Archiv für Erinnerungen

Flashback…

Veröffentlicht in 1, Allgemein, Dies Und Das, Gedanken, Inspiration, Menschen, Sonstiges mit den Tags , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , am Februar 4, 2012 von shelkagari

… Gestern Abend vor dem Schlafengehen noch auf Deluxe Music gehört und gesehen…

… Mein Gott, was hab’ ich nicht nur diesen Song von „Yes“ seinerzeit geliebt! Seinerzeit – vor nahezu dreissig Jahren. „Yes“, „Blood, Sweat & Tears“ – am liebsten das leider seit langem schon vergriffene Live-Album – „Van Halen“, „Santana“, die „Pat Metheney Group“. Und eine irre Kneipe namens „Kuckucksnest“. Ein seltsam schräger Wirt, der entweder in Rocker- oder in Indianerklamotten herum lief, eine sanfte, einsame, so liebens-, aber auch so hassenswerte Seele. Nächte voller Zigarettenqualm, heiserer Endlos-Diskussionen, durchphilosophierter und durchtrunkener Nächte…

… Eine wahre Lawine von Erinnerungen hat sich da jetzt unaufhaltsam in Bewegung gesetzt. Die „Wildes-Weib-Zeiten“…

… Das ist eine ganze Weile lang zu Beginn der Sperrzeit unser „Rausschmeisser“ gewesen, der allerdings nie viel genutzt hat:…

… Und danach kam die Spike-Jones-Welle – man hat seinerzeit Spike Jones und sein Orchester gerne als musikalische Anarchisten bezeichnet. Irgendwie passte das gut zu uns:…

… Doch auch an Spike Jones’ Schrullen gewöhnten sich unsere Gäste mit der Zeit. Da machte Bodo, unser Wirt, die Bekanntschaft eines jungen Mannes, der angeblich bei den Aborigines im tiefsten australischen Busch das Herstellen von Didgeridoos gelernt hatte. Dieses Instrument ist damals, vor ungefähr dreißig Jahren, in meiner Heimat auch bei ziemlich ausgeflippten, „reaktionären“, links und alternativ angehauchten Menschen noch nicht so bekannt, und auch nur sehr bedingt beliebt gewesen. Etwa fünf Minuten Gedudel genügten jeweils, und die Kneipe war gähnend leer gefegt…

… Und jetzt konnten wir das „Kuckucksnest“ endlich, endlich zusperren und den steilen Hang hoch keuchen zu unserer Stammdisco im „Hotel Wittelsbacher“, von uns „Wickel-Wackel“ genannte. Bei unserem Eintreten pflegte der Discjockey stets diesen Hardrock-Klassiker aufzulegen:…

… So manches Mal bin ich danach im sehr, sehr frühen Morgengrauen in meinen kleinen roten Fiat gestiegen, und die ca. 80 Kilometer zum Segelflughafen Unterwössen gefahren. Wenn dann der Morgentau in der Sommersonne glitzerte, wir die Twin Astir’s, ASK 13, K 8 und die anderen Schulmaschinen aus dem Hangar zogen und durchcheckten, und sich mit leisem Sirren dann die ersten Gleiter in den makellos tiefblauen Himmel schwangen, ist mir immer, immer, immer dieses wunderschöne Lied in den Sinn gekommen:…

… Was ist das für eine wilde, verdammt schöne, aufregende, spannende, gefährliche, romantische, von Herzweh und Kummer, aber auch von rasender Freude und Glückseligkeit erfüllte Zeit gewesen! Ich bin so sehr dankbar dafür, dass ich das alles durchleben durfte – und für die vielfältige Musik, die mich auf meinem Lebensweg begleitet hat…

Zwischen den Jahren…

Veröffentlicht in 1, Allgemein, Dies Und Das, Gedanken, Menschen, Sonstiges mit den Tags , , , , , , am Dezember 30, 2011 von shelkagari

… Im kleinen Universum meines Lebens überstrahlte 2011 ein Stern alles andere: Nach zwei Jahren Hartz-IV-Abhängigkeit, etlichen halblegalen Aushilfsjob und einer erklecklichen Anzahl bitterer Enttäuschungen durfte ich am 1. März meine Arbeit als Servicefachkraft in einer ausgesprochen feudalen Senioren-Residenz antreten. Nach wenigen Wochen bereits stellte es sich für mich zweifelsfrei heraus, dass dies der beste Job ist, den ich in all der sehr langen Zeit in der Gastronomie jemals hatte. Noch immer kann ich meine Dankbarkeit kaum in Worte fassen, noch immer bin ich so manches Mal vor Glück schier aus dem Häuschen…

