Archiv für Brauchtum

Der Münchner Schäfflertanz…

Veröffentlicht in 1, Allgemein, Dies Und Das, Fotografie, Gedanken, Menschen, Sonstiges mit den Tags , , , , , , , , , , , , am Januar 26, 2012 von shelkagari

… Der Legende nach geht dieser Brauch auf das Jahr 1517 zurück. Als in München die Pest gewütet haben soll, beschlossen die Mitglieder der Schäfflerzunft (Schäffler = Fassmacher), einen Tanz aufzuführen, um die Bewohner der Stadt aufzuheitern, sie von ihren Todesängsten, von Kummer und Sorgen abzulenken. So kleidete man sich in eine spezielle Uniform – roter Rock, grüner Hut mit weißblauer Kokarde, Schäfflerschürze, schwarze Kniebundhosen, weisse Strümpfe und schwarze Schuhe – umwand Fassgauben mit grünem Laub und Schleifen in den Landesfarben, und erarbeitete eine sehr aufwändige und komplizierte Schritt- und Figurenfolge, die manchmal an einen mittelalterlichen Hoftanz erinnert…

… Der Schäfflertanz wird nur alle sieben Jahre aufgeführt, warum, das kann niemand so recht sagen. Vielleicht hängt es damit zusammen, dass man damals glaubte, die Pest würde im Siebenjahres-Rhythmus kommen und gehen, oder aber auch, dass die Sieben als Glückszahl gilt, oder mit einem Erlass des Herzogs Wilhelm IV., der damit die Ausbreitung dieser Volksbelustigung, bei der sehr gerne auch Würdenträger und Personen hoher Stände „derbleckt“ (vera…t) werden, in Grenzen halten wollte…

… Es gibt eine Vielzahl diverser Akteure: Zwei Vortänzer, Fassschläger,  einen Reifenschwinger, der auf atemberaubende Weise gefüllte Schnapsglaserln durch die Luft wirbelt, und zwei Kasperln, die immer wieder um die Tanzenden herum albern, und den Zusehern schwarze Rußnasen verpassen, die an die Pest, den sogenannten „Schwarzen Tod“ gemahnen sollen. Die etwa halbstündige Zeremonie wird untermalt von einem charakteristischen Musikstück – „Aber heit is’ koid, aber heit is’ koid, aber heit is’ sakramentisch koid!“, lautet der Text dazu. Auch wenn der folgende kurze Videoclip – nicht von mir! – ziemlich verwackelt ist, man kann die traditionelle Weise sehr gut hören:…

… Hier nun meine kleine Auswahl an Fotos, die ich gestern am späten Nachmittag geknipselt hab’:…

Cam Unsharp…

Veröffentlicht in 1, Allgemein, Dies Und Das, Fotografie, Menschen, Sonstiges mit den Tags , , , , , , , , , , am Januar 25, 2012 von shelkagari

… Schäfflertanz…

… Morgen mehr davon…

Auer-Dult-Impressionen…

Veröffentlicht in 1, Allgemein, Dies Und Das, Gedanken, Menschen, Sonstiges mit den Tags , , , , , , , , , , , , am Mai 8, 2011 von shelkagari

… Von Groß und Klein den ganzen langen Winter über herbei gesehnt – die Auer Maidult, wie immer am Maria-Hilf-Platz…

… Das Maria-Hilf-Brünnlein – versteckt zwischen den Buden und Standln…

… Die Wolkenwegputzerbesen an den langen Teleskopstangen ham’s heut’ zum Glück ganz umsonst aufg’stellt…

… A so a Sauerei…

… Leider sind wir uns über die Prämie für den gesuchten Wolpertinger nicht einig geworden… ;-)

… He, Puppe, fahrst’ a Scheib’n mit in meim Holzkisterl-Cabriolet!…

… Schatzi, soll i dir a Halbe Weißbier auf’s Brot streich’n?…

… Da bin ich aber beruhigt!…

… Kraft- und lebensvolles Antlitz unter elegantem Hütchen…

… Drehorgel intoniert Hardrock-Klassiker – klingt fremd und ist nix für zart besaitete Ohren…

… Zither- und Leierkasten-Duo – klingt überraschend gut…

Das Alphabet der Tiere…

Veröffentlicht in 1, Allgemein, Dies Und Das, Menschen, Sonstiges mit den Tags , , , , , , , , , , , , , am Februar 18, 2011 von shelkagari

… Nachtrag zum Buchstaben „O“…

… Da sind diese Woche auf mancherlei Blogs die Ochsen präsentiert worden… Wir hier im schönen Bayernland haben bisweilen recht urige bis eigenartige Bräuche und Sitten. So findet in einigen Bauerndörfern auch heutzutage noch eine gar kurzweilige und spannende Gaudi statt: Ochsenrennen. G’standene Mannsbilder und Burschen in fescher Tracht schwingen sich todesmutig auf die breiten Rücken uriger und kerniger Rindviecher und tragen zur allgemeinen Belustigung Wettrennen aus…

Heut’ wird g’feiert!…

Veröffentlicht in 1, Allgemein, Dies Und Das, Gedanken, Gesellschaft, Menschen, Sonstiges mit den Tags , , , , , , , , , , am Dezember 15, 2010 von shelkagari

… Und zwar einen ganz besonderen Ehrentag: Die Bayernhymne hat heute ihren hundertfünfzigsten Geburtstag!

