… Im Amtsgericht der Kreisstadt Dachau (ca. 43.000 Einwohner) nahe München schoss gestern Nachmittag noch während der Urteilsverkündung der 54-jährige Angeklagte wild um sich. Er traf den 31-jährigen Staatsanwalt so schwer, dass dieser noch am Abend im Krankenhaus verstarb…
… Eine unserer Damen, die regelmäßig zum Frühstück das Restaurant aufsucht, war heute Morgen angesichts dieses Verbrechens völlig fassungslos. Nachdem er ihren entsetzten Ausführungen eine Weile zugehört hatte, bemerkte unser Aushilfskellner lapidar: “Das darf man nicht so tragisch nehmen. Das ist draußen auf dem Land gewesen, da kann so was schon mal vorkommen.” Ich verschluckte mich vor lauter Entrüstung – zum Glück für diesen Mann!…
…Ich füge jetzt mal hinzu, dass unser Aushilfskellner einer der ganz, ganz wenigen wirklich unsympathischen Menschen im “Nobelhotel” ist. Niemand kann ihn leiden, niemand kommt mit ihm gut aus…
… Sehr lapidar mutet auch der Kommentar der bayerischen Justizministerin Beate Merck an – die ich auch seit langem schon sehr unsympathisch finde: “Wir können ja nicht aus jedem Gerichtssaal eine Festung machen.” – Nein, das nicht! Aber in Zeiten, da sich jeder unbescholtene Normalsterbliche bis auf die nackte Haut durchsuchen lassen muss, wenn er einen simplen Urlaubsflug antreten will, sollte man doch darüber nachdenken, zumindest vor Beginn eines Gerichtsverfahrens die Angeklagten genauer unter die Lupe zu nehmen! – An der Pforte zum Gerichtsgebäude würde sich ohnehin eine Überwachungskamera befinden, so Frau Merck weiter. – Die nutzt nicht viel, wenn der zu einer Bluttat Entschlossene die Waffe in der Hosentasche spazieren trägt!…