen wurde mir klar, dass diese Erzählung bei weitem nicht in einem einzigen Post Platz finden würde, unaufhörlich wuselten – und wuseln immer noch – in meinem Hirnkastel die Szenen, Gestalten, Handlungsentwürfe…

… In groben Zügen weiss ich nun, wie sich „Die Rebellen von Varashon“ weiter entwickeln werden. Wie lange diese Fantasy-Geschichte nun werden wird – keine Ahnung, vielleicht ist nach drei oder vier Fortsetzungen bereits Schluss, vielleicht wird es aber auch ein langes Epos. Es würde mich sehr freuen, wenn ihr den jungen Adlanat, den greisen Grismiol, die anfangs sehr mysteriöse Tayna und all die anderen Gestalten, die zur Zeit in meiner Phantasie sehr umtriebig sind, auf meinem Zweitblog „Stupor Mundi“ begleitet würdet…

Gib dich niemals auf!…

Veröffentlicht in 1, Allgemein, Dies Und Das, Gedanken, Inspiration, Menschen, Sonstiges mit den Tags , , , , , , , am Januar 15, 2012 von shelkagari

… Vor etwa einer Stunde hat ein junger Holländer namens Christian Kist die Internationalen Dart-Weltmeisterschaften der BDO in Lakeside View, England, gegen einen haushohen Favoriten, den Briten Tony O’Shea, gewonnen…

… Doch das ist, so finde ich, nicht einmal das Bemerkenswerteste, sondern die Geschichte des 25-jährigen Champions: Vor noch einem Jahr kannte ihn niemand. Christian Kist war ein Straßenarbeiter, der aufgrund schwerer Gicht-Anfälle seinen Job verloren hatte. Man sagt, er sei „ganz unten“ gewesen – ohne Arbeit, ohne Lebensziel, ohne Perspektiven. Und hat sich dennoch nicht aufgegeben. Hat sich mit einer unglaublichen Zähigkeit, einem bewundernswerten Willen von „ganz unten“ nach „ganz oben“ gekämpft. Ganz ehrlich, während des spannenden Endspiels habe ich dem leicht bärbeissig wirkenden, ergrauten, fünfundfünfzigjährigen Tony O’Shea die Daumen gedrückt, den finde ich einfach umwerfend sympathisch. Und dennoch habe ich mich bei der Siegerehrung sehr für den frisch gebackenen Weltmeister gefreut. Vom zukunftslosen Niemand zum Super-Champion. Wenn jemand so etwas zustande bringt, dann hat er jeden Respekt, jedes Mitfreuen, jede Anerkennung wahrlich verdient…

… So was sollte auch uns als Ansporn dienen. Sich nie aufgeben. Wenn man strauchelt, abstürzt, hinfällt – aufstehen, den Staub abklopfen, weiter machen…

Kauleisten-Reparatur…

Veröffentlicht in 1, Allgemein, Dies Und Das, Gedanken, Menschen, Sonstiges mit den Tags , , , , , , , , , am Januar 13, 2012 von shelkagari

… Montag Nachmittag hatte ich einen Termin bei der noch recht jungen Dame, welche die Nachfolge meines lieben, leider viel zu früh verstorbenen Zahnarztes Dr. Groeber übernommen hatte. Bei der Zahnreinigung und Kontrolluntersuchung Mitte Dezember hatte man fest gestellt, dass drei alte Amalgam-Füllungen schon recht bröselig sind, und die Ärztin legte mir sehr nahe, diese durch moderne Kunststoffplompen ersetzen zu lassen. Was folgte, war eine sehr ausführliche Beratung und (fast schon zu) detaillierte Schilderung der Behandlung samt drei Kostenvoranschlägen – was die Kasse bezahlen würde, wieviel mein Eigenanteil an einer guten Kunststofffüllung betragen würde, und wieviel ich bei einer sehr guten Kunststoff-Porzellan-Mischung drauf legen müsste..

… Als ich da so auf dem Stuhl lag, an sich recht entspannt und unbesorgt, musste ich unwillkürlich an die langen Jahre zurück denken, in denen mich eine gar arge Zahnarzt-Phobie geplagt hatte. Ich finde, dazu gibt es – sofern man eine/n profunde/n „Maulschlosser/in“ aufgetan hat – heutzutage nicht mehr den geringsten Grund. Von der Betäubungsspritze spürte ich lediglich zwei kaum wahrnehmbare Piekser. Fünf Minuten später war die Region um den zu behandelnden Zahn taub – und zwar nur diese, und nicht die gesamte Gesichtshälfte wie in früheren Zeiten. Vom Bohren, Auspusten, Säubern und neu Befüllen des Zahnes habe ich nicht das Geringste mitbekommen…