… Seitdem ich im sogenannten „Nobelhotel“ arbeite, habe ich den größten Respekt vor Jenen, die sich der Pflege und Versorgung von alten Menschen verschrieben haben. Da ziehe ich ganz tief meinen Hut! Ich glaube nicht, dass ich so etwas könnte, dazu muss man wahrlich berufen sein…

… In diesem Jahr durfte ich dank meiner Arbeit die Bekanntschaft vieler interessanter Menschen machen, mit einigen bahnen sich allmählich gute und solide Freundschaften an. Es gibt im „Nobelhotel“ ein paar Seelenverwandte, zu diesen gehört ohne Zweifel auch ein halb verrückter, aber genialer, südfranzösischer Küchenchef. Und eine noch recht neue und sehr sympathische Kollegin. Auch die Freundschaft zu den lieben Freisingern Worti, Steffi und Zwackelmann hat sich weiter vertieft, sowie die guten Kontakte zur Laienbühne Freising e. V.

… Dafür endete im Herbst die Beziehung zu meinem alten Freund Timo. Es musste so sein, nach unserer Florida-Reise vor gut zwei Jahren wurde zunehmend klar ersichtlich, dass dieser weiß Gott nicht konfliktfreie Urlaub das Fundament unserer Freundschaft gewaltig erschüttert hatte, und dass die gemeinsamen Berührungspunkte und Interessen zusehends weniger wurden – wir haben uns schlicht und ergreifend auseinander entwickelt. Ob mich diese Trennung schmerzt? Nein – eigentlich nicht. Ich wünsche Timo für seinen weiteren Lebensweg alles erdenklich Gute…

… Anfang 2011 hat mir ein Buch – „Zart besaitet“, von Georg Parlow, über Hochsensible Personen – eine Unzahl Aha-Effekte beschert, und mir seitdem -  es liegt stets auf meinem Nachttisch, und ich benutze es als Kraft und Einsicht spendendes Nachschlagewerk – vor allem das Arbeitsleben spürbar erleichtert. Ich kann mit Konfliktsituationen weitaus besser umgehen als zuvor, weil ich nun weiß, dass ich dergleichen intensiver und schmerzlicher wahrnehme als viele meiner Kollegen/innen und Bewohner/innen. Auch fällt nun die Einschätzung und Beurteilung meiner Mitmenschen (zumindest im realen Leben) weitaus sachlicher und differenzierter aus als zuvor…

… Auch 2011 gab es viele wunderbare Stunden am geliebten Großen Bodensee, ich denke da an den herrlichen „Zweitagesurlaub“ im August in Hagnau, mit der anschließenden Weinberge- und Obstgärtenwanderung. Und an den vorweihnachtlichen Bummel mit Claudi durch’s schöne Konstanz…

… „Zuwachs“ hat es in diesem Jahr auch gegeben – eine gar prachtvolle Digitale Spiegelreflexkamera, eine Nikon D 3100. Nach anfänglichem „Fremdeln“ meinerseits haben wir uns nun gut miteinander angefreundet. Ich möchte „Mrs. Munster“ keinesfalls mehr missen, wenn auch zur Zeit die Gelegenheiten zum Fotografieren eher spärlich gesät sind…

… Ich hoffe, dass ich dazu fähig war und auch weiterhin sein werde, aus den unguten Konstellationen, Meteoriteneinschlägen, Planetenkollisionen und Stürmen meines kleinen Universums die entsprechenden Lehren zu ziehen und daran zu wachsen. Insgesamt bin ich sehr zufrieden, wie sich mein Weltall 2011 entwickelt hat…

Da ist ein ganz Großer,…

Veröffentlicht in 1, Allgemein, Dies Und Das, Gedanken, Gesellschaft, Medien, Menschen, Sonstiges mit den Tags , , , , , , , , am Dezember 20, 2011 von shelkagari

… ein aufrechter, tapferer Mensch vor einigen Tagen gegangen, einer, der vor allem für seine Integrität, Beharrlichkeit, Friedfertigkeit und auch Unbestechlichkeit berühmt und äußerst beliebt gewesen ist:…

Václav Havel

(Foto by Wikipedia)

… Und irgendwie, so ist es mir während eines gestrigen ausgedehnten „Blogspaziergangs“ vorgekommen, hat man davon blogauf blogab nur sehr wenig Notiz genommen. Ist es wirklich schon so weit, dass uns nur mehr das negativ Verblendende, Skandalöse, Empörende, Laute, Grelle, Unlautere, Korrupte, Falsche, Verlogene aufrührt und bewegt?…

