… Am späten Sonntag Nachmittag schaltete ich, berstend vor Eindrücken vom Bloggertreffen in Berlin am Samstag Abend, voller Erwartung auf die vielen, vielen Fotos, die ich geschossen hatte, meinen Schlepptop ein. Was dann folgte, glich einem Albtraum! Angsterregend brummelnd und rasselnd ließ sich das Gerät gefühlte Stunden Zeit, bis es sich endlich, endlich hoch gefahren hatte. Allerdings konnte danach von fröhlichem Nutzen keinesfalls die Rede sein. Allein das Überspielen der Bilder von der Digicam auf den Computer strapazierte meine Geduld weit über die Maßen. Immer wieder erschien anstelle der installierten “ib”-Software der Olympus SP-800-UZ der Hinweis, dass nun ein Druckertreiber eingerichtet werde. Nach etwa zwei Stunden waren endlich, endlich, endlich die Fotos übertragen, schienen allerdings zunächst lange, sehr lange irgendwo in den Irrungen und Wirrungen der Elektronik verschollen, so dass ich sie nicht bearbeiten konnte. Das Erstellen des ersten Berlin-Posts nahm gut eineinhalb Stunden in Anspruch, ein halbes Dutzend Mal hing sich der Schleppi auf, musste notabgeschaltet und erneut hochgefahren werden. Das Wechseln zwischen einzelnen Tabs zog sich zäh wie Kaugummi, immer wieder brach die W-LAN-Verbindung zusammen…
… Stammleser/innen haben mit ihrer Vermutung durchaus Recht, ja, ich konnte nicht anders, mit meinen Nerven völligst am Ende gab ich mich schließlich einem intensiven Wutanfall hin. Nein, ich schleuderte kein Süßstoff-Tabletten-Döschen, aber einige Spielzeug-Figürchen, die bislang auf und in der Nähe meines Schreibtisches ein eher langweiliges, friedliches Dasein gefristet hatten, mussten unversehens das Fliegen lernen. Ich hatte auch bereits die Balkontür geöffnet, wäre der Lappy nicht mit etlichen USB- und sonstigen Kabeln quasi gesichert gewesen, hätte ich vielleicht tatsächlich eine bereits tausendmal ausgesprochene Drohung wahr gemacht und ihn auf die Straße geschmissen…
… Am nächsten Abend erstellte ich noch weitere Berlin-Posts, sie kosteten sehr viel Zeit und mich den Rest an Nervenkraft, meine Stimme war danach heiser vom Fluchen, Brüllen und Schimpfen, und ich vermeine, dass mir gelegentlich sogar der Schaum vor dem Munde gestanden haben muss…
… Dieses Theater mach’ ich nicht länger mit! Ein neuer PC bzw. Laptop muss her! Ich hockte mich am Dienstag Morgen vor meine Katastrophen-Kiste und begann sehr ernsthaft, mich im WWW kundig zu machen. Nach ausgiebigem Suchen stieß ich auf ein Teil, das mir ausgesprochen gut gefiel, ja, ich konnte mir sehr wohl vorstellen, damit gut und effektiv und halbwegs problemlos zusammen zu arbeiten. Ich machte Kassensturz. Nun gut, sofort würde ich den neuen Schleppi nicht erwerben können, aber vielleicht so in ein paar Wochen. Oder spätestens nach Weihnachten, wenn ja bekanntermaßen die Preise purzeln. Immer wieder rief ich die Website mit dem Objekt meiner Sehnsüchte auf, um mich an seinem Anblick zu erfreuen, bis in die Nacht hinein. Als ich meinen “Quälgeist” herunter fuhr, zischelte ich ihm zwischen zusammen gebissenen Zähnen gehässig zu: “Ha! Deine Tage sind endgültig gezählt, du mieses Drecksstück! Dann kommt ein Neuer! Und wenn ich dich dann voller Freude auf den Sperrmüll geschmissen hab’, köpf’ ich zur Feier des Tages ne Flasche Sekt!”…
… Mittwoch Früh tapperte ich an den Schreibtisch, noch etwas schlafdamisch, um meinen Sch…kasten zu starten. Und traute meinen Augen nicht! So fix hatte sich das Kerlchen seit langem schon nicht mehr hoch gefahren! Ohne jegliches Herumzicken konnte ich auf Anhieb ins Internet! Problemloses Wechseln von einem Tab zum anderen! Fotos von Mieze Smokey ließen sich binnen kurzem herunter laden! Wow!…
… Seitdem kann ich mich des leisen Verdachts nicht erwehren, dass mein Laptop namens Theophilus Sch…kasten ja vielleicht doch so etwas wie ein Seelchen in seinen elektronischen Eingeweiden birgt…