… Am kommenden Montag werden in einer weiteren Sitzung die beiden anderen alten Plompen ausgetauscht. Es wäre sehr übertrieben zu sagen, dass ich mich darauf freuen würde, aber ich sehe diesem Termin sehr gelassen entgegen. Bei Frau Daiber habe ich mittlerweile genau so ein beruhigendes Gefühl, in guten Händen zu sein wie während etlicher Jahre beim lieben Doktor Groeber…

„Der Job…

Veröffentlicht in 1, Allgemein, Dies Und Das, Gedanken, Menschen, Sonstiges mit den Tags , , , , , , , am Januar 9, 2012 von shelkagari

… ist wie ein Lottosechser!“, antwortete ich vor fast zehn Monaten einmal unserem Direktor, als er sich danach erkundigte, wie mir die Arbeit und mein Aufgabenbereich denn so gefallen würde…

… Daran hat sich bis zum heutigen Tage nichts geändert. Ich hatte kurz vor Feierabend eine Unterredung mit meinem Chef, und ich konnte ihm rückhaltlos und voller Freude bestätigen, dass mein Job im „Nobelhotel“ für mich immer noch gleichbedeutend mit einem Lottosechser ist…

… So viele meiner Arbeitstage sind von der ersten bis zur letzten Sekunde prallvoll mit Leben, mit menschlicher Wärme, interessanten und guten Gesprächen, herzliche Begegnungen, Lachen, Humor, Augenzwinkern, manchmal wohl auch Trauer, Mitgefühl, auch Leid. Hier und da gibt’s natürlich Missverständnisse, etwas Ärger und Zoff. Doch ich durfte die freudige Erfahrung machen, dass ich Konfliktsituationen mittlerweile nicht mehr scheue, wenn sie denn unvermeidbar sind und dass ich kaum mehr Furcht vor Diskussionen und Auseinandersetzungen habe, und meinen Standpunkt sachlich, bestimmt und auch nachdrücklich vertreten kann…

… Doch in der Regel gehe ich am Nachmittag wohlgemut aus dem Haus, und ohne auf die Uhr zu schauen. Ich glaube, ich habe in all der Zeit im „Nobelhotel“ nur ein- oder zweimal den Feierabend herbei gesehnt. Ansonsten geht die Zeit zum Aufhören – vierzehn Uhr – zumeist sogar von mir unbemerkt vorüber. Und – was mich als alten Morgenmuffel mit am meisten erstaunt! – ich bin in der Früh stets sogar fast eine halbe Stunde eher im Haus als ich müsste…

… Ich freue mich an fast jedem Tag über die herrliche Fülle an Geschichten und Geschichtchen, Anekdoten, Begebenheiten. Nur darüber bloggen – das reizt mich eigentlich – bis auf einige ganz wenige Ausnahmen – überhaupt nicht. Ich genieße derzeit mein schönes Arbeitsleben – und schweige…

Alltagssplitter…

Veröffentlicht in 1, Allgemein, Dies Und Das, Gedanken, Menschen, Sonstiges mit den Tags , , , , , , am Januar 6, 2012 von shelkagari

… Kurz vor Weihnachten fuhr ich frühmorgens mit der Trambahn gen Arbeit. Vor mir saß ein junges Pärchen, offensichtlich Arbeitskollegen, die sich über die Weihnachtsfeier unterhielten, die am Abend zuvor statt gefunden hatte. Sie: „Also, wenn ich net am Tisch vom Herrn H. und seiner ganzen steifen Bande hätt’ sitzen müssen, dann hätt’ ich den Witz vom Flamingo erzählt.“ Er: „Oooooh! Der Witz vom Flamingo ist ja so was von Klasse! Der Hammer, echt!“ Meine Lauscher prickelten und streckten sich Richtung Vorderbank. Sie: „Das ist doch in der Kneipe letzten Freitag, bei der Happy Hour, gewesen, als der I… den Witz vom Flamingo das erste Mal erzählt hat, gell.“ Er: „Ja, genau, vom I… hab’ ich den Witz vom Flamingo auch her.“ Meine Ohren knisterten förmlich vor lauter Anspannung. Aber leider, leider stiegen die Beiden an der nächsten Station aus. Ich geriet kurz in Versuchung, ihnen nach zu laufen und sie anzubetteln, mir doch bitte, bitte endlich den Witz vom Flamingo zu erzählen – auch auf die Gefahr hin, zu spät zur Arbeit zu kommen. Mit Müh und Not widerstand ich. – Falls von euch Lieben jemand einen Superwitz vom Flamingo kennt – erzählen, bitte!…