… Ein ehemaliger Arbeitskollege hat mir vor Jahren einmal erzählt, dass er sich während eines Prag-Aufenthalts und einer Besichtigung des Hradschin verlaufen und den Anschluss an seine Reisegruppe verloren hatte. Recht ziel- und planlos sei er in den verzweigten Gängen umher geirrt, bis er schließlich in eine Art Bibliothek und Lesezimmer geriet. Darin saß ein schlanker Herr mit einem ergrauten Schnurrbart und studierte eine Zeitung. Als er meines Kollegen gewahr wurde, hob er den Kopf und lächelte, fragend, aber sehr warmherzig und liebenswürdig. Es ist Václav Havel gewesen. Er nahm sich des Verirrten an und geleitete ihn höchstpersönlich zum Ausgang. Mein Bekannter versicherte mir, dass ihm das Gespräch, welches sich während dieses gemächlichen Spaziergangs durch die Flure und Korridore entspann, auf ewig unvergesslich sein wird…

Passend…

Veröffentlicht in 1, Allgemein, Dies Und Das, Fotografie, Menschen, Sonstiges mit den Tags , , , , , , , , , , , , , am Dezember 20, 2011 von shelkagari

… zum aktuellen Foto auf Stupor Mundi’s Bilderwelt ist mir beim Stöbern in der Tube folgender wundervoller Song in die Fingerchen geraten:…

Cam Unsharp…

Veröffentlicht in 1, Allgemein, Dies Und Das, Fotografie, Menschen, Sonstiges mit den Tags , , , , , , , , , , , am Dezember 18, 2011 von shelkagari

… Über diese zwar etwas unscharf geknipselten, aber dennoch recht sexy einher kommenden Can-Can-Tänzerinnen, Attraktion eines stilechten Wildwest-Salons in Disney World, Florida, bin ich grade beim Foto-Archiv neu sortieren gestoßen…

Bezaubernde Jeannie…

Veröffentlicht in 1, Allgemein, Dies Und Das, Gedanken, Medien, Menschen, Sonstiges mit den Tags , , , , , , , , , , am Dezember 16, 2011 von shelkagari

… Kinders, was ist das schon lange her!…

… Ich glaube, wir hatten grade unseren ersten Fernseher bekommen – noch Schwarz-Weiss, als diese Serie im deutschen Fernsehen  ausgestrahlt worden ist. Ich bin sicher, dass ich nicht eine Folge verpasst hab’. Und mir nachts, wenn ich im Bett lag und vor dem Einschlafen noch ein wenig tagträumte, nichts sehnlicher herbei sehnte, als auch einfach mit verschränkten Armen blinzeln und nicken zu müssen, um mir meine Wünsche erfüllen zu können…

… Diese Serie erfreut sich übrigens auch nach weit über vierzig Jahren seit ihrem Erscheinen immer noch sehr großer Beliebtheit, und wird nach wie vor weltweit auf ungezählten Fernsehsendern ausgestrahlt…

Ich liebe diesen Song…

Veröffentlicht in 1, Allgemein, Dies Und Das, Medien, Menschen, Sonstiges mit den Tags , , , , , , am November 30, 2011 von shelkagari

… seitdem ich ihn das erste Mal im Radio gehört hatte…

… „Baker Street“ ist George Rafferty’s größter Erfolg. Der Sänger und Songwriter starb am 5. Januar diesen Jahres im Alter von 63 Jahren…

Unvergessen!…

Veröffentlicht in 1, Allgemein, Dies Und Das, Medien, Menschen, Sonstiges mit den Tags , , , , , , , , , , , am November 24, 2011 von shelkagari

… Heute ist Freddy Mercury’s 20.ter Todestag…

Cam Unsharp…

Veröffentlicht in 1, Allgemein, Dies Und Das, Menschen, Sonstiges mit den Tags , , , , , , , , , , , am November 22, 2011 von shelkagari

… Seit einem Weilchen sortiert die Windows Live Fotogallery alle Bilder nach Markierungen, ich habe keine Ahnung, was ich da wieder mal versehentlich angeklickt hab’, vielleicht ist das auch jetzt aufgrund eines Updates so. Blöderweise sind sehr, sehr, sehr viele meiner ca. 15.000 Fotos unmarkiert. So sitze ich also jetzt seit Tagen immer wieder mal für ein paar Stünderln brav am Schleppi und beschrifte – und miste so nebenbei auch ein kleines bisserl aus. Grade vorhin sind mir da zwei Fotos vom Kaltenberger Ritterturnier untergekommen, die ich vor ungefähr zwanzig Jahren geschossen hab’. Unsharp, aber höchst dramatisch…   ;-)