Rund um den Nikolaus-Tag…

Veröffentlicht in 1, Allgemein, Dies Und Das, Menschen, Sonstiges mit den Tags , , , , , , , am Dezember 5, 2010 von shelkagari

… schallt ihr urtümliches Johlen, Brüllen und Fauchen, ihr scheppernder, rhythmischer Glockenklang wieder einmal, wie schon seit so sehr langer Zeit, durch den Talkessel des Berchtesgadener Lands. Die Horden der Fellkrampusse und Strohbuttnmandl geleitet die Wanderung des Heiligen Nikolaus durch die winterlichen Ortschaften…

Die gar schröckliche Moritat…

Veröffentlicht in 1, Allgemein, Dies Und Das, Menschen, Sonstiges mit den Tags , , , , , , , , , , am November 28, 2010 von shelkagari

… vom Hintertupfer Bene. Für Chinomso…

 

In der Nacht um halbe Zehne kimmt der Hintertupfer Bene fensterln zu der G’stasi. Und der Mond scheint bleich und kasi. Und er nimmt de lange Loata (Leiter) wia’s net glei tuat a Zwoata. Loant’s an’d Mauer oni, ois wa’s a Makkaroni…

… Wia da Bene aufi kraxelt, kimmt da Xari (Xaver) o’g'haxelt (angerannt), und er schmeißt die lange Loata um, und der Bene land’ in da Odlgrub’n (Jauchegrube). Und er gibt sich große Mühe, raus zu schwimmen aus der Brühe. Doch es ist ihm nicht geglückt, ein Kuhfladen hat ihn erdrückt…

… Ich weiß, das ist nicht grade ein Adventsgedicht. Aber mir ist dieses Uralt-G’stanzl beim Lesen von Chinomso’s Post ganz spontan in den Sinn gekommen… ;-)

Nach dem Almabtrieb…

Veröffentlicht in 1, Allgemein, Dies Und Das, Gedanken, Sonstiges mit den Tags , , , , , , , , , , , am September 22, 2010 von shelkagari

… stehen die Kühe wieder beisammen im offenen Stall und tauschen die Erlebnisse ihrer „Sommerfrische“ aus. Die eine Schar ist völlig aus dem Häuschen vor lauter Begeisterung: „Mei, mia ham a Grupp’n junge Stier’ mit auf da Alm g’habt, mit dene is’ den ganz’n Sommer über so vui lustig g’wesn, mia ham a so a Gaudi g’habt jed’n Tag von in da Fruah bis auf’d Nacht!“ Die anderen Rindviecher machen allerdings keinen derart euphorischen Eindruck: „Naaa, lustig is’ bei uns net zuaganga, eher langweilig. Uns hams an jungen Ochs’n mitgeb’n, der hat den ganzen Sommer lang tagein tagaus nur von seiner Operation erzählt.“…

ZZ 100 – 17. Woche – 97

Veröffentlicht in 1, Allgemein, Dies Und Das, Gedanken, Menschen, Sonstiges mit den Tags , , , , , , , , , , , , , , am April 26, 2010 von shelkagari

… Ja, sieh mal einer an! Da hab’ ich doch glatt beim Bummeln, Schauen und Staunen auf der Auer Dult die erste der beiden Wochenzahlen von Sunny’s ZZ-100-Projekt entdeckt!…

… Für alle Außerbayerischen: Eine Dult ist so etwas wie ein bayerischer Basar. Ein „Freiluft-Kaufhaus“ mit Volksfestcharakter. Eine Tausch- und Sammelbörse. Eine Oase für Genussmenschen, für Sammler, Stöberer, Tüftler. Ein Augen-, Gaumen-, Ohren- und Nasenschmaus. Die wohl bekanntesten Dulten sind jene, die dreimal jährlich rund um die neugotische Maria-Hilf-Kirche im Münchner Ortsteil Au abgehalten werden. Auf diese schillernd bunte, originelle Veranstaltung mit ihrem schier unerschöpflichen Sortiment an alten und neuen, nützlichen und völligst unnützen Waren trifft der uralte Werbespruch des noblen Londoner Kaufhauses Harrod’s durchaus zu: „Hier bekommen Sie alles – von der Stecknadel bis zum Elefanten.“…

… Während meines Spazierganges habe ich ein paar Dult-Impressionen eingesammelt. Um den leicht orientalisch angehauchten Basar-Charakter und -Charme hervor zu heben, habe ich mir erlaubt, diese kleine Diashow mit Albert William Ketelbey’s „On a Persian Market“ zu unterlegen…