… Der Herr W., groß, stattlich, an die Achtzig und dement, ist wohl in früheren Zeiten Leiter einer Firma gewesen. Sehr oft, wenn ich das Mittagessen in seine Wohnung brachte, brummelte er: „Ich mach’ heut’ blau, ich hab’ keine Lust, ins Büro zu fahren.“ Alsdann blieb er mit verschränkten Armen und trotzig vorgeschobenem Kinn im Bett liegen, und ist durch nichts zum Aufstehen zu bewegen gewesen. Bis sein sehr sympathischer und lustiger Pfleger eines Tages gelassen zur Antwort gab: „Da ham’S recht, Herr W.! Machen Sie sich’s so richtig gemütlich, wenn Ihre Sekretärin anruft, dann sagen wir, dass Sie heute Kundenbesuche machen.“ Herr W. strahlte über’s ganze Gesicht, kicherte in sich hinein, murmelte „Das ist gut! Das ist sehr gut!“, stand prompt auf und setzte sich an den Esstisch. Und das funktioniert seitdem immer wieder sehr probat…

… Viele Wochen lang grummelte und schimpfte ich beim Nachhausekommen über die Dumpfbacke, die stets am helllichten Nachmittag im Hausflur das Minutenlicht brennen ließ. Bis ich eines Tages nicht in irgendwelche Träumereien versunken war, und mir selber beim Aufsperren quasi über die Schulter spähte… In meiner Arbeit habe ich einen Generalschlüssel für sämtliche Wohnungen und Appartements. Serviere ich die Mahlzeiten, drücke ich zuerst die Klingelknöpfchen, um danach aufzuschließen… Und so musste ich das eine geraume Weile völlig abwesend auch beim Heimkommen praktiziert haben: Zuerst auf’s Knöpfchen drücken – in dem Fall jenes für das Flurlicht, weil sich das genau in der „richtigen“ Höhe befindet – und danach die Türe öffnen…

Von der Freude am Strafen…

Veröffentlicht in 1, Allgemein, Dies Und Das, Gedanken, Gesellschaft, Menschen, Sonstiges mit den Tags , , , , , , am Januar 4, 2012 von shelkagari

… Ansichten unseres südfranzösischen Küchenchefs:…

… „Ihr Deutschen ‘abt’s aber schon sehr mit dem Bestrafen. Wenn man ist Single und ‘at kein Familie, dann wird man mit ‘öchste Steuerklasse bestraft. Wenn man dann ‘eiratet und eine Familie mit Kindern ‘at, wird man bestraft, weil nirgendwo es ist so teuer, Kinder groß zu ziehen wie ‘ier in Deutschland, ‘ier gibt es ja nicht einmal genügend freie Kindergartenplätze, und kein normaler Mensch kann es sich ‘ier leisten, dass die Frau oder Mann zu’ause bleibt. Wenn man will ‘aben Kinder, darf man nicht ‘aben normale Familie. – Wer keine Arbeit ‘at wird vom deutschen Staat mit ‘artz-IV bestraft. Und wer dann Arbeit findet, wird mit Billiglohn bestraft, und muss an oder unter der Armutsgrenze leben. – Jetzt ‘abt ihr in Deutschland Rente mit Siebenundsechzig. Und wenn ihr armen Schweine euch dann für eure Bosse krumm und buckelig geschuftet ‘abt, und euren Lebensabend nicht mehr genießen könnt, dann werdet ihr auch noch mit einer Rente bestraft, von der ihr nicht leben könnt.“…

„Hineingerockt“…

Veröffentlicht in 1, Allgemein, Dies Und Das, Gedanken, Menschen, Sonstiges mit den Tags , , , , , , , , , , , am Januar 1, 2012 von shelkagari

… bin ich – wie schon so viele Male zuvor – mit diesem Herrn hier. Ganz ehrlich, ich finde, dass Mr. Santana – obwohl das ja eigentlich kaum mehr möglich ist – mit den Jahren immer noch besser wird…

… Leider gibt’s vom gestrigen Konzertmitschnitt, der auf 3SAT ausgestrahlt und von mir aufgezeichnet worden ist, auf der Tube keine guten Video-Clips. Aber so ungefähr hat sich das zum Jahreswechsel angehört. Einziger Wermutstropfen: Ich hatte dooferweise vergessen, Mrs. Munster’s Akku vorher zu überprüfen. Daher gibt’s auch diesmal leider, leider keine Feuerwerksfotos…   ;-)

… Ich hoffe, ihr seid allesamt auch gut ins neue Jahr gekommen!…

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