Erinnerungen…

Veröffentlicht in 1, Allgemein, Dies Und Das, Gedanken, Medien, Menschen, Sonstiges mit den Tags , , , , , , , , , , am Oktober 29, 2011 von shelkagari

… Gestern Abend verfolgte ich wie meistens gespannt die Münchner Regionalnachrichten. In einem der Beiträge ging es um den zunehmenden Ausfall von Unterrichtsstunden an den bayerischen Schulen. Als erster Interviewpartner tat dazu der jetzige Kultusminister seine Meinung kund – ein eher hilfloses Worthülsengedresche. Danach kam der bildungspolitische Sprecher der SPD-Fraktion im Bayerischen Landtag zu Wort – und mir stockte schier das Herz, und tief in meinem Inneren spulten sich die Jahrzehnte zurück bis in meine Kindertage…

… Viele von euch wissen ja, dass ich seinerzeit einen allerliebsten Freund, Blutsbruder und Seelenzwilling hatte, den Wolfi, den ich sozusagen im Sandkasten kennen gelernt hatte, und dem ich über viele Jahre hinweg innig verbunden gewesen bin. Doch da hat es noch einen anderen gegeben…

… An unserer Volksschule unterrichtete ein sehr bemerkenswerter Lehrer. Er war groß und stattlich und stark wie ein Bär, mit einer sehr tiefen und sonoren Stimme und einem überaus Respekt einflößenden Auftreten. Er ist ein Jahr lang mein Klasslehrer gewesen und hat meine Eltern dazu überredet, mich auf die Kaufmännische Realschule überwechseln zu lassen, das werde ich dem Mann niemals vergessen. Er hatte drei Söhne, die Familie bewohnte ein schmuckes Häuschen namens Kümmerle nahe der Königsseer Ache. Damals war die Westernserie „Bonanza“ grade mega-in, und wir gaben unserem sowohl gefürchteten als auch verehrten Pauker den Spitznamen „Papa Güll von der Kümmerle-Ranch“…

… Sein mittlerer Sohn, ungefähr drei Jahre älter als ich, hieß Martin. Und dank meiner überaus lebhaften, romantisch verklärenden Phantasie sah er auch genau so aus, wie ich mir den Heiligen Martin vorstellte: Groß, langgliedrig, mit einem fein geschnittenen, gleichsam von innen erstrahlenden Gesicht und im Lichte golden glänzenden Blondlocken. Hach, was habe ich diesen Jüngling aus der Ferne angehimmelt! Ich weiss noch, dass ich einmal schwindelte, dass sich die Balken bogen, nur um in unserem vorweihnachtlichen Krippenspiel die Maria spielen zu dürfen – mein Schwarm stellte den Josef dar – was mir allerdings zu meinem großen Kummer verwehrt worden ist. Und einmal riskierte ich eine ordentliche Tracht Prügel mit dem Teppichklopfer, weil ich dachte, wenn ich mit meinen hüftlangen, üppigen, offenen Haaren Schlitten fahre, dann gefall’ ich ihm bestimmt, dann wirft er ein Auge auf mich, oder auch zwei. Doch das einzige Resultat war eine völlig verfilzte, vor Schmutz und Streusalzresten starrende, rasta-ähnliche Mähne…

… Nachdem ich auf die Klosterschule St. Zeno in Bad Reichenhall überwechselte, hatte ich den Burschen recht schnell aus den Augen verloren. Teenager-Schwärme nahmen in rasanter Folge seinen Platz ein: Ron Ely, der TV-Tarzan-Darsteller, Sajid Khan, der junge Inder, einer der Hauptdarsteller der Serie „Maja“, der blondgelockte Schlagzeuger der Gruppe „Exception“ usw…

… Nun habe ich ihn gestern im Fernsehen wieder gesehen, den Traum meiner Jungmädchenzeit. Als ich beobachtete, wie er während des Interviews agierte, seine gelassene, selbstbewusste Präsenz, diese unglaubliche Ähnlichkeit, die er nun mit seinem unvergessenen Vater hat, schossen mir die Tränen in die Augen. Ich freute mich so sehr – und doch wurde mir zugleich das Herz gar arg schwer. Das ist doch erst gestern gewesen, als wir wilde, unbeschwerte, unermüdliche, verträumte, freie, liebevolle und auch liebenswerte Kinder gewesen sind – erst gestern!…

… Ich habe dem Herrn übrigens am Abend noch eine Mail geschickt…

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