Heulen, Zähneklappern und Zensur

Veröffentlicht in 1, Allgemein, Dies Und Das, Gedanken, Gesellschaft, Medien, Menschen, Sonstiges mit den Tags , , , , , , , , , , , , , , am März 6, 2010 von shelkagari

… Der mutige, aufrechte und beliebte Kabarettist und Schauspieler Michael Lerchenberg ist Freitag Abend von seiner Rolle als Nockherberg-Fastenprediger Bruder Barnabas zurück getreten (worden). Der Grund: Seine sehr pointierte, scharf  und offen gehaltene Rede zu Beginn der diesjährigen Veranstaltung, bei der er viele Finger in viele Wunden bohrte und der anwesenden Politprominenz des Öfteren sichtbar das Lachen im Halse stecken geblieben ist. Am meisten erzürnten sich im Nachhinein die Gemüter an folgender Äußerung Lerchenbergs:

„… Alle Hartz-IV-Empfänger sammelt er (Guido Westerwelle) in den leeren, verblühten Landschaften zwischen Usedom und dem Riesengebirge, drumrum ein großer Stacheldraht – hamma scho moi g’habt. Dann gibt’s a Wassersupp’n und an Kant’n Brot. Statt Heizkostenzuschuss gibt’s von Sarrazin’s Winterhilfswerk zwei Pullover, und überm Eingang, bewacht von jungliberalen Ichlingen im Gelbhemd, steht in eisernen Lettern ‘Leistung muss sich wieder lohnen’.“…

Unter jenen, die sich über diese Worte des Kabarettisten echauffierten, war auch Frau Knobloch, Präsidentin des Zentralrates der Deutschen Juden. Das heißt, sie schrie am lautesten Zeter und Mordio – dies sei eine Verunglimpfung des großen Unrechts, welches während der Nazizeit sechs Millionen Juden angetan worden war… Frau Knobloch, bei allem Respekt, hier geht es (ausnahmsweise) einmal nicht um Sie und die Greueltaten, die Ihr Volk im Dritten Reich zu erleiden hatte! Hier geht es darum, dass Jemand die Gedanken vieler deutscher Hartz-IV-Empfänger endlich einmal öffentlich in Worte gefasst hat! Auch darum, auf die unverhohlen rechtspopulistischen Äußerungen eines sogenannten Vizekanzlers auf Kosten der sieben Millionen Menschen, die staatliche Unterstützung in Anspruch nehmen müssen, aufmerksam zu machen! Darauf, dass da ein machtgeiler Politiker, der Zeit seines Lebens nicht einen einzigen Tag lang bei einem Arbeitgeber in Lohn und Brot gestanden und nicht einen einzigen vernünftigen Handschlag zuwege gebracht hat, den von Armut und sozialem Niedergang bedrohten Teil des ihm anvertrauten Volkes diskreditiert, um sich und seine Parteijünger zu profilieren und Wählerstimmen zu fangen! Das Augenmerk auf die Unfähigkeiten und Unzulänglichkeiten unserer politischen und wirtschaftlichen Obrigkeiten zu richten! Darauf, dass Deutschland zusehends einer Bananenrepublik mehr gleicht als einer weltweit angesehenen Demokratie!…

… Herr Lerchenberg hat Freitag Abend seinen Hut genommen, er wird in Zukunft die Rolle des Fastenpredigers Bruder Barnabas nicht mehr verkörpern. Der Druck auf ihn und die Brauerei, welche ihn zu diesem Zwecke engagiert hatte, sei zu groß geworden. Bei der Wiederholung der traditionsreichen Starkbierprobe samt Politiker-Derblecken und (heuer sehr schwachem) Singspiel hat sich das Bayerische Fernsehen erdreistet, die schärfsten Stellen der Rede heraus zu schneiden. Die Zensur lässt grüßen. Und macht nachdenklich. Wer von Jenen, die sich noch trauen, unverhohlen ihre Meinung kund zu tun, wird als nächster mundtot gemacht werden? Ein Urban Priol vielleicht? Ein Matthias Richling? Ein Georg Schramm? Welche Kabarettsendung wird demnächst aus den Programmen der sogenannten Öffentlich Rechtlichen verschwinden? Und wann werden die ersten politik- und sozialkritischen Blogs nicht mehr im World Wide Web zu finden sein? Und wen dürfen wir nächstes Jahr in der Rolle des Bruder Barnabas auf dem Nockherberg sehen? Vielleicht einen jener glatt gebürsteten, weich gespülten, „liberalen“ Ichlingen im Gelbhemd, von denen Herr Lerchenberg sprach, der dann den Großkopferten nach dem Munde redet und ihnen ordentlich Zucker in den A… bläst, anstatt das zu tun, was das Vorrecht des Fastenpredigers – und jeden(r) halbwegs gestandenen mündigen Bürgers(in) dieses Landes – sein sollte: Sein Missfallen und Unmut über Ungerechtigkeiten und Ungereimtheiten zu äußern, engagiert, deutlich und unzensiert…

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